Wernigerode: Bunte Stadt am Harz und ihr beeindruckendes Schloss

Märchenhaft schmiegt sich das Schloss in die atemberaubende Naturkulisse. Zusammen mit den malerischen mittelalterlichen Gebäuden, die sich in der Stadt aneinanderreihen, ist Wernigerode zu einem einzigartig schönen Ort geworden.

Im Herzen des Harzes gelegen, ist die bezaubernde Stadt somit ein beliebtes Ausflugsziel in Deutschland.

Wernigerode befindet sich im Landkreis Harz im Bundesland Sachsen-Anhalt. Das ungefähr zwölf Kilometer vom Brocken entfernte historische Städtchen erhebt sich auf einer Höhe von 257 Metern.

Inhalt

Parkmöglichkeiten in Wernigerode

Bei der Anreise mit dem Auto können wir den gebührenpflichtigen Parkplatz Anger/Schloss Wernigerode an der Halberstädter Straße empfehlen. Auch Wohnmobile finden hier einen Platz. Für E-Autos sind Ladestationen vorhanden.


Öffnungszeiten: Der Parkplatz ist ganztägig geöffnet.
Preise: 1,00 Euro/Std.
(Stand: Juli 2024)

Der Parkplatz ist deshalb ideal, da man von hier aus schnell in die historische Altstadt gelangt.

Wissenswertes

Wernigerode bietet den Besuchern ziemlich viele Facetten. Zunächst einmal wurde die Stadt lediglich als “Stop over” der zahlreichen Harzreisenden genutzt. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet.

Im Jahr 900 begann die Geschichte von Wernigerode. Hier hinterließen die Benediktiner ihre ersten Spuren. Während der Rodungsarbeiten fällten sie die Bäume am Klint in der Nähe des heutigen Marktplatzes. Dies ist die höchste Erhebung der alten Stadt, auf dem die erste Besiedlung stattfand. Der Klint ist sozusagen der Ausgangspunkt der Ortsgründung.


In einer Urkunde von 1362 heißt es: „Uppe dem Klynte“.

Wernigerode lag an den Handelsrouten, die über das Harzgebirge führten und konnte sich dadurch im 12. Jahrhundert immer weiter, bis hin zu einer größeren Stadt, entwickeln.

Graf Adalbert zu Haimar war der erste Graf von Wernigerode. Er begründete das Geschlecht der Grafen zu Wernigerode. Damals wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt (1121). Später, im 15. Jahrhundert übernahmen die Grafen zu Stolberg Wernigerode als ihren Sitz.

Tausende Touristen besuchen jedes Jahr sowohl die Stadt als auch das Schloss.

Was sie nicht ahnen: Das Schlossgemäuer birgt ein dunkles Geheimnis. Denn vor ungefähr 600 Jahren fanden an dieser Stelle die Hexentribunale mit zum Teil blutigen Folterungen statt.

Auf dem Galgenberg sollen über zwanzig Menschen zwischen den Jahren 1521 und 1609 auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein.

Im Rahmen eines Bauernkrieges wurde Wernigerode 1525 teilweise zerstört. Auch zahlreiche Klosteranlagen in der Nähe nahmen erheblichen Schaden.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt Opfer mehrerer Brände. Trotz alledem haben die Bürger ihre Häuser wieder errichtet. Dies gelang den Menschen deshalb relativ schnell, weil die Gefache der Fachwerkhäuser mit Ziegelsteinen aufgefüllt wurden.

Wo früher eher schmale Gassen waren, sind nach den Bränden breitere Straßen entstanden.


Der Schriftsteller Hermann Löns hielt sich im Mai 1907 vier Wochen in Wernigerode auf. Ihm verdankt die Stadt die Bezeichnung „bunte Stadt am Harz“. 

Sehenswürdigkeiten der “Bunten Stadt am Harz”

Die Altstadt von Wernigerode ist recht überschaubar, wodurch die Sehenswürdigkeiten zu Fuß bequem erreichbar sind.

Wernigerode - Fachwerkhaus mit Laterne im Vordergrund und drei kleinen Giebelfenstern

Bei diesem dreigeschossigen barocken Handelshaus fallen als erstes die zahlreichen skurrilen Gesichtsmasken auf. Diese sogenannten „Neidköpfe“ sollten Unheil von dem Haus abwenden. Es wurde 1696 erbaut.  Solche Neidköpfe findest du auch in Eppingen und Schloss Waldenburg.

