Freiburg im Breisgau

Freiburg im Breisgau liegt im Südwesten Baden-Württembergs am westlichen Fuße des Schwarzwalds. Während unseres Kurzurlaubs im Schwarzwald lag es nahe, dass wir einen Abstecher nach Freiburg unternahmen.

Wenn du genug Zeit im Gepäck hast, lässt sich Freiburg wunderbar zu Fuß erkunden.

  1. Geschichte der Stadt
  2. Freiburger Münster
  3. Historisches Kaufhaus
  4. Adelhauser Neukloster
  5. Klein Venedig
  6. Martinstor
  7. Alte Universität und Universitätskirche
  8. Altes Rathaus / Neues Rathaus
  9. Allgemeines

Geschichte der Stadt

Freiburg war von 1945 bis 1952 Landeshauptstadt des Landes Baden, genaugenommen bis zum 25.04.1952.

Erstmals wurde Freiburg in einem Dokument aus dem Jahr 1008 erwähnt. Allerdings nicht als Stadt, sondern in Form von verschiedenen Siedlungen. 1901 wurde durch den Zähringer-Herzog Bertold II. das Castrum de Friburch auf dem Schlossberg errichtet. 1218 wurde die Herrschaft durch die Grafen von Urach übernommen. Diese nannten sich seither die Grafen von Freiburg. Allerdings kam es während dieser Herrschaft immer wieder zu Auseinandersetzungen und die Bürgerschaft Freiburgs kaufte sich im Jahr 1368 mit fünfzehntausend Mark Silber los, um sich in den Schutz des Hauses Habsburg zu begeben.

Freiburg war bis 1427 Reichsstadt.

In den Jahren von 1697 bis 1745 gehörte Freiburg mal zu Frankreich dann wieder zu Österreich.

2020 hatte die Stadt einen guten Grund zu feiern. 900 Jahre war es her, dass der „Freien Burg“ durch Herzog Konrad I. von Zähringen und seinem Bruder Berthold III. Markt- und Stadtrechte verliehen wurden. Dies war der Beginn des heutigen Freiburgs.

Wir haben die Stadt als sehr schön empfunden. Nicht nur wegen der Lage, sondern weil sie einen gewissen Charme ausstrahlt.

Freiburger Münster

Das Freiburger Münster wurde in der Zeit von 1200 bis 1512 als römisch-katholische Pfarrkirche erbaut. Die Errichtung des heutigen Wahrzeichens der Stadt dauerte über 300 Jahre. Das im Stil der Gotik und Spätgotik erbaute, den Münsterplatz dominierende Gebäude zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Freiburgs.

Der imposante 116 Meter hohe Turm ist mit einer Aussichtsplattform versehen, die in ungefähr 70 Metern Höhe liegt. Leider hatten wir nicht das Glück hinaufsteigen zu können. Die Plattform war am Tag unseres Besuchs geschlossen.

Bei genauer Betrachtung des Münsters, insbesondere wenn der Blick auch einmal nach oben gerichtet wird, gibt es zahlreiche Wasserspeier zu entdecken. Es sollen insgesamt 91 sein. Nachgezählt haben wir sie nicht. Diese dienen – der Geschichte nach – nicht nur dazu, das Regenwasser abzuleiten, sondern auch, um das Böse von der Kirche fernzuhalten.

Das Freiburger Münster wird von vielen auch als „Unsere liebe Frau“ bezeichnet. Dies ist darin begründet, dass die Kirche Maria, der Mutter von Jesus Christus geweiht wurde.

Geöffnet ist das Münster täglich, der Eintritt ist kostenlos. Du kannst dir denken, was nun kommt? Wer unsere Beiträge regelmäßig verfolgt, weiß, dass die Innenbesichtigung der Kirchen für uns ein Muss ist.

Die aus Kalkstein bestehende Kanzel ist ein Werk des Bildhauers Jörg Kempf, der sie 1561 im spätgotischen Stil erbaut hat.

Ursprünglich sollte sie nicht dazu dienen, von ihr herab zu den Gläubigen zu predigen. Die Kanzel wurde auch genutzt, um von ihr öffentliche Reden zu halten.  Einige Jahre später, 1795, wurde die Kanzel von Franz Anton Xaver Hauser um den hölzernen Schalldeckel ergänzt. Verziert wurde er mit Bronzefiguren, die die vier Evangelisten und Christus darstellen.

Hl. Lambertus

Der Hl. Lambertus wurde durch den damaligen Bischof von Lüttich, Rudolf von Zähringen, zum Stadtpatron von Freiburg ernannt. Ihm zu Ehren befindet sich in der Grafenkapelle im nördlichen Seitenschiff des Münsters diese Reliquienbüste.

Die aus dem Jahr 1514 stammende Büste besteht aus Silber und teilweise sogar aus Gold. Das Pontifikalgewand und die Mitra sind großzügig mit Ziersteinen geschmückt. Auch der Sockel wurde mit zahlreichen Figuren ausgestattet. Auf diesem Sockel wurde sie bei Prozessionen getragen.

