Villa Romana del Casale: Antikes römisches Luxuslandhaus in Piazza Armerina
Piazza Armerina liegt an den Hängen des Mira-Hügels im Landesinneren in der Nähe von Enna.
Hier besichtigten wir den größten Schatz des Dorfes, die Villa Romana del Casale. Diese befindet sich ungefähr fünf Kilometer südwestlich der kleinen Stadt am Hang des Monte Mangone.
Wenn du die Villa besichtigst, kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie beherbergt 40 Räume und ist somit wohl das luxuriöseste Landhaus einer Familie der römischen Aristokratie. Darüber hinaus konnten wir hier die berühmtesten Mosaike Italiens bewundern.
Die Villa Romana del Casale gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir haben auf unseren zahlreichen Rundreisen schon sehr viele Mosaike angeschaut. Etwas vergleichbares ist uns allerdings nicht in Erinnerung. Insgesamt umfasst die Fläche ungefähr 3.000 m2!
1929 begann die Freilegung der Boden- und Wandmosaike. Bei diesen Arbeiten sollen neben Statuen auch Säulen entdeckt worden sein.
Durch die vielen Mosaike wird dir die Möglichkeit eröffnet, einen Einblick in das antike römische Leben zu bekommen.

In einem Raum, der als „Kleine Jagd“ bezeichnet wird, befinden sich Mosaike, auf denen verschiedene Jagdszenen dargestellt werden.
So werden dort unter anderem Szenen von der Opferung an die Götting Diana, die Göttin der Jagd, abgebildet.
Sogar die Szene von feiernden Jägern unter einem Baldachin entdeckten wir. Sie sitzen im Halbkreis und trinken.
Es ist erstaunlich, wie gut die Mosaike trotz ihres hohen Alters erhalten sind. Uns wurde als Grund dafür erklärt, dass es daran liegt, dass sie im 12. Jahrhundert durch einen Erdrutsch verschüttet wurden. Das Gebäude stürzte teilweise ein und vergrub die Mosaike. Dadurch wurden sie sozusagen „konserviert“.
Um die Mosaike zu schonen, werden Besucher bei einer Besichtigung über angelegte Holzstege durch die Villa geführt.
Die Mosaike stellen verschiedene Themen dar. Du bekommst bei deiner Besichtigungstour Eindrücke aus der Mythologie, der Natur, aber auch allgemeinen Szenen eines normalen Tages vorgestellt.

Bei der Besichtigung der Villa durchläufst du vier Bereiche. Zunächst gelangst du zu dem doch recht großen Eingang mit einem Innenhof. Außer dem Haupttrakt befindet sich in der Villa ein Saal, der wiederum in drei Teile eingeteilt ist. Zum Schluss hast du die Möglichkeit, eine Thermalanlage zu besichtigen.
Dass die Villa in vier Bereiche aufgeteilt wurde, ist der Tatsache geschuldet, dass sie am Hang des Monte Mangone erbaut wurde. Jeder einzelne der vier Bereiche wurde somit auf einer eigenen Ebene errichtet.

Das wohl berühmteste Mosaik der Villa Romana del Casale befindet sich im Zimmer der Palestriti. Es ist die Darstellung der „Bikini-Mädchen“. Diese betreiben in der damals für Sport typischen römischen Kleidung Gymnastik.

Die Villa stammt aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. und zum Zeitpunkt der Errichtung ist man der Verbildlichung von Sinnesfreuden noch nicht mit christlicher Moral begegnet. So war es üblich, dass außer den Jagdszenen auch Szenen mit halbnackten Menschen abgebildet wurden. Neben Feierlichkeiten sind aber auch Tötungsszenen nicht unüblich.
Geschichts- und Kulturfreunde werden von den Mosaiken in der Villa begeistert sein. Sie sind nicht nur einzigartig und beeindruckend, sondern teilweise auch überdimensional groß. Ein Ort, an dem du dich stundenlang aufhalten kannst.

Während unseres Rundgangs erfahren wir, dass die Villa auf den Überresten eines früheren landwirtschaftlichen Guts erbaut wurde. Die heutige Villa erstreckt sich über ein großes Gebiet, ungefähr 1,5 Hektar.
In den Außengebäuden wurden sowohl die Sklaven als auch die Feldarbeiter untergebracht. Entsprechend „schlecht“ waren diese auch ausgestattet.
Für die Wasserversorgung benötigte man zwei Aquädukte. Das Abwasser wurde über Rinnen in den Fluss geleitet.
Praktische Hinweise
Du kannst die Villa auf eigene Faust erkunden. In diesem Fall solltest du dir einen Plan besorgen. Eine zweistündige Führung kostet beispielsweise 39,00 Euro pro Person.
In der Nähe der Villa befindet sich ein Parkplatz. Zum Zeitpunkt unserer Reise war dieser noch kostenfrei, mittlerweile ist er wohl gebührenpflichtig.
Die Villa kann jeden Tag ab 9.00 Uhr besichtigt werden. Je nach Saison variieren die Schließungszeiten zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr.
Der Eintritt kostet 10,00 Euro. (Stand: Februar 2024)
Unsere Meinung
Imposant, luxuriös und wunderschön – kurzum: empfehlenswert!
In der Villa Romana del Casale spiegelt sich die handwerkliche Kunst der Antike wider. Es ist unvorstellbar, was für ein Aufwand in dieser filigranen Arbeit steckt. Die Liebe zum Detail, aber auch das Ausstrahlen einer gewissen Lebendigkeit verdienen eine ganz besondere Würdigung.
Aus unserer Sicht ist ein Besuch in der Villa absolut lohnenswert.
Nach diesem sehr kulturellen Ausflug ging es wieder Richtung Küste, wo wir uns in das „Ohr des Dionysios“ trauten. Sei gespannt, was wir dort erlebten.
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