Knossos – Chania – Kloster Tzagaroli Monastery

Während der einwöchigen Rundreise auf Kreta erfahren wir, dass die Insel eine umfassende Geschichte vorzuweisen hat. Wir haben viele gut erhaltene historische Stätten und Museen besichtigt.

Die bekannteste historische Stätte auf Kreta ist Knossos. Zum ersten Mal wurde Knossos im Jahr 7000 v. Chr. besiedelt, in der Jungsteinzeit. Die Geschichte reicht über viele verschiedene Zeitperioden. Zudem wurde Knossos, wie viele andere historische Stätte auch, mehrfach zerstört und wieder neu aufgebaut.

Beim Wiederaufbau wollte man einen noch prächtigeren Palast errichten. Hierbei befand sich der wichtigste Flügel im Westen der Anlage. Dort, wo sich auch die religiösen Räumlichkeiten befinden. Das „Reich“ der königlichen Familie befindet sich im Ostflügel. In den anderen Flügeln wurden die Lagerräume sowie die Räume für die Handwerker untergebracht.

Dieser neue Palast wurde durch den gewaltigen Ausbruch des Vulkans auf Santorin erneut zerstört. Reparatur und teilweiser Neuaufbau erfolgten umgehend. 1.200 v. Chr. wurde der Palast derart zerstört, dass er unbewohnbar wurde. Reparaturen oder ein, zumindest teilweiser, Neuaufbau erfolgten nicht.

Heilige Straße von Knossos

Das besondere an Knossos ist, dass wir hier mehr sehen, als bei den anderen Stätten und Ausgrabungsorten. Wir laufen nicht nur durch Mauern, bei denen man lediglich erahnen kann, was diese einst darstellten. Knossos ist noch sehr gut erhalten und wir brauchen oftmals nicht so viel Phantasie, um uns das Aussehen und die Größe der Paläste oder anderen Gebäude vorzustellen. Durch unseren Tourguide erfahren wir, dass die Ausgrabungen wohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefangen haben. Die ‚Heilige Straße‘ ist noch in einem erstaunlich guten Zustand und führt zum Nordportal.

Nordeingang mit Bastion

Knossos ist die meistbesuchte historische Stätte auf Kreta, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass sie von Heraklion aus sehr schnell zu erreichen ist. Während unseres Rundgang wird uns natürlich auch die berühmte Sage von Minotaurus erzählt.

Minos bat Poseidon, den Gott des Meeres und Bruder des Zeus, er möge ihm einen Stier zur Bestätigung seiner Königsherrschaft senden. Dieser sollte Poseidon geopfert werden. Minos erhielt einen prächtigen weißen Stier. Von der Schönheit des Stier ergriffen, brachte er ihn zu seiner Herde und opferte stattdessen ein schlechteres Tier. Hierüber war Poseidon derart entrüstet, dass er in Pasiphae (Minos‘ Gemahlin) eine Liebe zu dem Stier entfachte. Aus dieser Verbindung ging Minotaurus hervor, ein menschenfressendes Ungeheuer. Ein Stierkopf mit Menschenleib.“

Detailaufnahme – Nordeingang mit Bastion

Die Besichtigung von Knossos kann – besonders in den Sommermonaten – recht anstrengend sein. Obwohl Pläne und Hinweistafeln vorhanden sind kommt es durchaus vor, dass man sich in dieser großen Anlage verläuft. Allerdings sind fast alle Ruinen für die Besucher durch Treppen zugänglich gemacht worden.

Das mehrstöckige Gebäude mit dem Megaron der Königin befand sich an der Ostseite. Hier ist das Gelände zum Fluss ‚Kairatos‘ abfällig. Somit war erst das dritte Stockwerk auf einer Höhe mit dem Zentralhof. Mit einem großen Treppenhaus wurde der Höhenunterschied überbrückt.

Großes Treppenhaus

Über dieses Treppenhaus gelangen wir sodann weiter ins Innere der Gemächer.

Wohnzimmer der Königin

Jeder wird erstaunt sein, dass sich das ‚Wohnzimmer der Königin‘ im Untergeschoss befindet. Kamen doch kaum Luft und insbesondere Licht in diesen Raum. Eine befriedigende Antwort kann uns der Reiseleiter hierauf auch nicht geben. Vielleicht deshalb, weil es im Untergeschoss kühler und somit angenehmer zu leben war? Eine Erklärung könnte sein, dass – wie oben beschrieben – das Gelände zum Fluss ‚Kairatos‘ abfiel.

