Dresden – Historische Stadt an der Elbe

Dresden gehört zu jenen Städten, deren Identität sich aus Kunst, Architektur und einem bemerkenswerten Geschichtsbewusstsein formt. Die barocken Ensembles der Altstadt, die Museen von Weltrang und die lebendigen Viertel entlang der Elbe formen ein Panorama, das gleichermaßen inspiriert wie herausfordert.

Diese Mischung verleiht der Stadt eine besondere Spannung, die sich erst allmählich erschließt. Wer unterwegs ist, erlebt, wie unterschiedlich die Stadtbereiche wirken: die historische Altstadt, das offene Elbufer und die kreativen Viertel abseits der Hauptwege setzen jeweils eigene Akzente.

Inhalt

Wo liegt Dresden?

Dresden liegt im Südosten Deutschlands im Tal der Elbe, die das Stadtgebiet in einer breiten Schleife durchquert. Die Stadt gehört zum Freistaat Sachsen und ist dessen Landeshauptstadt. Sie befindet sich rund 190 Kilometer südlich von Berlin, etwa 150 Kilometer nordwestlich von Prag und 120 Kilometer östlich von Leipzig. Südlich der Stadt beginnt das Elbsandsteingebirge und im Nordwesten schließen sich die Meißner Weinberge an. Dresden liegt damit in einer Übergangszone zwischen dem flacheren nördlichen Sachsen und den Mittelgebirgslandschaften Richtung Böhmen, was die geografische Orientierung in der Region erleichtert.

Anreise und Hotel

Unsere Reise nach Dresden begann am Flughafen Düsseldorf, wo wir beim Einchecken erfuhren, dass der Flug mit einer Turboprop-Maschine durchgeführt wird. Für uns war das ein kleines Abenteuer, denn bisher waren wir ausschließlich mit klassischen Verkehrsflugzeugen unterwegs. Die Propellermaschine erwies sich jedoch als genehm ruhig und der kurze Flug bot einen etwas anderen Blick auf die Landschaft unter uns.

Nach der Landung am Flughafen Dresden ging es unkompliziert weiter. Die S-Bahn verbindet den Airport direkt mit dem Hauptbahnhof. Rund zwanzig Minuten dauert die Fahrt und ist somit eine praktische Option für alle, die ohne Auto anreisen. Vom Hauptbahnhof waren es nur noch wenige Minuten zu Fuß bis zu unserem Hotel. Wir übernachteten im Hotel Pullman Dresden Newa, das seit 2024 unter dem Namen Barceló Dresden Newa firmiert. Nach dem Einchecken bezogen wir unsere Juniorsuite in der 14. Etage mit Blick Richtung Altstadt. Die Lage des Hotels war für uns ausschlaggebend, denn die Altstadt ist von dort bequem zu Fuß erreichbar. Auch Straßenbahn- und S-Bahn-Anschlüsse liegen direkt vor der Tür. Damit eignet sich das Hotel ideal als Ausgangspunkt für Erkundungen in der Stadt.

Wissenswertes über Dresden

Dresdens Geschichte prägt das Stadtbild bis heute. Über Jahrhunderte war die Stadt die Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige und entwickelte sich zu einem Ort, an dem Kunst, Wissenschaft und Architektur eine besondere Rolle spielte. Viele der Sammlungen, Bauten und Ideen aus dieser Zeit sind bis heute sichtbar und erklären, warum Dresden schon früh einen besonderen Ruf in Europa hatte.

Der Zweite Weltkrieg setzte dieser Entwicklung ein jähes Ende. Im Februar 1945 trafen mehrere Luftangriffe die Stadt, große Teile der Altstadt wurden zerstört und tausende Menschen verloren ihr Leben. Was danach folgte, war ein Wiederaufbau der sich über Jahrzehnte erstreckte und weit mehr war als reine Rekonstruktion. Er war Ausdruck von Beharrlichkeit, Identität und dem Wunsch, an die kulturelle Bedeutung der Stadt anzuknüpfen. Wer heute durch Dresden geht, spürt diese Leistung. Viele Details zeigen, wie viel Engagement in den Wiederaufbau geflossen ist.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Frauenkirche. Jahrzehntelang blieb sie als Ruine stehen, ein Mahnmal und zugleich ein Stück Stadtgeschichte. Erst nach der Wiedervereinigung begann der originalgetreue Wiederaufbau, der 2005 beendet wurde. Heute gilt die Kirche weltweit als Symbol der Versöhnung und als eines der wichtigsten Wahrzeichen Dresdens. Auch andere Bauwerke wie der Zwinger, die Semperoper oder die Brühlsche Terrasse wurden mit großer Sorgfalt restauriert und bilden gemeinsam ein Stadtbild, das historische Substanz und moderne Elemente miteinander verbindet.

Gleichzeitig ist Dresden längst nicht nur Vergangenheit. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren kulturell und wirtschaftlich neu aufgestellt. Hochschulen, Museen, Forschungseinrichtungen und eine recht lebendige Kulturszene prägen das heutige Dresden ebenso wie die historischen Sehenswürdigkeiten. Tradition und Moderne stehen hier nicht nebeneinander, sondern greifen ineinander – und genau dieses Zusammenspiel macht die Stadt heute so besonders.

Dresdens Sehenswürdigkeiten

Dresden hat eine beeindruckende Dichte an Orten, die man gesehen haben muss. Schon nach kurzer Zeit erkennt man diese Vielfalt. Wir waren froh, dass wir uns bereits vor der Reise Gedanken darüber gemacht haben, was wir unbedingt sehen und unternehmen möchten. Eine gute Planung ist in Dresden nicht nur hilfreich, sie fast ein Muss, denn ohne Struktur lässt sich die Fülle an Eindrücken kaum erfassen.

Nach unserer Ankunft und dem Einchecken im Hotel führte uns unser erster Weg in die Schlossstraße. Sie ist ein idealer Einstieg, um die Altstadt zu erkunden und ein Gefühl für Dresdens besondere Atmosphäre zu bekommen.

Die Schlossstraße liegt zwischen den großen historischen “Schwergewichten” wie Residenzschloss, Fürstenzug und Georgentor, wodurch sie zum natürlichen Einstieg in die Stadt wird. Ihren Ursprung hat sie im Mittelalter, da sie als Verbindung zwischen dem Dresdner Residenzschloss und anderen wichtigen Gebäuden der Stadt liegt.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Straße erheblich verändert und weiterentwickelt. Besonders nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Umgebung umfassend rekonstruiert, was die Schlossstraße zu einem modernen urbanen Raum gemacht hat.