Das letzte Abendmahl

Franz-Xaver Hauser hat dieses bekannte Werk 1806 erschaffen. Es befindet sich in der Abendmahlkapelle im nördlichen Seitenschiff. Die Darstellung der fast lebensgroßen Figuren aus Stein ist ihm wirklich sehr gut gelungen.

Die Buntglasfenster zeigen Christus am Kreuz bis hin zu seiner Auferstehung. Allerdings sind diese Fenster Nachbildungen. Die Original-Scheiben wurden bei einem Bombenangriff 1944 zum größten Teil zerstört.

Das Freiburger Münster hat zahlreiche schön gestaltete Buntglasfenster.

Eingang zur Gebetskapelle

Im Längsschiff

Mondsichel-Madonna mit Jesuskind

Die Mondsichel-Madonna befindet sich am südwestlichen Vierungspfeiler. Als Mondsichelmadonna wird ein Marienbildnis bezeichnet. Die Mutter Gottes steht auf der Mondsichel und hält das Jesuskind in den Armen.

Historisches Kaufhaus

Auf dem Münsterplatz befindet sich das Historische Kaufhaus, welches als nächstes unsere Aufmerksamkeit erregte. Durch seine auffällige rote Fassade, den kunstvoll geschmückten Erkertürmchen und den Arkaden zieht es unweigerlich jeden Blick auf sich.

Errichtet wurde das Historische Kaufhaus im Jahr 1520. Die heutige Form hat es erst nach zahlreichen Umbauten erlangt. Der Kaisersaal befindet sich hinter den dem Münsterplatz zugewandten Fenstern. Als größter Saal des historischen Kaufhauses wird er im Übrigen heute noch genutzt. Er beeindruckt mit gewaltigen Eichensäulen.

Die zwischen den Fenstern angebrachten Skulpturen stellen Kaiser Maximilian I., seinen Sohn König Philipp den Schönen und dessen Söhne Karl V. und Ferdinand I. (v.l.n.r.) dar.

Es ist fast unvorstellbar, dass sich hinter dem großen Eingangstor ein fast 300 Quadratmeter großer Innenhof befindet, der zur Lagerung von Waren genutzt wurde. Von dem Innenhof gelangt man über eine Wendeltreppe in den Kaminsaal.

Der Rokokosaal zieht seine Besucher mit aus dem 18. Jahrhundert stammenden meisterhaften Deckenornamenten in seinen Bann.

Im 14. Jahrhundert wurde das Gebäude für die städtische Marktverwaltung genutzt, die hier unter anderem die Zollabwicklung durchführte. Später, von 1947 bis 1951, diente es als Parlamentsgebäude des Staates Südbaden.

Die beiden polygonalen Erker bilden rechts und links einen wunderschönen Abschluss der Fensterreihe im Obergeschoss.

Adelhauser Neukloster

Das Adelhauser Neukloster wurde 1687 als Ersatz für den Tennenbacher Klosterhof errichtet. Im Grunde genommen ist das Kloster eine Zusammenlegung von vier mittelalterlichen Dominikanerklöstern, die zum größten Teil während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurden.

1699 fand schließlich die Klosterweihe statt. 1786 wurde die Klausur aufgehoben und das Gebäude beherbergte bis 1867 eine Mädchenschule. Nach deren Schließung war von 1961 bis 2006 in dem ehemaligen Kloster ein Völkerkundemuseum.

Ursprünglich wurde das ehemalige Dominikanerkloster Kloster Zu der Verkündigung Mariae, der Jungfrau und Mutter Gottes genannt.

Ein Blick in das Kloster zu werfen lohnt sich auf jeden Fall.

Klein Venedig

Bei unserem Besuch von Klein Venedig in Freiburg war leider nicht sehr viel Wasser im Gewerbekanal. Dafür konnten wir ziemlich deutlich ein Krokodil sehen, was natürlich nur eine Skulptur ist.

Dieses idyllische Gässchen zwischen dem Martinstor und dem Schwabentor wird von den Freiburgern tatsächlich als Klein Venedig bezeichnet. Früher war dieser Teil der Stadt die sog. „Schneckenvorstadt“. Hier lebten und arbeiteten Handwerker aller Zünfte.

Martinstor

Freiburgs Altstadt war von einer Stadtmauer umgeben, die den Zugang zur Stadt durch einige Tore gewährte. Hierzu gehört auch das heutige Martinstor. Früher trug es die Bezeichnung Norsinger Tor.

Das Martinstor ist der älteste erhaltene Wehr- und Torturm der Stadt.

Dadurch, dass das Martinstor in die Stadtmauer integriert war, war es mit dieser auch durch einen Wehrgang verbunden. Er befindet sich in einer Höhe von sechs Metern und ist bei genauerem Hinschauen auch noch zu erkennen. Stadtauswärts war vor dem Tor ein riesiger Vorhof, der als zusätzliche Verteidigungsanlage genutzt wurde.

