Ascona: Juwel am Lago Maggiore
Idyllisch am Nordufer des Lago Maggiore gelegen, besuchten wir in der italienischsprachigen Schweiz die Kleinstadt Ascona.
Das mediterrane Flair und die malerische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen verleihen der Stadt einen besonderen Reiz. Die farbenfrohen Häuser und kleinen Boutiquen machen sie zu einem beliebten Reiseziel. Einen idealen Ort für einen entspannten Spaziergang am See, einen genüsslichen Kaffee oder ein köstliches Essen bietet die Seepromenade. Besonders in den Abendstunden, wenn die untergehende Sonne den See in ein warmes Licht taucht, entfaltet die Stadt ihren ganz eigenen Zauber.
Inhalt
Wo liegt Ascona?
Eingebettet in die zauberhafte Landschaft des Tessins, liegt Ascona im Süden der Schweiz. Am Nordufer des Lago Maggiore ist die umliegende Landschaft von den Ausläufern der Alpen geprägt. Durch diese privilegierte Lage genießt Ascona ein außergewöhnlich mildes Klima, das die mediterrane Leichtigkeit mit alpiner Frische zu vereinen scheint. Doch nicht nur das macht diesen Ort so reizvoll. Die unmittelbare Nähe zur italienischen Grenze verleiht Ascona eine einzigartige kulturelle Mischung. Ascona darf sich im Übrigen mit einer besonderen geografischen Eigenschaft rühmen. Sie ist die am tiefsten gelegene Gemeinde der Schweiz.
Von einfachen Fischernetzen zu exklusiven Boulevards
Die künstlerischen Spuren, die einst das malerische Dorf am Lago Maggiore prägten, sind in den verwinkelten Gassen allgegenwärtig. Abseits des historischen Zentrums verbirgt sich ebenso eine reiche Kulturgeschichte. Auf den sanften Hügeln vor der Stadt entstand im 20. Jahrhundert der Monte Veritá, ein Ort der Freidenker. Hier versammelten sich alle, Revolutionäre, Philosophen, Schriftsteller, Dichter und sogar Maler. Eine Stätte des kreativen Schaffens, die bis heute die Besucher fasziniert. Inzwischen nutzen Universitäten sie für Seminare. In einem Museum ist die Geschichte der alternativen Kolonie ausgestellt.
Das frühere bescheidene Fischerdorf war eng mit dem Lago Maggiore verbunden. Dies erschließt sich aus der Tatsache, dass die Bewohner überwiegend von der Fischerei lebten. Die Landwirtschaft machte den anderen Teil aus, da die fruchtbaren Böden ideal für den Anbau von Wein und Obst waren.
Interessant zu wissen ist, dass sich die wichtigsten Handelsrouten zwischen der Schweiz und Italien in der Nähe von Ascona befanden. Somit entwickelte sich der Ort im Mittelalter zu einem bedeutenden Handelszentrum.
Dem faszinierenden Wandel Asconas zu einem eleganten Ferienort liegen verschiedene facettenreiche Faktoren zugrunde. Unbestreitbar trägt die zauberhafte Lage am Lago Maggiore, gepaart mit dem milden Klima und der wunderschönen Landschaft dazu bei, dass die Region ein unwiderstehliches Reiseziel geworden ist. Hierdurch veränderte sich auch die Infrastruktur. Neue Straßen entstanden, die so gestaltet wurden, dass die Besucher auf ihnen flanieren konnten. Elegante Hotels und gemütliche Pensionen säumten sich entlang der Straßen und machten sich bereit, die zahlreichen Touristen aufzunehmen. Der Nachteil dieser Entwicklung war jedoch, dass die Einwohner den traditionellen Berufen nur noch wenig Aufmerksamkeit schenkten. Sie vernachlässigten Berufe wie beispielsweise die Fischerei. Es wurden Jobs in der Gastronomie und in den Hotels angenommen. Die Wandlung vom einfachen Fischerdorf zur eleganten Urlaubsdestination nahm Gestalt an und Ascona wurde international bekannt.
Ascona glänzt heute mit einer gut abgestimmten Mischung aus mediterraner Gelassenheit, historischer Atmosphäre und modernem Lifestyle.
