Verona – Auf den Spuren von Romeo und Julia

Mit Verona erwartete uns eine mit Leben und Geschäftigkeit gefüllte Stadt, eben eine typisch italienische Stadt.

Verona liegt am Fuße der Voralpen und in der Nähe des Gardasees. Nördlich umschließt das Monti Lessini die Stadt.

Gegründet wurde Verona von den Rätern und Euganeern in vorchristlicher Zeit. Unter römischer Kolonie befand die Stadt sich ab 89 v. Christus. Bevor Verona 1866 an das Königreich Italien überging, gehörte es ab 1797 Österreich. Die Geschichte hat das Stadtbild entsprechend geprägt.

Ponte di Castelvecchio

Die Ponte di Castelvecchio, auch Ponte Scaligero genannt, ist eine mittelalterliche Brücke, die über die Etsch führt. Und schon sind wir mitten in der Geschichte von Verona angekommen.

Über die Ponte di Castelvecchio erreichten wir das Kastell Castelvecchio mit einem wahrhaft imposanten mittelalterlichen Gemäuer.

Schlendert ihr am Ufer der Etsch entlang, so müsst ihr nicht lange suchen, diese sagenhafte Burg wird euch bereits von weitem ins „Auge fallen“. Diese und natürlich der Innenhof können besichtigt werden. Zum Zeitpunkt unserer Reise war der Innenhof für Touristen frei zugänglich.

Uhrturm

An der Südseite der Burganlage befindet sich der Uhrturm. Im Innenhof befand sich seinerzeit ein großer Platz, der für die Soldaten als Exerzierplatz fungierte. Die Mauern des Castelvecchio sind an den vier Ecken jeweils mit Türmen versehen. Der erste dieser Türme ist der „Uhrturm“. Die anderen Türme gehörten zur Zugbrücke, einer dient einfach nur als Eckturm und der vierte Turm grenzt die Mauer zur Etsch ab.

Basilika San Zeno Maggiore

Die Basilika San Zeno Maggiore soll die schönste Kirche von Verona und gleichzeitig eine der wichtigsten romanischen Kirchen in Norditalien sein, die im 12./13. Jahrhundert erbaut wurde. Sie war früher ein Benediktinerkloster, in dem häufig die deutsch-römischen Kaiser untergebracht waren. Auffallend ist, dass sie über einen separaten Campanile (Glockenturm) verfügt. Den Ehrentitel Basilica minor erhielt sie am 16.06.1973.

Arco dei Gavi

Der Arco dei Gavi befindet sich zwischen dem corso Cavour und dem Ufer der Etsch. Nicht unweit des Castelvecchio wurde er in einem kleinen Park platziert. Allerdings ist dies nicht sein ursprünglicher Standort, dieser war an der Via Postumia, einer Römerstraße in Italien, die von Genua über den Apennin durch die Poebene bis nach Aquileia führte. .

Portoni della Brà

Im Mittelalter wurde Verona stark befestigt. Hierzu gehört auch das mittelalterliche Stadttor Portoni della Brà mit den typischen Zinnen. Das prachtvolle Tor befindet sich an der Corsa Porto Nuova. Es eröffnet den Eingang zum Piazza Brà. Bei genauerer Betrachtung des Bildes ist zwischen den beiden Bögen eine Uhr zu erkennen. Geschmückt ist eine der Säulen mit einer Büste von William Shakespeare sowie einer Plakette, auf der ein Zitat aus Romeo und Julia geschrieben steht.

Die Reiterstatue des italienischen Königs Vittoro Emanuele II wurde anlässlich seines 5. Todestages (1883) errichtet. Er war der erste König Italiens. 1861 gelang es ihm, das Königreich Italien zu vereinen. Dies führte dazu, dass er „Padre della Patria“ genannt wurde, was soviel bedeutet wie Vater des Vaterlandes. Die Statue befindet sich auf der Piazza Brà.

Das wohl bekannteste Monument von Verona ist das römische Amphitheater, die Arena di Verona. Neben dem Kolosseum in Rom und der Arena Capua gehört sie zu den größten noch gut erhaltenen Amphitheatern.

