Agrigent – Valle dei Templi
Was fällt dir zu Agrigent auf Sizilien ein? Wir verbinden mit der Stadt das berühmte Tal der Tempel.
Dieses erhebt sich mit den Ruinen der antiken griechischen Stadt Akragas auf einem Plateau zwischen Agrigent und dem Meer. Und genau wegen dieser Lage empfanden wir die Bezeichnung „Tal der Tempel“ ein wenig irreführend.
Doch auch die Altstadt mit ihren Gassen, in denen sich Cafés, Restaurants und Souvenirläden befinden, lohnt einen Besuch.
Agrigent ist eine Stadt an der Südküste Siziliens zwischen Selinunte und Syrakus. Sie befindet sich ungefähr vier Kilometer vom Meer entfernt auf einer Anhöhe. Und so relativiert sich die Bezeichnung „Tal der Tempel“ auch wieder. Denn die Stadt blickt durch ihre Lage auf die Tempel herab.
Bekannt geworden ist Agrigent durch seine weitläufige Ausgrabungsstätte mit teilweise gut erhaltenen Tempeln. Die Stadt wurde im Übrigen bis 1927 Girgenti genannt.
Das Geburtshaus des Nobelpreisträgers für Literatur, Luigi Pirandello befindet sich in der Nähe der Altstadt.
Der Schriftsteller und Dichter Pirandello bezeichnete Agrigent als „Die schönste Stadt der Sterblichen.“
Von Agrigent zum Valle dei Templi sind es etwas mehr als zwei Kilometer.
Geschichte der Stadt
Agrigent war seit den prähistorischen Zeiten besiedelt. Nachdem sich hier verschiedene Völker angesiedelt hatten, wurde sie schließlich die griechische Stadt Akragas. Die Stadt gehörte zu den bedeutendsten und einflussreichsten Städten und stand in ständiger Konkurrenz mit Syrakus. Gegründet wurde sie von Gelesi-Siedlern, die sowohl von Rhodos als auch von Kreta abstammten.
406 v. Chr. allerdings musste Agrigento die Macht abgeben, da die Karthager die Stadt stürmten und besetzten, um sie sodann niederzubrennen. Somit war Agrigentos Macht gebrochen.
Der Wiederaufbau der Stadt und der Tempel erfolgte sodann durch die Römer, fortan wurde die Stadt Agrigentum genannt.
Die Araber änderten den Namen erneut um in Gigenti und bauten sie wieder auf.
Vom 14. bis zum 15. Jahrhundert erlebte Agrigent durch den Handel mit Getreide und Salz eine Blütezeit, um schließlich unter der Herrschaft der Bourbonen den Niedergang zu erleiden.
Ein Archäologenteam fing 1920 damit an, Ausgrabungen durchzuführen. Langsam erblickten die Tempel wieder das Licht der Welt. Seit 1927 trägt die Stadt den Namen Agrigento (auch Agrigent).
Besichtigungstour
Die Tour durch die Tempelanlage kam einer Reise in die Vergangenheit nahe, bei der uns an der ein oder anderen Stelle der Atem stockte. Bewundernswert, was die Menschen damals geschaffen haben!

Das Tal der Tempel ist eine archäologische Stätte, die wunderbare und zum Teil gut erhaltene Tempel aufweist.
Die Anlage ist nicht nur die bekannteste auf Sizilien, sondern seit 1997 auch ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Zeus-Tempel soll der größte auf Sizilien gewesen sein. Leider sind heute nur noch Teilstücke zu erkennen und es fällt schwer, sich ein Bild davon zu machen, wie er früher gestaltet war.
Direkt vor ihm befindet sich auf dem Boden liegend der acht Meter hohe Telamon. Insgesamt gab es zwei von diesen Statuen. Zusammen mit den Säulen des Tempels stützten sie die Konstruktion des Daches.
Der Tempel wurde zu Ehren des Gottes Zeus im Jahr 480 v. Chr. errichtet, nach dem Sieg über die Karthager.

Der archäologische Park von Agrigent ist sehr weitläufig. In der Ferne (rechts im Bild) sieht man bereits Überreste der acht Säulen des Herakles-Tempels. Diese Säulen wurden 1924 aufgerichtet. Der an der südlichen Stadtmauer zu besichtigende Tempel ist der älteste der Stadt.
Der Tempel ist 74 Meter lang und 28 Meter breit. Insgesamt 38 Säulen sorgten für die Standhaftigkeit des über 16 Meter hohen Bauwerks.
Leider ist der Herakles-Tempel nicht wieder rekonstruiert worden. Seine Steine liegen über das Gelände verteilt. Wenn du Glück hast, so findest du auf deiner Wanderung durch das Areal noch mit Stuck verzierte Bauteile.
Mit dem Concordia-Tempel erlebten wir eine Überraschung. Der dorische Tempel war auf der kompletten Anlage der am besten erhaltene.
Errichtet wurde er in der Zeit von 440-430 v. Christus. Durch dieses imposante Bauwerk wurde die Macht der Griechen mehr als deutlich dargestellt.
Wenn du die zahlreichen Stufen überwunden und oben angekommen bist, wirst du mit einem wunderbaren Fernblick, der bis zum Meer reicht, belohnt.
Dieser Tempel hat noch eine weitere Besonderheit, die vielleicht ein Grund dafür ist, dass er so gut erhalten geblieben ist. 597 n. Chr. wurde er als Basilika genutzt. Leider wurden vor der Nutzung als Basilika sämtliche “Götzenbilder” zerstört.
In Erfahrung bringen konnten wir nicht, wem der Tempel ursprünglich geweiht wurde.

Wieviel Zeit solltest du für eine Besichtigung einplanen?
Du kannst dir einen ganzen Tag Zeit nehmen, um das „Tal der Tempel“ zu besichtigen. Die Wanderung führt dich nicht nur entlang der wunderbaren historischen Stätten. Auch landschaftsmäßig ist sie ein Erlebnis.
Wahrscheinlich wirst du außer in Griechenland nirgendwo so viele interessante Tempel zu sehen bekommen.
Praktische Tipps
Bevor du dich auf den Weg in das Tal der Tempel machst, ist es wichtig, sich mit Wasser zu versorgen. In der Anlage selbst gibt es keine Möglichkeit, etwas zu kaufen.
Denke auch an Sonnenschutz!
Du kannst das Tal der Tempel durch zwei Eingänge betreten. Direkt neben dem Juno-Tempel und zum anderen durch die Porta Quinta.
Öffnungszeiten: Täglich von 09.00 Uhr – 19.00 Uhr.
Eintrittspreis: 10,00 Euro pro Person / Kombiticket (incl. Archäologisches Museum von Agrigento) – 15,50 Euro. (Stand: Februar 2024)
Wir setzten unsere Reise fort, checkten in dem Städtchen Piazza Armerina in unser Hotel ein und gingen am nächsten Tag auf Entdeckungsreise in die berühmte Villa Romana del Casale.
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