Reschensee – Lago di Resia

Heute wollen wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wir haben allerdings keinen Plan gefasst und so machen wir uns zunächst zu einem ausgedehnten Frühstück auf. Während des Frühstücks überlegen wir uns, zum Reschensee zu fahren.

Im oberen Vinschgau gelegen waren die Seen – Haider- und Reschensee – schon immer ein Geheimtipp für Touristen. Den See erreichen wir über die Strada Statale 40 (SS40). Wir fahren vorbei an Burgeis und sind schon bald am Haidersee bei St. Valentin auf der Haide, häufig auch als „kleiner Bruder“ des Reschensees bezeichnet. Bis Graun im Vinschgau fahren wir sodann am Reschensee entlang.

Reschensee

Durch die angrenzenden Planeier Berge wird die Landschaft um den Reschensee zu einem wahren Erholungsparadies. Wanderern, Naturliebhabern und Sportlern fehlt es hier an nichts.

Bereits von der Straße aus sehen wir das Wahrzeichen der Region Vinschgau, den im Reschensee stehenden Kirchturm von Altgraun. Mit dem Kirchturm im See und auf der Landseite die Berge des wunderschönen Langtauferer Tals seht ihr ein idyllisches Bild. In dem See wird das Wasser der Etsch, des Rogenbaches und des Karlinbaches gestaut. Der See ist ca. 10 km² groß und ungefähr 45 Meter tief, sofern er komplett gestaut ist. Und gerade durch solch eine Stauung des Sees wurde im Jahr 1950 die kleine Ortschaft Graun und ein Teil des Dorfes Reschen versenkt, insgesamt 677 Hektar Land wurden überflutet. Hierbei wurden viele Häuser zerstört, heute ragt nur noch der Kirchturm der kleinen Dorfkirche St. Katharina aus dem 14. Jahrhundert aus dem Wasser und erinnert an die Ortschaft Alt-Graun.

Der Turm steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Natürlich ist er nicht mehr in seinem Urzustand. Durch das Wasser sind Schäden entstanden und so wurde im Jahr 2009 zunächst das Mauerwerk saniert. Im Anschluss hat man das Dach erneuert und die Zifferblätter restauriert. Der Turm ist ein Wahrzeichen, ein Publikumsmagnet aber auch ein Mahnmal.

Ein Wunderschöner Wanderweg mit einer Gesamtlänge von ca. 15,3 km führt um den Reschensee herum und ihr seht überall Angler, die hoffen, Seeforellen, Barsche, Hechte oder Regenbogenforellen mit nach Hause nehmen zu können. Lasst euch nicht täuschen, wenn ihr ein Stück entlang der Schnellstraße laufen müsst. Der Weg führt auch durch einen kleinen Wald und die Sicht auf den See ist traumhaft.

Wir genießen die Stunden am See, was bei solch einem herrlichen Wetter nicht schwer fällt. Plötzlich und ohne Vorwarnung war es mit dem ruhigen Genießen der Ruhe am See vorbei. Mein Mann hatte die spontane Idee einen Abstecher nach Melago ins Langtauferer Tal zu machen. Wir hätten nicht gedacht, dass uns nur 11,4 km weiter ein solch schönes Tal erwartet.

Langtauferer Tal

Die bergbäuerliche Landschaft besteht aus jahrhundertealten Höfen, Weiler und Almen. Ein wahres Paradies für alle, die abseits von touristisch überlaufenen Wanderwegen die Ruhe suchen. Während der Wanderungen genießen wir einen fantastischen Blick auf die von Gletschern überzogenen südlichen Ötztaler Alpen mit der Weißseespitze und der Weißkugel. Zu empfehlen ist die „Kleine Langtauferer Wanderung“ mit einer Dauer von ca. 4,5 Stunden. Der Steig ist nicht schwierig und beginnt auf den Höhen von Melago, dort, wo auch die Asphaltstraße ihr Ende findet. Und wer jetzt glaubt, dass es hier nur Kühe gibt, der irrt gewaltig. Seht, was wir entdeckt haben …

Vietnamesisches Hängebauchschwein

Melago ist mit 1.915 Meter der höchstgelegene bewohnte Ort. Der Weg ist überwiegend eben und führt euch bis zur Weißkugelhütte, die sich unweit des einst größten Gletschers von Südtirol, dem Langtauferer Ferner befindet. Und natürlich gibt es unterwegs neben anderen Tieren auch Kühe zu sehen.

Bei solch einer wunderschönen Landschaft, darf man nicht den Fehler machen, die Zeit falsch einzuschätzen. Denn mit dem Untergang der Sonne wird es auch rasch dunkel. Es ist ratsam, sich vor einer Wanderung nach der Länge und des Schwierigkeitsgrades des Wanderweges zu erkundigen.

Die Wanderung über den ‚Hinteren Langtauferer Höhenweg‘ wollen wir in einem unserer nächsten Urlaube in Südtirol in Angriff nehmen.

 

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