Lalitpur

Eine der Nachbarstädte von Kathmandu ist Lalitpur (früher Patan). Sie ist die drittgrößte Stadt Nepals mit über 250.000 Einwohner. Sie wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von der Kirat Dynastie gegründet und war Jahrhunderte lang die Hauptstadt eines eigenen Königreiches, bevor sie dann unter König Prithvi Narayan Shah im Jahr 1768 in das Königreich Nepal eingegliedert wurde.

In ihrem Zentrum liegt der Patan Durbar Square, der voll von alten Plätzen, Tempeln und Schreinen ist. Die meisten Bauten wurden durch das Erdbeben von 2015 zerstört. Man bemüht  sich seitdem um eine Rekonstruktion.

Eins der Eingangstore zu dem Bezirk.

Bhimsen Tempel

In diesen Pagodenbauten sind kunstvoll Mauerwerk und Holzschnitzereien miteinander verbunden. Einer dieser Bauten ist der Bhimsen Tempel, der sich am nördlichen Ende des Durbar Platzes befindet. Nach einem Feuer wurde dieser Tempel 1682 umfassend neu aufgebaut. Nach Erdbeben 1934, 1967 und 2015 wurde jeweils das Gebäude wieder errichtet. Der Tempel ist Bhimsen gewidmet, einem der fünf Pandavas. Die Pandavas sind im indischen Epos Mahabharata die fünf Söhne des Königs Pandu mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri.  Er gilt als Gott des Handels und der Geschäfte.

Tribhuvan Museum, Royal Palace Museum

Dies ist der prachtvolle Eingang zum Tribhuvan Museum, Royal Palace Museum, umrahmt von zahlreichen Bildern und einer goldenen Eingangstür. Links und rechts neben dem Eingang stehen zwei stark bemalte steinerne Löwen.

Dieses ist eines von drei Museen, die anderen heißen Mahendra und Birendra Museen. Alle drei Museen liegen im Hanuman Dhoka Palast, dessen Errichtung von den Rana Königen begonnen und weiter bis ins späte 19. Jahrhundert durch die Malla und Shah Dynastien fortgesetzt wurde. Bis 1886 lebten die Nepalesischen Könige in diesem Palast, der nach dem indischen Affengott benannt ist. Auch dieser Palast erlitt durch das Erdbeben 2015 schwere Schäden.

Der Eingang aus etwas weiterer Entfernung aufgenommen. Auf dem Sockel verhüllt thront Hanuman.

Maha Kala Bhairava

Bhairava (Maha Kala Bhairava) (Sanskrit: भैरव, wörtlich schrecklich) ist eine hinduistische tantrische Gottheit, die von Hindus verehrt wird. Im Shaivismus ist er eine heftige Manifestation von Shiva, die mit Vernichtung verbunden ist.

Im Trika-System repräsentiert Bhairava die höchste Realität, gleichbedeutend mit Para Brahman.  Im Hinduismus wird Bhairava im Allgemeinen auch Dandapani genannt (da er eine Stange oder Danda hält, um Sünder zu bestrafen) und Swaswa bedeutet „dessen Fahrzeug ein Hund ist“.

Im Vajrayana-Buddhismus wird er als heftige Emanation von Boddhisatva Mañjuśrī angesehen und auch Heruka, Vajrabhairava und Yamantaka genannt.

Die Skulptur stammt aus dem 6. Jahrhundert. Diese Manifestation wird als Schutzgott des Landes verehrt.

Shiva-Parvati-Tempel

Der Shiva-Parvati-Tempel steht im Westen des Hanuman Dhoka Palastes. Ein Alleinstellungsmerkmal dieses Tempels ist die Rechteckform und, dass er nur über ein Dach verfügt.

Die Löwenfiguren vor dem Tempel sind zwischenzeitlich durch Bronzene Löwenfiguren ausgetauscht worden oder die Farbe ist abgegangen.

Jeder Zentimeter der Tempelmauer wurde im 18. Jahrhundert von Bahadur Shah erbaut und ist mit immens komplizierten Schnitzereien bedeckt. Aus der Ferne im äußeren Teil des Durbar Platzes bemerkt man ein Paar, das durch ein Fenster eines zweistöckigen Gebäudes in einen Innenhof blickt.

Tatsächlich sind es die Abbilder von Shiva und Parvati, die im Fenster genau in der Mitte des obersten Stockwerks des Tempels installiert sind. Die auffälligen Figuren in Weiß und Blau tragen farbenfrohe Accessoires und segnen die Besucher.

Auf dem Platz herrscht geschäftiges Treiben.

Immer streng bewacht ist die Steinfigur des Narasimha, einer Inkarnation des Gottes Vishnu. Er ist halb Mensch und halb Löwe und bildet die vierte Avatara Vishnus. Die Figur zeigt den Augenblick, als er Hiranyakashipu tötet.

Hanuman Dhoka Palast

Ein Blick auf den Innenhof des Hanuman Dhoka Palastes mit den angrenzenden Gebäuden. Nach dem Erdbeben sind auch weite Teile dieses Palastes in der Restaurierung.

Im Hintergrund sieht man die grünen Dächer der Taleju-Pagode, die während der Malla-Dynastie entstanden ist. Sie wurde 667 während der Herrschaft des Königs Shree Niwas Malla erbaut. Im Kathmandu-Tal gibt es drei Tempel, die dieser Indischen Gottheit geweiht sind. Die zweite befindet sich auf dem Kathmandu Durbar Platz und die dritte auf dem Bhaktapur Durbar Platz.