Ein kleines Stück weiter auf der Breiten Straße entdeckten wir das Krummelsche Haus. Es wurde von dem Kornhändler Heinrich Krummel im Jahr 1674 erbaut.

Das Gebäude gehört wegen seiner reich mit Schnitzereien und Ornamenten verzierten Fassade wohl zu den auffälligsten Häusern der Stadt. Es ist ein regelrechtes kleines Juwel. Gleichzeitig lässt es eben durch diese aufwändigen Verzierungen Rückschlüsse auf den Wohlstand des Erbauers zu.

Wernigerode - Braunes mit Ornamenten und Schnitzereien verziertes Haus

Die vorgesetzte Holzfassade lässt nicht erkennen, dass das Haus im Stil des Spätbarocks und dennoch im Fachwerk errichtet wurde.

Die geschnitzten Bilder stellen unter anderem symbolisch die Erdteile Afrika, Amerika, Asien und Europa dar. Daneben befinden sich Landschaftsdarstellungen. Die Stadt Wernigerode wird im sechsten Bild dargestellt. Es ist in der unteren Reihe ganz links zu finden.

Die verschiedenen Jahreszahlen über den Türen weisen auf zwei wichtige Daten hin. Eine ist die Erbauung des Hauses (1674). Die andere ist der später erfolgte Umbau (1875) des Erdgeschosses.

Sodann befinden im Erdgeschoss fünf Säulen mit Figuren, wunderschön dargestellt sind auch die Puttenköpfe.

Heute beherbergt das Krummelsche Haus ein Bistro.

Überaus bemerkenswerte Frauen waren die Harzer Kiepenfrauen, die eine bedeutende Rolle innehatten. Sie trugen darüber hinaus den Spitznamen ‚Kamele des Oberharzes‘. Warum? In ihren Kiepen, die sie auf dem Rücken trugen, transportierten sie äußerst schwere Lasten. Dies taten sie oft unter schwierigen Bedingungen und über mehrere Kilometer hinweg.

Wernigerode - Bronzestatue mit einer Kiepe auf dem Rücken sitzt auf einem Stein. Eine Katze als Bronzefigur sitzt hinter der Kiepenfrau.

Wegen des geringen Einkommens der Bergbau- und Waldarbeiter war die Mithilfe der Frauen erforderlich. Mit ihrer Tätigkeit leisteten sie einen Beitrag zur Versorgung der Region. Gleichzeitig dienten sie auch als Kontaktpersonen zu anderen Dörfern, da insbesondere im Winter häufig abgelegene Orte abgeschnitten waren.


Die Kiepe war damals ein geflochtener Tragkorb, der auf den Rücken geschnallt wurde. Mittels Schulterriemen erfolgte die Befestigung am Körper. 

Auf einigen Wanderwegen im Oberharz kannst du dich auf den Spuren der Kiepenfrauen bewegen. Denn diese verlaufen teilweise auf den von diesen benutzten alten Pfaden, wodurch die bewegende Geschichte der Kiepenfrauen bis heute weiterlebt.

Das interessanteste Highlight neben dem Schloss ist wohl der Marktplatz. Hier befindet sich der bekannte Wohltäterbrunnen. Seine Bezeichnung verdankt er vielen Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben.

Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuches gerade Markttag, so dass wir den Brunnen nicht frei fotografieren konnten. Dennoch kommt seine Schönheit auch so zu Geltung.

Wernigerode - Brunnen im Vordergrund, Fachwerkhäuser im Hintergrund

Der im neugotischen Stil errichtete Brunnen stammt aus dem Jahr 1848. An seinem oberen Rand des Beckens wurden Wappenschilder angebracht. Auf diesen Schildern stehen die Namen Angehöriger des Grafengeschlechts. Die Namen Adliger der Stadt sind ebenso darauf verewigt.

Der mittlere Beckenrand ist mit Namen von Bürgern und Bürgerinnen versehen, die wichtig für die Entstehung der Stadtgeschichte sind. 

Ergänzt wurde der Brunnen 1991 durch eine Gedenktafel für den Oberst Gustav Petri. Kurz vor Kriegsende hat dieser durch einen beherzten Einsatz die Stadt Wernigerode vor der Zerstörung durch die Alliierten gerettet.

Eindrucksvoll dominiert das Rathaus den Marktplatz. Ich wage zu behaupten, dass es das schönste Fachwerkhaus in Deutschland ist, das wir bisher gesehen haben.