Dresden - Blick auf eine belebte Straße mit historischen Gebäuden, blauer Himmel und Menschen, die unterwegs sind. Im Hintergrund ist ein auffälliges Gebäude mit einem Turm sichtbar.
Dresden - Eine historische Straße mit Gebäuden im Barock- und Renaissance-Stil, einer blauen Himmel und Menschen, die entlang der gepflasterten Straße gehen.

Wer hier entlangschlendert, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie dicht Geschichte und Wiederaufbau in Dresden beieinanderliegen. Viele Fassaden wurden nach dem Krieg rekonstruiert. Dennoch wirkt die Straße nicht steif. Im Gegenteil: Sie öffnet sich immer wieder zu kleinen Plätzen, gibt den Blick auf das Schloss frei und führt ganz automatisch weiter zu den nächsten Sehenswürdigkeiten.

Die Schlossstraße ist eine der charakteristischen Lebensadern Dresdens. Historische Architektur, kulturelle Impulse und vielfältige gastronomische Adressen verleihen ihr eine besondere Ausstrahlung, die sowohl die Einheimischen als auch die Besucher begeistert.

Die Münzgasse ist eine der kleinen, aber ausgesprochen lebendigen Gassen der Dresdner Altstadt. Sie verbindet den Neumarkt mit der Brühlschen Terrasse. Der Name erinnert an die frühere Münzstätte, die sich einst in diesem Bereich befand. Auch wenn die historische Bebauung im Zweiten Weltkrieg verloren ging, knüpft die heutige Gestaltung bewusst an die barocke Atmosphäre der Altstadt an. Die rekonstruierten Fassaden schaffen ein harmonisches Bild, das sich nahtlos in das Ensemble rund um die Frauenkirche und Neumarkt einfügt.

Dresden - Blick auf eine gepflasterte Straße in einer Stadt mit Restaurants und Geschäften, umgeben von historischen Gebäuden und Türmen unter einem blauen Himmel.
Blick von der Brühlsche Terrasse in die Münzgasse

Bekannt ist die Münzgasse vor allem für ihre dichte Folge an Restaurants, Cafés und Bars. Im Sommer verwandelt sie sich in eine durchgehende Außengastronomie, die fast mediterran wirkt. Viele Besucher nutzen die Gasse als kulinarischen Auftakt oder Abschluss ihres Altstadtbummels.


Während des Striezelmarkts und anderer Altstadtfeste verwandelt sich die Münzgasse regelmäßig in eine belebte Festmeile und wird aktiv in das Geschehen eingebunden. 

Der “Balkon Europas”, diese Bezeichnung trägt die Brühlsche Terrasse völlig zu Recht. Hoch über der Elbe lässt es sich wunderbar flanieren und schauen. Wer hier unterwegs ist, bewegt sich zwischen Wasserblick und Altstadtfassaden. Ganz neben stolpert man über kleine Überraschungen, die den Spaziergang so besonders machen.

Die Brühlsche Terrasse entstand im 18. Jahrhundert, als Graft Brühl den alten Festungswall in eine elegante Promenade verwandelte. Anfangs war sei ein exklusiver Ort, erst 1814 wurde sie für die Öffentlichkeit geöffnet. Damals entstand auch die große Freitreppe, die heute vom Schlossplatz hinauf auf die Terrasse führt.

Hier begegnet man nicht nur großartigen Ausblicken, sondern auch einer Reihe kunstvoller Figuren, die den Promenadenweg seit dem 19. Jahrhundert begleiten.

Dresden - Eine bronzene Statue einer Frau, die mit zwei Kindern auf einer Säule steht, vor einem blauen Himmel.

Besonders bekannt ist die Statuengruppe “Die vier Tageszeiten”, die der Bildhauer Johannes Schilling geschaffen hat. Sie markiert den westlichen Aufgang zur Terrasse und gehört zu den Werken, die man Hinaufsteigen fast automatisch wahrnimmt.

Die Gruppe besteht aus vier allegorischen Darstellungen, die Morgen, Mittag, Abend und Nacht verkörpern. Hierbei erzählt jede Figur ihre eigene kleine Geschichte und spiegelt die Stimmung der jeweiligen Tageszeit wider. Interessant ist, dass die Figuren erstaunlich lebendig wirken und der Terrasse eine fast theatralische Note verleihen.

So scheint der Weg zwischen Kunstakademie, Albertinum und Elbufer zu einem Ort zu werden, an dem Aussicht und Kunst Hand in Hand gehen. Viele kommen wegen des Panoramas, aber oft bleibt man wegen solcher kleinen Entdeckungen häufiger stehen als geplant.


Barrierefreiheit: Die Brühlsche Terrasse ist mittlerweile barrierefrei zugänglich. Ein Fahrstuhl für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen ermöglicht den stufenlosen Zugang zur Terrasse. 
Öffnungszeiten: Ganzjährig rund um die Uhr.

Das Schloss in der Altstadt war am ersten Tag unser Ziel. Im 13. Jahrhundert war es noch eine Burganlage, die im 14. Jahrhundert zur gotischen Burg wurde, um sodann im 16. Jahrhundert zum Renaissanceschloss umgebaut zu werden.

Dresden - Das Residenzschloss in Dresden mit seinen markanten Türmen und roten Dächern, umgeben von Besuchern und einer schönen Himmelsszenerie.
Residenzschloss

Als Residenzschloss diente es den Kurfürsten und Königen von Sachsen. 1945 brannte es bis auf die Gewölbe aus. Zu dieser Zeit bestand das Schloss aus 500 Sälen! Es gehört zu den ältesten Bauwerk Dresdens. Seit den 1980er Jahren wird es wieder aufgebaut und beherbergt mittlerweile mehrere Museen. Diese sind das Historische Grüne und das Neue Grüne Gewölbe, das Münzkabinett, das Kupferstichkabinett und die Rüstkammer sowie die Türckische Cammer, die Bestandteil der Rüstkammer ist.

Spannend ist vor allem, wie sich das Schloss heute präsentiert, nämlich als rekonstruiertes Geschichtsensemble, das mehrere Jahrhunderte Architektur und Sammlungskultur unter einem Dach vereint.

