Brixen – Bressanone

Nach unserer Tour durch Meran könnt ihr heute gemeinsam mit uns eine der ältesten Städte Tirols entdecken.

Zunächst genießen wir ein ausgedehntes Frühstück in unserer Unterkunft im Garberhof, machen uns dann auf den Weg nach Brixen und sind gespannt, was uns dort erwartet. Knapp zwei Stunden später erreichen wir das Parkhaus „Parking Brixen„. Von hier aus ist es nur einen Steinwurf bis zum Stadtzentrum.

Die Stadt, eingebettet in eine Talmulde, ist durch ihre verschiedenen Facetten überaus abwechslungsreich. So war sie bis zum Jahr 1803 der Sitz der Fürstbischöfe und sogar fast 100 Jahre lang Sitz des Bischofs.

Fluss Eisack

Großen Zuspruch findet auch das Gorethhaus am Pfarrplatz, das mit zwei eindrucksvollen Erkern, die über alle Stockwerke gehen, versehen ist. Dieses Patrizierhaus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde nach seinen damaligen Besitzern benannt. Die Familie Goreth stammt aus Savoyen.

Gorethhaus

Ein Besuch des Doms, des bekannten Kreuzgangs und der Hofburg ist ein Muss! Ganz zu schweigen von einem ausgedehnten Bummel durch die malerischen Laubengänge mit ihren farbenprächtigen Fassaden, netten Lokalen und Delikatesseläden. dies alles zusammen lässt die Stadtbesichtigung in Brixen zu einem Erlebnis werden.

Unser Stadtrundgang beginnt am heutigen Sonnentor. Früher das ‚Kreuztor‘ genannt, da die Kreuzstraße hier früher in die Altstadt mündete. In der Nähe des Kreuztores stoßen wir direkt auf eine kleine, beschauliche Kirche, die St. Erhardkirche. Man sagt, dass an dieser Stelle bereits im 9. Jahrhundert die kleine Kapelle ‚St. Thomas im Wald‘ gestanden haben soll. Die Erhardkirche wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Besonders aufgefallen ist uns das über dem Portal angebrachte Papstwappen. Auch heute noch wird diese Kirche von den Lutheranern aufgesucht, die hier ihre Gottesdienste abhalten. Eine Innenbesichtigung der Kirche ist leider nicht möglich, da diese verschlossen ist.

St. Erhardkirche

Von hier aus geht es entlang der sehr schönen Laubengassen weiter durch die historische Altstadt. Die Via Portici Minore (Kleine Lauben) besticht durch Häuser mit wunderschönem Blumenschmuck.

Via Portici Minori

Entgegen unseren Befürchtungen ist es trotz des sehr schönen Wetters nicht so voll in der Stadt, so dass wir in Ruhe durch die Lauben bummeln können. Diese sind im Gegensatz zu den Laubengassen von Meran nicht gerade verlaufend. Wegen des bereits bestehenden Domviertels und wegen der Stadtmauer sind die Laubengassen in Brixen teilweise verwinkelt, wodurch sie aber – auch gerade wegen der kleinen Lokale mit Sitzmöglichkeiten im Freien – urig und gemütlich sind.

Weiter geht es zum Dom. Dieser stellt als größte und bedeutendste Kirche das Wahrzeichen der Stadt dar. Im 12. Jahrhundert wurde dieser bei einem Großbrand so zerstört, dass die Kirche neu erbaut wurde. Hiernach wurde sie sehr aufwendig mit einem dreischiffigen Langhaus und zwei Fassadentürmen gestaltet. 1237 wurde sie durch den Bischoff Bernahrd von Salzburg geweiht. Damit nicht genug wurde er im 17. Jahrhundert erneut umgebaut und um einige Kappellen und Netzgewölbe erweitert. Neben dem Hochaltar ist die schönste Sehenswürdigkeit des Doms die Orgel mit über 3.000 Pfeifen. Dass er im Inneren so prunkvoll gestaltet ist, lässt die doch eher schlicht wirkende Fassade nicht vermuten. Unbedingt solltet ihr auch einen Blick auf die „bunten“ Dächer des Doms werfen, deren Farben im Sonnenlicht schimmern.

Die „bunten“ Dächer des Doms
Dom

Es zieht uns weiter und so kommen wir zur Pfarrkirche St. Michael. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in Brixen sehr viele Kirchen erbaut wurden, war die Stadt doch einst der Sitz des Bischofs. St. Michael – spätgotisch – wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut und dem Erzengel Michael geweiht. Der Kirchturm, als der ‚Weiße Turm‘ bezeichnet, tritt eindrucksvoll hervor und ist somit von vielen Standpunkten aus in Brixen zu sehen.

St. Michael-Kirche

Und ob ihr es wollt oder nicht, wir nehmen euch nun wieder zur Innenbesichtigung der St. Michael-Kirche mit. Wunderschöne Deckenfresken von Josef Hauzinger schmücken die Kirche.

St. Michael-Kirche – Deckenfresken von Josef Hauzinger

Auf dem Bild über dem Hochaltar wird der Kampf zwischen Erzengel Michael und Luzifer dargestellt.

Hochaltar

Ein weiteres Highlight der Kirche ist die barocke Orgel mit dem wunderschön geschnitzten Orgelgehäuse, verziert mit musizierenden Engeln.