Hexen in Freiburg? An der Innenseite des Martinstors finden wir eine Gedenktafel. Diese wurde zur Erinnerung der Hexenverfolgung angebracht. 1599 wurden Anna Wohlffartin, Catharina Stadelmennin und Margaretha Mößmerin enthauptet und verbrannt. Es wird erzählt, dass der letzte Hexenprozess 1741 stattgefunden haben soll. Betroffen war Marguerite Repond, die während einer Folter gestanden hatte, eine Hexe zu sein und den Teufel getroffen zu haben. Zu einer Hinrichtung kam es allerdings nicht, da sie vorher tot in ihrer Zelle aufgefunden wurde.

In Wirklichkeit haben im Martinstor keine Hexen eingesessen. Meist waren es Schuldner. Dennoch wurde es als Standort für die Gedenktafel ausgewählt.

Info:
Das Martinstor ist nur von außen zu besichtigen.

Alte Universität und Universitätskirche

Die Albert-Ludwigs-Universität nahm ihren Betrieb 1457 auf. Gleich mehrere Gebäude standen den ungefähr 200 Studenten in der Stadt zur Verfügung.

Unter den Studenten wird sie liebevoll kurz „Albertina“ genannt. Den Schildern an den Gebäuden der alten Universität können wir entnehmen, dass in diesen noch ein paar Forschungsabteilungen untergebracht sind.

Die Jesuitenkirche, jetzige katholische Universitätskirche wurde der unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht.

Sie wurde von dem Ordensbruder Heinrich Mayer als Kirche des Jesuitenkollegs in der Zeit von 1682 bis Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Beim Bau der Kirche wurde sich offensichtlich an die Solothurner Jesuitenkirche orientiert.

Der Jesuitenorden wurden 1773 aufgelöst, so dass die Kirche in den Besitz der Universität Freiburg überging. Leider wurde sie 1944 im Rahmen eines Bombenangriffs schwer zerstört. Insbesondere der Chorraum war derart zerstört, dass er beim Wiederaufbau im Jahr 1957 nicht wieder so hergestellt werden konnte, wie vor der Zerstörung.

Altes Rathaus / Neues Rathaus

Freiburgs Rathäuser verwirren ein wenig. Das „Alte Rathaus“ ist nämlich jünger als das „Neue Rathaus“. Wenn man es ganz genau nimmt, so gibt es noch ein drittes Rathaus, das wirklich das älteste Rathaus ist, die Gerichtslaube.

Das Alte Rathaus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Durch seinen roten Anstrich ist es ebenso auffällig wie das Historische Kaufhaus auf dem Münsterplatz. Es wurde im Stil der Spätgotik erbaut.

Täglich um 12.00 Uhr ist das auf dem Rathaus angebrachte Glockenspiel zu hören. Mittlerweile befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes die Touristen-Information. Unmittelbar neben dem Alten Rathaus befindet sich das Neue Rathaus. Beide Häuser sind durch einen Übergang verbunden.

Das Neue Rathaus wurde 1901, nachdem es mit dem Alten Rathaus durch einen Übergang verbunden war, fertiggestellt.

Nach dem Umbau war das Rathaus mit größeren Fenstern versehen. Auch Balkone und Erker schmücken die zum Rathausplatz gewandte Fassade. Im Inneren überrascht es mit prächtigen Holzschnitzereien. Die Decken zieren Ornamente aus Stuck.

Beim Umbau des Gebäudes wurde auf dem Dach ein Glockentürmchen errichtet. Dieses wurde mit 22 Glocken ausgestattet, die täglich zur Mittagszeit erklingen.

Allgemeines

Die Altstadt mit ihren pittoresken Gassen ist wohl das Schönste an Freiburg. Sie besticht mit ihren Häusern, die aus unterschiedlichen Epochen der Geschichte hervorgehen. Alle Sehenswürdigkeiten sind sehr gut zu Fuß zu erreichen, denn die Altstadt ist lediglich einen Quadratkilometer groß!

Freiburg begeistert mit einem urbanen Flair. Eine schöne Mischung aus Sehenswürdigkeiten, Kunst, Kultur und Geschichte ziehen die Touristen in ihren Bann.

Wer nach der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten zur Abwechslung noch ein wenig Natur benötigt, sollte sich zum Schlossberg begeben. Von dort oben hat man einen beeindruckenden Blick in die Ferne.

Du möchtest einen Blick auf die Stadt? Dann solltest du zum Kanonenplatz laufen. Es heißt, dass sich von dort der schönste Blick auf die Stadt erhaschen lässt.

Was du unbedingt wissen solltest!
In Freiburg gibt es viele Bächle. Einer badischen Legende nach wird jeder, der in solch ein Bächle tritt, einen gebürtigen Freiburger heiraten. 

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2 Antworten auf “Freiburg im Breisgau”

  1. Sehr witzig, ich sitze auch gerade an meinem Freiburg Artikel. Freiburg ist wirklich eine Reise wert, selbst wenn man nur 2 Nächte dort bleibt.
    Der Blick vom Kanonenplatz ist schön, aber noch schöner ist die Aussicht vom Schlossbergturm aus.
    Und mit Glück entdeckt man auf dem Weg dorthin sogar noch den leider vor sich hin vegetierenden Bismarckturm, der schon sehr eingewachsen ist.

    Liebe Grüße
    Liane

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