Auf Entdeckungstour durch die Perle des Tessins
Die pittoreske Altstadt mit ihren charmanten, jahrhundertealten Kirchen und verwinkelten Gassen verzaubert die Besucher mit ihrem einzigartigen Flair sowie lebendigen kleinen Cafés und Boutiquen. Doch dies ist nicht alles. Ascona hält eine Vielzahl kultureller Schätze bereit, die die Herzen der Fotografen höherschlagen lassen.
Hier sind ein paar handverlesene Sehenswürdigkeiten, die wir dir ans Herz legen möchten. Perfekt für staunende Blicke und vielleicht sogar den einen oder anderen “Wow-Moment”!
Seepromenade
Einfach traumhaft! Besser ist die Promenade fast nicht zu beschreiben. Mit wunderschönen Blicken auf Palmen, den Lago Maggiore und die dahinter liegenden majestätischen Berge findest du hier einen Ort, an dem du in einem der gemütlichen Cafés verweilen und die Seele baumeln lassen kannst.
Wenn du entlang der Promenade schlenderst, kannst du die farbenfrohen Fassaden der Häuser bewundern. Wer Glück hat, kommt gerade rechtzeitig, um den regelmäßig stattfindenden Markt zu bestaunen. Dieser gibt der Seepromenade nochmal einen ganz besonderen Charme.
An der Seepromenade findet jährlich eines der größten Jazzfestivals Europas statt, das JazzAscona.
Rathaus
Das in rötlichem Ton gehaltene Rathaus fügt sich in das übrige Stadtbild ein. Insbesondere die Nähe zur Piazza und somit die Verbindung zum pulsierenden Leben machen es zu einem besonderen Ort. Denn hier wird nicht nur täglich die Verwaltungsarbeit erledigt. Vielmehr finden in dem Gebäude sowohl kulturelle Veranstaltungen als auch gesellschaftliche Anlässe statt.
Erbaut wurde das direkt am See befindliche Rathaus 1564 für Bartolomeo Papio, dem Gründer des gleichnamigen Collegio. Dieser hat es 1580 der Gemeinde überlassen.
Collegio Papio
Im 16. Jahrhundert war Bartolomeo Papio eine äußerst einflussreiche Persönlichkeit in Ascona, der mit seinem Vermögen viele bedeutende Projekte der Stadt förderte. Hierzu gehört auch das Collegio Papio, eine Schule, die bis heute existiert.
Das beeindruckende Renaissancegebäude ist im Übrigen eines der ältesten Bildungszentren der Region. Die kunstvolle Architektur ist reich verziert mit vielen Details. Der Innenhof mit seinen Arkadengängen strahlt eine harmonische Atmosphäre aus. Er ist somit zu einem beliebten Rückzugsort sowohl für Besucher als auch Studierende geworden.
Chiesa di San Pietro e Paolo
Gleich hinter dem Collegio Papio befindet sich im Herzen der Altstadt mit der Kirche St. Peter und Paul ein bedeutendes historisches Bauwerk. Sie stammt aus dem Mittelalter und wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und umgestaltet. Der bemerkenswerte Glockenturm erhebt sich majestätisch über die Dächer der Stadt.
Im Inneren ist die Kirche mit kunstvollen Fresken und wertvollen sakralen Gegenständen ausgestattet. Einige der Fresken stammen von Pietro Francesco Pancaldi Mola. Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest, dass die Kirche eine faszinierende Kombination verschiedener Baustile in sich vereint.

Ursprünglich wurde die Kirche im 14. Jahrhundert als Oratorium errichtet. Erst viel später (16. Jahrhundert) fand der Umbau zur größeren Pfarrkirche statt.
Der markante Glockenturm wurde im 16. Jahrhundert errichtet und besteht aus sechs Stockwerken. Im 18. Jahrhundert wurde der Turm erneuert.
Ein besonderes Highlight ist das Altarbild (1630) von dem Künstler Giovanni Serodine. Er stammt aus Ascona und war ein Schüler von Caravaggio.