Besucher erleben hier nicht nur die berühmten Schatzkammern, sondern auch die architektonische Entwicklung des Hauses selbst: von mittelalterlichen Mauerzügen bis zu neu geschaffenen Treppenhäusern und Sälen.

Wir entschieden uns, sowohl das Historische Grüne Gewölbe als auch das Neue Grüne Gewölbe zu besuchen. In beiden Gewölben eröffnet sich eine beeindruckende Vielfalt an Kunst- und Schatzkammerobjekten. Im Neuen Grünen Gewölbe reicht das Spektrum von der Renaissance bis zum Klassizismus, während das Historische Grüne Gewölbe mit virtuosen Arbeiten von Juwelieren und Goldschmieden fasziniert. Ergänzt wird die Präsentation durch Stücke aus Bernstein, Elfenbein und Edelstein.

Einige Eindrücke habe ich für dich festgehalten. Die Bilder vermitteln einen kleinen Eindruck von der besonderen Atmosphäre dieser Räume und ihrer außergewöhnlichen Pracht.

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Im Historischen Grünen Gewölbe ist Fotografieren untersagt. Im Neuen Grünen Gewölbe sind Fotos erlaubt, jedoch ohne Blitz und ohne Stativ. 

Blick auf das historische Gebäude mit einer markanten Turmuhr, umgeben von Bäumen und grünem Laub.
Hausmannsturm

Nach den Grünen Gewölben stand die Besichtigung des Hausmannsturm an. Mit seinen 100,27 Metern prägt er die Nordseite des Schlosses und zählt zu den markanten Aussichtspunkten der Altstadt. Seine Turmspitze erhielt er erst 1991 zurück, nachdem sie jahrzehntelang gefehlt hatte. Bevor man den Blick über Dresden genießen kann, gilt es allerdings 222 Stufen zu bewältigen – ein kleiner Kraftakt, der sich lohnt.

Dresden - Eine historische mechanische Uhr in einem Glasgehäuse, die Zahnräder und Mechanismen zeigt, mit einer Tafel zur Erklärung.
Das Uhrwerk im Hausmannsturm zeigt die präzise Technik des 18. Jahrhunderts

Auch im Inneren des Turms gibt es Überraschungen. Wir legten an der großen Schlossuhr eine kurze Pause ein. Deren Geschichte ist ebenso eindrucksvoll wie ihre Mechanik. Der Hofuhrmacher Jean Francois Poncet fertigte das Uhrwerk in den Jahren 1741/1742 im Auftrag von August III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen, an. In Betrieb genommen wurde es schließlich 1746. Beim Bombenangriff am 13. Februar 1945 wurde die Uhr zerstört, entstand aber zwischen 1986 und 1996 in einer Meißner Werkstatt neu, einschließlich Uhrwerk, Zifferblättern und Zeigern.

Einige erhaltene Fragmente der alten Uhr fanden im Zifferblatt zur Hofseite wieder Verwendung. Besonders beeindruckend ist das sieben Meter lange Pendel, das vom siebten Obergeschoss bis zum Boden des sechsten reicht und mit jedem Schlag 2,5 Sekunden ausschwingt.

Nach den vielen Stufen eröffnet sich oben dieser Ausblick …

Dresden - Panoramablick über die Stadt Dresden mit historischen Gebäuden und dem Fluss Elbe im Hintergrund.

Barrierefreiheit / Schloss: Ein stufenloser Zugang ist über die Sophienstraße, den Taschenberg 2 und die Schlossstraße möglich. 
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag von 10.00 Uhr - 18.00 Uhr
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.
(Stand: 2026)

Adresse: Residenzschloss, Taschenberg 2, 01067 Dresden

Die nächste Station unseres faszinierenden Stadtrundgangs war die Frauenkirche, für uns das schönste Bauwerk Dresdens. Ihr majestätisches Erscheinungsbild sticht nicht nur durch ihre beeindruckende Architektur hervor, sondern auch durch ihre markante Position mitten in der Stadt, wo sie stolz und unübersehbar thront. Die Frauenkirche, bekannt als der höchste Kuppelbau nördlich der Alpen, ist ein wahres Meisterwerk der barocken Architektur. Ihre kunstvoll gestaltete Kuppel und die prächtigen Verzierungen ziehen Besucher aus aller Welt an. Sie ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Symbol für die Resilienz und den Wiederaufbau der Stadt.

Dresden - Die Frauenkirche in Dresden, ein historisches Gebäude mit barocker Architektur, umgeben von Menschen und einem blauen Himmel.
Frauenkirche: Symbol für Zerstörung und Wiederaufbau

Die Geschichte der Frauenkirche ist geprägt von Tragik. Während der verheerenden Bombenangriffe auf Dresden im Jahr 1945 wurde die Kirche in einem erbarmungslosen Inferno vollkommen zerstört. Die Überreste der einst so prunkvollen Kirche stürzten in sich zusammen und hinterließen nur ein bedrückendes Bild des Verfalls. Ihr Wiederaufbau war ein langwieriger Prozess, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte und maßgeblich durch Spendengelder aus der ganzen Welt finanziert wurde.

Im Oktober 2005 fand schließlich die feierliche Weihe der wiederhergestellten protestantischen Kirche statt.

Dresden - Blick auf die bemalte Kuppel einer Kirche mit kunstvollen Verzierungen und Lichtquellen.

Die Kuppel liegt in 24 Metern Höhe. Auf ihrer Innenseite sind die vier Evangelisten dargestellt, dazu vier Allegorien christlicher Tugenden. Darüber erhebt sich die Außenkuppel, die wegen ihrer Form auch als “steinerne Glocke” bezeichnet wird. Den Aufstieg dorthin wollten wir uns eigentlich sparen. Ein Turm an einem Tag schien uns völlig ausreichend – so dachten wir jedenfalls. Weit gefehlt.

Ein paar Tage später kamen wir in Pirna mit einem Dresdner Ehepaar ins Gespräch. Der Mann riet uns mit Nachdruck, die Kuppel unbedingt noch zu besteigen, damit wir nichts verpassen. Mehr wollte er nicht verraten. Als nahmen wir uns vor, den Aufstieg doch noch nachzuholen. Dazu später mehr.

Dresden - Blick auf das Innere eines historischen Gebäudes mit kunstvollen Bögen, Säulen und dekorierten Wänden.