Glaubt man allerdings der These von Hans Wunderlich  waren die „Wohnräume“ in Knossos deshalb im Untergeschoss, weil es sich nicht um einen Palast der Lebenden, sondern um einen Totenpalast handelt. Bestärkt wurde er in seiner Meinung durch die wunderschönen Wandmalereien. So zum Beispiel das Fresko mit den Delphinen in den Räumen der Königin. Lange Zeit sollen Delphine als Befreier der Seelen vom irdischen Körper gegolten haben.

Fresko mit Delphinen im Badezimmer der Königin

Neben diesem Raum im Megaron der Königin befindet sich das Badezimmer. Die Badewanne, die wir hier zu sehen bekommen, ist noch in ihrem Originalzustand.

Badewanne der Königin

Es gab verschiedene Lagerräume, in denen in großen Pithois überwiegend Wein, Öl und Getreide aufbewahrt wurde. Pithois sind Gefäße, die einem Krug ähnlich sehen. Fast 400 dieser Pithois sollen in 23 einzelnen Lagerräumen gestanden haben.

Lager der Pithois

Aber wer hat denn Knossos wirklich ausgegraben?

Arthur Stevans sind die Ausgrabungen, wie sie heute vorzufinden sind, zu verdanken. Ende des 19. Jahrhunderts vermutete er unter dem Gelände wertvolle Funde und erwarb dieses. Mit einer großen Anzahl von Unterstützern legte er in 30 Jahren fast 1.200 Räume frei.

Knossos ist ein absolutes Muss! Wer seinen Urlaub auf Kreta verbracht und Knossos nicht besichtigt hat, hat eine großartige Sehenswürdigkeit verpasst.

Am Abend dieses Tages ist unsere kleine Gruppe zu einer griechischen Hochzeit eingeladen. Danach trennen sich die Wege, einige reisen nach Hause, die anderen bleiben noch auf der Insel.

Wir werden nach dem Fest in unser Hotel in der Nähe von Chania gebracht. In unserer letzten Urlaubswoche wollen wir Chania und Umgebung auf eigene Faust erkunden. Hierzu mieten wir uns zwei Mofas und das Abenteuer kann beginnen. Und wir können euch jetzt schon verraten, dass die Fahrten mit den Mofas teilweise wirklich abenteuerlich waren.  Dazu aber später mehr.

Chania – Hafen

Chania ist eine malerische Hafenstadt, die sich an der Nordküste der Insel befindet. Nach Heraklion ist sie die zweitgrößte Stadt auf Kreta. Sowohl die Altstadt als auch der Hafen sind unversehrt geblieben und bestechen heute mit einem ganz besonderen venezianischem Flair.

Wie viele andere Städte auf Kreta ist auch Chania reich an Geschichte. Die verschiedenen Belagerungen durch Venezianer, Byzantiner und Osmanen haben in  der Stadt ihre Spuren hinterlassen. Durch diese unterschiedlichen Einflüsse findet ihr heute eine der schönsten Städte Griechenlands vor. Die malerisch gestalteten engen Gassen, der venezianische Hafen mit einem imposanten Leuchtturm, die zahlreichen Geschäfte, urigen Tavernen, Cafés und der Charme, der von dieser faszinierenden Stadt ausstrahlt, ziehen auch uns an. In der Nähe des Hafens parken wir unsere Mofas und erkunden die Stadt zu Fuß.

Ägyptischer Leuchtturm an der Hafeneinfahrt

Der Leuchtturm wurde im Jahr 1830 von der ägyptischen Besatzung an der Mole auf den Fundamenten des früheren, venezianischen Leuchtturms errichtet.

Venzezianischer Hafen von Chania

Wir beschließen, bevor wir in eine der zahlreichen Tavernen einkehren, erst einmal einen Rundgang entlang der Promenade zu machen. Wir sind erstaunt darüber, was es hier alles zu sehen und entdecken gibt.

