Fritzlar: Historische Schätze und Fachwerkhäuser im Herzen Hessens
Fritzlar bietet eine gelungene Mischung aus Geschichte und Kultur, weshalb die Stadt ein beliebtes Reiseziel in Hessen ist.
Erlebe mit uns die dominierende Kaiserstadt an der Deutschen Märchenstraße und lass uns gemeinsam die malerischen Fachwerkhäuser entdecken. Während eines Stadtrundgang durch die engen Gassen von Fritzlar gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu erkunden.
Die historische Kleinstadt lockt nicht nur mit einer überaus gut erhaltenen Altstadt. Sie beeindruckt auch mit einem imposanten Dom und der mittelalterlichen Stadtmauer.
Kleine, urige Ladenlokale, Restaurants und Cafés laden nach einem interessanten Stadtbummel zum Verweilen ein.
Wir haben Fritzlar im Januar besucht. Daher bot sich uns nicht die Möglichkeit, auf dem Marktplatz draußen in der Sonne zu sitzen. Beim Anblick der zahlreichen Fachwerkhäuser fällt es sicherlich niemandem schwer, sich diesen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen vorzustellen.
Damit dein Aufenthalt in Fritzlar zu einem Erlebnis wird, zeige ich dir einige der Sehenswürdigkeiten. Außerdem erfährst du, wo du nach deiner Stadtbesichtigung gut essen gehen kannst.
Inhalt
Wo liegt Fritzlar?
Fritzlar befindet sich im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen. Ungefähr 30 Kilometer von Kassel entfernt liegt die Stadt eingebettet am Nordufer der Eder. Zudem ist die Dom- und Kaiserstadt an der Deutschen Märchenstraße gelegen.
Parken in Fritzlar
Einen günstigen Parkplatz haben wir auf der Straße „Am Grauen Turm“ gefunden. Den historischen Stadtkern erreicht man von hier aus innerhalb weniger Minuten.
Für E-Autos ist mit entsprechenden Ladesäulen ebenfalls gesorgt (kostenpflichtig).
Urlauber, die mit einem Wohnmobil unterwegs sind, erreichen ein paar Meter weiter einen Wohnmobil-Stellplatz mit ungefähr zehn Stellplätzen. Ausgestattet ist dieser mit einer Entsorgungsstation sowie mit einer Versorgungsstation und Stromanschlüssen. Die Versorgungsstation und die Stromanschlüsse sind kostenpflichtig. (Stand: Januar 2024)
Was haben die Gebrüder Grimm mit Fritzlar zu tun?
Der zauberhafte Ort Fritzlar ist mittlerweile über seine mittelalterliche Stadtmauer hinausgewachsen. Er hat sich zu einem trubeligen Zentrum entwickelt. Dieses liegt in der Heimat der Gebrüder Grimm.
Seit 1975 führt die 600 Kilometer lange Märchenstraße entlang der einzelnen Orte, in denen die Grimm-Märchen ihre Heimat haben. Aber auch die Lebensstationen der Grimm-Brüder wurden berücksichtigt.
Der Jüngste der Brüder, Ludwig Emil Grimm, war Zeichner und hielt das mittelalterliche Fritzlar in seinen Porträts fest.
Geschichtlicher Einblick
Fritzlar blickt auf eine 1.300-jährige Geschichte zurück.
Die Gründung der Stadt geht auf den Heiligen Bonifatius, einen englischen Mönch, zurück. Vor 1.300 Jahren kam er nach Fritzlar. Aus einem geweihten Baum, der Donareiche, errichtete er 724 eine Kapelle. Es heißt, dass dies an der Stelle geschah, an der im 11. Jahrhundert der Dom erbaut wurde. Sodann entstand die Siedlung Friedeslar, wie Fritzlar in seinen Anfängen genannt wurde.
Die Bezeichnung Friedeslar bedeutet Ort des Friedens.
Gerade das Fällen der Donareiche soll ein Hinweis darauf sein, dass in Fritzlar die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands begann.
