Die Tempelanlagen von Luxor

Am östlichen Ufer des Nils in Südägypten steht die Stadt Luxor. Vormals befand sich an dieser Stelle die Stadt der Pharaonen Theben. 

Während der Blütezeit ihrer Macht vom 16.–11. Jahrhundert v. Chr. lag hier das Zentrum ihrer Macht.

In der Nähe des Nilufers befindet sich der Luxor-Tempel.  Er war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chonsu, geweiht. Amenophis III. (1402-1364 v. Chr.) gilt als Erbauer des Tempels, der auf den Ruinen älterer Anlagen errichtet wurde.

Ramses II. ließ den ersten Hof samt dem mächtigen Pylon sowie Statuen und Obelisken ausführen. Nektanebos I. gestaltete den Vorhof. Von den ursprünglichen Statuen sind nur noch die zwei Sitzenden, eine Stehende und ein Obelisk zu sehen.

Der zweite Obelisk wurde durch Sultan Muhammad Ali an König Louis-Philippe verschenkt. Der sich mit einem Uhrenturm revanchierte, der in der Alabastermoschee in Kairo steht. Seid 1836 wurde dieser Obelisk nach einem aufwendigen Transport von Ägypten nach Frankreich auf der Place de la Concorde in Paris aufgestellt.

Von dem Vorhof des  Nektanebos I. führt eine Sphingenallee in nordöstliche Richtung. Früher verband diese 2,7 km lange Allee die Tempelanlagen von Luxor und Karnak. Sie wurde in der Zeit von 1379-1340 v. Chr. errichtet. Nach den Plänen der Regierung will man diese alte Allee wieder herstellen.

Sphinx

Die ägyptische Sphinx ist eine Statue eines männlichen Löwen mit Menschenkopf. Sphinx ist griechisch, kommt aber aus dem ägyptischen „schesep-anch“ („lebendes Abbild“). Diese Figuren stellten die Verbindung zwischen der Kraft des Tierkörpers mit dem menschlichen Verstand dar. Sie hatten Wächterfunktionen.

Diese Sphinx trägt die Gesichtszüge Königs Nektanebos I. Der Sockel stammte noch aus der Zeit Ramses des II.

Der Eingang des Luxor-Tempels im Gesamteindruck.

Der Obelisk vor dem Luxor-Tempel ist 23,5 Meter hoch und wiegt 230 Tonnen. Er ist aus Granit gemeißelt. Er wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Ramses II erstellt. Die Hieroglyphen  waren durch den Sprachwissenschaftler Jean-François Champollion im Jahre 1822 entziffert worden.

Links neben dem Obelisken befindet sich dieser Kopf des Ramses des II. Zwischenzeitig wurde er umgestellt und ist einer Ramsesstatue gewichen. Auf diese Art und Weise bauen sich die Ägypter ihre Tempelanlagen wieder nach ihren Vorstellungen zusammen.

Der Pylon (das von festungsartigen Türmen flankierte Eingangstor) des Tempels gehört zu den größten Torbauten Ägyptens und hat eine Breite von 65 Metern und eine Höhe von 25 Metern. Auf den Festungsmauern sind Schlachtszenen eingemeißelt.

Genau diese Ramsesstatue befindet sich jetzt dort, wo früher der Ramseskopf stand.

Links neben der sitzenden Ramsesstatue steht die Königin Nefertari. Bereits die Größenverhältnisse beider Figuren verdeutlicht die untergeordnete politische Rolle der Königin zur Zeit der Errichtung dieser Statue. Andere Statuen bilden sie in gleicher Größe wie Ramses ab, so zum Beispiel im Tempel von Abu Simbel.

Von Amenophis III. und Tutanchamun stammt der prächtige Säulengang, der heute den Hof Ramses II. mit dem südlichen Tempelbereich verbindet. Insgesamt 14 Säulen,  also sieben zu jeder Seite, flankieren den monumentalen Gang.

Die Säulen haben eine Höhe von 16 Metern. Die Papyrus-Kapitelle sind von den Architraven miteinander verbunden.

Diese Säulen gehören zu der Vorhalle des Amenophis III. Die Vorhalle besteht aus insgesamt 32 Säulen. Die Säulen sind  Papyrusbündelsäulen mit geschlossenem Kapitell.

Säulenkolonnaden des Amenophis III.

Ein beliebtes Motiv unter den Touristen ist dieses Relief. Es bildet Min, den Gott der Fruchtbarkeit, ab. Der Pharao bringt der Gottheit in Gefäßen Opfergaben dar.

Der Eingang zum Luxor-Tempel aus einem anderen Blickwinkel von rechts aufgenommen.

Die Abendstimmung am Nil vermittelt traumhafte Momente. Die untergehende Sonne hüllt die Landschaft in Sepiafarben.

Nachts beginnt die Sound und Light Show. Durch die Lichteffekte werden die Monumente ins rechte Licht gesetzt.

Der Pylon des Luxor-Tempels in braunen und grünen Farbtönen. Im Vordergrund der riesige Obelisk.

Die Show wird stündlich in unterschiedlichen Sprachen angeboten, so dass man zur richtigen Zeit da sein sollte, wenn man kein Multilinguist ist.

Durch die Beleuchtung werden die Strukturen der bearbeiteten Figuren noch besser hervorgehoben. Nebenbei erfährt man durch den tonalen Vortrag noch viel über die Geschichte des Tempels.

Zur Zeit unseres Besuches konnte man während der Show ungehindert durch den Tempel gehen, um sich die Motive für die Aufnahmen zu suchen. Da der Besucherandrang in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, könnten sich diese Gegebenheiten verändert haben.

Die Bilder sprechen für sich. Man spürt den Hauch der Geschichte.

Mitten im Tempel steht die im 13. Jh. erbaute Moschee des Abu el-Haggag (ihr Eingang liegt außerhalb des Tempelbezirks) erhöht auf den Monumenten einer frühchristlichen Kirche.

Bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts war der Luxor-Tempel zu drei Vierteln meterhoch unter Sand, Geröll und modernen Bauten begraben. Zur Durchführung der Ausgrabungen wurden 1885/1886 alle neuzeitlichen Bauten im Tempelbereich abgerissen und entsorgt. Nur die Moschee blieb stehen.

Um sich ein Bild von der Höhe der Sandverschüttungen zu machen: Die vor dem Eingang stehenden Monumentalfiguren waren bis zu den Schultern im Sand vergraben.

Einen interessanten Bericht über die Tempelanlage von Luxor findet man an dieser Stelle. Beeindruckend ist insbesondere die umfangreiche Zusammenstellung historischer Aufnahmen.

Der Säulengang bei nächtlicher Beleuchtung.

Der Sonnenhof im Mondschein.

Die gesamte Anlage des Tempels von unserem Hotel aufgenommen.

Am nächsten Morgen bummelten wir durch den Ort, um etwas von dem Marktgeschehen zu sehen. Die Menschen am Gemüsestand hatten mehr Interesse an uns als an der Ware.

Unser nächster Halt war das Tal der Könige.

 

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