Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund der Burggarten mit viel Grün. Im Hintergrund die imposante Burg.

Burg Reichenstein: Geschichte und Highlights der Festung

Trechtingshausen ist ein nettes kleines Dorf am Rhein, das gleich mit zwei Burgen aufwarten kann. Beide Burgen bieten atemberaubende Blicke auf den ‘Vater Rhein’ und sind beliebte Ausflugsziele.

Mit einer Mischung aus Vorfreude und Neugier haben wir uns entschlossen, die imposante Burg Reichenstein zu besichtigen. Eingebettet in die malerische Landschaft des Rheintals erhebt sich die Burg majestätisch über den Fluss.

Inhalt

Wo liegt Trechtingshausen?

Trechtingshausen liegt am linken Rheinufer zwischen Bingen und Bacharach im malerischen Oberen Mittelrheintal. Früher wurde das Dorf übrigens auch Trechtlingshausen genannt. Seit 2002 gehört das im Landkreis Mainz-Bingen im Bundesland Rheinland-Pfalz liegende Dorf zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

In unmittelbarer Umgebung befindet sich der Binger Wald. Ebenfalls ist das idyllische Morgenbachtal hier zu finden, weshalb Trechtingshausen der ideale Ausgangspunkt für Entdeckungstouren am Rhein ist. 

Parken in Trechtingshausen

Die Parkmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Wer direkt an der Burg parken möchte, muss sich darauf einstellen, keine Möglichkeit zum Parken zu finden. Gegebenenfalls musst du unverrichteter Dinge die engen Straßen bis ins Dorf wieder hinunterfahren. Der Parkplatz an der Burg hat nur wenige Stellplätze.

Wir haben an der B9 (Mainzer Straße) einen gebührenfreien Parkplatz gefunden. Von dort führt direkt ein Aufgang zur Burg Reichenstein. Der Aufgang ist zwar etwas steil und anstrengend, aber er bietet einen schönen Ausblick.

Wissenswertes über Burg Reichenstein

Die wildromantische Landschaft Mittelrhein ist bekannt für ihre zahlreichen, zum Teil noch gut erhaltenen, Burgen, Schlösser und Ruinen. Eine von ihnen ist die Burg Reichenstein.

Die historische Festung hat eine turbulente Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Sie bietet mit ihren imposanten Mauern und Türmen einen beeindruckenden Anblick.

1213 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Den Raubrittern diente sie im 13. Jahrhundert als Hauptquartier. Mit ihren ständigen Angriffen versetzten sie die Region in Angst und Schrecken. Diese Übergriffe endeten, als König Rudolf von Habsburg erschien. Er belagerte die Burg zunächst, um sie dann zu zerstören.

Die Zeit verging und im Laufe der Jahrhunderte wechselten häufig die Besitzer. Aufgrund ihrer strategisch optimalen Lage wurde sie nach vielfachen Zerstörungen immer wieder neu errichtet.

Heute thront sie stolz auf einem Felsvorsprung. In den Jahren 1899 bis 1902 wurde sie zu einer neugotischen Wohnburg umgebaut und diente der Familie Kirsch-Puricelli als Residenz, die zugleich auch die Eigentümer waren. Bereits 1936 öffneten sich die Tore für interessierte Besucher.

Die komplette Burganlage ist ein interessantes Ensemble, das aus der Vorburg, der Kernburg und dem markanten Wachturm Königstein besteht. Das wahre Highlight allerdings ist die imposante Schildmauer, erbaut von Philipp von Hohenfels, einem Raubritter. Ihre massiven Steine bergen Geschichten von Macht und auch Intrigen.

Museumsbesichtigung

Wir waren erstaunt über die zahlreichen Entdeckungen, die die ehemalige Verteidigungsanlage bis hin zu ihrer heutigen Funktion als Museum zu bieten hat. Begleite uns auf unserem Rundgang durch diese faszinierende Burg und lass uns die atemberaubenden Ausblicke gemeinsam genießen.

