Bad Nauheim – Sprudelhof, Walk of Fame und Trinkkuranlage

Bad Nauheim hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die es zu besichtigen gibt. Wer zum ersten Mal in der Stadt ist, stellt sich wahrscheinlich die Frage: Wo fange ich denn am besten an?

Natürlich mit einer historischen Sehenswürdigkeit und dem Wahrzeichen der Stadt, dem Sprudelhof!

Der Sprudelhof ist eine ehemalige, im Jugendstil errichtete Kuranlage in Bad Nauheim, die sich dem Kurpark direkt anschließt. Sie entstand in den Jahren von 1905 bis 1911 auf Veranlassung des Großherzogs Ernst-Ludwig von Hessen und bei Rhein und stellt ein wahres Gesamtkunstwerk dar.

Schon bei meinem ersten Besuch im Jahr 2016 war ich von der Anlage ziemlich begeistert und heute stelle ich fest, dass diese Begeisterung immer noch vorhanden ist. Ich bin von diesem Ensemble fasziniert. Stundenlang könnte ich mich in dieser mit vielen kleinen Einzelheiten und etlichen Details ausgestatteten Umgebung aufhalten … was ich letztendlich auch gemacht habe.

Leuchtend weiß strahlen die mit Muschelkalkstein versehenen Gebäude im Sonnenlicht. Große Uhrentürme ragen empor und untermauern die Dominanz des ganzen Ensemble.

Auf dem Foto oben ist ein imposantes Becken mit einer sprudelnden Fontäne zu sehen, welches sich im Zentrum des Sprudelhofes befindet. Dieses Zentrum wiederum ist von Arkaden umschlossen, in denen sechs Badehäuser beherbergt sind. Ich habe Glück und treffe einen Bad Nauheimer Bürger, der mir erklärt, dass größtenteils alles noch im Original vorzufinden ist.

Der Brunnen wurde mit verschiedenen Skulpturen verziert. Ausgerechnet diese sind jedoch nicht mehr die Originale, da sie 1978 erneuert werden mussten.

Ich erfahre bei meinem Rundgang allerdings auch etwas Technisches. So wird die Versorgung der Badewannen mit dem Heilwasser aus den Quellen durch ein Rohrsystem sichergestellt, das unterirdisch verläuft.

In Badehaus 3 befindet sich der Schmuckhof mit einem Wasserbecken. Die blauen und rotbraunen Mosaikmuster verzieren die Wartehalle, wodurch eine ganz besondere Stimmung erzeugt wird. Eine angenehme Atmosphäre lädt zum Verweilen ein. Die Mosaike stammen von der Königlichen Bayerischen Hofmosaik- und Kunstanstalt.

Auffallend sind auch die eindrucksvollen zahlreichen Buntglasfenster. Überall in dieser wunderschönen Anlage spiegelt sich der Bezug auf das Wasser als heilende Kraft wider.

Schließlich sollte auch noch der aus Bronze gegossene Löwe erwähnt werden. Hierbei handelt es sich um den „Hessischen Löwen“, der vom dem Bildhauer Heinrich Jobs entworfen wurde. Er symbolisiert das Wappentier des seinerzeitigen Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Seit dem 31.03.1969 hat er seinen Platz im Sprudelhof.

Der Sprudelhof ist ein absolutes Muss für jeden, der zu Gast in Bad Nauheim ist. Die Anlage als Ganzes, aber auch jedes noch so kleine Detail sind es wert, besucht zu werden.

Für mich geht es nun weiter Richtung Stadt über den Walk of Fame, auf dem Bronzeplatten platziert sind. Hierauf stehen die Namen berühmter Persönlichkeiten, die Bad Nauheim besucht haben.

  • Bad Nauheim Walk of Fame
  • Bad Nauheim Walk of Fame

So war zum Beispiel Sisi in der Zeit vom 16.07. bis 29.08.1898 zu einer Badekur in Bad Nauheim und Franklin Roosevelt begleitete seine Eltern in den Jahren von 1891 bis 1896 zu verschiedenen Kuraufenthalten. Franklin Roosevelt hat während seines ersten Aufenthaltes mit neun Jahren sogar für mehrere Wochen die städtische Volksschule besucht. Früher war der Walk of Fame in der Nähe der Kolonnaden. Mittlerweile – seit 2019 – befindet er sich in der Nähe des Rosengartens. Nach mehrfachen Diskussionen wurde offensichtlich ein Platz gefunden, an dem die Bronzeplatten nicht stören und die Menschen nicht Gefahr laufen, auf ihnen auszurutschen. Vom Walk of Fame sind es nur wenige Meter bis zur Trinkkuranlage.

Die Anlage enthält eine Konzertmuschel, der ein Wasserbassin vorgelagert wurde. Daneben gibt es eine Milchkurhalle, die Trinkhalle, den Kurbrunnentempel sowie einen Garten und die dazugehörenden Wandelgänge.

Auch die Trinkkuranlage wurde von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein in Auftrag gegeben. Sie wurde in den Jahren von 1910 bis 1912 unter Leitung des Architekten Wilhelm Jost erbaut.

Das Herzstück dieser gelungenen Anlage ist der Kurbrunnentempel. Ein achteckiges Gebäude, dessen schmiedeeisernen Tore mit Vögeln und Blüten verziert sind.

Der Ausschankbrunnen wurde mit einer vergoldeten Kuppel versehen, insgesamt bietet die Anlage dem Gast Ruhe und Entspannung. Leider konnte ich während des Aufenthaltes die Anlage nicht von Innen besichtigen, da sie während der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen bleiben musste. Dennoch habe ich, soweit es mir möglich war, versucht, zumindest Fotos vom oberen Innenraum zu fertigen.

Der obere Teil mit schönen Wandverzierungen und dem Abgang zum Heilwasserbrunnen

Blick in den unteren Teil

Im Übrigen wurde dieser Kurbrunnentempel zum „Baptisterium des Heilwassers“ erhoben.

So beschrieb Erich Kästner das Heilwasser der Bad Nauheimer Trinkquellen. Ob es tatsächlich so ist, kann ich nicht sagen, da ich es nicht getestet habe. Probiert es einfach selbst einmal aus.

Die Konzertmuschel ist nicht ganz so attraktiv wie die Trinkbrunnenanlage, dennoch gehört sie zum Ensemble.

Sie ist ebenso wie die Wandelhallen schlicht und einfach aus Beton erbaut worden. Deutlich zu sehen ist, dass auf jegliche Verkleidung des Inneren der Muschel verzichtet wurde. Lediglich die Oberfläche des Betons wurde mit einem entsprechenden Steinmetzeisen, das sog. Scharriereisen entsprechend bearbeitet und erhielt dadurch die verschiedenen Kassetten.

Die Anlage ist insgesamt ziemlich offen gestaltet. Unter der Anwendung von Muschelkalk wurden die Säulen und Gesimse entsprechend errichtet. Die Wandelhallen wurden mit flachen Dächern bestückt. Um ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen, hat man die Decken in den Wandelhallen goldgelb verputzt.

Die Dächer der weiteren Gebäude sind mit holländischen Pfannen gedeckt.

In meinem nächsten Beitrag von Bad Nauheim werde ich auf den Spuren von Elvis Presley wandeln und euch durch den alten Stadtkern mit vielen Fachwerkhäusern führen.

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