Schlösser in Bayern – Schloss Linderhof

Wer unsere Reiseberichte aufmerksam verfolgt, wird unser besonderes Interesse an historischen Bauten festgestellt haben. Besonders angetan sind wir von Schlössern.

Bayern ist gesegnet mit Schlössern.  Das liegt insbesondere am Wirken des Bayerischen Königs Ludwig II., der in seiner Regentschaft einige bemerkenswerte Schlösser in Bayern errichtet hat.

Besonders sehenswert ist das Schloss Linderhof, das von König Ludwig II. von 1870 bis 1886 im Stil des Neurokoko errichtet wurde. Das Schloss verfügt über eine große Parkanlage, die ebenso wie das Schloss besucht werden kann.

Das Bild gewährt einen Blick vom Venustempel auf das Wasserparterre und die Hauptfassade des Schlosses.

Im Inneren des Schlosses können die Privatgemächer des Königs besichtigt werden. Der überbordende Prunk solcher Räume wie Spiegelsaal, Gobelinzimmer, Schlafzimmer oder Speisezimmer sind beeindruckend.

Das Audienzzimmer ist besonders prunkvoll mit zahlreichen Goldverzierungen ausgestattet. Parallelen lassen sich ohne weiteres mit Versailles ziehen, denn für Ludwig II. war der französische Sonnenkönig Louis XIV. ein besonderes Vorbild, dem es nachzueifern galt.

Dieses Audienzzimmer hat der zurückgezogene König Ludwig II. so gut wie nie genutzt, sondern mehr als Arbeitszimmer. Dies erklärt auch Tisch und Stuhl unter dem Baldachin. Die Reiterstatue auf dem Kamin aus italienischem Marmor ist eine Darstellung des Französischen Königs.

Die reichlich goldverzierten Kandelaber und die Uhr im Empirestil sind aus Bronze, die Tischplatte aus Marmor. In allen Räumen finden sich Spiegel, wohl auch mit dem Bemühen, die Räume größer darzustellen.

Dieser Kristallleuchter befindet sich im Schlafzimmer des Königs. Vermutlich wurde er mit böhmischen Glas bestückt. Derartige Kronleuchter waren zu dieser Zeit sehr en vogue.

Das Bett des Königs ist in Ludwigs Symbolfarbe blau gehalten. Der Baldachin trägt ein Wappen aus feinster Stickerei. Flankiert wird das Bett von zwei mächtigen Standleuchtern.

Das Speisezimmer hat an der Wand reiche Schnitzereien mit Darstellungen der Landwirtschaft, der Jagd, der Fischerei und des Gartenbaus. Mittels Kurbeltechnik kann der Tisch in der Mitte des Raumes ins Untergeschoss gefahren werden, wo sich die Küche befindet.

Die reich vergoldeten und mit vielen Schnitzereien versehenen Möbel stammen von Franz Seitz (1817-1883). Die Sessel sind mit ornamentierter roter Seide überzogen.

Der Spiegelsaal trägt den Namen zu Recht, denn alle Wände sind mit Spiegeln bedeckt. Zahlreiche Kerzen beleuchteten nachts den Raumen und spiegelten sich in ihnen.
Die Kamine bestehen aus Lapislazuli. Die Möbel sind mit Rosenholz furniert und mit figürlicher Bronze verziert. Die Figuren auf den Kaminen bestehen aus erlesenem Carrara-Marmor.

Über 30 Treppen fließt das Wasser den Hang hinab. Die Kaskadenanlage wird oben vom Musikpavillon und unten von dem Neptunbrunnen abgeschlossen. Unterhalb des Neptunbrunnens befindet sich ein Blumenbeet in Form einer bourbonischen Lilie.

Die künstliche Tropfsteinhöhle mit See und Wasserfall wurde nach dem Vorbild von Hörselberg aus dem ersten Akt der Wagneroper „Tannhäuser“ gestaltet.

Der Landschaftsplastiker A. Dirigl hat diese Anlage 1876/77 gebaut. Im Vordergrund zu sehen ist der vergoldete Muschelkahn. Zur Zeit ist die Grotte bis 2024 wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen.