Die Emporen der Frauenkirche ziehen sich auf mehreren Ebenen rund um den Innenraum und geben der Kirche ihre charakteristische barocke Struktur. Sie erweitern nicht nur den Raum, sondern erzählen auch ein Stück Geschichte. Früher waren die einzelnen Ebenen bestimmten Gruppen vorbehalten, was heute vor allem ein interessanter Hinweis auf die damalige Ordnung ist.

Wer eine der Emporen betritt, bekommt einen anderen Blick auf den Innenraum. Die ornamentalen Details treten näher, die Proportionen wirken klarer und der Blick in die Kuppel verändert sich deutlich. Die Emporen werden so zu einem Teil des Rundgangs, der den Gesamteindruck der Kirche ergänzt.

Dresden - Ein Blick auf die prunkvolle Orgel und den kunstvoll dekorierten Altar in einer Kirche mit goldenen Akzenten und schönen Fenstern.
Dresden - Detailansicht einer prächtig dekorierten Kirchenorgel mit goldenen Verzierungen, eng umgeben von kunstvollen Statuen und einer kunstvollen Altaranlage.

Der Altar der Frauenkirche ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie viel Originalsubstanz beim Wiederaufbau gerettet werden konnte. Er wurde überwiegend aus rund 2.000 erhaltenen Einzelteilen der alten Kirche zusammengesetzt. Viele dieser Stücke lagen viele Jahrzehnte im Schutt, bevor sie wieder an ihren Platz zurückfanden. Heute fügt sich der Altar so selbstverständlich in den Innenraum ein, dass man kaum glauben mag, wie viel Detailarbeit dahintersteckt.

Auch die Orgel knüpft an die Tradition der Frauenkirche an. Sie wurde nach dem Vorbild der historischen Silbermann-Orgel gebaut, deren Klang damals weit über Dresden hinaus bekannt war. Die neue Orgel umfasst 4.876 Pfeifen. Man sagt, die größte sei über fünf Meter hoch und die kleinste messe weniger als einen Zentimeter. Hinter der prachtvollen Fassade steckt also eine erstaunliche Vielfalt, die den Raum heute wieder so erfüllt, wie es einst gedacht war.

Dresden - Deckengewölbe einer Kirche mit barocken Malereien und goldenen Verzierungen.
In der Kuppel der Frauenkirche

Es war so weit, der Kuppelaufstieg der Frauenkirche stand an. Rückblickend können wir sagen: Hätten wir diesen Aufstieg ausgelassen, wäre uns wirklich etwas sehr Schönes entgangen.  

Dresden - Blick von oben auf ein rundes Innenraum mit Holzfußboden, geschwungenen Wänden und mehreren Besuchern.
Der Aufgang zur Kuppel

Der Weg nach oben beginnt erstaunlich bequem. Mit einem Aufzug fuhren wir zunächst auf einen Zwischenboden. Von dort führt ein breiter Rundgang langsam spiralförmig nach oben. Dieser Weg ist nicht nur angenehm zu gehen, sondern auch architektonisch spannend. Man bewegt sich nämlich zwischen der inneren und der äußeren Kuppel, ein Bereich, den man von unten überhaupt nicht wahrnimmt.

Dresden - Innenansicht eines kreisförmigen Auditoriums mit Holzboden und mehreren Ebenen, in dem Menschen sitzen.
Blick von der Kuppel der Frauenkirche auf Emporen

Durch die Öffnungen kann man immer wieder in den Innenraum der Kirche hinunterschauen und bekommt ein Gefühl dafür, wie die Frauenkirche konstruiert ist. Die innere Kuppel, die tragenden Bögen, die Emporen, die gesamte Statik: All das wird plötzlich greifbar.

Dass dieser Rundgang so großzügig angelegt ist, hat übrigens historische Gründe. Schon im 18. Jahrhundert konnten Besucher die Kuppel besteigen und der Weg war damals ähnlich geführt. Die Frauenkirche war nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein Bauwerk, das man bestaunen durfte.

Fast bis ganz nach oben bleibt es bei diesem gemütlichen Rundgang. Erst das letzte Stück verlangt etwas mehr Einsatz. Eine steilere Treppe führt hinauf zur Aussichtsebene und hier merkt man kurz, dass man sich tatsächlich oben in einer Kuppel befindet. Die Stufen sind eng, der Winkel steil, aber es ist gut machbar. Sobald man oben ankommt, ist jede Anstrengung vergessen. Die Aussicht ist wirklich beeindruckend!

Dresden - Panoramablick auf die Stadt Dresden mit der Elbe, historischen Gebäuden und einer sommerlichen Wolkenlandschaft.
Die Aussicht ist wirklich beeindruckend!

Von der Plattform aus öffnet sich der Blick über die gesamte Altstadt. Bei gutem Wetter reicht der Blick sogar bis in die Sächsische Schweiz. Man steht dort oben und versteht plötzlich, warum die Bewohner Dresdens so stolz auf ihre Stadt und auf den Wiederaufbau der Frauenkirche sind.

Für uns war der Kuppelaufstieg einer der schönsten Momente unseres Dresden-Besuchs. Nicht nur wegen des Panoramas, sondern auch wegen des Weges dorthin. Wir erlebten die Frauenkirche aus einer Perspektive, die man sonst nicht bekommt und nimmt das Bauwerk mit ganz anderen Augen wahr.


Barrierefreiheit: Die Frauenkirche ist bis auf wenige Bereiche barrierefrei zugänglich. 
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr - 11.30 Uhr / 13.00 Uhr - 17.30 Uhr
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.
(Stand: 2026)

Adresse: Frauenkirche Dresden, Neumarkt, 01067 Dresden

So viele Eindrücke wollen erst einmal sacken. Also haben wir eine Pause im Coselpalais eingelegt. Das spätbarocke Gebäude liegt direkt neben der Frauenkirche, so dass wir nur ein paar Schritte hinübergehen mussten. Entstanden ist es in der Mitte des 18. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der Dresden seine barocke Pracht voll entfaltete. Benannt wurde es nach Graf Friedrich August von Cosel, einem Sohn von August dem Starken und der Gräfin Cosel. Heute wirkt das Palais wie ein eleganter Ruhepunkt mitten im Trubel des Neumarkts und genau das kam uns in diesem Moment sehr gelegen.

