Mit der Schmalspurbahn zum Brocken
Majestätisch erhebt sich der legendäre Brocken mit 1.141 Metern im Nationalpark Harz.
Selbstverständlich gehört eine Fahrt mit der Schmalspurbahn auf die Liste eines jeden Harzreisenden.
So war das zumindest bis vor einigen Jahren. Wer heute eine Tour mit der Bahn durch eben diesen hochgepriesenen Nationalpark unternimmt, könnte enttäuscht werden. Doch eins nach dem anderen.
Inhalt
Parkmöglichkeiten / Bahntickets
Am Bahnhof Drei Annen Hohne befindet sich ein kostenpflichtiger Großparkplatz. Von diesem sind es nur wenige Minuten bis zur Bahn.
Nach einer 30-jährigen Pause besteht seit 1991 die Möglichkeit, den Brocken wieder mit der Schmalspurbahn zu erklimmen. Diese werden von Dampflokomotiven gezogen, die Antriebe mit fast 700 PS haben. Und das gleich mehrmals täglich.
Ticketpreise: Erwachsene ab 15 Jahre 53,00 Euro. Kinder 6-14 Jahre 32,00 Euro. Die Preise gelten für Hin- und Rückfahrt.
(Stand: 2024)
Streckenverlauf
Du kannst sowohl am Bahnhof Drei Annen Hohne als auch Schierke zusteigen. Zu empfehlen ist der erste, damit du mehr von der Strecke hast. Die Bahn benötigt für die fast 19 Kilometer ungefähr 50 Minuten.
Während dieser Fahrt umrundet die Bahn den Brocken 1,5 Mal. Ein Abenteuer sowohl für die Kleinen als auch für die Großen. Denn mit dem Rauchen und Pfeifen der Lokomotiven werden die Fahrgäste auf eine Zeitreise geschickt.
Wenn du über eine Stunde lang die Fahrt mit der Brockenbahn genießen möchtest, so besteht auch diese Möglichkeit. Du kannst die Fahrt dann von Wernigerode aus machen. Die Bahn startet dort direkt ab dem Hauptbahnhof.
Barrierefreie Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten gibt es sowohl am Bahnhof Drei Annen Hohne als auch am Endbahnhof Brocken. Allerdings ist eine Anmeldung nötig.
Auf dem höchsten Gipfel Norddeutschlands
Am Ziel angekommen, kannst du deine Besichtigungstour starten und die Aussicht genießen.
Wer zum Brocken möchte, wird schon von weitem die sich erhebende magische Gebirgslandschaft entdecken. Denn besonders auffällig ist hierbei die markante Brockenkuppe. Sie ist oft in Nebelschwaden verborgen, die dem Gipfel eine mystische Aura verleihen.
Viele kennen den Brocken aus den Nachrichten, wenn mal wieder einer der rauen Stürme über das dann einsame Gipfelplateau tobt.

Der 123 Meter hohe Sendeturm wurde 1973 errichtet. Zu den zahlreichen Sendanlagen gehören 13 Rundfunksender. Darüber hinaus beinhaltet die Station auch Sender für Mobil- und Richtfunk.
Statte ruhig auch mal dem Brockenhaus einen Besuch ab und schau dir die Ausstellung dort an.
Nachdem du das Brockenhaus erforscht hast, kannst du dich im Café Hexenflug mit Speisen und Getränken stärken. Hierbei kannst du durch die Panoramafenster den Ausblick genießen.
Wanderungen rund um den Brocken
Beliebt ist das Gebiet bei Wanderern, die den Berg über verschiedene Routen erklimmen können. Sie sind allesamt interessant, aber auch anspruchsvoll.