Die Grotte wurde künstlich geschaffen aus Zement, das von einer Eisenkonstruktion getragen wird. Sie ist mit Landschaftsgemälden versehen, die zum Schutz gegen Nässe mit Wachs überzogen wurden.

Regenbogen-Projektions-Apparat, Wellenmaschine, Wasserfall und Beleuchtungsanlage machten die Szenerie perfekt, wenn sich der König in dem Boot herumschippern ließ.

Durch die Blätter erhascht man einen Blick auf die Terrassenanlage mit dem Venustempel als krönenden Abschluss. Der einem griechischen Tempel nachempfundene Rundbau beherbergt eine überlebensgroße Marmorfigur der Venus .

Viele wunderliche Projekte des Königs wurden nicht umgesetzt, sei es aus Geldmangel oder weil der König seine ursprüngliche Vorstellung fallen gelassen hatte. Errichtet und noch erhalten ist der Maurische Kiosk, ein Gartenpavillon der besonderen Art.

Der Architekt Carl von Diebitsch entwarf diesen Pavillon, der auf der Pariser Weltausstellung von 1867 als Beitrag Preußens gezeigt wurde.

Nach der Weltausstellung ließ der Eisenbahnbauunternehmer Bethel Henry Strousberg sich den Kiosk im Park seines böhmischen Gutes Sbirow aufstellen. Nach dessen Tod erwarb der König diesen Pavillon.

Der König ließ nach dem Erwerb des Maurischen Kiosk dessen Innenausstattung nach seinen Vorstellungen verbessern. Dazu gehört u.a. auch dieser prachtvolle vielfarbige Kronleuchter.

An Pracht übertroffen wird der Leuchter nur durch den Pfauenthron. Man erzählt sich, der König habe des Öfteren auf selbigem gesessen und seinen Träumen nachgehangen oder sich Geschichten aus „1000 und eine Nacht“ vorlesen lassen.

Die Höhe der handwerklichen Kunstfertigkeit des Pfauenthrones, der in Paris gefertigt wurde, ist beeindruckend.

Der Maurische Kiosk ist ein Musterbeispiel für die Orientverliebtheit im 19. Jahrhundert.

Die gesamte Ausgestaltung des Gebäudes lässt nur den Schluss nahe, dass er von nordafrikanischen Handwerkern nach alten Vorbildern erstellt wurde. Eine gewisse Authentizität ist daher nicht auszuschließen.

Das Schloss Linderhof, dessen Hauptfassade wir aus der Nähe betrachten, wurde im Stile des zweiten Rokoko errichtet. Vorbild für den abschließenden Entwurf war das französische Versailles.

Die Schönheit der gesamten Anlage erschließt sich erst, nachdem man den Venushügel hochgestiegen ist. Wenn die Fontäne sprudelt, die Sonne die Farben zum Strahlen bringt und die umgebende Natur im satten Grün steht, hat man die richtige Jahreszeit für einen Besuch gewählt.

Die malerische Anlage lockt viele Besucher und Fotografen an, die sich an dem Schloss nicht sattsehen können.

Eingebettet ist das Schloss, das sich in der oberbayerischen Gemeinde Ettal befindet, in einer bewaldeten Alpenlandschaft.

Die Parkanlage wurde von Hofgartendirektor Carl Joseph von Effner gestaltet, den König Ludwig II. für seine Verdienste adelte. Sie wurde 1880 fertig gestellt und zählt zu den hervorragendsten Beispielen der Gartenkunst des Historismus.

Die Fontäne kann eine Höhe von 22 Metern erreichen. Nur durch den Druck des künstlichen Gefälles wird sie betrieben. Sie wird durch die vergoldete Figurengruppe „Flora und Putten“ beherrscht.

Eine Majolika-Vase aus der Manufaktur Nymphenburg gehört zu den zahlreichen Dekorationen der Parkanlage. Die Terrakotta-Vase wird nach dem ersten Brand mit einer weißen Zinnglasur überzogen, dekorativ bemalt und danach erneut gebrannt. Dadurch verschmelzen Glasur und Farbauftrag und bilden einen dauerhaften Überzug, der auch kalten Witterungen und der Sonneneinstrahlung unbeschadet überstehen kann.

Die Besichtigung des Schlosses Linderhof war ein denkwürdiger Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung geblieben ist.

© 2022 by Travel-See-Xperience

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