Im Jahr 919 wurde in Fritzlar die Krönung von Herzog von Sachsen Heinrich I. vollzogen, der fortan König des ostfränkischen Reichs war.
Vom 11. bis zum 19. Jahrhundert unterlag die Stadt dem Erzbistum Mainz, was ihr durchaus gut tat. Denn während dieser Zeit erlebte sie ihre Blüte. So entstand hier auch die erste Münzprägestätte Hessens. Auch kamen viele Kaufleute nach Fritzlar, um sich dort anzusiedeln.
Seit 2001 darf sich die Stadt offiziell als Dom- und Kaiserstadt bezeichnen.
Sehenswürdigkeiten
Neben der historischen Bedeutung glänzt Fritzlar mit einer Reihe von interessanten Sehenswürdigkeiten. Sowohl Fachwerkliebhaber als auch geschichtsinteressierte Besucher kommen auf ihre Kosten.
Ich zeige dir, was sich in den Winkeln der Stadt verbirgt und darauf wartet, entdeckt und bestaunt zu werden.
Grauer Turm
Mit 38 Metern hat der Wehrturm eine beachtliche Höhe. Deshalb gehört er zu den größten erhaltenen Wehrtürmen Deutschlands, die in Städten stehen.

Erstmals fand der Turm 1274 als „turris magna“ Erwähnung. Er wurde nach der Zerstörung durch landgräfliche-hessische Truppen neu aufgebaut.
Später diente er als Signalturm, der mit den in der Nähe der Stadt errichteten Warten Verbindung hielt.
Umfassend renoviert wurde er im 19. Jahrhundert.

Gegen ein Entgelt kannst du den Turm besichtigen und bis zur Plattform hinaufsteigen.
Während des Aufstiegs über die verschiedenen Etagen, passierst du unter anderem auch die Folter-Etage. Doch keine Angst, du bleibst verschont. Hier kannst du in einer Ausstellung etwas über die Hexenverfolgung erfahren.
Auf der zweiten Etage befindet sich die Wigand-von-Gerstenberg-Ausstellung. Sie bringt dir alles rund um die Zerstörung der Stadt im Jahr 1232 nahe.
Die dritte Etage, die Warten-Etage, zeigt ein aus Holz und Intarsien bestehendes Stadtmodell aus dem Jahr 1500.
Auf der vierten und als Bonifatius-Etage bezeichneten Ebene bekommst du Informationen über die bonifatianische Missionierung.
Eintrittspreis: 2,00 Euro pro Person ab 18 Jahre. Unter 18 Jahre (7-17) 1,00 Euro.
Hinweis: Du kannst den Beitrag nur in bar begleichen!
In der Stadtmauer integriert und unterhalb des Wehrgangs befinden sich Toiletten. In der Regel sind sie an 365 Tagen von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Zum Zeitpunkt unserer Reise war zumindest die Behindertentoilette wegen Vandalismus geschlossen.

Rondengang
Vom Grauen Turm aus besteht die Möglichkeit, sich auf den Rondengang zu machen und diesen zu erkunden. Er befindet sich auf der Innenseite der Stadtmauer.
Folge einfach den braunen Hinweisschildern mit dem Turm. Bei dieser kleinen Zeitreise entlang der Stadtmauer gibt es viel zu entdecken. Die verschiedenen Türme sind mit entsprechenden Hinweistafeln versehen, die interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt geben.
Nach ungefähr zwei Stunden endet die Reise in die Vergangenheit. Es bedarf nur weniger Schritte, um zum Marktplatz zu gelangen. Dort kann man das bunte Treiben genießen.
Haus Orth
Das ehemalige Patrizierhaus war über viele Jahrhunderte im Besitz der Patrizierfamilie Günst, die sehr wohlhabend war. Der gotische Ständerbau stammt aus dem Jahr 1520.
Die Patrizier waren im Mittelalter einflussreiche Bürgerfamilien, die aus ihren Reihen die Mitglieder für die Ämter der Stadt stellten.