Die Kirche ist täglich von 08.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. (Stand: 2025)
Casa Serodine
In Ascona wird die aus dem Zeitalter des Barocks stammende Casa Serodine als architektonisches Meisterwerk bezeichnet. Sie präsentiert sich mit kunstvoll gestalteten Details. Im Herzen des historischen Stadtkerns gelegen zieht die opulente Außenfassade alle Blicke auf sich. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude errichtet, dass bis heute, den Namen der Familie Serodine trägt.
Ein herausragendes Merkmal sind die exquisiten Darstellungen biblischer Szenen, mythologischer Figuren und zahlreichen Ornamenten. Durch die Gestaltung wird der Einfluss der lombardischen Barockkunst deutlich hervorgehoben. Das Familienwappen wird von zwei nackten Jünglingen gehalten.
Die Casa Serodine war darüber hinaus weit mehr als nur ein Wohnhaus. Sie spiegelte das Prestige, den Wohlstand und die gesellschaftliche Rangordnung ihrer Bewohner wider. Gleichgesinnte Familien wie die Serodines nutzten ihre prachtvollen Häuser, um ihren Einfluss und ihren Stand in der Gesellschaft zu unterstreichen.

Falls du einmal Ascona besuchen solltest, nimm dir ausreichend Zeit und betrachte die Details der Fassade. Sie ist ein wahrer Blickfang.
Wer war die Familie Serodine?
Wir hörten in Ascona häufig den Namen Serodine. Deshalb sind wir der Frage nachgegangen, was es mit dieser Familie auf sich hat. Offenbar hat sie überall in der Stadt ihre Spuren hinterlassen.
Tatsächlich ist die Familie eng mit der Geschichte und Kunst der Stadt verbunden. So hat Giovanni Battista Serodine, einer der Söhne, das künstlerische Antlitz der Casa Serdonie mit seinem außergewöhnlichen Können geprägt. Sein Bruder Giovanni Serodine war ein begnadeter Maler. Von ihm stammt unter anderem das eindrucksvolle Altarbild (1630) in der Kirche San Pietro e Paolo.
Die Familie war allerdings nicht nur in Ascona sehr einflussreich, sondern weit über die Grenzen der Stadt hinaus. So hatte sie beispielsweise enge Verbindungen zur lombardischen Kunstszene. Mittlerweile sind die Werke der Serodines ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes der Region und prägen diese enorm.
Abends an der Promenade
Am Abend entfaltet die Promenade einen ganz besonderen Zauber. Die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen und die Laternen beginnen, die historische Kulisse in eine einladende Atmosphäre zu verwandeln. Das sanfte Plätschern des Lago Maggiore begleitete uns beim Flanieren. Verlockende Düfte mediterraner Spezialitäten umschmeichelten unseren Geruchssinn und steigerten das Verlangen nach einer frischen Portion Tessiner Felchenfilet mit Nussbutter.
Hin und wieder ertönten die Klänge eines Straßenmusikers, der sanft auf seiner Gitarre spielte und die Stimmung untermalte. Wenn du dich etwas tiefer in die schmalen Gassen wagst, entdeckst du versteckte Innenhöfe. Gedämpftes Licht umspielt dort blühende Bougainvillea.
Warum ein Besuch in Ascona unverzichtbar ist – unsere Meinung
Ascona, am wunderschönen Lago Maggiore gelegen, bietet weit mehr als nur eine malerische Kulisse. Die Stadt ist wahrhaftig ein pulsierendes kulturelles Zentrum. Besucher werden mit einer faszinierenden Kombination aus Geschichte, Kunst und Natur begeistert. Ob beim Flanieren durch die historischen Straßen oder beim Genuss der Spezialitäten, Ascona entfaltet immer seinen einzigartigen Charme. Die Landschaft zieht wohl jeden Besucher schnell in seinen Bann. Unseres Erachtens ein unverzichtbares Ziel in der Schweiz!
Es gibt Orte, die man besucht und Orte, die man erlebt. Ascona gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Hast du Lust bekommen? Dann zögere nicht länger, das Abenteuer ruft und Ascona wartet darauf, von dir entdeckt zu werden.
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