Nachdem wir unsere Tickets gekauft hatten, entschlossen wir uns, zunächst das Burgmuseum anzuschauen. In diesem werden den Besuchern in verschiedenen Ausstellungsschwerpunkten Einblicke in die Wohnkultur wohlhabender industrieller Familien gewährt. Hierneben ist die beeindruckende Trophäensammlung des Herrn Kirsch-Puricelli zu bestaunen. Gleich am Anfang steht die eindrucksvolle Sammlung verschiedener Öfen und Takenplatten, die die industrielle Vergangenheit der Rheinböller Eisenhütte darstellen. 

Die Ofenhalle befindet sich im ältesten Raum der Burg, der mit einem Tonnengewölbe ausgestattet ist. Beim Betrachten der Wände der Ofenhalle fällt auf, dass sowohl die Wände als auch der Fußboden renovierungsbedürftig sind. Bei dem Mauerkalk ist dies nicht verwunderlich, da er teilweise noch aus dem 11. Jahrhundert stammt.

Rhein Burg Reichenstein - Ein Raum, in dem viele historische Öfen aufbewahrt werden. Über den Öfen hängen an einer weißen Wand Geweihe.
Die Ofen- und Takenplattensammlung ist eine der größten Deutschlands

Obwohl die Öfen bereits sehr alt sind, befinden sie sich erstaunlicherweise noch in einem sehr guten Zustand. Die Sammlung umfasst eine Auswahl historischer Öfen, die uns einen Einblick in die Heizkultur der damaligen Zeit gewähren. Es gibt eine große Bandbreite, von dekorativen Modellen bis hin zu rein funktionalen ist alles vertreten. Ein Teil der Öfen ist mit kunstvollen Details verziert, wodurch das handwerkliche Kunstgeschick besonders hervorgehoben wird.

Die mittelalterliche Burg ist im Besitz einer Kapelle, die während des Wiederaufbaus mit einer Orgel ausgestattet wurde, die 3.000 Pfeifen hat! Die Orgel befindet sich auf dem Dachboden, so dass diese nicht besichtigt werden kann.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund Sitzbänke in einer Kapelle. Im Hintergrund ein kleiner Altar. Links unter dem Fenster Gewänder der Priester. Der Boden ist mit einem schönem hellen Mosaik ausgelegt.

Geweiht wurde die Kapelle dem Hl. Sebastian, dem Schutzpatron der Eisenarbeiter.

Der Altar stammt aus dem Jahr 1556. Die Gewänder, die mit Brokat verziert sind, aus dem 18. Jahrhundert. Jeweils links und rechts neben dem Altar befinden sich Reliquien. Dies sind Originale.

Das wunderschöne Bodenmosaik stammt von italienischen Handwerkern, die hier wirklich filigrane Arbeit geleistet haben.

Von der Neugotischen Kapelle führt ein Weg auf den Kapelleninnenhof mit einem wirklichen Highlight, einer Kegelbahn. Nein, nicht etwa solch eine, wie wir sie alle kennen. Sie ist ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert und einer der wenigen, die in Deutschland erhalten geblieben sind.

Obwohl die Bahn recht schlicht gehalten ist, spiegelt sie das Design vergangener Zeiten wider. Sie ist komplett aus Holz gestaltet, weist aber die typischen Elemente einer Kegelbahn auf. In diesem Fall war es allerdings notwendig, jemanden abzustellen, der sowohl die Kegel wieder aufstellte, als auch die Kugeln zu den Spielern brachte.

Damals diente sie den Burgbewohnern und deren Gästen zur Unterhaltung.

Heute wird die historische Kegelbahn tatsächlich noch für Firmenevents genutzt.

Rhein Burg Reichenstein - Eine Kegelbahn im Freien, komplett aus Holz gebaut.

Beim Anblick dieses Raumes kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Im Grunde genommen gibt es neben der eigentlichen Bibliothek noch eine sogenannte Privatbibliothek. Insgesamt sollen hier 10.000 Bände nebst Handschriften aufbewahrt werden.

Rhein Burg Reichenstein - Im vorderen Bereich ist ein Tisch mit Stühlen auf deinem Teppich zu sehen. Der restliche Boden besteht aus Holz. An den Wänden stehen Regale mit Büchern, Vasen und Figuren. Eine Lampe hängt an der Holzdecke, sie ist eingeschaltet.
Besonders interessant ist die schön geschnitzte Holzdecke

Die Werke stammen überwiegend aus dem 18.-19. Jahrhundert. Neben einigen Funden aus der Römerzeit zieren fünf Rüstungen das Regal.