Später gehörte es als Wohnhaus zum landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Orth.
Museum Hochzeitshaus
Ende des Mittelalters entstanden sogenannte Hochzeitshäuser. Aus Fachwerk und Stein bestehend wurden sie errichtet, um in ihnen Feierlichkeiten abzuhalten. Hierzu gehörten, wie der Name zutreffend ausweist, auch Hochzeiten.
Das Hochzeitshaus in Fritzlar ist wohl eins der größten Fachwerkhäuser Hessens. Es wurde 1580 erbaut und bot mehreren hundert Gästen Platz.
So befand sich im Erdgeschoss die großräumige Küche, um die zahlreichen Gäste bekochen zu können. Gegessen und gefeiert wurde eine Etage darüber. Wer es nach einer ausgiebigen Feier nicht mehr bis nach Hause schaffte, fand im Dachgeschoss Platz, denn dort wurde geschlafen.
Bezahlt haben die Feiernden für die Nutzung des Hauses in der Regel mit Geld oder Naturalien. Dies wird nicht wenig gewesen sein, denn eine Hochzeitsfeier ging meistens über drei Tage!
Im Laufe der ereignisreichen Geschichte des Hauses wurde es zeitweilig als Lazarett genutzt. Während dieser Zeit wurde wohl auch die reiche Ausstattung des Hauses vernichtet oder entwendet. Diese bestand unter anderem aus Mobiliar, Geschirr und Küchenutensilien.
Mit der Zeit war von der schönen Verzierung an dem Haus nicht mehr viel zu erkennen. Deshalb wurde es in der Zeit von 2018 bis 2022 umfassend renoviert und saniert.
Nach der Wiedereröffnung wird nunmehr in den Räumen die 1.300-jährige Stadtgeschichte dokumentiert.
Öffnungszeiten: 12.00 Uhr – 16.30 Uhr (Dienstag bis Sonntag)
Eintrittspreise: Erwachsene 4,00 Euro
Barrierefreiheit: Das Museum verfügt über einen Aufzug.
Anschrift: Am Hochzeitshaus 6-8, 34560 Fritzlar
(Stand: Januar 2024)
Fritzlars Altstadt und Marktplatz
Das Herzstück von Fritzlar ist zweifelsohne der Marktplatz mit einem wunderschönen Ensemble aus Fachwerkhäusern. Diese malerischen historischen Häuser verleihen der Stadt einen ganz eigenen Charme.
Bekannt für ihren pittoresken Marktplatz, den Dom und die wunderschönen Fachwerkhäuser zieht die Stadt jährlich zahlreiche Besucher an.
Umrahmt von Fachwerkhäusern gilt der Platz als der schönste in Hessen. Die Häuser stammen aus verschiedenen Epochen, wobei Spätgotik und Renaissance überwiegen.
Das jüngste Haus am Platz ist wohl das mit den überdimensionierten Fenstern (links im Foto das 2. Haus). Es wurde erst 1905 errichtet. Da es den übrigen Häusern angepasst und mit Ornamenten verziert wurde, fügt es sich perfekt in das Gesamtbild des Marktplatzes ein.
In diesem wunderschönen Rahmen findet das bunte Leben der Stadt statt … sofern das Wetter schön ist 😊.
Rolandsbrunnen
Der Rolandsbrunnen (1564) wurde im Renaissancestil erbaut. Er befindet sich mit seinen neun Metern fast im Zentrum des Marktplatzes.
Um das Wasser zu dem Brunnen zu bekommen, benutzte man Holzrohre. Durch diese wurde es aus dem Edertal bis zum Brunnen gepumpt.

Die Statue zeigt Roland mit einem Schild mit der Bedeutung, dass der Marktplatz unter königlichem und kaiserlichem Schutz steht. Darüber hinaus trägt er das Wappen des Mainzer Kurfürsten und Erzstiftes sowie selbstverständlich auch der Stadt Fritzlar.