Dresden - Das Bild zeigt einen malerischen Innenhof mit einem gelben historischen Gebäude im Hintergrund. Es gibt Tische und Stühle, die mit Sonnenschirmen ausgestattet sind, sowie Schiefertafeln mit Speiseangeboten. Die Architektur ist reich verziert und lässt auf ein Restaurant oder Café schließen.
Wer während der Hochsaison hier einen Platz findet, kann sich glücklich schätzen

Im Restaurant des Coselpalais haben wir eine kleine kulinarische Tradition gepflegt. Die berühmte Dresdner Eierschecke stand auf dem Programm, eine Spezialität aus Sachsen und Thüringen, die man hier einfach probieren muss.

Der Name hat eine erstaunliche Geschichte: Im 14. Jahrhundert bezeichnete eine Schecke ein dreiviertellanges Männerkleidungsstück mit enger Taille. Es wurde oft mit einem Hüftgürtel getragen. In Anlehnung an dieses Kleidungsstück wurde das Kuchenstück benannt. Wahrscheinlich wegen des Hüftgürtels (Anmerkung der Autorin).

Unser erster Besuch im Coselpalais blieb übrigens nicht der letzte. Die Eierschecke hat uns so überzeugt, dass wir noch ein paar Mal vorbeischauen mussten. Gut gestärkt haben wir uns anschließend auf den Weg zur Semperoper gemacht, bereit für den nächsten Dresdner Höhepunkt.

Adresse: Coselpalais, An d. Frauenkirche 1, 01067 Dresden

Die Semperoper befindet sich, wie nicht anders zu erwarten, am Theaterplatz. Dieser vereint eine Vielzahl europäischer Baustile zu einem harmonischen Gesamtbild.

Gottfried Semper errichtete hier zwischen 1838 und 1841 erstmals ein königliches Hoftheater. Damals lag das Gebäude näher am Schloss als die heutige Semperoper.

Dresden - Die Semperoper in Dresden bei Nacht, beleuchtet mit hellen Fenstern, im Vordergrund eine Statue und Straßenlaternen.
Die beeindruckende Semperoper in Dresden bei Nacht

Wie viele Theaterbauten dieser Zeit stand auch die technische Ausstattung noch am Anfang. Für die Oper war später eine Beleuchtung mit Gaslampen vorgesehen. Das Gas war jedoch deutlich zu riechen, weshalb die Anweisung erteilt wurde, im gesamten Gebäude Räucherstäbchen aufzustellen, damit der Geruch des Gases nicht mehr wahrnehmbar war. Diese Anweisung hatte fatale Folgen. Am 21. September 1869 entstand durch die Räucherstäbchen ein Brand in dessen Folge das gesamte Operngebäude ausbrannte.

Natürlich musste schnell ein neues Theater her. Bereits sechs Wochen später stand ein provisorisches Gebäude mit Platz für 1.800 Besucher bereit. Diese Spielstätte erhielt den Beinamen “Bretterbude”. Der Name entstand, weil das Theater in kürzester Zeit zusammengezimmert wurde und mit dem vorherigen prachtvollen Bau nicht vergleichbar war.

Mit dieser Übergangslösung wollte man sich jedoch nicht zufriedengeben. Es entstanden neue Pläne für ein repräsentatives Opernhaus. Gottfried Semper befand sich im Ausland und entwarf die Pläne von dort aus. Sein Sohn Manfred setzte sie vor Ort um. Im Jahr 1878 wurde die neue Oper eröffnet. Dieses zweite Opernhaus wurde im Februar 1945 bei dem Bombenangriff auf Dresden fast vollständig zerstört. Nur die Front mit den Wandelgängen blieb erhalten. Dahinter war alles ausgebrannt.

Die Oper wurde ein weiteres Mal aufgebaut.

Die Semperoper in Dresden ist nicht nur für ihre beeindruckenden Aufführungen berühmt, sondern auch für ihre atemberaubende Architektur und opulente Inneneinrichtung.

Dresden - Innenansicht eines geschmückten Theaters mit prächtigen Balkonen und einer großen Deckenbeleuchtung.

Sobald man im Zuschauerraum steht, versteht man, warum dieser Ort so viele Menschen in seinen Bann zieht. Die Ränge steigen sanft nach oben und obwohl alles reich verziert ist, wirken sie nicht überladen. Generationen Menschen kamen hier zusammen, um sich für ein paar Stunden aus dem Alltag herausnehmen zu lassen. Was für ein Erlebnis, kein Wunder, dass die Besucher aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Dresden - Deckenmalerei mit kunstvollen Ornamenten und Gemälden in einer historischen Halle.

Noch beeindruckender wird es, wenn man den Blick hebt. Die Decke des Zuschauerraums ist ein Kunstwerk für sich: kreisrund, reich gestaltet mit kleinen Szenen, die wie Fenster in andere Welten wirken. In der Mitte hängt der große Kronleuchter, der den Raum in warmes Licht taucht und die Farben der Malereien zum Leuchten bringt. Ich dort noch ewig sitzen und einfach nur schauen können, weil jedes Detail auf seine Weise interessant ist.

So viel Pracht auf einmal! Vielleicht ist dies das Geheimnis der Semperoper.

Die Semperoper in Dresden ist nicht nur für ihre beeindruckenden Aufführungen berühmt, sondern auch für ihre atemberaubende Architektur und opulente Inneneinrichtung.

Dresden - Prächtige Innenansicht eines historischen Gebäudes mit kunstvoll verzierten Decken, Säulen und Kronleuchtern.
Oberes Vestibül – ein Juwel der Architektur

Wenn man die Treppen zum oberen Vestibül hinaufsteigt, wird man sofort von der Pracht und dem Glamour dieser Räumlichkeit erfasst. Der Raum ist durch hohe Decken und kunstvoll gestaltete Wände geprägt, die mit goldenen Verzierungen und eindrucksvollen Gemälden geschmückt sind. Wir kamen uns vor, als wären wir in einem anderen Zeitalter.

Die Architektur des oberen Vestibüls ist ein Meisterwerk der Neorenaissance. Die Kombination aus Marmor, Stuck und kunstvollen Ornamenten schafft eine Atmosphäre, die sowohl majestätisch als auch einladend ist. Ein besonderes Highlight sind die zahlreichen Fresken und Skulpturen, die die Wände zieren. Sie erzählen Geschichten von berühmten Opern und legendären Komponisten.


Barrierefreiheit: Die Semperoper ist weitgehend barrierefrei. 
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr - 18.00 Uhr
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.

