Beilstein: Das Dornröschen der Mosel
Mitten im malerischen Moseltal gelegen bezaubert die kleine, verträumte und romantische Gemeinde Beilstein ihre Besucher. Umgeben von Weinbergen, wird dieses idyllische Fleckchen liebevoll als “Dornröschen der Mosel” bezeichnet.
Wir verbringen viel Zeit in dieser Region und nutzen jede Gelegenheit, um ein verlängertes Wochenende oder ein paar entspannte Tage an der Mosel in unseren Alltag zu integrieren.
Bei unserer letzten Moseltour sind wir der Frage nachgegangen, was den Ort Beilstein so besonders macht.
Inhalt
Wo liegt Beilstein?
Beilstein liegt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz, direkt an der Mosel. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Cochem und Koblenz. Mit fast 53 Kilometern erfordert die Anreise von Koblenz etwas mehr Zeit, ist aber eine wunderschöne Strecke.
Genaugenommen befindet sich Beilstein zwischen Cochem und Zell. Hierdurch wird der kleine Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für Wanderungen entlang der Mosel.
Parkmöglichkeiten
Wenn du mit dem Auto anreist, so wirst du rechts und links vom Ort gebührenpflichtige Parkplätze finden. Diese Parkplätze direkt an der Mosel sind besonders beliebt.
In der Nähe des Dorfzentrums gibt es weitere kostenpflichtige Parkplätze. Von hier aus gelangst du schnell ins Zentrum.
Bei einem Besuch während der Hauptsaison ist es ratsam, frühzeitig vor Ort zu sein. Da Beilstein ein beliebtes Ziel an der Mosel ist, sind in der Regel die Parkplätze bereits am frühen Vormittag belegt.
Stadtrundgang
Beilstein steht für gut erhaltene historische Gebäude, verwinkelte Gassen und Weinstuben. Über allem thront die beeindruckende Burgruine Metternich. Die netten Fachwerkhäuser sind geschmückt mit blühenden Geranien. Rankende Weinreben ziehen an Fenstern und Fassaden die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Diese reizvolle Kombination von Architektur und Natur begeistert wohl jeden Passanten.
Bachstraße
Der Mittelpunkt der romantischen Moselgemeinde ist zweifelsohne die Bachstraße. Sie schlängelt sich durch das historische Zentrum. Insbesondere in der Hauptsaison ist sie stark frequentiert. Es kann sein, dass sich dann die Besucher regelrecht durch die Straße schieben.
Besonders hervorzuheben ist das Café Klapperburg. Hier gibt es neben einer guten Kuchenauswahl über 500 Kaffeemühlen zu bestaunen! Sie stammen aus drei verschiedenen Jahrhunderten, sehen unterschiedlich aus und ähneln sich dennoch. Bei diesem Anblick wurde ich gleich an das Café Kaffeemühlchen in Bad Nauheim erinnert.
Zehnthaus
Das ehemalige Zehnthaus wurde von Philipp I. Freiherr von Winneburg und Beilstein unmittelbar am Marktplatz errichtet (1577). Beilstein war sein damaliger Residenzort. Hier sollte Platz genug sein, um den “Zehnten” zu lagern. Dies war eine Steuer, die die Bauern in Form von Naturalien entrichteten.
Das stattliche Bruchsteinhaus wirkt mit seinem steilen, dreigeschossigen Satteldach etwas ungewöhnlich. Zum Marktplatz hin schließt der markante fünfseitige Turm das Gebäude ab.
Bei der Errichtung ließ es sich der Freiherr nicht nehmen, das Wappen der Familien von Winneburg und von Rietberg kunstvoll in die Fassade zu integrieren, die dem Marktplatz zugewandt ist. Mit diesem Symbol wird nicht nur die Pracht des Hauses betont, sondern auch die Geschichte der Familien.

Das Gebäude ist vollunterkellert … mit einem Weinkeller.
Unter der Terrasse war einst der Pferdestall untergebracht. Mittlerweile befindet sich hier der “Zehnthauskeller”, einer der urigsten Weinkeller der Region.
Steige ruhig einmal die steinernen Treppen zwischen den dicken Mauern hinab und genieße in dem schummerigen Ambiente eine stimmungsvolle Weinprobe.
Die Klostertreppe als Filmkulisse
In Beilstein wurde Filmgeschichte geschrieben. Neben Heinz Rühmann und Willi Millowitsch fanden noch andere Schauspieler den Weg in das charmante Städtchen an der Mosel.