Brunnen, wie der Rolandsbrunnen waren in mittelalterlichen Städten fast an jeder Ecke zu finden. Damals waren die Frauen für das Holen des Wassers zuständig. So liegt es nahe, dass die Brunnen bei ihnen auch deshalb beliebt waren, weil sie hier mit ihren Mitstreiterinnen einen Plausch halten konnten.
Einige der Brunnen hatte aber auch ganz andere und teilweise seltsame Funktionen. So konnten Tiere an ihnen getränkt werden. In manchen Städten wurde ein solcher Brunnen aber auch zur Lagerung des zu verkaufenden Fisches genutzt.
Ehemalige Löwenapotheke
In der Nähe des Rolandsbrunnen befindet sich das von Martin Fröhlich 1579 im Renaissance-Stil errichtete Haus. Der Eingang wird durch einen halbrunden Bogen abgeschlossen. Einer Informationstafel zufolge ist lediglich die ursprüngliche Fensterteilung erhalten geblieben.
Nachdem das Haus über 400 Jahre als Apotheke genutzt wurde, hat man es 2004 zweckentfremdet.
Kaufhäuschen
Ein weiteres Highlight auf dem Marktplatz ist das Kaufmannsgildehaus St. Michaelis, kurz Kaufhäuschen genannt. Die Michaelsbruderschaft war eine Großhändlergilde, in der sich die Kaufleute Fritzlars bereits im 1300 Jahrhundert organisierten.
Die Fritzlarer Gilde ist älter als die Hanse und somit eine der ersten deutschen kaufmännischen Vereinigungen.
Früher war in diesem Gebäude ein Armenhaus untergebracht, heute beherbergt es ein Museum.
Aufgrund seiner vier Geschosse und dem Giebelturm ist es größer als die nebenstehenden Häuser. Im Erdgeschoss befand sich eine einzige große Halle, die als Kontor genutzt wurde. Um die Waren abzuladen, befand sich an der Rückseite des Hauses eine Zufahrt. Die Händler konnten mit ihren Karren durch diese Einfahrt in das Erdgeschoss hineinfahren.
Schiefes Spitzenhaus
Das älteste Haus Fritzlars ist mit 600 Jahren das in Ständerbauweise errichtete Spitzenhaus.
Fast unglaublich, dass es einmal ein gerades Haus gewesen sein soll. Wir erfahren, dass ungefähr 1440 in dem Keller des Hauses zwei Wände entfernt worden seien. Dies habe dazu geführt, dass die Statik nicht mehr gegeben war und sich dadurch die Hauswand gesenkt hat. So entstand das einzigartige heutige Erscheinungsbild des Hauses.
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, das Haus zu betreten. Dadurch, dass es heute die Tourist-Information beherbergt, ist es zugänglich.
Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Zimmer mit einer Deckenbemalung aus der Renaissance. Diese erstreckt sich tatsächlich über die vollständige Decke. Es soll sich wohl um das Schlafzimmer gehandelt haben. Warum? Die komplette Schönheit der Bemalung kann man nur erfassen, wenn man liegt.
Kurzum: Total schief und genau deswegen ein Hingucker!
Rathaus
Durchaus sehenswert ist das älteste Amtshaus Deutschlands, das Rathaus der Dom- und Kaiserstadt Fritzlar. Urkundlich wurde es erstmalig 1109 als „Praetorium“ (Amtshaus) erwähnt.
Über dem Portal befindet sich ein Steinrelief (1441), das den Schutzheiligen St. Martin darstellt.
Da der Erzbischof von Mainz im 11. Jahrhundert Fritzlar in Besitz genommen hat, wurde es ursprünglich für ihn als Verwaltungssitz erbaut.
Etwa 1435 fiel es einem Brand zum Opfer und wurde weitgehendst zerstört. Im Rahmen seines Wiederaufbaus (1441) erhielt es gotische Züge. Das Rathaus wurde mit einem entsprechenden Fachwerkaufbau und drei Spitztürmchen versehen.