Geographisch gesehen liegt der Brocken an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, weshalb er von 1961 bis 1989 Sperrgebiet war.
Wer nun die Tour zu diesem grandiosen Gipfel auf besondere Art erleben möchte, der wandert!
Auf den Spuren Heinrich Heines
Die schönste Wanderung ist der Weg Auf den Spuren Heinrich Heines. In Ilsenburg startet er und führt dich auf verschlungenen Waldwegen zu den Ilse-Wasserfällen. An der Hermannsklippe erreichst du den Harzer Grenzweg. Hinter dem „Kleinen Brocken“, der auf einer Höhe von 1.019 Meter liegt, geht es sodann steil bergauf bis zur Brockenkuppe.
„Auf die Berge will ich steigen, wo die dunklen Tannen ragen, Bäche rauschen, Vögel singen, und die stolzen Wolken jagen …“ (Heinrich Heine)
Eckdaten zur Wanderung
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Strecke: 10,5 km
- Aufstieg: 857 Höhenmeter
- Dauer: ca. 3:45 Std.
Der Teufelsstieg
Für die besonders durchtrainierten Wanderer ist der Teufelsstieg ein reizvoller Aufstieg hinauf zum Brocken.
Start der Wanderung ist im malerischen Elendstal. Zunächst läuft man auf einem gut angelegten Weg hinaus bis nach Schierke. Von dort aus gelangst du zu den idyllischen Schluftwiesen. Zwischendurch musst du eine Straße überqueren. Und dann geht der Aufstieg durch das Eckerloch zum Brocken richtig los.
Du wanderst entlang des Schwarzen Schluftwassers und überquerst zwischendurch auch mal die Gleise, bis du schließlich die Hütte Eckerloch erreichst. Von der Mündung des Eckerlochstiegs gelangst du auf die Brockenstraße. Hier verläuft der Teufelsstieg als Rundweg weiter nach oben. Bevor du das Ziel erreichst passierst du neben der Teufelskanzel auch den Hexenaltar. Hört sich doch spektakulär an oder?
Nachdem du auf dem Brocken die Aussicht genießen konntest, begibst du dich zum Abstieg auf den Heinrich-Heine-Weg. Diesen wanderst du 3,5 Kilometer bis zur Rangerstation. Gut angelegte Waldwege führen bis zu Eckertalsperre. Vom Molkenhaus verläuft die Route über die Ettersklippe bis du letztendlich am Ziel Bad Harzburg angekommen bist.
Eckdaten zur Wanderung
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Strecke: 23,8 km
- Aufstieg: 760 Höhenmeter
- Abstieg: 963
- Dauer: ca. 7:00 Std.
Das Brockengespenst
Zur Zeit, als der Harz noch unberührtes und wildes Land war, oblag es den Bergleuten unter extremen körperlichen Einsatz die verborgenen Schätze der Erde ans Licht zu befördern. Während dieser Zeit entwickelten sich mystische Geschichten rund um den Brocken.
Sagen von Hexen und Berggeistern entstanden, ja sogar von Zwergen war die Rede. Es wurde alles getan, um die Ängste der Bergarbeiter zu besänftigen. Doch diese Erzählungen, geboren in der Dunkelheit der Minen und aus dem Flüstern der Bäume des Waldes, verliehen dem Harz etwas Geheimnisvolles und Magisches.
Wer vom Brockengespenst hört, muss allerdings enttäuscht werden. Denn dieses ist nichts anderes als ein faszinierendes Phänomen. Lediglich in den oberen Bereichen des Brockens bekommt man die Möglichkeit, es zu beobachten.
Hierbei handelt es sich um eine optische Täuschung. Sie entsteht dadurch, dass die Sonne den Schatten einer Person beispielsweise auf eine Nebelwand projiziert. Hierdurch können mehrere farbliche Ringe zu sehen sein, die wiederum durch die Brechung des Lichts entstehen.
Das daraus resultierende übergroße Bild einer Person wird in den sagenumwobenen Berichten dann als Brockengespenst beschrieben. Es sollte die Menschen von diesem Ort fernhalten.
Der Harz vor einigen Jahren und heute
Nun komme ich auf meine anfangs gemachte Erwähnung zurück, dass man heute bei einer Tour mit der Bahn enttäuscht sein wird.
Der Harz sieht heute nicht mehr so aus, wie vor ein paar Jahren. Man kann es kaum in Worte fassen. Deshalb lasse ich die nachfolgenden Vergleichsbilder für sich sprechen …


Unsere Meinung zum Brocken als Reiseziel
Der Brocken, als höchster Gipfel des Harzes ist ein Ort voller Magie und verborgener Geheimnisse, die es zu erkunden gilt.
Bei klarem Wetter bietet er eine atemberaubende Aussicht, die weit über die Grenzen des Harzes hinausreicht.
Ein besonderes Highlight ist die Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn, die Begeisterung bei allen Generationen hervorruft.
Der Wald ist heute nicht mehr so prächtig wie vor ein paar Jahren. Damals stand er noch im satten Grün. Dennoch bleibt der Brocken für uns ein Ort der Erinnerung und Reflexion.
Die Wandlungen der Natur erzählen hierbei ihre eigenen Geschichten, die nicht unbedingt etwas mit Mythen oder Brockengespenstern zu tun haben. Vielleicht aber inspirieren sie uns dazu, die Schönheit vergangener Zeiten mehr zu schätzen!
Aufgrund der jüngsten Brände hat die Natur noch größere Schäden erlitten. Ob das Naturschutzgebiet um den Brocken noch einmal so schön wird wie vor einigen Jahren, ist fraglich. Zumindest wird eine Wiederaufforstung sehr viele Jahre in Anspruch nehmen. (Stand: 2024)
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