Madeira – Insel des ewigen Frühlings

Madeira ist eine Insel der Gegensätze: schroffe Felsen, sanfte Hänge, feuchte Wälder, trockene Höhen. Der Anlass unserer Reise war ein besonderer und Madeira erwies sich als Ziel, das diesem Anspruch gerecht wurde.

Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts waren wir viel unterwegs – mit dem Mietwagen entlang der Küstenstraßen und zu Fuß in den Bergen. So erlebten wir die zahlreichen Facetten der Insel.

Inhalt

Zwischen Atlantik, Wein und alten Wasserwegen

Madeira, eine Insel vulkanischen Ursprungs, liegt vor der Nordwestküste Afrikas. Im Atlantischen Ozean gelegen hat sie eine Länge von 57 km, eine Breite von 22 km und ist die Hauptinsel der Inselgruppe Madeira. Die Inseln Porto Santo und die unbewohnte Inselgruppe Illhas Desertas komplettieren die Inselgruppe. Da Madeira zu Portugal gehört, ist die Insel Teil der Europäischen Union. Die Bewohner von Madeira nennt man Madeirer bzw. Madeirerinnen.

Vielen ist die Insel als Blumeninsel bekannt, jedoch befinden sich hier auch zahlreiche Weingüter. Auf diesen wird der Likörwein Madeira hergestellt, ein Wein, der durch die Zugabe von Branntwein verstärkt wird.  

Madeira verfügt über ein stabiles, ganzjährig mildes Klima, das Landwirtschaft und Weinbau begünstigt. Neben dem bekannten Likörwein werden auf der Insel auch Obst, Gemüse und Zuckerrohr angebaut. Charakteristisch für Madeira sind zudem die historischen Bewässerungskanäle, die sogenannten Levadas, die bis heute für die Wasserverteilung genutzt werden und zugleich ein weit verzweigtes Wegenetz bilden. Die Hauptstadt Funchal bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Insel.

Anreise und Hotel

Da wir in der Vergangenheit bereits einmal auf Madeira waren, wussten wir, dass der Anflug auf die Insel spektakulär ist. Der Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo, international meist schlicht Funchal Airport genannt, verfügt heute über eine Start-/Landebahn von 2.777 Metern Länge und 45 Metern Breite. Sie wurde über eine Bucht gebaut und von zahlreichen Betonpfeilern getragen. Die Lage am Hang einer Steilküste erschwert vielen Piloten den Anflug, da immer wieder Fallwinde auftreten können. Die Landung wird vielen Piloten deshalb erschwert, weil der Flughafen am Hang einer Steilküste liegt. Bei unserer Ankunft mussten wir deshalb mehrfach zum Landeanflug ansetzen, bevor wir schließlich sicher aufsetzten.

Wir haben uns für ein Hotel in Funchal entschieden und im Hotel Vidamar Resorts Madeira Quartier bezogen.

Madeira - Ansicht eines modernen Gebäudes mit großen Fenstern, umgeben von hohen Palmen und tropischen Pflanzen.

Eingebettet in viel Grün und direkt am Meer

Madeira - Blick auf das ruhige blaue Meer von einem Balkon aus, mit einem Schiff in der Ferne und einer klaren Himmel.

Blick aus dem Hotelzimmer

Unser Madeira-Abenteuer

Um einen Mietwagen mussten wir uns nicht mehr kümmern, da wir diesen bereits am Flughafen in Empfang genommen haben. Die ersten Tage wollten wir es ruhig angehen lassen und haben zunächst einmal die Insel über die Küstenstraßen erkundet.

São Vicente liegt in einem langgezogenen Tal an der Nordküste Madeiras, dort, wor der Ribeira de São Vicente ins Meer mündet. Die Lage ist markant: steile Hänge, dunkles Vulkangestein. Viel Grün und ein Ort, der sich eng an die Talsohle schmiegt. Diese räumliche Enge prägt das gesamte Ortsbild. Nichts wirkt künstlich; São Vicente beeindruckt mit einer Struktur, die sich über Jahrhunderte aus der Landschaft heraus entwickelt hat.