St. Petri Dom
Der Dom gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern Hessens. Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass er einerseits als Dom St. Peter und andererseits als St. Petri Dom bezeichnet wird.
723 begann die Geschichte des Doms, indem der Heilige Bonifatius das Fundament für die Stadt Fritzlar legte. Dieser prägt als eine der schönsten romanisch-gotischen Kirchen der Region das historische Stadtbild von Fritzlar, und dies bereits seit Jahrhunderten.

Im Rahmen der Errichtung der Stadt wurde durch Bonifatius an der Stelle, an der heute der Dom steht, ein kleines hölzernes Bethaus erbaut. Dieses bestand aus ganz bestimmtem Holz, der Donareiche. Gleichzeitig fand auch die Gründung eines Benediktinerklosters statt.
Die Donareiche war ein dem Gott Thor geweihter Baum in der Ortschaft Geismar.
Der Baum wurde auf Bonifatius Wunsch hin gefällt und er nutzte das Holz zum Bau des Oratoriums (Bethaus). Einige Jahre später wurde an diesem Ort eine größere Kirche errichtet, die nach dem Investiturstreit zerstört wurde. Wie zum Trotz wurde der Dom an dieser Stelle erbaut und ständig verändert, bis er letztendlich eine Höhe von über 50 Meter erreichte.
Durch Papst Johannes Paul II. wurde 2004 dem Dom der Titel Basilica minor verliehen. Somit gehört er zu ungefähr 100 Kirchen in Deutschland, die diesen Ehrentitel tragen dürfen.
Selbstverständlich darf eine Innenbesichtigung nicht fehlen.
Bei der Innenbesichtigung erfahren wir eine fantastische Vereinigung unterschiedlichster Stile. Kunstvolle Verzierungen versetzen den Besucher in Erstaunen.
Neben der Besichtigung des Doms sind auch der Domschatz und/oder die Dombibliothek einen Besuch wert. In der Dombibliothek findest du wertvolle Schriften, deren Inhalte bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen.
Gotische Steinhäuser
Auf der Kasseler Straße befinden sich zwei gotische Staffelgiebelhäuser (1310). Fast unvorstellbar ist, dass die Außenwände bis zu 1,20 Meter dick sein sollen.

Da diese Art von Steinbauweise im Mittelalter äußerst kostspielig war, konnten sich nur reiche Patrizierfamilien solche Wohnhäuser leisten.
Die Häuser wurden um 1700 derart baulich verändert, als die ursprünglich steilen Dächer durch rechteckige Abschlüsse verkürzt wurden. In den Erdgeschossen fanden hierneben auch Umbauarbeiten statt, so dass sich in diesen nunmehr Geschäftslokale befinden.
HNA-Haus
In Fritzlar gab es nicht viele Steinhäuser. Nach einer Info-Tafel ist das 1276 errichtete HNA-Haus eins von sieben.
An seiner stattlichen Bauweise ist zu ersehen, dass das Haus einer vermögenden und auch einflussreichen Familie gehören musste. Eigentlich war nur dem Staat und der Kirche diese massive Bauart vorbehalten. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Patrizierfamilie die Eigentümerin (1390) war. Aus der Familie Knorre gingen sowohl mehrere Bürgermeister als auch Ratsherren hervor.
Das im Fachwerkstil errichtete Obergeschoss wurde nachträglich (1700) ergänzt. Viele Jahre wurde es als Wohnhaus genutzt. Seit 1966 wird es von der HNA (Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen) als Redaktion genutzt.
Kulinarisches
Das Restaurant Café Hahn ist etwas Besonderes. Was heute modern, urig, gemütlich und auch kunterbunt erscheint, besteht schon seit 1836. In diesem einzigartigen Restaurant konnten die Bürger der Stadt früher Brotwaren kaufen. Sie konnten aber auch nett bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und sich hierbei die neuesten Geschichten der Stadt erzählen.