Orgel

Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Pietá zu sehen. Sie hält den Leichnam ihres Sohnes in den Armen. Die Pietá ist eine bedeutende Darstellung von Michelangelo, eine Marmorstatue aus den Jahren 1498 bis 1499. Das Original befindet sich in Rom im Petersdom.

Pietá

An den Seitenwänden der Kirche sind sowohl die 14 Stationen des Kreuzweges abgebildet als auch die Apostelleuchter angebracht.

Während der Besichtigung der Kirche erfahren wir, dass diese seit 1984 unter Denkmalschutz steht.

Auf dem Pfarrplatz halten wir kurz inne und betrachten das bunte Treiben, um dann weiter durch die vielen verwinkelten Gassen zu bummeln und Neues zu entdecken. Wir entschließen uns, in einem kleinen Café eine Pause zu machen, schließlich haben wir ja Urlaub und wollen nicht die Stadt in kürzester Zeit  besichtigen. So genießen wir bei Cappuccino und schönem Wetter die Pause und schauen den Menschen zu, wie sie die Laubengassen entlang eilen.

Gestärkt schlendern wir weiter durch die Stadt. Wir erreichen den Drachentöter-Brunnen in der Albuingasse.

Drachentöter-Brunnen

In dem achteckigen Brunnen befindet sich in der Mitte eine Säule mit dem Heiligen St. Georg, der mit seiner Lanze Drachen tötet.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, die Hofburg, kommen wir an der Adlerbrücke mit dem Heiligen Nepomuk und schönen alten Häusern vorbei.

Geübt, uns durch die Gassen zu schlängeln, erreichen wir die Hofburg binnen weniger Minuten und staunen nicht schlecht, welche Mühe sich die Einwohner von Brixen machen, um ihre Straße und Gässchen schöner zu gestalten.

Wir sind am Ziel. Die Hofburg, Bischofsredisidenz -Residenza Vescovile.

Die Residenza Vescovile war bis 1973 die Residenz der Bischöfe. Die Bezeichnung ‚Hofburg‘ ist entstanden, da im Jahre 1803 die Bischöfe weltliche Herrschaft hatten und sich somit in Brixen ein Fürstenhof mit der entsprechenden Verwaltung befand. Nachdem der Sitz des Bischofs 1973 nach Bozen verlegt wurde, hat man hier das Diözesanmuseum untergebracht. An der Ostseite finden wir den Zugang, heute über eine gemauerte Brücke erreichbar, die über den Burggraben führt. Ursprünglich war die Hofburg an dieser Stelle nur über eine Zugbrücke erreichbar.

Das eisenbeschlagene Tor stammt aus dem Mittelalter

Im Inneren der Hofburg finden wir als reizvolle Sehenswürdigkeiten neben den im Museum befindlichen Sammlungen z.B. die prächtig ausgestattete Hofkirche und den Kaiser- und Bischofstrakt.

Wir gehen über die Brücke Richtung Innenhof und sehen schon weitem den von Franz Kehrer errichteten Brunnen, bestehend aus weißem Marmor. Mittig in dem beeindruckenden Innenhof aufgebaut, stellt er einen Blickfang dar. Auffällig aber so platziert, dass auch die Arkadengänge mit den zahlreichen Renaissancefiguren gut sichtbar sind.

Brunnen von Franz Kehrer

In Brixen ist man stolz darauf, dass es gelungen ist, auf diese Art die historische Zeit mit der aktuellen Zeit in Einklang zu bringen. Wir finden auch, dass dies ganz gut gelungen ist. Auf Rückfrage wird uns mitgeteilt, dass es sich um weißen Ratschingser Marmor handelt und, dass der Brunnen seit 2016 den Innenhof ziert.

In der Nähe der Hofburg befindet sich die Jahrtausendsäule. Den Namen trägt sie, weil sie an die Jahrtausendfeier der Stadt Brixen erinnern sollte. Aufgrund finanzieller Probleme hat sich die Fertigstellung jedoch verzögert.  Die Jahrtausendsäule wurde erst zu der am 24.10.1909 stattfindenden Jahrhundertfeier der Tiroler Freiheitskämpfe eingeweiht. Sie stammt im übrigen vom Bildhauer Norbert Pfretschners.

Jahrtausendsäule

Die Jahrtausendsäule hat eine Höhe von 9,63 m. Oben auf ihr befindeet sich das Osterlamm, gleichzeitig auch das Wappentier der Stadt. Die auf dem Sockel befindliche Statue soll Bischof Zacharias darstellen.

Bei unserer Tour durch die Stadt entdecken wir einen gelungenen Mix aus einer zum großen Teil denkmalgeschützten, mittelalterlichen Altstadt, Laubengängen und verwinkelten Gassen mit schönen Fassaden. Hierneben locken Cafés und Restaurants in neuem Stil die Touristen an. Beides miteinander zu vereinen ist in Brixen gelungen und macht die Stadt einzigartig.

 

Wir wissen jetzt schon, dass uns unsere nächste Tour nicht in eine Stadt führt. Wir verraten noch nichts. Einen Tipp wollen wir euch dennoch geben: zieht euch warm an 🙂

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