Ursprünglich wurde es als gräfliches gimnasio vel theatro (Spiel- und Gerichtshaus) auf einem Weinkeller errichtet. Was bedeutet, dass es sowohl für Hochzeitsfeierlichkeiten, Gauklerspiele als auch Gerichtsprozesse genutzt wurde.

Wernigerode - Sonne hinter einem Fachwerkhaus in Wernigerode
Eines der schönsten Rathäuser Europas

Bis heute konnte die gotische Eingangstür erhalten bleiben. Die beiden schlanken Erker flankieren das kunstvoll gestaltete Hauptportal. Aus ihnen bilden sich zum Dachgeschoss hin Türmchen, wodurch der besondere Charakter des Gebäudes hervorgehoben wird.

Das Rathaus erhielt sein endgültiges und bis heute sichtbares Erscheinungsbild zwischen den Jahren 1538 und 1544. Die gelungene Konstruktion des Fachwerks wird durch die Verzierung mit Figuren bereichert.

Wernigerode - Fachwerk mit Figuren am Rathaus

Beim Betrachten der Fassade wirst du wunderschöne Details entdecken. So befinden sich beispielsweise auf den Knaggen Figuren des Handwerks, Narren und auch Heilige.

Wernigerode - Wasserspeier am Rathaus

An den märchenhaften Erkern befinden sich Drachen als Wasserspeier.

Die Stadt Wernigerode nutzt das Gebäude seit 1427. Es ist eine Schenkung des Grafen Heinrich an die Stadt.

Bei Interesse kann das Rathaus auch von innen besichtigt werden. Im Inneren spiegelt sich die Geschichte des Gebäudes wider.

Wernigerode - Fachwerkhaus mit Türmen und Erker in verschiedenen Farben

Der Eingang zum heutigen Restaurant „Ratskeller“ befindet sich an der Seite des Rathauses.

Der rechteckige Hauptraum wird von einem Kreuzgratgewölbe getragen. Von dem ursprünglichen Weinkeller konnte man lediglich einige aus Bruchsteinen errichtete Mauern erhalten.

Besuch doch ruhig einmal den Ratskeller und lasse dich dort von der spannenden Geschichte des Rathauses in den Bann ziehen.

Die Ratswaage war nicht nur ein Bestandteil des Rathauses, sondern diente auch als Waaghaus. Nach dem Wiegen der Waren wurde die Höhe der Abgaben berechnet und die Händler zur Kasse gebeten.

Darüber hinaus konnten hier Versammlungen abgehalten und Verwaltungsaufgaben erledigt werden.

Wernigerode - Gasse mit ockerfarbenen Häusern, die im oberen Teil Fachwerk haben.

Das gotische Fachwerkhaus ist sehr schmuckvoll gestaltet. Wir erfuhren, dass auf dem Dachboden ein altes Tretrad gestanden haben soll. Mit diesem konnten schwere Lasten auf den Speicher gezogen werden.

Heute noch erkennbar ist die alte rundbogige Toreinfahrt. Die Taurolle (Seilrolle) und der Kefferbalken wurden wieder angebracht.

Du hast keine Lust auf einen Museumsbesuch? Dann warte ab, was das Schiefe Haus dir zu bieten hat.

Die Tuchmacher ließen es 1680 als Walkmühle an der Stelle errichten, an der bereits eine alte Mühle stand. Das Wasserrad speiste der in der Nähe befindliche Zillerbach, wobei das Wasser durch einen Mühlgraben bis zur Mühle geleitet wurde.

Die überaus starke Neigung des Hauses ist im Übrigen durch den früheren Mühlgraben entstanden. Durch das vorbeifließende Wasser ist es offensichtlich zu einer Erweichung des Untergrunds gekommen. Das Haus senkte sich. Die Neigung ist so extrem, dass der Giebel 1,20 Meter aus dem Lot steht!

  • Wernigerode - Im Vordergrund schiefes Fachwerkhaus.
  • Wernigerode - Schiefes Fachwerkhaus

Im Laufe seiner Geschichte wurde das Haus sowohl als Mehl-Mühle, als Wohnhaus und sogar als Verwaltungssitz der Stadt genutzt.

Dieses Modell ist im Museum “Schiefes Haus” zu bewundern.

Im unteren Bereich ist das Mahlwerk der Mühle zu sehen.

Wernigerode - Holzmodell vom Museum Schiefes Haus

Nach einer kurzen Einführung einer sehr netten älteren Dame gingen wir auf eine faszinierende Entdeckungsreise.

Es ist vielleicht nicht unbedingt etwas für Menschen, die Gleichgewichtsprobleme haben. Dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen.

