Friedrichstadt - Im Vordergrund eine zartrose Blume, im Hintergrund die Zeile der Giebelhäuser am Marktplatz

Friedrichstadt: Norddeutsches Flair trifft holländische Eleganz

Friedrichstadt, die reizvolle “Holländerstadt” in Schleswig-Holstein, verzaubert mit ihrer einzigartigen Architektur und der idyllischen Lage an der Treene.

Geprägt von niederländischer Architektur versprüht die Stadt mit ihren netten Giebelhäusern und den idyllischen Grachten eine einzigartige Atmosphäre. Wer Ruhe sucht, gleichzeitig aber Kultur und Geschichte erleben möchte, ist hier genau richtig. Friedrichstadt, liebevoll auch als “Klein Amsterdam” des Nordens bezeichnet, hält weit mehr bereit als nur historische Treppengiebelhäuser. Es besitzt auch hübsche kleine Grachten. Heute nehmen wir dich mit auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt und zeigen dir ihre besonderen Highlights.

Inhalt

Ein Blick auf die Lage der Holländerstadt

Im Norden Deutschlands, in Schleswig-Holstein, liegt Friedrichstadt eingebettet zwischen den Flüssen Eider und Treene. Das kleine Städtchen befindet sich ungefähr 12 Kilometer südöstlich von Husum und etwa 40 Kilometer westlich der Stadt Schleswig. Da sie sich in der Region Nordfriesland befindet, ist es selbstredend, dass sie nur einen Katzensprung von der Nordseeküste entfernt ist. Friedrichstadt liegt so zentral, dass sie sowohl von den Großstädten Hamburg als auch Kiel in kurzer Zeit gut erreicht werden kann. 

Parkplatzsuche? In Friedrichstadt ein Fremdwort!

Das Parken in der Stadt ist so unkompliziert, wie die Stadt selbst. Während es ausgewiesene Parkplätze gibt, ist auch das Parken in den Straßen erlaubt. Zugegeben, die Parkscheibe benötigt man hin und wieder, dafür bleibt man vom typischen Großstadtstress rund um das Parkgeschehen verschont. Anwohnerparkplätze? Fehlanzeige! Da wir etwas misstrauisch waren, befragten wir eine Passantin, die uns erklärte, dass wir überall parken können. Ganz nach dem Motto: Ankommen, einen Platz finden und die Stadt genießen. Wer hätte gedacht, dass Parken so entspannt sein kann.

Scherz beiseite. Natürlich gibt es in Friedrichstadt zusätzlich auch kostenpflichtige Parkplätze. Beispielsweise sind die Parkplätze P1 bis P3 (Am Markt, Am Deich und Am Alten Hafen) gebührenpflichtig. Die Parkgebühr liegt im Durchschnitt bei 1,50 Euro für zwei Stunden. (Stand: 2025)

An der Straße Halbmond befindet sich ein großzügig angelegter Wohnmobilstellplatz. Die Stellplatzgebühr beträgt 20,00 Euro/Nacht. Hinzu kommen Kosten für Strom (0,70 Euro/kWh) und Frischwasser (0,10 Euro/10 Liter). Der Automat akzeptiert Scheine, Münzgeld und EC-Karten. (Stand: 2025)

Wissenswertes über Friedrichstadt

Gegründet wurde die Stadt 1621 von Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf. Sein Ziel war, einen Ort zu schaffen, an dem religiöse Toleranz vorhanden ist. Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen sollten in Frieden zusammenleben können.

Insbesondere niederländische Glaubensflüchtlinge fanden in Friedrichstadt eine neue Heimat. Die Einwohner begannen den Ort so aufzubauen, wie sie es von ihrer Heimat gewohnt waren. Dies erklärt, dass die Stadt mit der Zeit einen niederländischen Charakter annahm. Tatsächlich haben sie die dafür benötigten Materialien aus den Niederlanden kommen lassen. Grachten und typische Giebelhäuser der Niederlande entstanden und sind bis heute erhalten geblieben. Diese Architektur verleiht der Stadt ein unverwechselbares Erscheinungsbild, das sich deutlich von anderen Orten in Nordfriesland abhebt.