Die Bücher der Bibliothek sind eine Sammlung verschiedener Themen, die von der Geschichte, Literatur und auch Kunst handeln.

Die Bibliothek auf Burg Reichenstein ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, was zum Schutz der überaus gut erhaltenen Werke erforderlich ist.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund Stühle, die ineinander verschlungen sind. Zwischen zwei Regalen mit Büchern befindet sich ein Fenster. Vor diesem steht eine hölzerne Komode.
Rhein Burg Reichenstein - Mittig in einem Zimmer steht ein Tisch mit vier Stühlen, auf dem ein Kartenspiel liegt. Rechts und links an der Wand stehen Holztruhen. Links vor dem Fenster steht ein Schachbrett mit Figuren.

Der historische Raum diente den Burgbewohnern als Zimmer der Unterhaltung und des Karten- und Brettspiels.

Stilvolle Möbel und dekorative Elemente aus dem 17. und 18. Jahrhundert verleihen dem Kartenzimmer einen besonderen Charme. Im Hintergrund rechts vor dem Erker ist ein Schachspiel mit handgeschnitzten Schachfiguren zu sehen. Der Tisch und die Holzstühle wirken eher etwas ungemütlich.

Die Möbel, im Boullestil und verziert mit Holzmosaiken, stammen aus der Zeit Ludwig des XV. Der Bechsteinflügel ist ein Originalstück, auf dem die Burgherrin Baronin Olga Kirsch-Puricelli spielte. Als weitere Instrumente sind hier Harfen, ein Hammerklavier und beispielsweise ein Reiseklavier zu bewundern. Der elegante Raum wurde im 19. Jahrhundert eingerichtet.

Rhein Burg Reichenstein - In der Mitte des Raums steht ein Klavier mit einem kleinen runden Stuhl. Der Fußboden ist aus Holz. Im Raum verteilt auf Tischen und Schränkchen befinden sich weitere Musikinstrumente. Rechts und links vom Fenster hängen Spiegel an der Wand.

Der Ministersalon gehört wohl mit zu den schönsten Räumen der Burg. Ausgestattet mit Uniformen, Wandgemälden, Degen und Säbeln sowie Orden versetzt er seine Besucher in die damalige Zeit zurück.

Rhein Burg Reichenstein - In der Mitte des Raums befindet sich auf einem Teppich ein Tisch, der eine Vitrine enthält. In dieser befinden sich Orden, Säbel und Papiere. An der rotbraunen Wand im Hintergrund hängen Gemälde und eine Uniform.

Sobald du den Raum betrittst, wirst du auf der linken Seite ein bedeutendes Wandgemälde bewundern können, ein sog. Triptychon. Es füllt die komplette Wand aus und stellt die Familie Schorlemer dar. Das Gemälde stammt aus dem Jahr 1897.


Ein Triptychon ist ein dreigeteiltes Gemälde, das oft mit Scharnieren zum Aufklappen versehen ist. Häufig wird diese Art für Altarbilder verwendet. 

Die blaue Uniform in der rechten Vitrine ist die Jagduniform des Staatsministers. In der linken Vitrine befindet sich das Original Diener-Livree. Es stammt aus dem Schloss Lieser. Die Gemälde links neben der Terrassentür stellen Ahnen des Hauses Schorlemer dar.

In dem Museum gibt es weitaus mehr zu besichtigen. Es würde hier aber den Rahmen sprengen, auf jeden einzelnen Raum einzugehen. Schließlich stand ja auch noch die Außenbesichtigung der Burg an.

Besichtigung der Burganlage

Ich kann vorwegnehmen, dass die Außenbesichtigung sehr spannend war. Da die Anlage sehr groß ist, solltest du ausreichend Zeit für eine Besichtigung einplanen. Insgesamt besteht die Burg aus verschiedenen einzelnen Bereichen.

Gleich hinter dem Parkplatz befindet sich das Tor zur Vorburg. An dieser Stelle befand sich im Übrigen einst der Graben. Die Vorburg war früher ein Ort, an dem Stallungen und Lagerräume untergebracht waren.

