Kasteeltuinen Arcen

Warum nicht einmal wieder einen Ausflug zu unseren niederländischen Nachbarn machen? Schließlich ist es bis zu ihnen für uns nur einen Katzensprung.

Und so planen wir, in das kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze liegende malerische Festungsdörfchen Arcen zu fahren, um uns dort die einzigarten Schlossgärten von Schloss Arcen anzusehen.

Einen großflächigen Parkplatz findet ihr in unmittelbarer Nähe. An den Kassen des Parks könnt ihr direkt die Gebühr für den Parkplatz bezahlen und erhaltet eine Münze, die ihr bei der Ausfahrt einwerfen müsst, damit sich die Schranke hebt.

Schloss Arcen

Um das Eingangstor zu erreichen, müssen wir eine Brücke überqueren, von der wir durch die Bäume einen Blick auf das aus dem 17. Jahrhundert stammende Backsteinschloss erhaschen können. Allerdings ist nicht das Schloss die Attraktion, sondern die 32 Hektar großen, vielseitig gestalteten Schlossgärten. Unterschiedliche Themengärten sind zum Teil mit Kunstobjekten aufeinander abgestimmt.

Bis 1976 gehörte die Anlage der Stiftung Antonie Deusser, sodann wurde sie von der Het Limburgs Landschap-Stiftung gekauft. Das Schloss wurde von dieser aufwendig saniert. 1986 pachtete Kasteeltuinen Arcen B.V. das Gelände und entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Niek Roozen diesen einzigartigen Garten, der 1988 von Prinz Bernhard der Niederlande eröffnet wurde und seither rege Besucherscharen anlockt. Seit 2012 betreibt die Het Limburgs Landschap-Stifung den Park wieder selbst.

Auf der Übersichtskarte ist ein Teil der Gärten zu sehen, die wir für sehenswert halten. Erfreut euch an dem Rosarium, den Wasserparks, Rabatten und vieles mehr …

Nachdem wir die Kasse passiert haben, befinden wir uns mitten auf dem Schlosshof. Von hier aus laufen wir an der Orangerie vorbei, die heute als Pflanzen- und Souvenirshop fungiert. Die Orangerie wurde im Jahr 1763 erbaut und 1916 durch einen Brand vollständig zerstört. Auf den Fundamenten der alten Orangerie wurde die neue errichtet. Unmittelbar hinter der Orangerie befindet sich unsere erste Station, das Rosarium.

Dieses besteht aus zehn Rosengärten mit den unterschiedlichsten Rosen, die alle verschiedene Themen darstellen. So findet ihr im Rosarium Kletterrosen, Climerrosen, Ramblerrosen und viele andere Rosensorten.

Das Rosarium ist von einem Berceau (Laubengang) umgeben. Die Schlossherren waren im 18. Jahrhundert regelrecht verliebt in solche Laubengänge. Auch heute sind sie bei den Besuchern, gerade in den Sommermonaten sehr beliebt, da man sich in ihnen etwas vor der Sonne schützen kann.

Berceau (Laubengang)

Während wir durch den Berceau schlendern, entdecken wir eine „Wendeltreppe“, die natürlich erklommen werden muss. Belohnt werden wir mit einem wunderschönen Blick über das gesamte Rosarium.

Bei sehr schönem Wetter genießen wir eine Weile diese tolle Aussicht, steigen sodann die „Wendeltreppe“ wieder herab, lustwandeln weiter durch das Rosarium und erreichen alsbald den ‚Gewinner-Garten‘, der neben Jan de Vink zahlreichen weiteren Rosenzüchtern gewidmet ist.

In diesem Teil des Gartens finden wir Skulpturen einiger berühmter Rosenzüchter. Die Skulpturen wurden mit den Rosen umgeben, die von dem jeweiligen Züchter stammen. Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Rosensorten es hier zu bewundern gibt.

Auf dem Weg zum Hosta-Farn-Garten kommen wir an zahlreichen faszinierenden Skulpturen und anderen liebevoll gestalteten Gartenbereichen vorüber. Es gibt so viel zu sehen, dass uns schnell klar wird, warum sich einige Gäste Monats- bzw. Jahreskarten kaufen. Die Gärten zu verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen, muss jedes Mal ein neues und ebenso interessantes Erlebnis sein.

Kurz bevor wir den Hosta-Farn-Garten erreichen, entdecken wir diesen toll angelegten Wasserfall, der einen schönen Abschluss des Rosariums und zugleich den Übergang zu den Berggärten darstellt.

Der Hosta-Farn-Garten befindet sich am Ende des Rosariums. Er beherbergt verschiedene Hostas und Farne. Zur Gruppe der Hostas gehören Funkien (auch Herzblattlilien genannt). Dazu wurde der Garten mit diversen Bodendeckern ausgestattet. Alles Gewächse, die sich sehr gut im Schatten entwickeln können.