Von den oberen Rängen des Palastes eröffnet sich ein fantastischer Ausblick über Lalitpur bis zu den Berghängen.

Zur anderen Seite erkennt man die Pagode des Königspalastes und dahinter die Dächer der Taleju-Pagode. Es wird wohl länger dauern, bis dieser Ausblick wieder Besuchern zugänglich wird.

Während der Corona-Krise hat Nepal die Grenze nur noch nach Indien offen. Zahlreiche Rückkehrer, die in Indien gearbeitet haben, infizierten die Bevölkerung. Der Tourismus, die Haupteinnahmequelle des Landes ist versiegt.

In Kathmandu und in  anderen Orten Nepals finden Demonstrationen statt. Der Lockdown wird zur tödlichen Bedrohung, insbesondere für die Armen im Lande, von denen es viele gibt. Die Folgen des Erdbebens sind noch immer präsent.

Durbar Square

Durbar Square heißt Königsplatz. Insgesamt drei gibt es in Nepal, und zwar in Kathmandu, Bhaktapur und in Lalitpur. Ein bekanntes Motiv. Rechts befindet sich der Königspalast, davor liegen verschiedene Tempel. Der markanteste davon ist der in Sandstein gebaute Hindu-Tempel.

Der Krishna Mandir Tempel wurde 1637 gebaut.  König Siddhi Narasigh Malla ließ den Tempel im Shikara-Stil erbauen. Von den drei Stockwerken ist der erste Krishna geweiht, der zweite Shiva und der dritte Lokeshwor. Szenen aus dem Ramayana, die in Newari-Schrift erzählt werden, schmücken das Innere des Tempels.

Die Fassade des Königspalastes ist reich mit bemalten Holzschnitzereien geschmückt.

Ganga

Auf dem Mul Chowk, dem ältesten und größten Platz im Königspalast von Lalitpur, befindet sich die Statue der Flußgöttin Ganga. Sie thront auf einer Schildkröte. Sie ist die Personifikation des Ganges.

Mul Chowk

Die ursprünglichen Gebäude um den Hof wurden 1662 durch einen Brand zerstört und nur drei Jahre später von König Srinivasa Malla wieder aufgebaut. Im Zentrum steht der Vidya Tempel.

Vidya Tempel

Obgleich es eines der Hauptziele für touristische Exkursionen ist, bemerkt man die Verträumtheit und Ruhe des Platzes.

Yoganarendra Malla

Einer der Säulen auf dem Durbar Platz ist die König Yoganarendra Malla-Säule. Hinter der Figur des Königs bäumt sich eine Kobra auf, auf deren Kopf ein Vogel sitzt. Die Kobra symbolisiert die Schlangengeister, die in Nepal für die Fruchtbarkeit des Bodenanbaus und den Regen im Tal zuständig sind.

Die Säule wurde 1700 errichtet. Der König verstarb fünf Jahre später.

Krishna Mandir Tempel

Der Krishna Mandir Tempel darf nur von Hindus betreten werden. Aber auch von außen bietet er eine imposante Erscheinung.

Eingang des Patan Museums

Der Eingang des Patan Museums im Königspalast ist spektakulär wegen der golden Tür des Eingangs und dem darüber befindlichen goldenen Fenster. Im goldenen Fenster  ist Bodhisattva Avalokiteshvara dargestellt, der alle hinduistischen Gottheiten aus seinem Körper ausstrahlt.  Über ihm befinden sich Formen von Vishnu (oder Shiva und Parvati) und unter dem Fenster Garuda.

Im Museum sind hinduistische und buddhistische Götterfiguren und andere Kunstobjekte zu besichtigen.

Garuda

Der Göttervogel Garuda, das Reittier Vishnus, ist in einer menschlichen Gestalt mit einem Flügelumhang abgebildet. Sie wendet sich mit den gefalteten Händen dem Krishna-Tempel zu.

Vishnavath-Tempel

Der 1627 erbaute Vishnavath-Tempel ehrt den Gott Shiva. Die Dachträger sind mit erotischen Schnitzereien verziert. Im Tempel befindet sich auch eine Steinlinga.

Goldener Tempel

Der goldene Tempel, Hiranya Varna Mahavihar (हिरण्यवर्ण महाविहार) oder lokal Kwa Bahal (क्वबहा) genannt, gehört zu den schönsten Tempeln in Lalitpur. Er wurde 1409 von dem König Bhaskar Verma erbaut und ist ein Buddhistisches Kloster. Natürlich besteht der Tempel nicht aus Gold sondern aus poliertem Kupfer, was ihm den goldenen Schein verleiht.

Am Eingang stehen zwei Wächterelefanten mit Reitern. Die Fassade ist von einer Vielzahl glänzender Buddhistischer Figuren bedeckt.

Der Hof ist mit Gebetsmühlen und Dutzenden von Bronzestatuen und Statuetten von Göttern, Göttinnen und Beschützern wie Löwen umgeben. Die langen, goldfarbenen Plaketten, die vom Dach des Tempels bis zum Boden hängen, werden Pataka genannt und sollen eine Rutsche sein, von der die Götter herabsteigen können, wenn Menschen zu ihnen beten.

Unser nächstes Reiseziel ist Nagarkot,  ein Platz, der ultimative Aussichten bietet.

Nagarkot

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