Schau doch selbst einmal …

Zum Vergrößern kannst du die Bilder anklicken.

Das Schiefe Haus ist ein Museum, in dem es viel Abwechslung gibt.

Neben den verschiedenen Ausstellungen werden den Besuchern auch Einblicke in die Bauweise des Hauses vermittelt.


Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag / 11.00 Uhr – 17.00 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro
(Stand: Juli 2024)

Der Teufel und das “Schiefe Haus”

Nach dem Besuch im Schiefen Haus und der Stabilisierung des Gleichgewichtssinns war das Wahrzeichen von Wernigerode unser nächstes Ziel. Da wir zum Schloss den Fußweg wählten, konnten wir hierbei sogleich auch noch unsere Kondition testen.

Schloss Wernigerode

Das Schloss ist ein beeindruckendes Bauwerk der malerischen Stadt Wernigerode.

Ursprünglich im 12. Jahrhundert als mittelalterliche Burg errichtet, erfuhr es im 19. Jahrhundert einen Umbau.

Mittlerweile fungiert es als beliebtes Museum, das die Besucher mit seiner prächtigen Architektur begeistert.

Wernigerode - Alte Straße zwischen Burgmauer und Fachwerkhäusern
Wernigerode - Burgmauer mit Turm

Der Weg zum Schloss führt ziemlich bergauf, es müssen zwischen dem Marktplatz und dem Schloss 170 Höhenmeter überwunden werden.

Blick auf Wernigerode

Majestätisch thront das Schloss auf einem Berg und bietet Besuchern einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die Landschaft.

Einige Teile des Schlosses sind seit 1930 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Es besteht die Möglichkeit, die Räume auf eigene Faust zu besichtigen oder an einem geführten Rundgang teilzunehmen.


Eintrittspreise
Erwachsene 9,00 Euro / Ermäßigt (Schüler, Studenten, Azubis) 8,00 Euro / Kinder 6-14 Jahre 4,50 Euro / Kinder unter 6 Jahren: frei
(Stand: Juli 2024)

Der Innenhof des Schlosses ist sehr großzügig geschnitten. Dies liegt daran, dass sich früher in ihm sowohl der Bergfried als auch die Burgkapelle befanden. Beide Gebäude wurden im 14. Jahrhundert „Opfer“ eines Abrisses.

Wernigerode - Schlossinnenhof mit altem Gemä
Das alte Gemäuer birgt viele Geschichten

Während unserer Besichtigung wurde uns berichtet, dass das Schloss bis ins 16. Jahrhundert nicht eingenommen wurde. Auch während des deutschen Bauernkrieges erfuhr es keine Verwüstungen.

Nachdem es im 17. Jahrhundert umgebaut wurde, fungierte es als reines Wohnschloss.

Wernigerode - Statue auf einer Treppe im Schlossinnenhof
Wernigerode - Statute auf einer Treppe

Die Haupttreppe zur Schlosskirche wird von aus Sandstein bestehenden Skulpturen flankiert, die Fabelwesen darstellen. Ihre Beschreibungen variieren. Manchmal werden sie als Wappentiere, dann wieder als Brockenhunde beschrieben.

Eins jedoch haben gemeinsam, sie wenden das Böse ab.

Heute beinhaltet das mit zahlreichen Türmen versehene Gebäude ungefähr 250 Räume. Diese sind bestens mit schönen Wandvertäfelungen, Böden und Kassettendecken ausgestattet.

Von diesen Räumen stehen 50 den Besuchern zur Besichtigung offen. Sie sind teilweise noch original eingerichtet und versetzen dich zurück in die Kaiserzeit.

Stile der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus spiegeln sich in ihnen wider.

Zunächst besichtigten wir die Schlosskirche, ein beeindruckendes Bauwerk, das eine lange Geschichte aufzuweisen hat.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Kirche 1259 als „Capelle uf der Borg“.

Bis 1716 stand die Kirche lediglich dem gräflichen Haushalt nebst dessen Gesinde offen. Danach wurden die in der Stadt Lebenden durch eine Verordnung des Grafen Christian Ernst mit einbezogen.

Wernigerode - Blick in die Schlosskapelle mit 3 Buntglasfenstern, Altar und Kanzel

Besonders auffällig sind die im Chor befindlichen Buntglasfenster.

Das mittlere Chorfenster über dem Altar zeigt sieben Szenen zum Opfertod von Jesus Christus. In den unteren Bildern sehen wir Apostel Petrus mit Schlüssel und Buch und Apostel Paulus mit einem Schwert und Buch.