Madeira - Aussicht auf die Küste mit einem malerischen Dorf und dem Meer im Hintergrund in Madeira, Portugal.
Blick auf São Vicente

Der Ort ist zwar klein, aber durch seine Position an der Nordküstenstraße und den Verbindungen ins Inselinnere ist São Vicente ein natürlicher Verkehrsknoten. Viele Routen führen hier vorbei. Die Nähe zum Meer macht ihn noch interessanter, denn die Küste ist rau und die Brandung kräftig.

Die Kapelle von Sao Vicente “Igreja de Sao Vicente” ist eine Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert und das eigentliche Highlight dieses Ortes. Sie steht leicht erhöht im Zentrum und bildet den Fixpunkt des Ortes. Außen dominiert die typische Kombination aus weißem Putz und dunklem Basalt, klar gegliedert und ohne dekorative Übertreibung. Der Turm ist funktional und dient eher der Orientierung als der Repräsentation.

Madeira - Innenansicht einer Kirche mit aufwändiger Dekoration, goldenen Details und einem Altar, umgeben von Blumenarrangements.
Der beeindruckende Innenraum der ‘Igreja de São Vicente’

Im Inneren öffnet sich ein heller Raum mit einer sorgfältig gestalteten Holzdecke, deren Ornamenten dem Raum Tiefe verleihen. Der Hauptaltar greift barocke Formen auf, ist aber dennoch zurückhaltend. Einige Erweiterungen, Reparaturen und Anpassungen, haben sich über Generationen hinweg zu einem stimmigen Ganzen gefügt.

Weiter ging es nach Ponta Delgada, einet kleinen Gemeinde an der Nordküste Madeiras. Sie gehört zum Verwaltungsbezirk Sao Vincente. Das kleine Örtchen befindet sich auf einem schmalen Küstenstreifen zwischen Atlantik und steilen Hängen, weshalb sich die Häuser terrassenartig den Hang hinaufziehen. Ponta Delgada ist eigentlich unspektakulär. Der Grund, warum die Stadt von Touristen häufig besucht wird liegt darin, dass die Stadt noch über die herkömmlichen Straßen zu erreichen ist. Hier fährt man nicht auf einer Schnellstraße, die mittlerweile überall auf der Insel angelegt wurden.

Der Weg nach Ponta Delgada führte uns über eine enge Straße, auf der noch ein Hauch von Romantik aber auch Abenteuer zu spüren ist. Auf dieser Straße selbst ein Auto zu fahren macht richtig Spaß!

Im Zentrum steht die Kirche Bom Jesus, die leicht erhöht liegt und über eine breite Treppe erreichbar ist. Auf dem Bild ist deutlich zu sehen, wie klein der Ort sein, muss, wenn das das Zentrum ist.

Die Kirche ist ein wichtiger Bezugspunkt im Ort und jährlich Schauplatz eines großen Festes, dass zahlreiche Besucher anzieht. Das Festa do Senhor Bom Jesus (Fest des Guten Jesus) ist eines der größten und traditionsreichsten Pilger- und Volksfeste auf Madeira.

Ein weiteres markantes Element ist das Meerwasserschwimmbad, das die natürliche Felsstruktur nutzt.

Ein Traum auf Madeira ist das Gebirge, das es uns wirklich angetan hat. Die Fahrt zum Nuns Valley (Tal der Nonnen) gehört zu den Ausflügen, die sehr beeindruckend waren. Allein die Auffahrt über die zahlreichen Serpentinen war grandios. Curral das Freiras liegt im Zentrum Madeiras, umgeben von hohen Bergen, die den Ort wie ein natürliches Amphitheater einschließen. Die Siedlung liegt tief unten im Tal, was sie wohl so spektakulär macht.