In der Stadt verteilt befinden sich fünf Kirchen. Die Remonstranten Kirche hat eine besondere Stellung, da sie innerhalb dieser Religionsgemeinschaften die einzige ist, die sich außerhalb der Niederlande befindet.

Mit seiner Geschichte und der pittoresken Szenerie hat Friedrichstadt die Bezeichnung “Klein Amsterdam” durchaus verdient.

Highlights von Friedrichstadt

Mittlerweile ist Friedrichstadt zu einem beliebten Reiseziel geworden. Besucher aus aller Welt kommen, um das besondere Flair der Stadt zu genießen. Egal, ob es bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt oder einer Bootsfahrt auf den Grachten ist. Entdecke gemeinsam mit uns die Sehenswürdigkeiten der bezaubernden Stadt.

Da wir direkt vor der Evang. Kirche einen Parkplatz im Schatten gefunden haben, beginnen wir unsere Besichtigungstour auch gleich hier.

1649 erhielt die lutherische Gemeinde ein eigenes Gotteshaus. Auch hier hatte Herzog Friedrich III. wieder seine Hand, oder besser gesagt, sein Geld im Spiel. Denn ohne seine Hilfe wäre die Errichtung der Kirche nicht möglich gewesen.

Friedrichstadt - Die Christophoruskirche in Friedrichstadt, umgeben von grünen Bäumen und einem gepflegten Garten, zeigt die harmonische Verbindung von Natur und historischer Architektur.
Ev.-luth. Kirche St. Christophorus

Insgesamt sechs Jahre, der Baubeginn war 1643, wurden für die Fertigstellung benötigt. Erst viel später, nämlich im 18. Jahrhundert, erhielt der Turm einen barocken Aufsatz. Danach wurde das äußere Erscheinungsbild nicht mehr verändert.

Friedrichstadt - Innenansicht der Christophoruskirche in Friedrichstadt, mit einem kunstvoll gestalteten Altar und einem großen Gemälde im Hintergrund, das eine religiöse Szene zeigt.

Im Inneren der Kirche herrscht schlichte Zurückhaltung .

Das Altarbild stellt Die Beweinung Christi dar. Es stammt vom dem Maler Jürgen Ovens, der im 17. Jahrhundert in Friedrichstadt lebte. Sein Gemälde fügt sich harmonisch in die dezente Gestaltung der Kirche ein und bildet einen eindrucksvollen Mittelpunkt des Innenraums.


Christophoruskirche, Am Mittelburgwall, 25840 Friedrichstadt

Von der Evang. Kirche bis zum, ja man könnte fast schon sagen, weltbekannten Marktplatz von Friedrichstadt ist es ein Katzensprung.

Friedrichstadt - Blumenbedeckte Fahrräder auf einer Brücke in Friedrichstadt, im Hintergrund farbenfrohe Giebelhäuser und Bäume.
Wunderschöne Grachten säumen den Weg

Obwohl wir uns umfassend über Friedrichstadt informiert haben, waren wir sehr beeindruckt. Das Herzstück der Stadt ist bekannt für seine einzigartige Architektur. Hierneben begeistert der Marktplatz mit seiner idyllischen Lage in der Nähe einer der vielen Grachten. Bei wunderschönem Wetter kamen wir aus dem Staunen nicht heraus!

Ursprünglich wurde er als Handels- und Versammlungsort konzipiert, heute spielt sich hier das Leben ab.

Friedrichstadt - Blick auf historische Giebelhäuser in Friedrichstadt, Schleswig-Holstein, mit blauem Himmel im Hintergrund.
Schmucke Giebelhäuser am Marktplatz

Das Giebelhaus-Ensemble besteht aus neun Giebelbauten, die zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Gebäude spiegeln die für Friedrichstadt prägende niederländische Architektur wider. Neben den kunstvollen Fassaden sind sie mit Treppengiebeln versehen, ein Zeugnis reicher Kaufmannstradition. Wohlhabende Händler, die den Handel zwischen Nord- und Westeuropa ankurbelten, nutzten sie als Wohn- und Geschäftshäuser.

Mittlerweile befinden sich in den historischen Gebäuden gemütliche Cafés und nette kleine Geschäfte. Ein besonderes Highlight, das zum Verweilen einlädt und den Besuchern einen Einblick in die Geschichte dieser historischen Bauten gewährt.