Auf dem Weg zum Wasser- und Skulpturengarten
Wir werfen einen Blick zurück vom Wasser- und Skulpturengarten ins Rosarium

Der Wasser- und Skulpturengarten besteht aus sieben Teichen, die zwischen mehreren Grashügeln angelegt wurden. Es wurde darauf geachtet, dass diese Hügel sanft abfallen und das Höhenniveau auch für ältere Menschen leicht zu bewältigen ist. Im Wasser einiger Teiche spiegeln sich sowohl die Bäume als auch der Himmel wider und verleihen dem Betrachter ein ganz anderes, teilweise spektakuläres Bild. Und wer ein genauer Beobachter ist, stellt fest, dass weit oben in den Bäumen Reiher ihre Nester gebaut haben. Im Wasser- und Skulpturengarten sind in jeder Saison andere Kunstwerke zu besichtigen. Wir betrachten die Werke von William Sweetlove, der im Jahr 1949 in Ostende in Belgien geboren wurde.

Den Blumenpfad lassen wir zunächst „links liegen“ und steuern das Lommerreich an. Bevor wir dieses jedoch betreten können, müssen wir die ‚Mauer der Gegensätze‘ passieren. Auf dieser könnt ihr sehen, wie hoch der Wasserstand in den Jahren 1993 und 1995 beim Hochwasser der Maas war.

Lommerreich

Das Lommereich ist ein im Schatten angelegter Gartenbereich. So ist zunächst unser Eindruck, doch weit gefehlt. Eine besondere Auswahl an Bäumen spendet unsagbar vielen Pflanzen Schatten. Man könnte das Lommereich auch als Schattenreich bezeichnen.

Wir erfahren, dass an dieser Stelle neben Astilben, Lungenwurz und Taglilien auch sehr viele Blumenzwiebeln gesetzt wurden. Trotz des angelegten Bachverlaufes und den Wasserfällen ist alles so gestaltet, dass es wie von der Natur erschaffen wirkt.

Astilbe

Wir haben zum Glück die richtige Jahreszeit gewählt und können uns an den vielen blühenden Blumen und dem satten Grün des Schlossgartens erfreuen.

Aber nicht nur Pflanzen und Blumen sind in diesem Teil des Schlossgartens zu finden. Wir stoßen bei unserem weiteren Spaziergang durch den Park auf einen Baum, der wie ein Bleistift im Boden steckt.

Unschwer zu erkennen ist, dass hier ein Biber am Werk war. Ursprünglich leben die Biber im Naturschutzgebiet Maasdal. Von dort wandern sie über die Bäche bis in den Schlossgarten und verrichten dort ihre Arbeit. In der Natur ist der Biber ein wichtiges Element, da er für viele Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume erschafft. Da der Biber die Rinde von den Bäumen nagt, ist er im Schlossgarten kein gern gesehener Gast, was auch der Käfig vor dem Baum erahnen lässt.

Mittlerweile wurden im Naturschutzgebiet Maasdal regelrechte Biberzäune errichtet, so können sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Allerdings gelingt es immer wieder vereinzelten Tieren, einen „Ausflug“ in den Schlossgarten zu unternehmen. Sie werden eingefangen und wieder im Naturschutzgebiet Maasdal ausgesetzt.

Auf unserem weiteren Weg durch Lommerreich entdecken wir Flamingos.

Wir sind etwas erstaunt, sie hier in den Gärten zu finden. Leben rosa Flamingos doch normalerweise in Afrika oder im Süden Europas. Das Gefieder der Flamingos ist nicht von Natur aus rosa. Sie ernähren sich nicht nur von Algen, auch Schalentiere wie Krebse gehören zu ihrem Speiseplan. Durch z.B. Garnelen, die ein entsprechendes Farbpigment enthalten, wird das Gefieder – sofern sie viele davon zu sich nehmen – rosa gefärbt.

Wir schauen den Flamingos noch eine Weile zu und machen uns dann über den Blumenpfad auf den Weg zu den Patio-Gärten.

Blumenpfad

Auf dem Blumenpfad gibt es allerdings nicht nur Blumen, sondern auch Früchte zu sehen. So entdecken wir die Zitrone „Mellarosa“.

Die „Mellarosa“ ist eine Zitrone, die seit dem 17. Jahrhundert in der Toskana wächst.

Wir erreichen die Patio-Gärten, die sich aus dem Knotting Garden, dem Chinesischen Garten, dem Japanischen Garten, Gemüse- und Kräutergarten, Wassergarten, dem Viel-Farbengarten und dem Jubiläumsgarten zusammensetzen.