Madeira - Berglandschaft mit tiefem Tal, umgeben von hohen Bergen und bewaldeten Hängen, im Hintergrund ein kleines Dorf.
Aussicht auf das atemberaubende Nuns Valley in Madeira

Den besten Ausblick auf das “Nuns Valley” hat man von einer Aussichtsplattform in einer Höhe von fast 1.100 Metern. Von hier oben ist die besondere Form des Talkessels am besten erkennbar. Leider gibt es hier, wie fast überall, neben einem Restaurant auch die üblichen Souvenirgeschäfte. Am besten achtet man darauf, möglichst früh hier oben anzukommen. Möglichst früh bedeutet, früher als die Touristenbusse! Nur so hat meine Chance, die Aussicht samt der angenehmen Ruhe zu genießen.

Der Pico do Arieiro ist mit einer Höhe von 1.818 Metern der dritthöchste Berg Madeiras. Vom Gipfel aus besteht die Möglichkeit, über einen fest angelegten Wanderweg um den Pico das Torres herzumzulaufen, um dann den Gipfel des höchsten Berges des Pico Ruivo zu erreichen.

Madeira - Schild mit der Aufschrift 'Pico do Arieiro' und der Höhe von 1810 Metern.
Am Gipfel des Pico do Arieiro angekommen

Rund um den Gipfel befinden sich mehrere Aussichtspunkte, die je nach Tageszeit völlig unterschiedliche Stimmungen zeigen. Morgens liegt oft feiner Dunst über den Felsen, mittags wirkt die Landschaft hart und klar, während am späten Nachmittag das Licht die Felswände warm anstrahlt.

Madeira - Ein steinerner Weg führt einen Hügel hinauf, auf dem sich im Hintergrund eine große, runde Struktur befindet. Die Sonne scheint hell im oberen Teil des Bildes.

Auf dem Gipfel des Pico do Arieiro befindet sich eine Radarstation der Portugiesischen Luftstreitkräfte. Ein Anblick, der nicht ganz in die Landschaft passt … aber muss wohl sein.

Madeira - Berglandschaft mit felsiger Wanderstrecke und grünen Hängen im Hintergrund
Anspruchsvolle Wanderwege

Wer hier oben wandert, muss sich mit den Besonderheiten des Wetters vertraut machen. Innerhalb weniger Minuten kann aus strahlender Sicht eine dichte Wolkendecke werden, die den Gipfel vollständig einhüllt.

Madeira - Blick auf eine zerklüftete Berglandschaft mit mehreren schroffen Felsen und einem klaren Himmel im Hintergrund.
Aussicht auf die beeindruckenden Felsformationen des Pico do Arieiro

Der Weg Richtung Pico Ruivo zählt zu den bekanntesten Höhenrouten Madeiras. Er führt durch Tunnel, über schmale Grate und an steilen Felswänden entlang. Die Landschaft wirkt gleichzeitig rau und filigran. Auch wer den Weg nicht komplett gehen möchte, bekommt schon auf den ersten Metern einen Eindruck von der besonderen Form dieser Bergwelt. Wir sind nicht den vollständigen Weg gewandert, da wir die Wanderung am Pico Ruivo für einen späteren Zeitpunkt geplant haben. Gedulde dich noch ein paar Minuten😉, denn zwischendurch haben wir natürlich auch mal wieder das Hotel aufgesucht, um die Eindrücke des Erlebten sacken zu lassen.

Madeira - Aussicht auf das Meer mit einem Pool und Klippen im Vordergrund, umgeben von Palmen und einem Felsvorsprung.
Ein wenig Chillen im Hotel gehört dazu

Doch schon bald ging die Fahrt mit dem Mietwagen weiter. Wir besuchten Jardim do Mar, Ponta do Pago, Porto Moniz, Encumeada und Canical. Weitestgehend alles kleine Dörfer, die ganz nett gestaltet sind, allerdings keine Sehenswürdigkeiten bieten.

Madeira - Ein blauer Oldtimer mit beigem Dach, geparkt an einer Strandpromenade. Im Hintergrund sind Menschen und Palmen zu sehen.

Klicke auf ein Foto und du wirst zur Lightbox geleitet

Ein Muss für viele Madeira-Besucher ist Santana, so wird es zumindest angekündigt. Die kleine Stadt an der Nordküste hat etwa 3.000 Einwohner. Berühmt wurde sie durch die farbenfrohen, strohgedeckten Bauernhäuschen, die heute als Wahrzeichen der Insel gelten. Die Bewohner selbst leben inzwischen in größeren Häusern; die traditionellen Häuschen dienen fast ausschließlich touristischen Zwecken.