Adresse: Theaterplatz 2, 01067 Dresden

Nach unserem Besuch in der Semperoper wollten wir das schöne Wetter unbedingt noch auskosten. Die Sonne stand perfekt über der Altstadt, also bot sich ein Spaziergang zum Zwinger geradezu an. Eine Innenbesichtigung war an diesem Tag leider nicht möglich, aber bei diesem Licht waren die Außenanlagen ohnehin ein kleines Erlebnis für sich.

Dresden - Blick auf den Zwinger in Dresden mit gepflegtem Garten, historischen Gebäuden und Besuchern im Freien.
Zwingerhof mit Blick auf das Kronentor

Der Zwinger entstand zwischen 1709 und 1732. Eine Gartenanlage, die von Gebäuden eingerahmt wird und heute neben der Frauenkirche zu den bekanntesten Bauwerken Dresdens zählt. Nach der Zerstörung 1945 war er bereits 1963 wieder aufgebaut. Heute kann neben der Gemäldegalerie “Alte Meister” auch eine außergewöhnliche Porzellansammlung bestaunt werden.

Dresden - Blick auf das historische Gebäude mit barocker Architektur und einem grünen Dach in Dresden.
Glockenspielpavillon

Der Glockenspielpavillon gehört zu den Bereichen im Zwinger, die sofort ins Auge fallen, weil hier Architektur und Porzellankunst auf eine ungewöhnliche Weise zusammenkommen. Das Glockenspiel aus Meißner Porzellan verleiht dem Pavillon eine besondere Note. Wenn die Melodien erklingen, verändert sich die Stimmung im Hof spürbar.

Der Pavillon verbindet verschiedene Teile des Zwingers miteinander und war ursprünglich als repräsentativer Übergang gedacht. Heute fällt vor allem die Fülle an Details auf, die sich erst nach und nach erschließen. Die geschwungenen Formen, die Figuren und die feinen Reliefs erzählen viel über den barocken Anspruch, Kunst und Inszenierung miteinander zu verbinden. Wie eng die Geschichte des Zwingers mit der sächsischen Porzellantradition verknüpft ist, zeigen die Porzellanglocken.

Dresden - Detailaufnahme des barocken Zwingers in Dresden mit Skulpturen und kunstvoll gestalteter Fassade im Hintergrund.
Der Zwinger in Dresden: Ein Meisterwerk barocker Architektur, umgeben von kunstvollen Skulpturen

Die Bezeichnung “Zwinger” geht vermutlich auf die mittelalterliche Bezeichnung für den Raum zwischen innerer und äußerer Festungsmauer zurück. August der Starke ließ zunächst an der Wallseite eine Orangerie mit Pavillons und Galerien errichten. In den Jahren 1847 bis 1855 wurde der Zwinger schließlich durch einen Galeriebau zum Theaterplatz hin vollendet.

Und dann stößt man auf ein Detail, das im Zwinger so gar nicht in die Gesamtwirkung passt: eine Lampensünde. Zwischen all der barocken Sorgfalt fällt sie so deutlich aus dem Rahmen, dass man kurz ins Grübeln gerät.

Das Kronentor gehört zu den Bauwerken im Zwinger, an denen sich der barocke Gestaltungswille besonders eindrucksvoll zeigt. Es zeigt sehr deutlich, wie stark August der Starke auf Inszenierung setzte. Die vergoldete Krone über dem Tor wirkt wie ein bewusst gesetztes Zeichen, das Macht, Anspruch und barocke Selbstsicherheit in einem einzigen Blick bündelt. Sie wird von vier Adlern getragen.

Dresden - Blick auf das barocke Tor mit einer prächtigen Krone und fantasievollen Skulpturen in einem Park.
Das Kronentor mit seiner kunstvollen Gestaltung

Der Torbau selbst war einst der repräsentative Zugang vom Festungsareal in den Zwinger und damit eine Art Übergang von militärischer Strenge zu höfischer Pracht. Wer hier hindurchging, betrat nicht einfach einen Hof, sondern eine Bühne, auf der August der Starke seine Vorstellung von Glanz und Ordnung sichtbar machte. Durch den Bogen hindurch öffnet sich der Blick auf den Kontrast zwischen Barock und Moderne, was dem Kronentor eine zusätzliche Spannung gibt.

Ich könnte hier noch sehr viel mehr über den Zwinger berichten, denn die Geschichten über seine Kunstwerke, die Architektur und die historischen Ereignisse sind so reichhaltig, dass man sich darin leicht verlieren kann. Für jetzt bleibt es bei einem Ausschnitt, der ahnen lässt, wie vielschichtig dieses Ensemble ist und wie sehr es sich lohnt, ihm mit Zeit und Aufmerksamkeit zu begegnen.


Barrierefreiheit: Der Zwinger ist weitgehend barrierefrei. 
Öffnungszeiten Außenbereich: Sommer: täglich von 6.00 Uhr - 22.00 Uhr / Winter: bis 20.00 Uhr
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.
(Stand: 2026)

Adresse: Sophienstraße, 01067 Dresden

Die katholische Hofkirche ist mit fast 4.800 Quadratmetern die größte Kirche Sachsens. Sie entstand zwischen 1739 und 1755 unter der Leitung des italienischen Baumeisters Gaetano Chiaveri, der im Auftrag von König August III. arbeitete. Sie war ein sichtbares Zeichen dafür, dass der sächsische Hof trotz seiner protestantischen Umgebung eine katholische Tradition pflegte. Für die Wettiner war sie nicht nur Gotteshaus, sondern auch ein politisches Statement, denn die katholische Linie des Herrscherhauses stand in einem spannungsvollen Verhältnis zur überwiegend evangelischen Bevölkerung.

Dresden Die Kathedrale in Dresden bei Nacht, erleuchtet vor einem tiefblauen Himmel.
Die Kathedrale Sanctissimae Trinitatis erstrahlt im nächtlichen Licht

Während der Bombardierung Dresdens im Jahr 1945 wurde auch die Hofkirche schwer beschädigt. Dier Wiederaufbau zog sich bis 1965 und folgte dem Anspruch, die ursprüngliche barocke Gestalt so weit wie möglich zurückzugewinnen. Viele Elemente des Innenraums mussten neu geschaffen werden, doch die Grundstruktur blieb erhalten und vermittelt bis heute den Eindruck eines hellen, klar gegliederten Raumes, der bewusst auf Wirkung angelegt ist.