Mittlerweile ist das Café zu einem hippen Ort geworden. Du kannst dort einfach nur mit Freunden quatschen, etwas essen oder trinken.
In diesem Café herrscht eine lebhafte und einladende Atmosphäre. Die bunten Bilder an den Wänden verleihen dem Raum eine künstlerische Note. Die feinen Speisen, die hier serviert werden, versprechen ein kulinarisches Erlebnis.
Zahlreiche Schilder auf den Tischen und Wänden geben dem Café einen charmanten und persönlichen Touch. Insgesamt strahlt es eine gemütliche Stimmung aus, die die Gäste dazu bewegt, zu verweilen.
Wir haben uns entschlossen, in diesem Restaurant eine Kleinigkeit zu essen und waren positiv überrascht. Das Essen war nicht nur geschmacklich gut, sondern auch optisch toll angerichtet. Unter den Augen des beflügelten Schweinchens haben wir unseren Aufenthalt genießen können.
Das Café Hahn findest unter der Anschrift Marktplatz 1, 34560 Fritzlar.
Stadtplan
In der Nähe des Grauen Turms haben wir einen Stadtplan entdeckt, auf dem alle Sehenswürdigkeiten Fritzlars verzeichnet sind.
Freundlicherweise hat der Kulturverein Fritzlar e.V. mit dem Künstler Jürgen Raabe Kontakt aufgenommen und seine Genehmigung zur Veröffentlichung des Stadtplans erbeten. Herr Raabe, der den Stadtplan 1995 erstellt hat, hat sein Einverständnis hierzu erteilt.
Vielen Dank für die nette Unterstützung und Genehmigung zur Veröffentlichung!
Was du dir sonst noch in Fritzlar anschauen kannst
Haus Brüggemeier (1470) lässt noch heute die Ständerbauweise erkennen. Ursprünglich ein Handwerkerhaus, wurde es später als Kaufmannshaus genutzt.
Das Bonifatius-Denkmal wurde von dem Künstler Ubbo Enninga erschaffen. Seit 1999 hat es auf dem Domvorplatz seinen Standort. Der damalige Stadtgründer Bonifatius steht auf dem Stumpf der Donareiche und hält in seiner linken Hand eine Axt.
Der Malerwinkel ist der Blick vom Mühlgraben zur Hospitalbrücke bis hin zum Dom. Früher befand sich neben Getreidemühlen auch die Lohmühle am Mühlgraben. Diese wurde von den Gerbern genutzt.
Wenn du dich auf den Mainzer Ring begibst, bietet sich dir der Vier-Türme-Blick. Fotografen lieben diesen fantastischen Blick auf die Altstadt mit den vier Türmen der Wehrmauer. Zusammen mit dem Dom ein wunderschönes Ensemble.
Mobilität
Fritzlar wird auch als Stadt der Treppen und Mauern bezeichnet, da zum Edertal das Gelände ziemlich steil abfällt. Deshalb ist während des Rundgangs durch die Altstadt darauf zu achten, festes Schuhwerk zu tragen.
Auch für Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, ist eine Stadtbesichtigung trotz des Kopfsteinpflasters durchaus machbar.
Die Stadtführergilde bietet Führungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an.
Unsere Meinung zu Fritzlar
Die Dom- und Kaiserstadt lädt mit ihren malerischen Fachwerkhäuser und engen Gassen der Altstadt zum Bummeln und Entdecken ein. Besucher werden von der gut erhaltenen mittelalterlichen Architektur sowie der beeindruckenden Stadtmauer auf eine außergewöhnliche Zeitreise mitgenommen.
Darüber hinaus ist Fritzlar eine überaus geschichtsträchtige Stadt, die einige Juwelen zu bieten hat. Auf vielen Plätzen und in zahlreichen Winkeln finden Besucher großartige Zeitzeugen, die entdeckt werden wollen.
Unserer Meinung nach gehört Fritzlar nicht nur zu den ältesten mittelalterlichen Städten in Deutschland, sondern auch zu den schönsten.
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