Madeira - Traditionelles, strohgedecktes Haus mit bunten Fenstern und einem gepflegten Garten voller Blumen und Pflanzen.
Traditionelle strohgedeckte Bauernhäuschen in Santana

Es ist beeindruckend, wie wenig Raum den Menschen früher zur Verfügung stand – eine Lebensweise, die sich mit unseren heutigen Vorstellungen von Komfort kaum noch vereinbaren lässt. Wer Santana besucht, findet heute lediglich einen kleinen, parkähnlich gestalteten Bereich mit einigen dieser Häuser vor. Wir hatten uns davon tatsächlich etwas mehr erhofft.

Der Pico Ruivo ist mit rund 1.860 der höchste Berg Madeiras. Er liegt im Zentrum der Insel, wo sich die Bergketten zu einem kompakten Massiv erheben. Durch seine Höhe ragt er an klaren Tagen über die Wolkendecke hinaus, was weite Ausblicke bis zur Küste ermöglicht. Die Umgebung des Gipfels ist geprägt von dunklem Vulkangestein, niedriger Vegetation und einem Klima, das schnell zwischen warum und kühl wechseln kann.

Kurz unterhalb des Gipfels steht eine einfache Schutzhütte, die Wanderern als Rastpunkt dient. Zu beachten ist, dass es kein bewirtschaftetes Haus ist. Von hier aus führt ein kurzer, gut ausgebauter Weg zum höchsten Punkt der Insel.

Madeira - Ein Wanderweg führt durch eine grüne Landschaft mit bunten Blumen und Felsen, unter einem blauen Himmel, während dichte Wolken in der Ferne sichtbar sind.
Blick auf die atemberaubende Landschaft Madeiras

Der Pico Ruivo ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Es gibt mehrere Routen, die sich in Länge und Anspruch unterscheiden. Die kürzeste und am häufigsten gewählte Strecke beginnt in Achada do Teixeira. Von dort führt ein gut markierter Steinweg in stetigem, aber moderatem Anstieg zum Gipfel. Diese Route eignet sich auch für weniger geübte Wanderer, sofern sie trittsicher sind und ausreichend Zeit einplanen.

Unabhängig von der gewählten Route empfiehlt es sich, früh zu starten, da die Sicht am Vormittag meist am besten ist. Wasser, Sonnenschutz und eine windfeste Jacke gehören auf jeden Fall zur Grundausstattung. Wir haben diese Wanderung in vollen Zügen genossen. Über den Wolken unterwegs zu sein, war zwar anstrengend, schön und hatte genau den Funken Abenteuer, den wir mögen.

Ich habe dir einige Impressionen unserer Tour zusammengestellt. Schau selbst, wie traumhaft es war.

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Die Hauptstadt haben wir uns bis zum Schluss aufbewahrt. Funchal ist das lebendige Zentrum Madeiras und zugleich die größte Stadt der Insel. Sie liegt in einer weit geschwungenen Bucht an der Südküste, geschützt von steilen Berghängen, die sich terrassenartig über der Stadt erheben. Die Altstadt ist geprägt von schmalen Gassen, alten Häusern und kleinen Plätzen, die sich zwischen den Gebäuden öffnen.

Madeira - Panoramablick auf die Küstenstadt Funchal auf Madeira, umgeben von Hügeln und dem Atlantischen Ozean im Hintergrund.
Ein Blick von oben zeigt, wie groß die Stadt ist

Mitten im Zentrum von Funchal wirkt der Palácio de São Lourenço wie ein ruhiger Fixpunkt im Stadtbild. Die massiven Mauern heben sich deutlich von der umliegenden Architektur ab und ziehen den Blick fast automatisch an.