Gut zu erkennen sind an den Seiten des Marktplatzes dicke Eisenstangen. Hier wurden während der Pferde- und Viehmärkte die Tiere festgebunden. Um sie zu entdecken musst du dich ein wenig von der Häuserzeile ab- und der “grünen Seite” des Platzes zuwenden.

Gegenüber den Giebelhäusern entdeckten wir die aus dem Jahr 1879 stammende Marktpumpe. Geschmückt mit einem Brunnenhäuschen, dessen Architektur gotische Elemente erkennen lässt, ist sie ein wahrer Blickfang. Versehen ist das Brunnenhäuschen an allen vier Seiten mit Versen in plattdeutscher Sprache. Zumindest haben wir herausbekommen, dass es in den Versen um Wasser geht.

Früher war die Marktpumpe eine unverzichtbare Wasserversorgung. Sie wurde sowohl von den Bewohnern als auch von den Händlern des Marktplatzes genutzt. Heute ist sie zu einem stillen Zeitzeugen geworden, der an die Bedeutung alter städtischer Pumpanlagen erinnert.

Friedrichstadt - Ein Blick auf die historische Marktpumpe von Friedrichstadt, umgeben von Bäumen auf dem Marktplatz. Die gotisch gestaltete Wasserpumpe ist ein Zeugnis der Stadtgeschichte.
Ein Geschenk des Architekten Heinrich Rohardt an die Stadt

Mit ihrer einzigartigen Gestaltung fügt sich die Pumpe harmonisch in das historische Ambiente des Marktplatzes ein. Während die Menschen hier täglich ihre Wasserration schöpften, tauschten sie gleichzeitig Neuigkeiten aus, wodurch die Pumpe zum sozialen Treffpunkt wurde. Heute wird sie nicht mehr genutzt. Dennoch bleibt sie ein reizendes Detail, das das Flair des gesamten Platzes abrundet und die historische Atmosphäre bewahrt.

Das ehemalige Amtsgericht ist ein Gebäude mit einer sagenhaften Geschichte. Ursprünglich gehörte es Francois van der Schagen, einem niederländischen Adeligen. 1650 erwarb die Stadt von ihm das Wohnhaus, um es künftig als Rathaus zu nutzen. Nachdem das Doppelgiebelhaus etwa 200 Jahre später durch den Beschuss schleswig-holsteinischer Truppen zerstört wurde, hat man es neu errichtet. Zunächst wieder als Rathaus, später als Amtsgericht.

Das Gebäude entstand in einer Zeit, in der Friedrichstadt als florierendes Handelszentrum galt. Die repräsentative Gestaltung unterstreicht die hohe Bedeutung, die der Justiz in dieser Zeit zukam.

Dank seiner historischen Aura und der außergewöhnlich gut erhaltenen Architektur fällt es leicht, sich vorzustellen, wie hier einst Urteile gefällt und Akten gewälzt wurden.

Lange Zeit wurde das markante Gebäude als Ort der Rechtsprechung genutzt, bis das Amtsgericht in den 1970iger Jahren aufgelöst wurde.

Friedrichstadt - Das ehemalige Amtsgericht ist ein markantes Gebäude, das heute zum Café umfunktioniert wurde.

Mittlerweile befindet sich hier das Markt-Café, das Besucher mit einer gemütlichen Atmosphäre und einer Auswahl an köstlichen Spezialitäten empfängt.

Der Weg vom ehemaligen Amtsgericht zum Rathaus ist angenehm kurz, es befindet sich gleich nebenan. Das Gebäude wurde mit der Gründung der Stadt im 17. Jahrhundert errichtet.

Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass historische Stilelemente mit der schlichten Eleganz harmonisch miteinander verbunden wurden. Die für Friedrichstadt typische Backsteinfassade und die großen Fenster spiegeln einmal mehr den niederländischen Einfluss wider.