Dresden - Blick auf den Turm eines historischen Gebäudes mit einer auffälligen Uhr und einem kunstvollen Brückenbau zwischen den Gebäuden.
Übergang vom Schloss zur Kathedrale

Die königliche Familie verfügte über einen eigenen Zugang vom Schloss direkt in die Kathedrale. Dieser Verbindungsgang diente dazu, unbemerkt und ohne öffentliches Aufsehen an den Gottesdiensten teilzunehmen. Er zeigt, wie eng Hofleben und Kirchenraum miteinander verbunden waren. -Absatz- Die Hofkirche war nicht nur Ort der Messe, sondern auch Schauplatz für feierliche Anlässe, Trauergottesdienste und dynastische Repräsentationen. Bis heute befindet sich in der Krypta die Grablege der Wettiner, was die besondere Bedeutung des Gebäudes für das Herrscherhaus unterstreicht.

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Auch im Inneren gibt es viel zu entdecken. Der Altarraum ist großzügig gefasst und wird von einer klaren barocken Linienführung bestimmt. Die Emporen ziehen sich wie ein umlaufendes Band durch den Raum und verleihen ihm eine fast theatralische Wirkung. Besonders eindrucksvoll ist die Orgel, die den Klangraum der Kirche bis heute prägt und bei Konzerten eine beeindruckende Akustik entfaltet.

Als wir auf den Hausmannsturm gestiegen sind, hatten wir einen wunderschönen Blick auf eines der markantesten Merkmale. Die Kathedrale wird von insgesamt 78 Heiligenfiguren bekränzt, die der Bildhauer Lorenzo Mattielli geschaffen hat. Sie stehen wie eine steinerne Prozession auf dem Dach und verleihen dem Bau eine Silhouette, die sich deutlich von der protestantischen Nachbarschaft abhebt. Diese Figuren sind nicht nur Dekoration, sondern Ausdruck eines selbstbewussten katholischen Hofes, der seine Glaubenswelt sichtbar machen wollte.


Barrierefreiheit: Die Kathedrale ist weitgehend barrierefrei. Der Zugang zur Wettiner Gruft ist nur über Stufen erreichbar.
Öffnungszeiten: täglich von 9.00 Uhr - 17.00 Uhr
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.
(Stand: 2026)

Adresse: Schlossplatz, 01067 Dresden

Während wir durch Dresden bummelten, führte uns ein süßer Duft unvermittelt zu einer kleinen Keksmanufaktur, die sich in einer Seitenstraße befand. Nach bevor wir die Tür öffneten, mischte sich der Geruch von Butter, Nüssen und warmen Teig mit Stimmengewirr von innen. Hier wurde tatsächlich gebacken und nicht nur verkauft. In kleinen Schalen standen Kekse zum Probieren bereit.

Dresden - Ein Innenraum eines Gebäudes mit Regalen, die mit verschiedenen Verpackungen von Keksen gefüllt sind.
Dresden Ein historische Teigmaschine mit verschiedenen Backwaren und Zutaten in einer Bäckerei. Im Hintergrund sind Regale mit süßen Leckereien zu sehen.

Im Inneren zeigte sich eine kleine Welt für sich: Regale voller kleiner Tüten, gefüllt mit Butter-, Spritz- und Hausgebäck in vielen Varianten. Ein alter Mixer diente als ungewöhnlicher Prsäentationstisch, flankiert von Mehlsäcken, die an die handwerkliche Herkunft erinnerten. Hinter dem Tresen arbeitete ein Mitarbeiter konzentriert an der nächsten Charge. Solche beiläufigen Entdeckungen gehören für uns ebenso zu einer Stadtbesichtigung wie Museen oder Monumente, denn sie öffnen eine kleinen Blick in den Alltag vor Ort.

Der Fürstenzug ist ein Wandbild, das die Geschichte des sächsischen Herrscherhauses in einer einzigen, fortlaufenden Prozession sichtbar macht. Auf mehr als hundert Metern ziehen fünfunddreißig Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige der Wettiner vorbei. Begleitet werden sie von Gelehrten, Künstlern und Reitern.

Entstanden ist das Werk Ende des 19. Jahrhunderts anlässlich des tausdenjährigen Jubiläums des sächsischen Herrscherhauses. Die Wettiner nutzten diese Gelegenheit, um ihre lange dynastische Kontinuität und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Landes in einem einzigen Bild zu bündeln.

Dresden - Panoramaansicht des Fürstenzuges in Dresden, eine beeindruckende Wand mit keramischen Fliesen, die Reiter und historische Figuren darstellt.
Der Fürstenzug zeigt die Geschichte des sächsischen Herrscherhauses

Die Auswahl der dargestellten Personen folgt einer klaren Linie von den frühen Markgrafen bis zum letzten sächsischen König und spiegelt damit das Selbstverständnis eines Landes wider, dass sich sowohl auf Tradition als auch auf kulturelle Leistungen stützte.

Ursprünglich war der Fürstenzug als Sgraffito ausgeführt, doch die Technik erwies sich als wenig wetterbeständig. Deshalb wurde das Bild später auf rund dreiundzwanzigtausend keramische Fliesen aus Meißner Porzellan übertragen, ein klares Bekenntnis zu einem der bedeutendsten sächsischen Handwerkszweige. Die Porzellanfliesen verleihen dem Werk bis heute einen charakteristischen Glanz, gleichzeitig ist es nahezu unverwüstlich.


Sgraffito ist eine alte Gestaltungstechnik für Hausfassaden. Dafür werden zwei unterschiedlich farbige Putzschichten übereinander aufgetragen. In die obere, noch feuchte Schicht wird ein Muster oder Bild eingeritzt, so dass die Farbe darunter sichtbar wird. So entsteht ein dekoratives Motiv mit deutlich sichtbaren Farbkontrasten. 

Zu finden ist der Fürstenzug an der Außenseite des Stallhofs des Residenzschlosses. Er erstreckt sich entlang der Augustusstraße zwischen dem Georgentor und dem Johanneum.

Schon beim ersten Blick fällt auf, wie viel Liebe zum Detail in der Architektur steckt. Figuren, Ornamente, geschwungene Linien und die markante Glaskuppel erzählen von einer Zeit, in der Kunst und Repräsentation eng miteinander verbunden waren. Die Wurzeln der Akademie reichen weit zurück. Dresden förderte Kunst und Kunsthandwerk schon früh. Aus diesen Anfängen entwickelte sich im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts eine Institution, die für viele Künstlerinnen und Künstler ein wichtiger Ausbildungsort wurde.