Rhein Burg Reichenstein - Torbogen mit einem Teil der Schildmauer.
Die Vorburg wurde 1898 durch Umbauarbeiten stark verändert

Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf die modern gestaltete Vorburg. Gleich rechts liegt ein gut erhaltener Gebäudekomplex, in dem heute ein Hotel mit Restaurant betrieben wird. Von der Terrasse bietet sich ein wunderschöner Ausblick über das Rheintal, da die Mauer zum Rhein bewusst niedrig gehalten wurde.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund eine alte Kanone auf dem grünen Rasen. Im Hintergrund befindet sich die Hauptburg.
Nach dem Passieren der Kasse bekommt man diesen wunderbaren Blick auf die Burg

Die Kernburg ist bis auf wenige Teile seit den Umbauten 1899 fast vollständig überbaut. Dennoch ist sie das Herzstück der historischen Anlage und beeindruckt durch ihre überaus massiven Mauern.

In ihr befanden sich die Wohnräume der Burgherren und deren Familien. Die Ausstattung war gemütlich und beschaulich, wie bei der Innenbesichtigung festzustellen ist. Die Gestaltung der Burg Reichenstein zeigt im Inneren sowie im Außenbereich einen gewissen Wohlstand. Sie reflektiert auch den intensiven Bezug zur Kultur. Zu erkennen ist dies beispielsweise an den architektonischen Verzierungen.

Rhein Burg Reichenstein - Imposant thront die massive Burg auf dem Felsen.
Blick auf die Kernburg

Bei genauer Betrachtung lassen sich verschiedene Bauphasen erkennen, die sich über die letzten Jahrhunderte erstrecken. Der zentrale Punkt des mittelalterlichen Lebens fand tatsächlich in der Kernburg selbst statt. Neben dem alltäglichen Leben wurden hier Pläne geschmiedet und regiert. Heute vermittelt sie faszinierende Einblicke in das Leben der Menschen des Mittelalters und ist ein Ort voller historischer Atmosphäre.

Während der Besichtigung der obersten Etage im Museum entdeckten wir eine Treppe, die auf das Dach des Gebäudes führte. Wir gelangten auf die Schildmauer, die zur Sicherung der Hauptangriffsseite der Burg führte. Somit ist sie sogleich die höchste und die stärkste Mauer der Festungsanlage. Auf der Mauerkrone befindet sich der Wehrgang, welchen wir natürlich sofort erforschten.

Rhein Burg Reichenstein - Blick von der Schildmauer auf den Turnierplatz, die Vorburg und den Rhein.
Was für ein Ausblick!

Es wird erzählt, dass Philipp von Hohenfels, ein gefürchteter Raubritter, die imposante Schildmauer errichten ließ, um seine Burg vor weiteren Übergriffen zu schützen. Mit einer Höhe von 16 Metern und einer Breite von acht Metern sollte dies eine gute Sicherung gewesen sein. Denn sie ragte wie ein unüberwindliches Bollwerk in die Landschaft.

Rhein Burg Reichenstein - Ein Teil der Schildmauer mit Wehrgang und einem Wehrturm am Ende. Auf diesem weht eine Fahne.

Zwei Wehrtürme flankieren die Enden der Schildmauer. Auch hier wird deutlich, dass Sicherheit die höchste Priorität hatte. Die einzelnen Schießscharten waren offensichtlich strategisch so angeordnet, dass die Burg zu allen Seiten gesichert war. Außerdem bot sich von hier oben ein Blick weit über das Rheintal. Die Wehrtürme dienten sowohl der Lagerung von Waffen und Munition als auch von Proviant.

Rhein Burg Reichenstein - Teil der Wehrmauer, der Boden ist mit Holzplanken ausgelegt. Im Hintergrund sieht man die grünen Hügel der Rheinlandlandschaft. Am Ende der Wehrmauer steht ein Wehrturm. Beides ist aus massiven Gestein gebaut.