Mit filigranen Schnitzereien wurden sowohl der Altar als auch die Kanzel versehen. Beides wurde aus französischem Kalkstein gefertigt.

Interessant ist auch die 1877 angefertigte Orgel. Sie wurde von der Orgelbaufirma Eberhard Friedrich Walcker & Cie. in Ludwigsburg hergestellt.

Wernigerode - Orgel auf der Empore der Schlosskapelle

Die Orgelpfeifen sind von einer wunderschönen Bemalung geprägt, sie werden im Übrigen Prospektpfeifen genannt.

In der heutigen ‚Neuen Bibliothek‘ befand sich früher das Speisezimmer des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode. 1919/1920 wurde es umgebaut.

Hier befanden sich die sog. Cimelien. Dies waren ausgewählte und besonders kostbare Bücher.

Darüber hinaus sind in diesem Raum Gegenstände des damaligen Kunsthandwerkes zu besichtigen.

Definitiv bringt das Arbeitszimmer den Stil der Eleganz des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck. Die aus dunklen Holzmöbeln bestehende Einrichtung erzeugt ein warmes Ambiente.

Wernigerode - Arbeitszimmer mit Schreibtisch, Regalen, Kamin und goldenen Tapeten, Bildern an den Wänden und einem Porträt der Gräfin

Der Kamin scheint für den Raum fast ein wenig zu groß geraten. Neben kunstvollen Tapeten schmücken Gemälde die Wände und bringen so eine besondere Note in den Raum.

Das Ankleidezimmer der Gräfin Anna präsentiert die Eleganz des 19. Jahrhunderts. Prächtige Möbel sowie ein Spiegel mit filigranen Schnitzereien beeindrucken die Besucher.

Die Wände wurden mit Tapeten geschmückt, auf denen dekorative Elemente abgebildet sind.

Wernigerode - Schreibzimmer: Schreibtisch mit Stuhl und Sekretär. Vor dem Fenster steht ein Maltisch und eine Staffelei sowie eine

Das Schreibzimmer befindet sich im Erdgeschoss des Schlosses. Durch seinen Erker bekommt es eine besondere Ausstrahlung.

Das Foto auf der Staffelei zeigt den Erbprinzen Christian Ernst, Sohn der Gräfin Anna und des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode.

Auch in diesem Raum wird der Stil des 19. Jahrhunderts wunderbar dargestellt. Die edlen Möbel, die teilweise holzvertäfelten Wände und der beeindruckende Boden reflektieren das Leben und die Vorlieben der Gräfin. Jede Ecke des Raums erzählt ihre Geschichte.

Der Raum ist mit luxuriösen Möbeln und kunstvollen Dekorationen ausgestattet. An den Wänden finden sich edle Holzvertäfelungen. Eine wirklich majestätische Atmosphäre herrscht in dem Raum unserer Meinung nach eher nicht. Dennoch erhalten die Besucher hier einen Einblick darüber, wo und wie der König seine schriftliche Arbeit verrichtete.

Wernigerode - Zimmer mit Holzvertäfelung, Schreibtisch mit Stuhl. Oberhalb der Holzvertäfelung grüne Tapete mit gelblichen Mustern.

Das Highlight und den wohl beeindruckendsten Raum haben wir uns am Ende angesehen.

Durch die großen Fenster, die viel Licht in den Saal lassen, kommen die wunderschönen Verzierungen besonders zur Geltung. Die Gemälde an den Wänden erstrahlen hierdurch in einem einzigartigen Glanz. Allein schon bei der Besichtigung strahlt der Festsaal eine besondere Atmosphäre aus. Wie mag das erst bei den Banketten der Grafen und Könige gewesen sein.

Wernigerode - Großer Saal mit aufwendigem Parkettboden. Große Bilder schmücken die Wände. Ein Kronleuchter beleuchtet die festliche geschmückte Tafel, um die Stuhle aufgestellt sind. Rechts unten im Bild ist ein Uniform zu sehen. Die Decke ist holzvertäfelt.

Insgesamt verzaubert der Saal durch die harmonische Kombination aus historischen Möbeln und den kunstvoll gestalteten Wänden. Der besondere Charme, der hierdurch entsteht, entführt die Besucher in längst vergangene Zeiten.

Die sorgfältig restaurierten Details, kombiniert mit einer passenden Beleuchtung machen ihn einzigartig.