Die Fassade ist wie ein Schaufenster der Kunstgeschichte das zeigt, wie ernst man es damals mit der künstlerischen Ausbildung meinte. Im Inneren herrscht eine lebendige Mischung aus Tradition und Gegenwart. Werkstätten, Ateliers und Ausstellungsräume füllen das historische Gebäude mit modernem Leben. Die Glaskuppel, unter der sich ein Ausstellungsraum befindet ist ein beliebtes Fotomotiv.


Barrierefreiheit: Zur Klärung der Barrierefreiheit wird eine vorherige Kontaktaufnahme empfohlen.
Öffnungszeiten / Eintrittspreise / Führungen: Aktuelle Informationen sind der offiziellen Webseite zu entnehmen.
(Stand: 2026)

Adresse: Hauptgebäude, Georg-Treu-Platz 1, 01067 Dresden

Im Panometer Dresden trifft ein alter Gasometer aus dem Jahr 1880 auf die überdimensionierten Bildwelten von Ydegar Aisi. Seit 2006 wird der Rundbau im Stadtteil Reick für jene 360-Grad-Panoramen genutzt. Von außen wirkt das Gebäude eher nüchtern, doch innen öffnet sich ein Raum, der unsagbar groß ist.

Dresden - Panoramaansicht einer Stadt mit Fluss im Vordergrund, umgeben von sanften Hügeln und unter einem bewölkten Himmel.
Panoramablick über die Stadt Dresden im Panometer, ein beeindruckendes 360-Grad-Kunstwerk.

Das Panorama selbst zieht sich über den gesamten Innenumfang und ragt bis zu 27 Meter in die Höhe. Ein mehrstöckiges Podest steht in der Mitte, damit man die Szenerie aus verschiedenen Blickwinkeln erleben kann. Lichtwechsel, Geräusche und Musik sorgen dafür, dass man sich nicht wie in einem Museum fühlt, sondern eher wie in einer Inszenierung.

Die Themen wechseln regelmäßig. “Dresden 1945” gehört zu den eindrucksvollsten Installationen, weil es die zerstörte Stadt mit einer Intensität zeigt, die man so schnell nicht vergisst. Hingegen führt “Dresden im Barock” die Besucher in eine völlig andere Epoche.

Dresden - Luftaufnahme einer historischen Brücke, die über einen Fluss führt, mit einer geschäftigen Menschenmenge und einem malerischen Blick auf eine Stadt im Hintergrund.
Augustusbrücke

Das Panometer ist gut erreichbar und eignet sich für einen Besuch zu jeder Jahreszeit. Der Mix aus historischem Industriebau und eindrucksvoll inszenierter Kunst macht den Ort zu einer angenehmen Überraschung. Besonders Menschen, die glauben, schon alles gesehen zu haben, werden hier eines Besseren belehrt.


Barrierefreiheit: Das Panometer ist nicht vollständig barrierefrei.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr - 17.00 Uhr. Samstag, Sonntag, Feiertag: 10.00 Uhr - 18.00 Uhr.
Eintrittspreise und Führungen: Die aktuellen Informationen stehen auf der offiziellen Webseite.
(Stand: 2026)

Adresse: Panometer, Gasanstaltstraße 8b, 01237 Dresden

Abendstimmung in Dresden

Am letzten Abend unseres Dresden-Aufenthaltes machten wir uns auf den Weg an das Elbufer gegenüber Altstadt. Die Stadt wirkte ruhiger, das Licht wurde weicher und die Konturen der Kuppeln und Türme traten deutlicher hervor. Auf dem Wasser spiegelte sich das Licht der Altstadt. Genau diese Stimmung haben wir festgehalten, weil sie Dresden noch einmal in einem ganz anderen Licht zeigt.

Warum Dresden uns überzeugt hat

Dresden zeigt eindrucksvoll, wie viel Charakter eine Stadt entwickeln kann, wenn Geschichte und Architektur bewusst zusammengeführt werden. Die Vielfalt der Bauten, die sorgfältig rekonstruierten Fassaden und die erhaltenen Originalstrukturen ergeben ein Stadtbild, das sowohl geschlossen wirkt als auch genügend Raum für moderne Akzente lässt. Jedes Detail trägt seinen Teil dazu bei und erst im Zusammenspiel entsteht dieses besondere Gesamtbild, das Dresden so unverwechselbar macht.

Dass all dies aus einer Stadt hervorgegangen ist, die nach dem Krieg nahezu vollständig zerstört war, verleiht dem heutigen Erscheinungsbild eine zusätzliche Tiefe. Der Wiederaufbau ist nicht nur handwerklich bemerkenswert, sondern auch ein Ausdruck von Haltung und Beharrlichkeit.

Für uns war der Aufenthalt deshalb weit mehr als eine Aneinanderreihung einzelner Sehenswürdigkeiten. Jeder Tag brachte neue Eindrücke. Am Ende fügte sich alles zu einem Reiseerlebnis, das in seiner Gesamtheit als echtes Highlight in Erinnerung bleibt. Am besten planst du vier bis fünf Tage ein, damit du der Stadt wirklich gerecht wirst. 

Unser Aufenthalt in Dresden blieb nicht auf die Stadtgrenzen beschränkt. Wir nutzten die Gelegenheit, das Elbsandsteingebirge zu erleben, dessen Landschaft sich völlig anders präsentiert als das urbane Dresden. Dazu kamen Besichtigungen der Schlösser Moritzburg, Pillnitz und Wackerbarth, die mit ihren unterschiedlichen architektonischen und historischen Schwerpunkten zusätzliche Perspektiven eröffneten. So entstand ein abwechslungsreicher Mix aus Stadt- und Regionserlebnissen, der zeigt, wie gut sich Dresden und sein Umland zu einer Reise verbinden lassen.


One Comment

  • Hermann Süssenbecker

    Liebe Ulrike, Du hast wieder einen wunderschönen
    Bericht geschrieben.Man kann dass gar nicht so schnell
    verarbeiten. Man muss den Artikel immer wieder lesen.
    Doch man kommt aus dem Staunen nicht raus.
    Wir waren vor Jahren auch mal in Dresden und nun schaut man die schönen Bilder dazu an.
    Du hast neben dem Geschriebenen wunderschöne
    Bilder aufgenommen.
    Liebe Ulrike, wir danken Dir, dass Du uns diesen
    Bericht gewidmet hast.
    Wir freuen uns sehr.
    Herzlichen Dank Deine Eltern.

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