Der Wehrgang ist heute bequem zu begehen, da er mit Holz ausgelegt wurde. Wer nach einem Blick durch die Zinnen auf die wunderschöne Aussicht über den Rhein und den Turm Königstein noch das Bedürfnis verspürt, die Sonne zu genießen, findet dazu auf einer Bank die perfekte Gelegenheit. Ja, richtig, auf dem Wehrgang wurde eine Bank aufgestellt! Passt so gar nicht zur Vergangenheit, ist aber dennoch cool. Oder?

Damals hatten die Menschen es nicht so leicht wie wir heute, die lediglich ein Museum besuchen. Sie gelangten ausschließlich über eine einziehbare Leiter auf die Mauer. Einer Legende nach soll es von der Mauer einen Geheimgang aus der Burg heraus gegeben haben. Über diesen gelangte man bis in den Wald hinein. Genutzt wurde er im Falle von Belagerungen zur Beschaffung von Nahrung.

Was heute ein zauberhafter Ort auf Burg Reichenstein ist, diente im Mittelalter als äußerer Verteidigungsring. Umgeben von der beeindruckenden Kulisse des Rheins und den Hügeln des Rheintals, lädt der Garten die Besucher während ihrer Besichtigungstour ein, hier ein wenig zu verweilen.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund der Burggarten mit viel Grün. Im Hintergrund die imposante Burg.
Die imposanten Mauern sind von einem schönen Garten umgeben

Tag und Nacht patrouillierten die Wachen entlang der Mauer und bekämpften bei Angriffen die Armbrust- und Bogenschützen. Der Bereich wurde vor etwa 120 Jahren als Garten umgestaltet. Dabei entstand eine harmonische Mischung aus Grünflächen, Wegen und Pflanzen.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund eine weiß-fliederfarbene Hortensie. Auf dem Rasen im Hintergrund steht vor den Mauern eine Kanone. Über den Rasen führt ein Weg.

Trotz der liebevollen Gestaltung sind die historischen Geschichten, die diese alten Mauern umgeben, allgegenwärtig. Heute dient der malerische Garten nicht nur der Ruhe und Erholung. Vielmehr wird er als wunderbarer Ort für Feierlichkeiten und Veranstaltungen genutzt. Stell dir vor, im Sommer bei bestem Wetter in dieser Umgebung eine Hochzeit zu feiern. Ein sicherlich ganz exquisites Erlebnis!

Direkt an der Schildmauer liegt der Turnierplatz, einst ein Ort des pulsierenden Lebens. Hier wurden die ritterlichen Wett- und heldenhaften Fechtkämpfe ausgeführt. Während des Mittelalters erstrahlte er als Schauplatz glanzvoller Turniere. Bei diesen Ereignissen zeigten die Ritter sowohl ihre Geschicklichkeit als auch ihre Stärke. Neben den Burgherren hatte auch die geladene adlige Gesellschaft Spaß an diesen großartigen Spektakeln.

Rhein Burg Reichenstein - Im Vordergrund eine große Rasenfläche, die den Turnierplatz darstellt. Hinter dem Turnierplatz ist die dunkle Schildmauer mit ihren Wehrtürmen zu sehen.
Der Turnierplatz bot ausreichend Platz für Teilnehmer und Zuschauer

Der Turnierplatz war nicht nur ein Ort, an dem Kämpfe ausgeführt wurden. Vielmehr diente er als Treffpunkt, an dem Feste, Musik und Tanz stattfanden. Die majestätische Kulisse der Burg im Hintergrund verstärkt die prunkvolle Atmosphäre. Es fällt leicht, sich vorzustellen, wie Plaudern, Lachen und das Klirren der Harnische die Luft auf diesem Platz erfüllten und eine bewegte Atmosphäre entstehen ließen. Ist es nicht spannend, sich auszumalen, wie lebendig und aufregend das Leben auf einer Burg gewesen sein muss?

Zu der Zeit, als die Familie Puricelli die Burg bewohnte, wurde der Turnierplatz als Sport- und Tennisplatz genutzt.

Der Turnierplatz ist ein Highlight von Burg Reichenstein, der heute noch oft für Events genutzt wird.