Friedrichstadt, ein historisches Gebäude im niederländischen Stil mit roten Ziegeln und großen Fenstern. Es zeigt die charakteristische Architektur der Stadt und befindet sich in der Nähe einer Straße mit Bäumen und Fahnen.
Niederländische Baukunst im Herzen von Schleswig-Holstein

1850 wurde das Gebäude so zerstört, dass es neu errichtet werden musste. Dies übernahm der Gastwirt Windahl. Sein Plan war, ein zweigeschossiges Hotel bauen zu lassen. Damit nicht genug wurde das Gebäude 1877 durch einen Saal erweitert. Ob Windahl mit seinem Hotel erfolgreich war, haben wir leider nicht herausbekommen.

Im Jahr 1910 erwarb die Stadt das Gebäude, ließ es aufwendig umbauen und nutzte es als Rathaus. Im Zuge dieser Umbauten wurde die Fassade im Stil der holländischen Renaissance verändert. Bis heute beherbergt das Gebäude das Rathaus.

Die remonstrantische Gemeinde wurde 1619 in den Niederlanden gegründet, jedoch relativ schnell, nämlich auch im Jahr 1619, wieder verboten. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf erlaubte den Remonstranten in seinem Reich eine Stadt zu gründen und dort ihren Glauben frei zu leben. Diese Stadt ist keine geringere als Friedrichstadt.

Friedrichstadt - Die Remonstrantenkirche ragt in den blauen Himmel. Die Kirche ist von außen schlicht in einem rosa Farbton gehalten.

1624 wurde hier die älteste remonstrantische Kirche der Welt errichtet! Sie fiel dem holsteinisch-dänischen Krieg (1850) zum Opfer und wurde komplett zerstört. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1854.

Wir haben eine prunkvolle Ausstattung erwartet. Bei der Innenbesichtigung überraschte uns jedoch eine schlichte und helle Architektur.

Traditionell werden die Gottesdienste immer noch in der niederländischen Sprache gehalten.


Remonstrantenkirche, Prinzeßstraße, Friedrichstadt 

Und zwischendurch muss auch das mal sein …

Friedrichstadt - Eine Holzbank mit der eingravierten Aufschrift 'Klönschnackbank', vor einer Backsteinwand, die auf eine gemütliche Ecke in Friedrichstadt hinweist.
Ideal für gesellige Gespräche und entspannte Momente

… eine kleine Pause und mit den Einheimischen ein wenig schnacken. De een schnackt Platt, de annern Hochdüütsch. Wenn dor denn noch wat Holländisch bi kummt, löppt dat mit’t Verstahn! 😊

Die Wasserwege wurden im 17. Jahrhundert von den niederländischen Siedlern angelegt. Sie dienten ursprünglich sowohl der Entwässerung als auch dem Handel. Mittlerweile sind sie zu einem begehrten Wahrzeichen der Stadt geworden und laden zu idyllischen Bootsfahrten ein.

Fast jeder Besucher der Stadt entschließt sich, eine Grachtenfahrt zu machen.

Friedrichstadt - Eine Hinweistafel auf einem Stein, auf der Daten zur ehemaligen Synagoge stehen.

Von dieser Hinweistafel haben wir uns ein wenig in die Irre führen lassen.

Mit “gegenüber” war schlichtweg die andere Straßenseite gemeint, also einmal umdrehen und hinüberschauen. Wir haben zunächst über den Stein in die falsche Richtung geschaut. Dort befand sich aber nur ein Kanal.

Die ehemalige Synagoge wurde am 28.12.1847 eingeweiht. Seinerzeit zählte die jüdische Gemeinde über 400 Mitglieder. Aus wirtschaftlichen Gründen verließen zahlreiche Juden im 19./20. Jahrhundert Friedrichstadt, was zur Folge hatte, dass bis 1937 nur noch ein Rabbiner in der Stadt lebte. 1938, am 10. November, wurde die Synagoge vollständig verwüstet. Später wurde das Gebäude zu einem Wohnhaus umfunktioniert. Mittlerweile wird das Gebäude ausschließlich als Kultur- und Gedenkstätte genutzt.

Friedrichstadt - Die ehemalige Synagoge in Friedrichstadt, ein Backsteingebäude mit großen Fenstern und einem schlichten Eingangsbereich, umgeben von Bäumen und einer ruhigen Straße.
Synagogen wurden traditionell so gebaut, dass sie nach Jerusalem ausgerichtet sind

Obwohl die Architektur des Gebäudes schlicht ist, so wirkt es auf uns sehr beeindruckend. Das besondere Merkmal an ihr, die Backsteinfassade, vermittelt eine gewisse Beständigkeit.


