Gent – „de fiere stad – die stolze Stadt“

In Belgien, dort wo die Flüsse Leie und Scheldt zusammenfließen, liegt von Blumenfeldern umgeben die Hafen- und Universitätsstadt Gent.

Bekannt ist Gent für seine Architektur, die aus dem Mittelalter stammt. Durch den damaligen Tuchhandel wuchs Gent zu einer der größten Städte heran. Das Zentrum der Stadt besteht aus mehreren ‚Stadt’kernen, dies deshalb, weil Gent ursprünglich aus vielen Ansiedlungen entstanden ist.

Warum ihr einen Ausflug nach Gent machen sollt? Ganz einfach: Hier pulsiert das Leben und die Stadt ist perfekt für eine Städtetour. Alles ist möglich – Gent verkörpert Geschichte, ein modernes Stadtleben und auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Sightseeing in Gent kann sowohl auf dem Wasser als auch zu Fuß stattfinden.

Unser Stadtrundgang beginnt in der Altstadt. ‚De Kuip‘ – das Zentrum besteht zum großen Teil aus verkehrsberuhigten Zonen, so dass die Fußgänger in aller Ruhe durch die Stadt schlendern können. Da das Zentrum früher tiefer lag als die umherliegenden Burgen, bekam es die Bezeichnung ‚De Kuip‘ – die Wanne.

Ihr werdet immer wieder auf Sehenswürdigkeiten stoßen, egal, in welche Richtung ihr euch bewegt. In Gent ist alles zentrumsnah.

Wir erreichen den Vrijdagmarkt, der mitten im Zentrum der Stadt liegt. Früher war dies der Platz, der das Leben widerspiegelte. Aber auch eine Stätte, auf der zahlreiche Hinrichtungen stattfanden. Ein Platz der Zeremonien, der von wunderschönen Gildehäusern umsäumt ist.

Das Denkmal von Jacob van Arteveld, der Sohn eines reichen Tuchhändlers und einst Regent von Flandern, ziert den Platz. Der ausgestreckte Arm zeigt nach England. Es wird aber erzählt, dass er mit diesem den Menschen den Weg zum Wohlstand zeigen will. Hätte man das Denkmal seinerzeit ein wenig gedreht, würde den Touristen durch den ausgestreckten Arm der Weg zu den Restaurants und Cafés am Platze gewiesen werden.

Von diesem Platz aus solltet ihr unbedingt ein wenig durch die umliegenden Gassen mit wirklich schönen Häusern schlendern.

Einige Zeit flanieren wir durch die sehr beeindruckenden Gassen und entschließen uns, die Burg Gravensteen anzuschauen.

Auf dem Weg zur Burg Gravensteen (im Hintergrund)

Nach einer Weile erreichen wir die Burg. Sie zählt zu den größten Wasserburgen in Europa. Die frühere, am Ufer gelegene Residenz der Grafen von Flandern ist fußläufig sehr gut zu erreichen, da auch sie zentrumsnah liegt. Bei einem Besuch der Burg werdet ihr ins Mittelalter zurückversetzt. Schmale Treppen, die hinauf zu den Türmen führen.  Diese Türme sind verziert mit Zinnen. Obwohl in diesem Gemäuer seit vielen Jahrhunderten niemand mehr lebt, ist es dennoch kein verlassenes „Verlies“. Heute wird hier unter anderem ein Museum geführt. Auch eine Besichtigung der Burg ist möglich.

Besonders gruselig sind die teilweise unterirdisch errichteten Zellen. Kalt, zugig, dunkel und nass ist es hier. Früher waren die Dungeons (Verlies, Kerker) sehr gefürchtet. Hier wurde im Rahmen von Folter Recht gesprochen. Ihr solltet diese nur besichtigen, wenn ihr starke Nerven habt.

Burg Gravensteen

Heute ist Burg Gravensteen ein beeindruckendes und auch wichtiges Wahrzeichen der Stadt.

Da wir uns in der Nähe der Sint-Niklaaskerk befinden, findet diese kurzerhand einen Platz auf unserer Liste der Sehenswürdigkeiten. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Da durch ihren Turm Licht ins Innere der Kirche dringt, wird dieser als „Laternenturm“ bezeichnet.

Sint-Niklaaskerk am Kornmarkt

Der sich in unmittelbarer Nähe befindliche Belfried ist ein 95 Meter hoher im Zentrum der Stadt stehender Turm. Zusammen mit den Türmen der St. Bavo-Kathedrale und der St. Niklaskirche bildet er auf einer Linie stehend die ‚drie torens van Gent‘. Auffällig sind die Wächterfiguren auf den Ecktürmen und der ‚Drache von Gent‘ als Turmspitze. Früher diente der Turm nicht nur als Festungsturm sondern auch als Brandschutzturm. Durch die ‚Klokke Roeland‘ wurden die Bewohner gewarnt und konnten somit bei Angriffen die Stadttore schließen.

Belfried

Wer mich kennt weiß, dass ich nun auch noch die St. Bavo-Kathedrale besichtigen werde. Im Gegensatz zur Sint-Niklaaskerk ist sie eine Bischofskirche. Ein wirklich schönes Gebäude, das man sich einfach anschauen muss. An gleicher Stelle stand auch schon im 10. Jahrhundert eine Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht war. Doch bei dieser „kleinen“ Kirche wollte man es nicht belassen. Die Stadt war reich genug, um stattlichere Kirchen zu bauen.

Die St. Bavo-Kathedrale entstand somit im 15. und 16. Jahrhundert. Sie erstrahlt in Gotik, Barock und anderen Baustilen. Aber nicht nur die Vermischung der verschiedenen Baustile ist sehenswert. Ausgestattet ist die Kathedrale mit Marmor, Eiche, vergoldetem Holz und einer Reihe von Kunstschätzen. So auch das Gemälde ‚Die Verehrung des Lammes Gottes‘, ein Meisterwerk von Jan van Eyck, welches auf dem Genter Alter zu finden ist.

Läuft man durch die Stadt, so stößt man immer wieder auf Wasser und so geht unsere Tour weiter entlang der Grachten – der Graslei und der Korenlei -, die mit einer Vielzahl von schönen Backsteinhäusern gesamt sind. Die Grachten wurden zum Teil im Mittelalter angelegt, um den Schiffen die Möglichkeit zu geben, die Stadt zu erreichen.

Um Gent aus einer anderen Perspektive zu erkunden und erleben ist es ratsam, sich zu einer Grachtenfahrt zu entschließen. Dies kann zum Beispiel mit einem gemieteten Kanu auf eigene Faust geschehen oder aber mit einem größeren Ausflugsboot.

 

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