Madeira - Ein historisches Gebäude mit einem weißen Mauerwerk und einem runden Turm, umgeben von einer grünen Landschaft und blauen Himmel.
Der Palácio de São Lourenço ist ein historisches Wahrzeichen im Zentrum von Funchal

Der Palast gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Seine ersten Mauern wurden im späten 15. Jahrhundert errichtet, als Madeira noch regelmäßig mit Angriffen vom Meer bedroht war. Im Laufe der Jahre wurde der Palast durch zahlreiche Umbauten erweitert bis er sich schließlich zu einem repräsentativen Sitz der Inselverwaltung entwickelte.

Bis heute ist beim Anblick des Gebäudes sichtbar, wie eng auf Madeira Verteidigung und Regierung miteinander verbunden waren. Während die Mauern immer noch den Eindruck einer Festung vermitteln, spürt man im Inneren, dass hier über Jahrhunderte politische Entscheidungen getroffen wurden.

Nachdem wir eine Weile durch die Altstadt geschlendert sind, haben wir uns auf den Weg zur Seilbahn gemacht. Auch für diese ist Funchal, insbesondere bei den Kreuzfahrt-Touristen, bekannt. Die Fahrt hinauf nach Monte eröffnet einen eindrucksvollen Blick über die Dächer der Stadt und die Hänge. Monte selbst ist ein ruhigerer Stadtteil mit Gärten, alten Villen und der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte.

Madeira - Eine große Treppe führt zu einer historischen Kirche mit zwei Türmen und einer Uhr, umgeben von Menschen und bewölktem Himmel.
Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte

Um zur Kirche zu gelangen mussten wir zunächst einige Stufen erklimmen. Die Treppe führt zu Bogengängen, in denen sich der Eingang befindet. Bei der jährlichen Prozession zum Fest “Mariä Himmelfahrt” werden die Stufen kniend zurückgelegt.

Die Kirche selbst ist hell und schlicht gehalten. Viele Inselbewohner verbinden mit ihr eine lange Tradition, denn sie ist der Schutzpatronin Madeiras gewidmet. Mit ihrem Bau begann man 1741. Ein Erdbeben zerstörte die Kirche 1748 so stark, dass aufwendige Reparaturarbeiten durchgeführt werden mussten. Somit erfolgte erst 1818 die Einweihung.

Madeira - Blick auf das Innere einer Kirche mit reicher barocker Dekoration, Gemälden an den Wänden und einem Altar im Hintergrund.
Die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte ist bekannt für ihre barocke Gestaltung

Eine Besonderheit ist das Grab von Kaiser Karl I., der seine letzten Lebensjahre auf Madeira verbrachte. Es befindet sich in einer Seitenkapelle und verleiht der Kirche eine historische Note, die man an diesem Ort nicht unbedingt erwartet. Insgesamt aber ist die Ausstattung zurückhaltend gestaltet.

Rund um die Kirche ging es ganz entspannt zu. Der Platz davor ist ein beliebter Treffpunkt, denn vor hier starten die bekannt Korbschlitten, die Carros de Cesto. Diese “rasen” einen steilen fast zwei Kilometer langen Weg hinunter nach Funchal und wenn die dort irgendwo mit dem Auto unterwegs bist, beachte: sie haben Vorfahrt!

Madeira - Vier Männer in traditioneller Kleidung bereiten sich vor, um Körbe auf einer Straße in Funchal, Madeira, zu transportieren. Im Hintergrund ist ein Schild mit den Richtungen Funchal und Babosas sichtbar.

Im 19. Jahrhundert diente das heutige Ausflugsvergnügen noch als Transportmittel: Die Bewohner von Monte nutzten die Korbschlitten, um schneller nach Funchal zu gelangen. Und falls du glaubst, sie hätten die Fahrten später selbst zur Attraktion gemacht, liegst du daneben. Diese Idee stammt von den Briten.

Zwei “Carreiros” steuern einen Schlitten. Sie sind komplett weiß gekleidet und tragen Strohhüte. Um auf den Straßen richtig in Schwung zu kommen, werden die Kufen mit eingefetteten Lappen überzogen. Die Carreiros fahren, lenken, beschleunigen und bremsen die Schlitten. Nach ungefähr zehn Minuten ist das Spektakel dann auch schon wieder vorüber.