Ehemalige Synagoge, Am Binnenhafen 17, Friedrichstadt

Nachdem wir eine Zeit lang über die gepflasterten Straßen von Friedrichstadt geschlendert sind, erreichten wir die Prinzenstraße. Hier rückte direkt das Paludanushaus in unser Blickfeld. Das Gebäude fällt wegen seiner markanten Fassade und den typischen architektonischen Elementen sofort ins Auge. Auch hier sehen wir wieder die liebevoll mit Rosenstöcken verzierten Hauswände, die im Übrigen das ganze Stadtbild prägen.

Ursprünglich diente das Paludanushaus als bescheidenes Wohnhaus, das sich mittlerweile zu einem echten Anziehungspunkt für Architektur- und Geschichtsliebhaber entwickelt hat.  

Friedrichstadt - Das Paludanushaus in Friedrichstadt, ein historisches Gebäude mit einer markanten Fassade und typischen architektonischen Elementen, umgeben von bunten Blumen und bei strahlend blauem Himmel.
Wer Friedrichstadt besichtigt, kommt an diesem Bauwerk nicht vorbei

Im Jahr 1637 ließ der Remonstrantenprediger und Kaufmann Godefridus Paludanus das Gebäude errichten. Einst prägten zwei Giebel das Haus, bevor sie 1840 zu einem einheitlichen Dach verschmolzen. Ein besonders bemerkenswertes Detail findet sich links neben der kunstvollen Rokoko-Eingangstür. Eine eingemauerte Kanonenkugel, stummes Zeugnis der Beschießung im Jahr 1850, erinnert an die bewegte Geschichte dieses Bauwerks.

Heute nutzt die dänische Minderheit von Friedrichsstadt das Haus. Es ist zwischenzeitlich in das Eigentum des Kulturträgers Sydslesvigsk Forening übergegangen.


Paludanushaus, Prinzenstraße 28, Friedrichstadt 

Auf der Prinzenstraße geht’s schneller als gedacht: Einmal umgedreht – zack, schon steht das nächste Schmuckstück vor dir. Orientierung? Zweitrangig. Staunen? Garantiert!

Das Doppelgiebelhaus ist eines der ältesten Geschäftshäuser der Stadt. Durch die imposanten Doppelgiebel wird einmal mehr auf die niederländische Bauweise in Friedrichstadt hingewiesen. 1624 wahrscheinlich als Wohnhaus errichtet, später ein Ort, an dem die Kaufleute ihre Waren feilboten. Heute befindet es sich in Privatbesitz und beherbergt ein Stoffgeschäft.

Friedrichstadt - Das Doppelgiebelhaus in Friedrichstadt zeigt die charakteristische niederländische Architektur mit zwei hohen Giebelfronten und einer weißen Fassade, umgeben von weiteren historischen Gebäuden im Hintergrund.
Eins der ältesten Geschäftshäuser der Stadt

Die beiden Giebel, die dem Haus seinen Namen verleihen, sind nicht nur ein architektonisches Detail. Sie sind Sinnbild für die damals florierende Wirtschaft der Stadt und auch stille Zeitzeugen einer Epoche. In dieser Zeit prägten Handel und Wohlstand Friedrichstadt maßgeblich.


Doppelgiebelhaus, Prinzenstraße 23, Friedrichstadt

Die Prinzenstraße mag nicht, wie der Marktplatz, das Herzstück von Friedrichstadt sein. Sobald es in der Stadt lebendig wird, verwandelt sie sich in eine pulsierende Fußgängerzone, die mit ihrem historischen Flair begeistert. Kleine Läden, gemütliche Cafés und liebevoll gestaltete Geschäfte säumen den Weg und laden dazu ein, sich treiben zu lassen. Hier gibt es wirklich keinen Grund zur Eile, an jeder Ecke erwartet dich etwas Besonderes.