Unsere Wanderung führt uns an einem in ca. 15 Meter Höhe gelegenen Storchennest vorbei, welches sogar bewohnt ist. Uns wird berichtet, dass sich ein wildes Storchenpaar in dem Horst niedergelassen und diesen als Brutstätte gewählt hat. Jedes Jahr finden sie den Weg zurück zu diesem Horst.

Unser nächstes Ziel ist der Italienische Garten. Um zu diesem zu gelangen, durchqueren wir den Rabattengarten.

Rabattengarten

Dieser wurde mit mehreren Blumenbeeten angelegt, deren Funktion darin besteht, Bienen, Schmetterlinge und Insekten an diesen Ort zu locken.

Der Italienische Garten schließt sich direkt an.

Übergang vom Rabattengarten zum Italienischen Garten

Um in den Italienischen Garten zu gelangen, führt ein gerader Weg zu einem Toskana-Pavillon.

Eingang zum Italienischen Garten

Der Garten ist sehr stimmungsvoll gestaltet. Durch das Zusammenspiel zwischen den immergrünen Koniferen und den in Italien beliebten warmen Erdfarben entsteht hier ein mediterranes Flair.

Für diesen Teil der Gartenanlage nehmen wir uns etwas mehr Zeit. Als Toskana-Fans fühlen wir uns gleich nach Italien versetzt. Auf einer der beiden Bänke legen wir eine Pause ein und lassen den italienischen Charme auf uns wirken. Wenn ihr den toskanischen Pavillon betretet und dann nach links abbiegt gelangt ihr zu einem Teich mit einem kleinen Tempel.

Der Garten erhält durch die zahlreichen Kübelpflanzen, die die Wege säumen, einen extravaganten Charakter.

Um in den Asiatischen Wassergarten zu gelangen, spazieren wir durch den Felsengarten. Dieser wurde aus ungefähr 1.000.000 kg Natursteinen angelegt. Durch eine gute Mischung von Felsen und diversen Nadelbäumen wirkt er dennoch sehr natürlich.

Der Asiatische Wassergarten ist eine kleine Sensation in dieser extravaganten Anlage.

Da wir Asien schon sehr oft bereist haben, fühlen wir uns auch hier ein wenig zurückversetzt in unsere Reiseerlebnisse und unmittelbar sind viele Erinnerungen wieder präsent. Einzig die tropischen Temperaturen fehlen hier.

Erstaunlich gut angelegt sind in diesem Bereich Teiche und sogar kleine Sawahs. In Indonesien haben wir einige dieser Sawahs (Reisfeldterrassen) gesehen.

Thailändische Fischerhütte

Durch die Bepflanzung mit Canna, einem indischen Blumenrohr und vielen Bäumen wird das asiatische Flair unterstrichen. Wir setzen unseren Streifzug fort und stoßen auf eine thailändische Fischerhütte, die ihren Platz mitten in dieser Teichlandschaft gefunden hat. Dieser Teil des Gartens stellt für uns das Highlight dar. Die Hütte wird nun natürlich auch aus der Nähe inspiziert. Vom Balkon dieser Hütte habt ihr einen schönen Blick über den vollständigen Wassergarten.

Bevor ihr die Hütte betreten könnt, müsst ihr zunächst an einer Buddha-Figur vorbei.

Unser Weg führt uns zurück zum Schloß. Wir schlendern noch ein wenig durch den Japanischen Garten, der mit japanischem Fächerahorn, Ahornbäumen, Bambus und natürlich auch Elementen aus Wasser gestaltet ist.

Bevor wir den auf der Strecke liegenden Pavillon erreichen, entdecken wir noch diesen aus Blumen hergerichteten Pfau.

Rund um den Pavillon stehen einige Ritterzelte, die bei diversen Veranstaltungen geöffnet werden. Diese laden nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die großflächige Anlage zu Getränken oder auch einem Snack ein. Da heute keine Ritterspiele stattfinden, setzen wir unseren Weg fort.

Kurz vor dem Schloss entdecken wir noch den Rhododendren-Garten. Wir streifen durch den großflächig zwischen Bäumen und am Wasser angelegten Gartenteil und genießen den Schatten unter den Bäumen.

Von einem Steg werfen wir noch einen Blick auf die vielen Rhododendren-Büsche, um sodann unseren Rundgarten durch den Schloßgarten zu beenden.

Wir haben uns dazu entschieden, die Kasteeltuinen Arcen auf eigene Faust zu erkunden. Diejenigen, die noch mehr über die Geschichte des Schlosses mit seinem Park erfahren möchten, können an einer der angebotenen Rundführungen teilnehmen. Wer auf eigene Faust loszieht, wird in den Gartenanlagen immer wieder auf hilfsbereite Angestellte treffen, die bereitwillig die vielen Fragen der Besucher beantworten. Auf jeden Fall müsst ihr eins bei eurem Besuch mitbringen: viel Zeit.

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