Ein Harnisch ist eine Rüstung aus Metall, die im Mittelalter von Rittern zum Schutz ihres Körpers getragen wurde. Er bestand aus unterschiedlichen Teilen, die sowohl Arme, Beine, Brust und den Rücken bedeckten. Alle Platten waren miteinander so verbunden, dass der Ritter seine Bewegungsfreiheit behielt. Zusätzlich war der Harnisch häufig mit kunstvollen Symbolen verziert, die den Status und die Macht des Ritters zum Ausdruck brachten.

Der Wachturm war dauerhaft mit Wachposten besetzt. Nach Zerstörungen wurde er auf dem alten Fundament wieder aufgebaut. Wenn du dich auf der obersten Etage befindest, kannst du deinen Blick über den Rhein bis nach Lorch und Bingen schweifen lassen.

Rhein Burg Reichenstein - Blick von dem Wachtturm auf die Burg und den Rhein. Links und rechts im Bild Bäume, die in sattem grün stehen.
Die Treppen hinauf zum Wachturm verlangen Durchhaltevermögen

Der Weg zum historischen Bauwerk hinauf ist etwas beschwerlich und nicht barrierefrei. Unterhalb des Turms sind einige Zwingeranlagen zu erkennen. Einst diente der Wachturm als Beobachtungspunkt. Aufgrund seiner günstigen Lage konnten feindliche Truppen rechtzeitig ausgemacht werden.

Der Turm wurde mit Materialien aus der Region erbaut. Bei der Besichtigung fallen die extrem robusten Steinmauern besonders auf. Werfe ruhig einmal einen Blick durch die kleinen Fensteröffnungen. Du wirst zum einen von der Dicke der Mauern und zum anderen von den fantastischen Ausblicken überrascht sein.

Wenn du dir die Mühe gemacht hast und die zahlreichen Stufen bis zur oberen Aussichtsplattform heraufgestiegen bist, erlebst du nach dem Abstieg eine Überraschung. Du wirst noch einmal mit diesem bezaubernden Blick auf Burg Reichenstein überrascht …

Rhein Burg Reichenstein - Blick auf die Burg Reichenstein am Rhein, umgeben von grünen Bäumen und einer malerischen Landschaft.
Wie im Märchen

Nach der Besichtigung der Burganlage besteht die Möglichkeit, im zur Burg gehörenden Restaurant Puricelli regionale Produkte zu genießen. Bei einem kleinen Imbiss haben wir auf der Terrasse mit wunderschönem Blick auf den Rhein die Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen.

Burg Reichenstein kurz und knapp

Adresse:

Burg Reichenstein, Burgweg 24, 55413 Trechtingshausen

Öffnungszeiten:

Mai – Oktober: Montag bis Sonntag 09.00 Uhr – 18.00 Uhr

November – April: Montag bis Sonntag 09.00 Uhr – 17.00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene und Kinder ab 14 Jahre 12,00 Euro / Kinder (5-13 Jahre) 6,00 Euro

Routenplaner:

Hier geht es zur Burg Reichenstein

Wichtig zu wissen:

Das Museum und Teile der Anlage sind nicht barrierefrei. Auch dürfen keine Hunde in das Museum.

(Stand: 2024)

Unsere Meinung zu Burg Reichenstein

Wir haben Burg Reichenstein im Juli besichtigt. Dank unseres Mottos ‘Immer früh am Ort des Geschehens zu sein’, waren noch nicht sehr viele Besucher dort. Obwohl die Burg ein wahrer Touristenmagnet ist, konnten wir beispielsweise das Museum fast alleine erkunden. Auch die Außenanlagen waren noch nicht überlaufen. Insgesamt können wir einen Besuch auf Burg Reichenstein empfehlen. Die Burganlage zusammen mit den atemberaubenden Blicken über den Rhein und die umliegende Landschaft machen den Ort zu einem besonderen Juwel. Für Menschen, die einen weiteren Anreiseweg haben, bietet Burg Reichenstein im eigenen Burghotel Zimmer an. Für einen Tagesausflug ist die Anreise auf jeden Fall lohnenswert.

Warst du schon einmal auf Burg Reichenstein? Wenn nicht, wird es höchste Zeit! Erkunde die alten Mauern, spüre die Geschichte und genieße die schöne Aussicht über den Rhein. Lass dir dieses unvergessliche Abenteuer nicht entgehen.


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