Zum Zeitpunkt der Errichtung durch die Römer befand sie sich am Rand der Stadt, ja sogar außerhalb der Stadtmauern. Mit der Zeit und Weiterentwicklung der Stadt wurde sie zum Bestandteil der Piazza Brà. Fanden in der Zeit der Römer hier vorwiegend Kämpfe der Gladiatoren statt, so dient sie heute überwiegend als Veranstaltungsort.

Wenn wir vor Bauwerken stehen, die bereits so viele Jahrhunderte alt sind, sind wir immer wieder beeindruckt. Zum Zeitpunkt unserer Reise war die Besichtigung der historischen Anlage möglich und frei zugänglich. Inzwischen wird für die Innenbesichtigung ein Entgelt erhoben.

Palazzo Maffei

Während unserer Stadtbesichtigung erreichten wir die Piazza delle Erbe, ein Marktplatz der mit vielen historischen Fassaden aufwartet. Es ist der ältestes Platz Veronas zu dem die Gassen der Altstadt, die zeitweilig wie ein Labyrinth wirken, führen. Früher befand sich zum größten Teil das ehemalige Römische Forum an dieser Stelle. 

Einer der vielen historischen Gebäude ist der Palazzo Maffei mit dem Torre del Gardello. Auf dem Foto oben ist die vor ihm stehende Marmorsäule zu sehen, auf der der geflügelte Markuslöwe dargestellt ist.

Torre dei Lamberti / Arco della Costa

Der Torre dei Lamberti, hier aufgenommen von der Piazza dei Signori befindet sich an der Piazza delle Erbe. Häufig wird er einfach auch nur als „Gemeindeturm“ bezeichnet. Im Jahr 1403 wurde durch einen Blitzschlag die Turmspitze derart beschädigt, dass sie abbrach. Bei der darauffolgenden Restaurierung wurde der Turm auch in der Höhe erweitert. Diese Arbeiten dauerten tatsächlich 16 Jahre (1448-1464). Im Turm sind zwei Glocken installiert. Die in dem 84 Meter hohen Turm integrierte Uhr wurde erst im Jahr 1779 eingebaut. Wir erfuhren während der Stadtbesichtigung, dass er von den Einwohnern auch liebevoll als „Blumenstiel“ bezeichnet wird, da er so hoch über den Platz ragt.

Rechts im Bild sehen wir den Arco della Costa, der aus dem 15. Jahrhundert stammt und den Palazzo della Ragione mit dem Palazzo Domus Nova (einst der Wohnsitz der venezianischen Richeter) verbindet. Dadurch entsteht gleichzeitig eine Verbindung zwischen der Piazza dei Signori und der Piazza della Erbe. Den Namen soll der Bogen bekommen haben, weil im Gewölbe ein Walknochen aufgehängt ist (am oberen Rand des hinteren Torbogens zu erkennen).

Es gibt verschiedene Erzählungen, was dieser Walknochen zu bedeuten hat. Einige behaupten in ihren Erzählungen, dass sich dahinter ein riesiges Monster aus der Berggruppe Monti Lessini verbirgt, andere wiederum sind felsenfest der Meinung, dass dieser Knochen aus der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 stammt. Wir konnten nicht herausbekommen, was es nun wirklich mit dem Knochen auf sich hat.

Die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit auf der Piazza delle Erbe soll der Madonna-Verona-Brunnen sein. Die auf dem im Jahr 1368 errichteten Brunnen stehende Statue wird häufig auch als Jungfrau von Verona bezeichnet. Er ist nicht nur die beliebteste Sehenswürdigkeit, sondern auch das älteste Monument des Platzes. Auf dem Brunnen befindet sich eine Inschrift aus dem IV. Jahrhundert, aus der hervorgeht, dass die Statue mit römischem Ursprung im Jahr 380 in das Forum verbracht wurde.

Auf der Piazza delle Erbe gibt es allerdings nicht nur historische Bauwerke. Viele Cafés laden ein, um bei einem Cappuccino diese wunderschönen alten Bauwerke anzuschauen und in dem tollen Blick über den Platz zu schwelgen.