Heute wird der Saal oft für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Die Eleganz und außerordentliche Akustik machen Konzerte zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wernigerode - Treppen, die zum Rauchzimmer führen
Aufgang zum Rauchzimmer
Wernigerode - Skulptur aus Holz, die einen Papst darstellt.
Auf dem Weg zur Neuen Bibliothek entdeckten wir die hölzerne Figur eines Papstes. In der linken Hand hält er eine Weltkugel, während seine rechte Hand abgebrochen ist. Man erkennt, dass die Figur einen Papst darstellt, an der Tiara (Papstkrone) auf seinem Kopf. Schwach zu erkennen sind noch Reste der einstigen polychromen Bemalung.
Wernigerode - Klavier, dahinter eine Ritterrüstung. 2 Fenster lassen Licht herein. Über dem Kamin stehen Tonkrüge und Kerzenleuchter. Auf einem mit Holzschnitzereien versehenem Tisch steht die Skulptur eines Papstes.
Blick in die Halle
Wernigerode - Schlafraum, ausgestattet mit einem Bett, über dem sich ein Baldachin befindet. Gegenüber dem Bett steht ein Schrank, davor ein Tisch mit einer kleinen Holztruhe. Der Boden ist mit Parkett ausgestattet. Die Wände sind teilweise mit Holz vertäfelt.
Einer von den gräflichen Schlafräumen
Wernigerode - Ein Bild, dass die Eröffnung des Reichstages durch Kaiser Wilhelm II. darstellt.
Eines der beeindruckendsten Kunstwerke ist wohl das Gemälde von Anton von Werner. Es stellt die feierliche Eröffnung des Reichstages durch Kaiser Wilhelm II. dar.

Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode initiierte den wohl bedeutendsten Umbau in der Geschichte des Schlosses. Als Vizekanzler des Deutschen Reiches war es ihm ein Bedürfnis, die repräsentativen Vorzüge hervorzuheben. In den Jahren 1862 bis 1885 wurde Schloss Wernigerode zu einem wahren Prunkschloss umgebaut. 

Schloss Wernigerode als Filmkulisse

Verständlicherweise wurde das Schloss mehrfach als Filmkulisse genutzt. Neben „Die Gänseprinzessin“ und „Schneeweißchen und Rosenrot“ wurde hier zuletzt auch der Kinderbuchklassiker „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler verfilmt. Die malerische Umgebung und die historische Architektur des Schlosses bieten eine perfekte Kulisse für Märchen- und Kinderfilme. Diese Filme verzaubern sowohl junge als auch ältere Zuschauer.

Mobilität in Wernigerode und auf dem Schloss

Für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, gibt es besondere Möglichkeiten der Stadtbesichtigung. Sie können die Stadt mit der Wernigeröder Schlossbahn oder Bimmelbahn erkunden. Teilweise wird hier sogar die Mitnahme von Besuchern mit Rollstuhl angeboten.

Der Besuch des Schlosses gestaltet sich etwas schwieriger. Aufgrund der historischen Bauweise ist das Schloss nicht komplett barrierefrei.

Wieviel Zeit sollte man für Wernigerode einplanen?

Es ist ausreichend, wenn du für die Besichtigung von Wernigerode mit dem Schloss zwei Tage einplanst.

Für einen gemütlichen Rundgang durch die Stadt benötigt man ungefähr zwei bis drei Stunden. Ebenso sollten für die Schlossbesichtigung auch noch einmal zwei bis drei Stunden eingeplant werden.

Da du vielleicht auch noch Zeit für einen Kaffee oder ein Mittagessen benötigst, sind zwei Tage schon angebracht. Stadt und Schloss sollen ja nicht im Schnelldurchgang abgehakt werden. Also nimm dir ausreichend Zeit um alles in Ruhe zu besichtigen und die wunderschöne Atmosphäre zu genießen.

Unsere Meinung zu Wernigerode

Die Fachwerkstadt Wernigerode strahlt durch ihre bunten Häuser einen zauberhaften Glanz aus.

Während das Schloss auf dem Berg thront, laden dich unten in der Stadt enge Gassen zum gemütlichen Flanieren ein.

Neben zahlreichen historischen Gebäuden verlocken urige Cafés zu einem kurzen Zwischenstopp.

Tauche ein in die faszinierende Geschichte der Stadt. Entdecke beeindruckende Sehenswürdigkeiten. Genieße die spannende Schlossbesichtigung von Schloss Wernigerode im Herzen des Harzes.

Unsere Meinung kurzgefasst: Wernigerode ist ein wahres Highlight für jeden Harz-Reisenden!


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