Man könnte sagen, dass die Straße ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen ist. Wenn du in der Stadt bist, schau doch einfach mal vorbei. Lass dich von einzigartigen Souvenirs inspirieren und entdecke handgefertigte lokale Produkte. Die Prinzenstraße in Friedrichstadt? Ein kleines Paradies für alle, die das Shoppen in solch einer zauberhaften Atmosphäre lieben. Klingt das überzeugend?

Bei dem Namen “Alte Münze” könnte man meinen, dass hier einst Geld geprägt wurde. Doch weit gefehlt. Statt glänzender Goldstücke wurden in dem Gebäude Waren gelagert, da es 1626 ursprünglich als Speicher für den Statthalter Adolph van Wael errichtet wurde. Der Traum der Stadt, das Münzrecht zu erhalten, blieb unerfüllt.

Im Laufe der Jahre diente das Gebäude verschiedenen Zwecken. Einst Kirche, später Bibliothek und zeitweise sogar Heimat der Touristeninformation. 1995 wurde es nach aufwendigen Renovierungsarbeiten zum Museum umgewandelt und somit zu einem Ort voller Überraschungen.

Friedrichstadt, ein historisches Gebäude mit einer charakteristischen Backsteinfassade und grünen Fenstern, umgeben von Bäumen und blauem Himmel.

Das Museum lädt seine Besucher auf eine spannende Reise ein. Artefakte zeigen die bewegte Geschichte der Stadt. Ob kunstvoll gestaltete religiöse Gegenstände, historische Dokumente oder Zeugnisse des alltäglichen Lebens. Mit jedem Detail wird ein Stück der vielschichtigen Identität der Stadt dargelegt. Das Gebäude fügt sich mit seiner charakteristischen Backsteinfassade und dem prächtigen Giebel harmonisch in das Stadtbild ein.

Friedrichstadt - Ein historisches Gebäude in Friedrichstadt mit einem charakteristischen gotischen Dach, umgeben von einem gepflegten Garten und blühenden Pflanzen.

Im linken Anbau neben dem Museum befindet sich die Mennonitenkirche, die seit 1708 von der Gemeinde als Gebetsstätte genutzt wird. Der schlichte Betsaal zeichnet sich durch eine zurückhaltende Gestaltung sowohl innen als auch außen aus. Direkt dahinter liegt der Friedhof der Gemeinde, ein ruhiger, abgeschiedener Ort, der von Privathäusern umgeben und dadurch etwas verborgen ist.


Öffnungszeiten: November bis April: Ausschließlich angemeldete Gruppen
Juni bis September: Dienstag - Sonntag: 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Anschrift: Am Mittelburgwall 23, 25840 Friedrichstadt

Unser Stadtrundgang neigt sich dem Ende zu. Neben der kleinen Verwirrung über die ehemalige Synagoge haben wir eine Vielzahl spannender Sehenswürdigkeiten entdeckt. So vertieft in die Stadtgeschichte und Architektur haben wir kaum bemerkt, wie viel wir gelaufen sind. Aber hey – bei diesem traumhaften Wetter zählt doch eher das Erlebnis als die müden Füße, oder?

Bei unserer letzten Station haben wir erfahren, dass bei der Gründung der Stadt wohl zuerst die Eckgrundstücke bebaut wurden. Somit gehört das “Schiefe Haus” zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden von Friedrichstadt. Einer Hinweistafel am Haus ist zu entnehmen, dass es aus den 1620er Jahren stammt. Aufgrund des sehr weit nach vorne gerichteten Westgiebels ist es eines der reizvollsten und ungewöhnlichsten Bauwerke.

Friedrichstadt - Das Schiefe Haus in Friedrichstadt, eine historische Architektur mit einem markanten Giebeldach, umgeben von charmanten alten Straßen und Bäumen.
Auch dieses Gebäude wurde 1688 ursprünglich als Kaufmannshaus errichtet

Die Schieflage entstand, da sich der Boden als nicht stabil erwies. So neigte sich das Haus mit der Zeit langsam zur Seite. Obwohl es in derartige Schieflage geriet, wurde es dennoch über einen langen Zeitraum als Wohnraum genutzt. Heute ist es eine beliebte Sehenswürdigkeit. Wie sagt man so schön, alles hat seinen eigenen Charakter, selbst die Gebäude! Hier zeigt sich auf besonders anschauliche Weise, wie historische Architektur und die Bodenbeschaffenheit das Stadtbild mitgestalten – manchmal eben mit einem schiefen Blickwinkel.