Dante-Monument

Von der Piazza delle Erbe gelangten wir über die Via della Costa zur Piazza dei Signori. Dieser Platz entstand durch den Bau der Paläste, in denen vorrangig in der Skaligerzeit das politische Leben geregelt wurde. Und so wurden wir auch hier von prächtigen Gebäuden „erschlagen“. Interessant zu sehen war, dass die Tore und Arkaden die Gebäude untereinander verbinden, so dass der Eindruck eines Atriums entsteht.

Direkt in den Blick fiel uns das ca. drei Meter hohe Dante-Denkmal, welches aus weißem Carrara-Marmor errichtet wurde. Die Statue zeigt den berühmten italienischen Dichter Dante Alighieri (Dantes Inferno), der den größten Teil seines Lebens in Verona verbracht hat. Es wurde anlässlich des sechshundertsten Geburtstages des Dichters aufgestellt. Bedingung soll allerdings gewesen sein, dass das Dante-Denkmal mit dem Rücken zur Via delle Fogge aufgestellt wird.

Dante-Denkmal vor der Loggia del Consiglio

Auf der Piazza dei Signori befindet sich gleich hinter dem Dante-Denkmal die Loggia del Consiglio, ein Gebäude, in dem zunächst die Sitzungen des Obersten Rates abgehalten werden sollten.

Der Bogen, der sich hinter dem Dante-Denkmal befindet, trennt die Piazza die Signori von der Via delle Fogge. Auf ihm befindet sich die Statue von Giorlamo Fracastoro (ein italienischer Arzt), der eine Kugel hält, die wiederum die Welt repräsentiert.

Das Leben in Verona pulsiert. Maler haben ihre wahre Freude an den alten Bauten.

In Verona erwartet dich im Prinzip an jeder Ecke eine Sehenswürdigkeit. Durch die vielen Statuen, Brunnen und wunderschönen zum Teil kleinen Plätze erhält die Stadt einen ganz besonders romantischen Charme. Hierzu gehört für uns ein ganz spezielles Highlight, das wir uns bis zum Schluss aufgehoben haben. Ich wage zu behaupten, wer das nicht gesehen hat, hat Verona nicht wirklich erlebt.

Von der Piazza dei Signori liefen wir zurück zur Piazza delle Erbe, um von dort auf die Via Capello abzubiegen. Nach nur wenigen Schritten erreichten wir die Casa di Giuletta, das Haus, an dem sich der berühmte Balkon aus Romeo und Julia befindet.

Das Elternhaus der Julia Capuleti (die eigentlich Del Capello hieß) ist ein Skaligerbau und war Eigentum der Familie Del Capello, was aus einem im Hinterhof befindlichen Wappen im Gewölbebogen hervorgeht. Die Stadt Verona erwarb im Jahr 1905 das Haus. Mittlerweile befindet sich in dem Haus ein Museum.

Vorbereitet auf wahre Pilgerströme, die zum Haus von Julia strömen, waren wir bei unserer Ankunft angenehm überrascht. Wir hatten das unsagbare Glück, dass wir in diesem kleinen Innenhof fast alleine waren und uns so in Ruhe alles anschauen und fotografieren konnten. Allerdings erfuhren wir hier auch, dass der Balkon erst nachträglich angebaut wurde.

Das Anfassen der Statue war erlaubt und dazu gibt es auch eine Legende die folgendes besagt: „Denjenigen, die Julias rechte Brust streicheln, wird eine glückliche Liebe beschert.

Diese Sehenswürdigkeit sollte sich wirklich kein Besucher der Stadt entgehen lassen.

Verona hat jede Menge zu bieten. Du kannst dich ohne weiteres mehrere Tage in der Stadt aufhalten oder aber dich auch nur im Rahmen eines Roadtrips durch Italien auf einen Teil der Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Wir waren mit der Auswahl der Sehenswürdigkeiten bei unserem Zwischenstopp in Verona rundum zufrieden.

Wenn ihr an mehr Ideen für eine Italien-Rundreise Interesse habt, könnt ihr auf unseren Bericht über Vicenza gespannt sein.

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