Monreale – Kathedrale di Santa Maria Nuova
Monreale (sizilianisch: Murriali) ist eine am Hang des Monte Caputo liegende kleine Stadt in der Provinz Palermo. Ungefähr zehn Kilometer von der Küste entfernt liegt sie in einer schönen Hügellandschaft.
Hier erwartete uns in einer Höhe von 300 Metern die größte Kirche Siziliens und die Hauptattraktion der Stadt.
Für die Strecke von Cefalù nach Monreale beträgt die reine Fahrzeit etwas über eine Stunde. Wir entschlossen uns, die Straße entlang der Küste zu nehmen. So dauerte die Anfahrt natürlich etwas länger, da wir zwischendurch die schöne Aussicht genießen wollten und hier und da einen Stopp machten.
Wissenswertes über Monreale
Monreale wurde 1172 als Sitz eines Klosters gegründet.
Doch zurück zu den Anfängen. Wo sich heute auf Sizilien Monreale befindet, gründeten einst die Araber das kleine Örtchen Bulchar. Dies geschah, bevor die Normannen Sizilien eroberten. Im Gegensatz zu Monreale kam diesem Ort jedoch keine besondere Bedeutung zu.
Das Leben in Bulchar änderte sich schlagartig mit der Übernahme der Stadt durch die Normannen. Ihr König, Wilhelm II., veranlasste den Bau der Kathedrale und eines Benediktinerklosters. Die Menschen begannen, sich rund um die Kathedrale anzusiedeln und ließen die Ortschaft wachsen. Monreale entstand!
Zur Finanzierung der Errichtung der Kathedrale wird dir im Ort eine nette Legende erzählt.
Wie Wilhelm II. den Bau der Kathedrale finanzierte
Der Normannenkönig Wilhelm II. nahm einst an einer Jagd auf dem Monte Caputo teil. Diese war so anstrengend, dass er sich völlig erschöpft unter einen Baum legte um sich auszuruhen. Die Müdigkeit übermannte ihn, er schlief ein und begann zu träumen.
In einem dieser Träume erschien ihm die Heilige Jungfrau Maria. Diese berichtete ihm von einem Schatz, der auf dem Monte Caputo verborgen sei.
Sie forderte ihn auf, sich auf die Suche nach dem Schatz zu machen.
Sollte er ihn finden, sei die Errichtung der Kathedrale gesichert.
Neben dem Tourismus bestreiten die Menschen ihren Lebensunterhalt mit Handel und Handwerksbetrieben. Obwohl gerade der Tourismus wichtig für die Stadt ist, ist es dennoch so, dass die Touristen meistens nur im Rahmen ihrer Rundreisen nach Monreale kommen.
Durch die Nähe zu Palermo ist es teilweise so, dass sich Reisende, die Palermo besichtigen wollen, Unterkünfte in Monreale suchen. So haben diese die Möglichkeit, zumindest in den Abendstunden dem Lärm der Großstadt zu entfliehen.
Auch wir legten nur einen Zwischenstopp in der Stadt ein, da wir unseren Fokus auf die imposante Kathedrale gerichtet hatten.
Monreales bedeutendstes Wahrzeichen
Die Cattedrale di Santa Maria Nuova, auch Duomo di Monreale, ist nicht nur das Wahrzeichen, sondern auch das wichtigste Gebäude der Stadt. Sie zieht wahnsinnige Besuchermassen an, so dass hin und wieder die Stadt einem Wallfahrtsort gleicht.

Die dreischiffige, kreuzförmige Säulenbasilika hat eine Länge von 102 Metern, eine Höhe von 35 Metern und eine Breite von 40 Metern. Durch die perfekte Lage der Stadt kann man gleich noch einen tollen Blick über Palermo erhaschen.
Wie schon berichtet, hat der Normannenkönig Wilhelm II. von Sizilien sie im 12. Jahrhundert errichten lassen. Allerdings war die Kathedrale Teil eines riesigen Komplexes, der sowohl einen Königspalast als auch ein Benediktinerkloster beinhaltete.
Erhalten geblieben sind leider nur noch die Kathedrale und der Kreuzgang.
Es wird erzählt, dass die Kathedrale an der Stelle errichtet wurde, an der einige Jahre zuvor eine Madonna erschienen ist.

Außen ist die Kathedrale schlicht in einem normannisch-arabisch-byzantinischen Baustil gestaltet.
Gleich am Eingang sahen wir mit dem Bronzetor der Kathedrale ein Prachtwerk. Es stammt aus der Zeit zwischen 1185 und 1186. Bonanno Pisano hat dieses Bronzetor hergestellt. Auf diesem sind 42 Szenen aus der Bibel abgebildet.
Der Innenraum erstrahlt mit wunderschönen byzantinischen Mosaiken, die sie auch berühmt gemacht haben. Mehr als 6.000 m2 sind mit zum Teil Goldmosaiken verziert.

Beim Betreten der Kathedrale wird man von deren Ausschmückung mit Mosaiken und Marmorverkleidungen ins Staunen versetzt. Atemberaubend schön! Spätestens jetzt wird jedem klar, warum die Kathedrale als eine der Schönsten bezeichnet wird.

Auch in der Kathedrale von Monreale dominiert ein monumentales Mosaik, das Christus als Pantokrator darstellt, den Innenraum. Ein Motiv, das in sehr vielen Kirchen auf Sizilien zu sehen ist. Bei unserem Besuch in der Kathedrale von Cefalù beherrschte diese Darstellung in Mosaikform auch den Innenraum.

Jeweils neun Säulen auf der rechten und der linken Seite unterteilen den Innenraum, so entstehen drei Längsschiffe. Die Säulen sind mit korinthischen Kapitellen ausgestattet.
Als korinthisches Kapitell wird der obere Abschluss einer Säule korinthischer Ordnung (dem jüngsten Baustil der griechischen Antike) bezeichnet.
Die Blätter (Akanthusblätter) sind symmetrisch angeordnet. Aus ihnen heraus bilden sich schneckenförmig Gebilde, die als Helikes bezeichnet werden. Ein weiterer Bestandteil ist der Abakus, der obere Abschluss des Kapitells.
Die Kathedrale befindet sich auf dem Piazza Guglielmo II in Monreale. Von Montag bis Samstag kann sie in der Zeit von 08.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr besichtigt werden. (Stand: April 2024)
Der Kreuzgang
Als einziger verbleibender Teil des ehemaligen Benediktinerklosters ist der Kreuzgang erhalten geblieben.
Während der Kreuzbogengang überdacht ist, liegt der Innenhof im Freien. Ausgestattet ist er mit 26 eindrucksvollen spitzbogigen Arkaden, von denen jede einzelne von Doppelsäulen getragen wird.
Monreale als Filmkulisse
Monreale diente als Kulisse für einige Szenen des Filmes Bruder Sonne, Schwester Mond (1972) von Fanco Zeffirellis.
Nach dieser Stippvisite stand Monte Pellegrino auf unserem Reiseplan, ein Berg, der mit einer berühmten Grotte besticht. Ein weiteres Highlight der Insel erwartete uns.
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