Friedrichstadt - Ein schöner Blick auf das Gebäude am Mittelburgwall in Friedrichstadt mit einem gepflasterten Gehweg und grünen Laubbäumen im Hintergrund.

Heute beträgt der Neigungswinkel etwa fünf Grad, wodurch der Giebel ungefähr einen Meter über die Grundstücksfläche hinausragt.

Wenn man einer Erzählung glaubt, so ist die Schieflage eine bewusste Entscheidung gewesen, um das Hochziehen von Waren zu erleichtern.

Auf jeden Fall ist es ein echtes Wahrzeichen mit einer schrägen Geschichte!


Schiefes Haus, Am Mittelburgwall 52, Friedrichstadt

Nach der Besichtigung des “Schiefen Hauses” haben wir unseren Stadtrundgang beendet. Es gibt noch so viel mehr in der Stadt zu sehen, was hier allerdings den Rahmen sprengen würde.

Gevelstene – Kunstvolle Wegweiser

In Friedrichstadt erwartet dich eine faszinierende Spurensuche. An zahlreichen Gebäuden kannst du kunstvolle Symbole entdecken, sogenannte Gevelstene, die auch als Hausmarken bekannt sind.

In Zeiten, als Hausnummern noch nicht üblich waren, dienten sie als Orientierungshilfe und verrieten zugleich viel über die Bewohner. Ob prächtige Wappen, Zunftzeichen, filigrane Holzschuhe oder kunstvolle Darstellungen von Fischern – jedes Symbol erzählt eine Geschichte. So war auf einem Blick erkennbar, welchem Handwerk oder welcher Tätigkeit der Besitzer nachging.

Rosenzauber in Friedrichstadt

Die Rosenstöcke vor den Häusern in Friedrichstadt sind mehr als eine hübsche Dekoration. Sie sind Detail des Stadtbildes und verleihen den Straßen eine besondere Atmosphäre. Gepflegt ranken sich die Rosen an den Fassaden der Häuser empor, wodurch ein nettes Ambiente geschaffen wird.

Diese Tradition wurzelt in der niederländischen Vergangenheit der Stadt. Früher wurden Rosenstöcke als Zeichen der Gastfreundschaft gepflanzt. Heute sind sie, neben den historischen Häusern, ein beliebtes Fotomotiv. Besonders in den Sommermonaten erblühen die Rosen üppig. Sie verwandeln die Fassaden in ein prachtvolles Farbenspiel. Ihr Duft erfüllt die Straßen. Jedes Jahr erstrahlt die Stadt aufs Neue in einem Meer aus Blüten und verzaubert Bewohner wie Besucher gleichermaßen.

Mobilität

Die historische Altstadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden, da viele Sehenswürdigkeiten nah beieinander liegen. Allerdings solltest du das Kopfsteinpflaster bedenken, bequemes Schuhwerk ist hier auf jeden Fall von Vorteil.

Unser Friedrichstadt-Resümee

Als Partymetropole kann man Friedrichstadt auf keinen Fall bezeichnen. Eher würde die Bezeichnung “entspannte Bilderbuchstadt” passen. Ein kleines Juwel, das Geschichte, Architektur und Natur wunderbar miteinander verbindet. Historische Brücken und kleine Cafés bereichern das Stadtbild, während die Wasserwege die perfekte Kulisse für eine entspannte Bootstour bieten.

Besucher können in kleinen Manufakturen alte Handwerkskunst entdecken oder auch regionale Spezialitäten probieren.

Friedrichstadt ist unserer Meinung nach ideal für einen Tagesausflug. Du bist in der Nähe und suchst einen Ort voller Zauber und Geschichte? Dann sollte Friedrichstadt auf jeden Fall auf deiner To-Do-Liste stehen!

Bist du in Deutschland schon einmal durch eine Stadt mit niederländischem Flair geschlendert? Wenn nicht, könnte Friedrichstadt dein nächstes Reiseziel sein. Ein Besuch lohnt sich – entdecke selbst, was diese zauberhafte Stadt zu bieten hat.


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