Der Botanische Garten ist ein Themenpark mit vielen exotischen Pflanzen. Das Grundstück gehörte einst der Familie Reid und liegt in Monte. 1960 ist der Park entstanden. Auf mehr als 30.000 qm findet man hier ein wunderschön angelegtes Gelände. Darüber hinaus beherbergt der Park zudem noch mehrere Volieren mit fast 350 exotischen Vögeln. Wir haben hier mehrere Stunden verbracht, da es immer wieder etwas Neues zu entdecken gab und wir die Ruhe genossen haben.

Madeira beeindruckt mit noch weiteren Parkanlagen, die den Blick für die Vielfalt der Insel schärfen. Nach dem Botanischen Garten entdeckt man schnell, dass auch kleiner Anlagen und ruhige Grünflächen ihren Reiz haben.

Wir haben uns noch die Palheiro Gardens, auch Blandy’s Garden genannt, angeschaut. Sie liegen ruhig und wunderschön in den Hügeln oberhalb von Funchal. Das Anwesen gehört seit dem 19. Jahrhundert der Familie Blandy. John Blandy kaufte es 1885, inklusive des damaligen Jagdschlosses, das noch heute den Charakter des Geländes prägt. Schon die Zufahrt wirkt beeindruckend, denn sie wird von einer langen Reihe Platanen gesäumt. Man sagt, es seien rund zweihundert Bäume.

Die Anlage selbst ist weitläufig und in verschiedene Bereiche gegliedert, die jeweils eine eigene Stimmung haben. Es gibt den Hauptgarten, den versunken Garten das Höllental, den Rosengarten, den Damengarten und den Tee-Haus-Garten. Dazwischen verteilt liegen Teiche mit Seerosen, Blumenbeete und ruhige Wege. Dieses Ensemble macht den Garten zu einem Ort, den dem man sich gerne auch etwas länger aufhält.

Madeira – Unser Resümee

Madeira ist ein Urlaubsziel, das wir jedem nur ans Herz legen können! Die Insel überzeugt mit ihrer beeindruckenden Vielfalt: majestätische Berge, üppige Gärten und malerische Küstenabschnitte. Hier findet jeder seinen Platz, egal ob man entspannen oder aktiv unterwegs sein möchte. Für Bewegungsfreudige gibt es zahlreiche Möglichkeiten, von Wassersport über Mountainbiken bis hin zu Wanderungen. Ein besonderer Tipp für Pflanzenliebhaber ist der Botanische Garten in Funchal. Insgesamt bietet Madeira eine gelungene Mischung aus Erholung und Abenteuer.

Für einen kurzen Stopp auf Madeira lohnt sich ein Besuch bei Elkes Kreuzfahrten. Dort finden Kreuzfahrtgäste kompakte, gut ausgewählte Tipps für Ausflüge.


5 Comments

  • Silvia Commodore

    Ulrike der Bericht ist einfach toll. Wenn man den liest möchte man sofort die Koffer packen. Wir waren vor Jahren mal 1 Tag auf Madeira und fanden es wunderschön. Du hast wirklich viel gesehen. Könnte ich nur so schön schreiben wie Du. Danke für die schönen Photos und den anschaulichen Reisebericht

  • Hermann Süssenbecker

    Mehrmals habe ich den wunderbaren Bericht gelesen.
    Ich habe mich darin sehr vertieft und ich habe den Bericht
    mit Bedacht gelesen.
    Das ist eine sehr schöne Insel und ich möchte sie sehr gerne besuchen.

  • Isabell

    Über Madeira habe ich jetzt schon so viel positives gehört und auch dein Bericht und die Fotos überzeugen mich wieder sehr. Absolut beeindruckende Natur und Küste!

  • Silvia Commodore

    Madeira ist eine traumhafte Insel. Ich war nur 1 Tag dort und habe eine Rundfahrt gemacht. Es hat mir sehr gut gefallen. Nach diesem wunderschönen Reisebericht möchte ich unbedingt noch einmal dort hin und mehr sehen. Sehr schöne Bilder.

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