So wurde 1936 der Film “Wenn wir alle Engel wären” mit Heinz Rühmann gedreht.
Der verschlafene Ort wurde bei den Regisseuren immer beliebter, so dass mehr als zehn Filme in Beilstein abgedreht wurden.
Während der Drehaufnahmen war Heinz Rühmann in einem originalen Fachwerkhaus untergebracht. Das Haus Lipmann hat eine lange Tradition.
Ursprünglich wurde das Gebäude (1726) als Verwaltungshaus der Familie von Metternich genutzt.
1795 ging es in das Eigentum von Daniel Lipmann über und befindet sich seit dieser Zeit im Familienbesitz.
Judenviertel
So klein der Ort Beilstein ist, so faszinierend ist seine Geschichte. Bereits ab dem 14. Jahrhundert gab es hier eine jüdische Gemeinde. Johann von Braunshorn, der Burgherr, gestattete insgesamt zehn jüdischen Familien die Ansiedlung.
Wusstest du, dass es in Beilstein einst eine Synagoge gab? In der Weingasse Nr. 13 zeugen ihre Mauern noch heute von ihrer Geschichte. Das Gebäude ist denkmalgeschützt.
Die Synagoge wurde zeitweilig auch von jüdischen Mitbewohnern der Nachbarorte genutzt, sofern dort keine vorhanden war.
Über dem Eingang befindet sich ein Doppeladler mit Davidstern.
1920 wurde die Synagoge aufgegeben, da die Familien wieder weggezogen bzw. ausgewandert sind. Danach wurde sie zunächst als Scheune und Stall genutzt. Zu Beginn der 90er Jahre ging sie in das Eigentum eines Galeristen über, der sie restaurierte. Der Betraum und die Frauenempore wurden wiederhergestellt.

Mittlerweile beherbergt das Gebäude eine Galerie, in der unter anderem die Restaurierungsarbeiten dokumentiert werden. Auch sollen hier einige rituelle Gegenstände ausgestellt sein.
Burg Metternich
Vom Zentrum zur Burg ist es nicht sehr weit. Der Anstieg ist eher steil, weshalb du gutes Schuhwerk tragen solltest. Schon allein der Ausblick über Beilstein und das Moseltal ist lohnenswert.
Oben angekommen wartet der imposante Bergfried darauf, erklommen zu werden. Er ist 25 Meter hoch. Über eine Wendeltreppe, deren Stufen ziemlich krumm sind, gelangst du nach oben.
Doch auch das umliegende Gelände kann in aller Ruhe erkundet werden. Ein Rundgang durch die Ruinen gewährt dir einen Einblick in die einstige Pracht. Man kann nur erahnen, wie imposant und majestätisch sie einmal gewesen sein muss.
Nach dieser Exkursion lockt die Fürst Metternich Stube mit einer verlockenden Auswahl an süßen und herzhaften Leckereien.
Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Von November bis März ist die Burg geschlossen.
Eintritt: Erwachsene 3,00 Euro/Tag; Kinder bis 3 Jahre kostenlos.
(Stand: 2024)
Karmeliterkloster
Während deines Aufenthaltes in Beilstein hast du die Möglichkeit, das Karmeliterkloster zu besichtigen. Dieses beeindruckende Bauwerk wurde im 17. Jahrhundert gegründet und war ursprünglich dem Orden der Karmeliten vorbehalten. Dieser konzentrierte sich vor allem auf geistliche und meditative Praktiken. Beim Erkunden des barocken Klosters wirst du eine ruhige und besinnliche Atmosphäre erleben. Schon im 19. Jahrhundert wurde es allerdings aufgelöst.
Heute erfüllt das Kloster keine religiöse Funktion mehr. Vielmehr dient es als kultureller Veranstaltungsort, an dem Konzerte und Ausstellungen stattfinden.
Unsere Meinung zu Beilstein
Wir finden, dass Beilstein eine sehenswerte Stadt an der Mosel ist. Durch das verwinkelte pittoreske Zentrum mit engen Gässchen und historischen Gebäuden hat sich das Städtchen eine authentische Atmosphäre bewahren können.
Nicht zu vergessen sind die vielen Restaurants und Cafés mit Sitzgelegenheit im Freien. Leider ist Beilstein bei gutem Wetter häufig sehr überlaufen und Menschenmengen drängeln durch die Gassen.
Unabhängig davon solltest du Beilstein auf jeden Fall einen Besuch abstatten, denn es ist ein echtes Highlight an der Mosel.
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