Madeira – Insel des ewigen Frühlings

Madeira, eine Insel vulkanischen Ursprungs, gehört zu Portugal und liegt vor der Nordwestküste Afrikas. Im Atlantischen Ozean gelegen hat sie eine Länge von 57 km, eine Breite von 22 km und ist die Hauptinsel der Inselgruppe Madeira (die Inseln Porto Santo und die unbewohnte Inselgruppe Illhas Desertas komplettieren die Inselgruppe). Da Madeira zu Portugal gehört, ist die Insel auch Teil der Europäischen Union. Die Bewohner von Madeira nennt man Madeirer bzw. Madeirerinnen.

Vielen ist die Insel als Blumeninsel bekannt, jedoch finden wir hier auch zahlreiche Weingüter. Auf diesen wird der Likörwein Madeira hergestellt. Dieser Likörwein ist ein mit Branntwein angereicherter Wein.

Da ich in der Vergangenheit schon einmal auf Madeira war wusste ich, dass der Anflug auf die Insel spektakulär ist. Der Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo – international ganz einfach Funchal Airport genannt – hat mittlerweile eine Start-/Landebahn von 2.777 Metern Länge und 45 Metern Breite. Sie wurde über eine Bucht gebaut und mit zahlreichen Betonpfeilern gestützt. Die Landung wird vielen Piloten deshalb erschwert, weil der Flughafen am Hang einer Steilküste liegt. Durch diese Lage entstehen Fallwinde, die wiederum viele Landungen zu einem schwierigen Unterfangen machen.

Bei dieser Reise habe ich mich für ein Hotel in Funchal entschieden und somit im Hotel Vidamar Resorts Madeira Quartier bezogen.

Hotel

Der Ausblick aus dem Zimmer …

Ausblick vom Hotelzimmer

Und dann nahm das Abenteuer Madeira seinen Anfang.

Zunächst habe ich über die  Küstenstraßen die Insel erkundet. Eine Insel mit Strand, Gebirge und einer wunderschönen Flora und Fauna.

Sao Vincente (2)

Sao Vicente ist ein kleiner Ort an der Nordküste Madeiras mit ca. 3.200 Einwohnern. Die Kapelle von Sao Vicente „Igreja de Sao Vicente“ ist eine Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert und das eigentliche Highlight dieses Ortes.

Sao Vicente - Kirche

Der Weg führte sodann weiter nach Ponta Delgada, auch eine kleine Gemeinde mit ca. 1.500 Einwohnern an der Nordküste.  Sie gehört zum Verwaltungsbezirk Sao Vincente. Ponta Delgada ist eigentlich unspektakulär. Der Grund, warum die Stadt von Touristen häufig besucht wird liegt darin, dass die Stadt noch über die herkömmlichen Straßen zu erreichen ist. Hier fahrt ihr nicht auf einer Schnellstraße, die mittlerweile überall auf der Insel angelegt wurden. Der Weg nach Ponta Delgada führt euch über eine enge Straße, auf der noch ein Hauch von Romantik aber auch Abenteuer zu spüren ist. Auf dieser Straße selbst ein Auto zu fahren macht richtig Spaß!

Madeira - Alte Küstenstraße

Madeira - Alte Küstenstraße (2)

 

Ein Traum auf Madeira ist das Gebirge, die Berge haben es mir angetan. Die Fahrt zum „Nuns Valley“ (Tal der Nonnen) gehört zu den Ausflügen, die wirklich Eindruck bei mir hinterlassen haben. Die  Auffahrt über die zahlreichen Serpentinen war grandios.

Nuns Valley (Tal d. Nonnen)

Den besten Ausblick auf das „Nuns Valley“ hat man von einer Aussichtsplattform in einer Höhe von fast 1.100 Metern. Leider gibt es hier – wie fast überall – neben einem Restaurant auch die üblichen Souvenirgeschäfte. Am besten achtet ihr darauf, möglichst früh – d.h. früher als die Touristenbusse – hier oben anzukommen. Nur so ist es möglich, die Aussicht samt der angenehmen Ruhe zu genießen.

Weiter geht es zum „Pico do Arieiro“.