Zunächst passieren wir die Hasan-Pascha-Moschee, eine osmanische Moschee, die auch zugleich die erste auf Kreta war. Ein armenischer Architekt errichtete sie im Jahr 1645 zu Ehren des türkischen Garnisonskommandanten Kücük Hasan Pascha. Bis 1923 diente sie als Gebetsstätte. Nachdem die türkischen Einwohner die Insel verließen, wurde sie mal als Lagerplatz, als Touristeninformationszentrum, aber auch als archäologisches Museum genutzt.

Die Hasan-Pascha-Moschee besteht aus einem kubischen Gebäude mit einer  großen Kuppel und sechs kleineren Kuppeln. Ein Minarett befindet sich an der Moschee nicht mehr. Dieses wurde im 20. Jahrhundert abgerissen und nicht wieder neu aufgebaut. Im Hof der Moschee befanden sich die Gräber von mehreren Paschas und Janitscharen. Aus diesem Grund wird sie oft auch als ‚Janitscharen-Moschee‘ bezeichnet.

Hasan-Pascha-Moschee

Wir beschließen, in eins der zahlreichen Cafés einzukehren und die wunderschöne Stimmung der Hafenpromenade auf uns wirken zu lassen. Von hier aus wollen wir die Altstadt mit ihren urigen Gassen besichtigen.

Tavernen in den urigen Gassen von Chania

Wir laufen über die Halidon-Straße, die wohl bekannteste Straße von Chania, die zum Eingang des alten Hafens führt. Nach einiger Zeit passieren wir die Kathedrale der ‚Drei Märtyrer von Chania‘. Ihr gegenüber befindet sich die Kirche ‚St. Francis‘, die aus einem Tempel und zwei geschlossenen Höfen besteht. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Dann gelangen wir zu den Markthallen von Chania. Zahlreiche Stände mit Obst, Fleisch und Gemüse sorgen für das Wohl der Einwohner.

Markthallen

Wir lassen schließlich den Tag am Hafen in einer Taverne ausklingen.

Das ca. 18 Kilometer entfernte Kloster Agia Triada Tzagaroli Monastery  haben wir nach einem kurzen Zwischenfall mit dem Mofa dann doch noch erreicht. Den Verkehr auf den Straßen von Kreta solltet ihr nicht unterschätzen. Auch, wenn das Kloster abseits gelegen ist, fahren natürlich auch die öffentlichen Verkehrsmittel zu diesen Stätten. Im Gegensatz zu den Reisebussen „brettern“ diese regelrecht über die Straßen. Und so kam, was kommen musste. Ich wurde von einem solchen Bus von der Straße gedrängt und fand mich wenig später auf dem mit Sand und Steinen befüllten Randstreifen wieder. Das linke Knie war ziemlich aufgeschürft. Wir haben es begutachtet, mit Wasser gesäubert und uns wieder auf den Weg gemacht.

An dem Kloster wurden wir von einem sehr alten Mönch in Empfang genommen, der zunächst einmal jedem Touristen einen Raki einschänkte … und offenbar selbst auch jedesmal mit getrunken hat.

Kloster Agia Triada Tzagaroli Monastery

Auch wenn es von außen nicht unbedingt den Eindruck macht, so ist das Kloster eines der reichsten und schönen auf der Insel. Es wurde nahe dem Kap Melecha , den Ausläufern des Berges Stavro und in der Nähe des Flughafen von Chania von den venezianischen Adligen Jeremia und Lawrence Tzagarolo gebaut. Vom Aufbau her ist es dem im Süden der Insel gelegenen Kloster Arkadi sehr ähnlich.

Das Kloster spielt auch heute noch eine wichtige Rolle im religiösen Leben der Insel Kreta. So wird es vom ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel verwaltet. Im Innenhof befindet sich die Kirche von Agia Triada, das wohl eindrucksvollste Gebäude.

Kloster Agia TriadaTzagaroli Monastery

Die Rückfahrt gestaltet sich angenehmer und ohne Zwischenfälle.

An den weiteren Tagen haben wir noch ein paar kleinere Touren gemacht, aber auch Zeit am Strand verbracht, bevor wir vom Flughafen Chania wieder nach Hause geflogen sind

Drei Wochen auf verschiedenen griechischen Inseln haben sehr viele unterschiedliche Eindrücke bei uns hinterlassen und wir sind sicher, dass Griechenland noch sehr viel mehr zu bieten hat.

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