Der „Pico do Arieiro“  ist mit einer Höhe von 1818 m der dritthöchste Berg Madeiras. Vom Gipfel aus besteht die Möglichkeit, über einen fest angelegten Wanderweg um den „Pico das Torres“ herum zu laufen, um dann den Gipfel des höchsten Berges – des „Pico Ruivo“ – zu erreichen.

Auf dem Gipfel des „Pico do Arieiro“ befindet sich darüber hinaus eine Radarstation der Portugiesischen Luftstreitkräfte. Ein Anblick, der nicht ganz in die Landschaft passt … aber muss wohl so sein.

Pico do Areeiro Wanderung (6)

 

Pico do Areeiro Wanderung (3)

Pico do Areeiro Wanderung (5)

 

Pico do Areeiro Wanderung (4)

Zwischendurch habe ich natürlich auch mal wieder das Hotel aufgesucht und die Eindrücke des Erlebten konnten sich vertiefen.

Ausblick vom Hotel

Die Fahrt mit dem Mietwagen geht weiter …

Oldtimer in Porto Moniz

… und führt nach  Jardim do Mar, Ponta do Pago, Porto Moniz, Encumeada (wieder Gebirge) und dann nach Canical. Weitestgehend alles kleine Dörfer, die ganz nett gestaltet sind, allerdings keine Sehenswürdigkeiten bieten. Hier ein kleiner Einblick.

 

 

Ein Muss für jeden Touristen ist die Stadt Santana. Also habe ich mich auf den Weg dorthin gemacht. Santana liegt an der Nordküste und wird von ca. 3.300 Einwohnern bewohnt. Berühmt geworden ist Santana durch die kleinen bunten und mit Stroh bedeckten Bauernhäuschen. Diese gelten als Wahrzeichen der Insel. Die Einwohner bevorzugen heute größere Häuser und so dienen diese kleinen Bauernhäuser tatsächlich nur noch als Touristenattraktion. Es ist schon erstaunlich, auf welch kleinem Raum die Menschen dort früher gelebt haben. Solch eine Lebensweise ist für uns heute nicht mehr vorstellbar, muss doch alles größer und luxuriöser sein.

In Wirklichkeit steht heute in Santana aber nur noch ein kleiner „Park“ dieser Häuser. Ich hatte mir hiervon mehr erwartet.

Santana (5)

Von dort aus ging es zum „Pico Ruivo“ … höher geht es fast nicht mehr. Schaut selbst …

Pico Ruivo (2)

Pico Ruivo (6)Pico Ruivo (8)

Pico Ruivo (3)

Funchal habe ich mir bis zum Schluss aufbewahrt.  Ein Blick von oben zeigt, wie groß die Stadt ist.

Funchal - Blick von Monte

Zunächst habe ich mir die Altstadt mit dem Alten Fort angeschaut. Über dieses ist nicht wirklich viel zu erfahren. Wenn man es sich von außen anschaut stellt man fest, dass einige Reparaturen notwendig sind. Sodann habe ich mich auf den Weg zur Seilbahn gemacht, die mich hinauf nach Monte gebracht hat. In Monte gibt es das nächste Highlight, die Korbschlittenfahrten. Ich habe es allerdings vorgezogen, mir zunächst  die Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“ anzuschauen.

Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte (5)

Die Wallfahrtskirche“Nossa Senhora do Monte“ ist eine katholische Kirche. Im Jahr 1741 fing man mit dem Bau der Kirche an und musste, da ein Erdbeben die Kirche im Jahr 1748 zerstörte, Reparaturarbeiten durchführen. Somit konnte die Einweihung der Kirche erst 1818 erfolgen.

Um zur Kirche zu gelangen muss ich zunächst einige (68) Stufen erklimmen. Die Treppe führt zu Bogengängen, in denen sich der Eingang befindet. An den Fenstern der Kirchen sind immer noch unverputzte Stellen zu entdecken. Das Bild der „Heiligen Jungfrau“ ist im Hochaltar zu sehen. Bei der jährlichen Prozession zum Fest „Mariä Himmelfahrt“ werden die 68 Stufen kniend zurückgelegt.

Links im Seitenschiff wurde der Sarg des letzten Kaisers von Österreich (Karl I.) aufgebahrt.  Nachdem er nach dem ersten Weltkrieg in die Verbannung geschickt wurde, kam er im Jahr 1921 nach Funchal. 1922 verstarb er hier.

Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte (7)

Eine weitere Attraktion sind die berühmten Korbschlitten von Madeira, die“Carros de Cesto“. Die Fahrt beginnt in Monte direkt unterhalb der Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“ und geht fast zwei Kilometer hinunter bis nach Funchal. Die heutige Touristenattraktion diente im 19. Jahrhundert als Transportmittel. Die Bewohner von Monte haben sie eingeführt und kamen so schneller in die Hauptstadt. Wer jetzt denkt, dass die Einwohner diese Korbschlittenfahrten in eine Touristenattraktion umfunktioniert haben, der irrt ganz gewaltig. Es waren die Briten. Die Korbschlitten werden mit zwei Personen besetzt und auch von zwei Männern, die „Carreiros“ genannt werden, gesteuert. Diese sind komplett weiß gekleidet und tragen Strohhüte. Um auf den Straßen noch mehr in Schwung zu kommen und somit eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen werden die Kufen mit eingefetteten Lappen überzogen. Die „Carreiros“ fahren, lenken, beschleunigen und bremsen die Schlitten. Nach ungefähr zehn Minuten erreicht man Funchal. Eigentlich ist die Fahrt mit einem Korbschlitten ein Muss. Ich selbst habe darauf verzichtet, da es mir nicht ganz geheuer war. Denn immerhin fahren die Korbschlitten über die auch vom Autoverkehr benutzten Straßen.

Korbschlitten (3)

Der „Jardim Botanico da Madeira“ ist ein wunderschöner Themenpark mit vielen exotischen Pflanzen. Das Grundstück gehörte einmal der Familie Reid und liegt in Monte. Der Park ist im Jahr 1960 entstanden. Auf mehr als 30.000 qm findet ihr hier ein wunderschön angelegtes Gelände. Darüber hinaus beherbergt der Park zudem noch mehrere Volieren mit fast 350 exotischen Vögeln. Ich habe hier mehrere Stunden verbracht, da es immer wieder etwas Neues zu sehen gab und ich die Ruhe genossen habe.

Botanischer Garten (5)

Botanischer Garten (17)Botanischer Garten (13)

Aber Madeira hat noch mehr Parkanlagen. Ich habe mir noch eine weitere angeschaut, die „Palheiro Gardens“, auch „Blandys Garden“ genannt. Diese Gärten liegen wunderschön in den Hügeln von Funchal. John Blandy kaufte das Anwesen im Jahr 1885 mit dem darauf befindlichen Jagdschloss. Die Zufahrt zu dem Schloß wird von einer großen Anzahl Platanen gesäumt – man sagt, dass es 200 Platanen sein sollen. Die wunderschöne Anlage ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. Ihr findet hier den Hauptgarten, den versunkenen Garten, das Höllental, den Rosengarten, den Damengarten sowie den Tee-Haus-Garten. Teiche mit Seerosen und Blumenbeeten komplettieren dieses schöne Kleinod.

Palheiro Gardens - Herrenhaus der Fam. BlandyPalheiro Gardens - Kapelle

© 2018 by Travel-See-Xperience

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5 Antworten auf “Madeira – Insel des ewigen Frühlings”

  1. Ulrike der Bericht ist einfach toll. Wenn man den liest möchte man sofort die Koffer packen. Wir waren vor Jahren mal 1 Tag auf Madeira und fanden es wunderschön. Du hast wirklich viel gesehen. Könnte ich nur so schön schreiben wie Du. Danke für die schönen Photos und den anschaulichen Reisebericht

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  2. Mehrmals habe ich den wunderbaren Bericht gelesen.
    Ich habe mich darin sehr vertieft und ich habe den Bericht
    mit Bedacht gelesen.
    Das ist eine sehr schöne Insel und ich möchte sie sehr gerne besuchen.

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  3. Madeira ist eine traumhafte Insel. Ich war nur 1 Tag dort und habe eine Rundfahrt gemacht. Es hat mir sehr gut gefallen. Nach diesem wunderschönen Reisebericht möchte ich unbedingt noch einmal dort hin und mehr sehen. Sehr schöne Bilder.

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