Boppard am Rhein
Wir haben uns spontan dazu entschlossen, einen Ausflug an den Rhein zu machen. Das Ziel ist Boppard, eine ehemalige Reichsstadt, die in der Region Mittelrhein liegt.
Vom Weinbau geprägt lockt dieses kleine malerische Städtchen viele Touristen an. Schon auf dem Weg Richtung Stadtzentrum entdecken wir eine Stelle, von der wir einen tollen Ausblick haben.
Einen Parkplatz finden wir schnell in der Nähe der Rheinpromenade und zahlen für ein Tagesticket acht Euro. (Stand: 2019)
Wo liegt Boppard?
Boppard befindet sich am oberen Mittelrhein in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist seit 1969 Teil des Rhein-Hunsrück-Kreises. Mittlerweile ist die ehemalige Reichsstadt ein staatlich anerkannter Luftkurort. Die nächstgrößere Stadt ist Koblenz. Diese ist etwa zwanzig Kilometer entfernt.
Stadtbesichtigung
Uns sticht sofort die wunderschön gestaltete Rheinpromenade ins Auge, auf der wir uns vor der Besichtigung des Stadtzentrums ein wenig aufhalten.
Natürlich muss ich auch hier wieder einen Blick in die Kirche werfen. Die St. Severus Kirche wurde Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet und auf Fundamenten des römischen Militärbades erbaut.
Die Kirche befindet sich direkt am mittelalterlichen Marktplatz. Sie ist sehr schlicht und dennoch schön gestaltet. Besonders aufgefallen sind uns die Kirchenfenster. Diese wurden von der Glasmalerin Krista Jörg (später Steiner) hergestellt.
An der Stirnwand des Seitenschiffes entdecken wir eine Madonnenfigur. Uns wird von einem Einheimischen erklärt, dass diese aus Erlenholz geschnitzt sei und zu den drei wertvollsten Stücken in der Kirche gehört. Das Triumphkreuz, die Sterbeglocke und die Madonnenfigur befinden sich seit der Entstehungszeit in der Basilika.
Sodann erkunden wir die Stadt weiter. Vom Marktplatz aus zweigen einige kleine Sträßchen und Gässchen ab, in denen es neben den üblichen Touristensouvenirs natürlich auch Wein zu kaufen gibt.
Mit dem Sessellift zum “Vierseenblick”
Nach der Stadtbesichtigung entschließen wir uns zu einer Fahrt mit dem Sessellift. Dieser führt uns ca. 915 Meter hinauf. Natürlich hat sich am Anfang der Fahrt auch hier meine Höhenangst wieder einmal bemerkbar gemacht. Allerdings geriet diese bei der schönen Aussicht schnell wieder in Vergessenheit. Der Ausblick sowohl während der Fahrt als auch später von oben hinab auf die größte Rheinschleife und den Vierseenblick ist traumhaft schön.
Mit dem Sessellift überwindest du einen Höhenunterschied von etwas über 230 Metern. Während der Fahrt kannst du sagenhafte Blicke auf Weinberge, Wälder und auch steile Felsabschnitte einfangen. Für Fotografen gibt es hier zahlreiche wunderschöne Motive.
Natürlich hätte man zum Aufstieg auch den Klettersteig wählen können, dies wollten wir uns bei 31 Grad allerdings ersparen und haben damit geliebäugelt, zu Fuß wieder ins Tal zu laufen.
Die gesamte Länge des Klettersteigs beträgt 107 km, er führt von Bingen bis nach Koblenz.
Oben angekommen haben wir den Bikepark entdeckt und schnell war klar, warum einige ihre Mountainbikes mit dem Sessellift hochtransportieren. Leute, hier ging die Post ab! Mountainbiker rasen und springen durch den Wald als würden sie nie etwas anderes machen. Wer sich als Fußgänger auf diese Strecke verirrt lernt das Sprinten. Die Biker hatten ihren Spaß und wir haben uns entschlossen, zunächst zum Gedeonseck zu wandern. Das Gedeonseck besticht mit seiner grandiosen Aussicht auf die größte Rheinschleife und das Bopparder Hamm.
Das Gedeonseck wurde nach dem Pfarrer Johann Baptist Berger benannt. Von 1833 bis 1888 war er Pfarrer in der St. Severus Kirche. Darüber hinaus kannte man ihn auch unter dem Namen “Gedeon von der Heide”, sein Dichtername. Da er sich häufig hier aufhielt wurde dieser Aussichtspunkt nach ihm benannt. In Boppard selbst hat man ihm zu Ehren eine Statue aufgestellt.
Von hier aus machen wir uns auf den Weg zum Vierseenblick. Der Weg dorthin führt über Stock und Stein. Auch von hier aus hat man wieder einen schönen Blick auf Boppard und die große Rheinschleife.
Da man von oben vier verschiedene Streckenabschnitte des Rheins sehen kann, hat man diesem Aussichtspunkt den Namen “Vierseenblick” gegeben.
Dies ist einer optischen Täuschung geschuldet. Durch die Höhe und die Hänge entsteht der Eindruck, dass es nicht um einen durchgehenden Fluss, sondern vier Seen handelt.

An dem Aussichtspunkt haben wir gelesen, dass es sich um einen der schönsten Aussichtspunkte im Welterbe Oberes Mittelrheintal handelt.
Auf dem Rückweg zur Stadt haben wir erneut die wunderschöne Landschaft genießen können. Eine überdachte Aussichtsstelle befindet sich auf dem Klettersteig, die für Pausen geeignet ist.
Die Kombination zwischen Stadtrundgang und Wanderung können wir nur empfehlen.
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2 Comments
Reisefieber
Liebe Ulrike,
ach wie schön, du hast meine Heimatstadt durchstreift! Auf dem Gedeonseck oder dem Vierseenblick bin auch ich immer wieder gerne. Sehr schöne Fotos. Übrigens kannte ich die Bronzefigur-Dame noch persönlich. Das ist das Schnuggelelsje (Else Heimburger). Sie hatte einen kleinen Laden, da gab es noch einzelne Bonbons in Gläsern zu kaufen. Da war ich als Kind ab und zu.
Herzliche Grüße
Renate
Isabell
Wow, so schön! Solche Ausflüge lieben wir ja und Boppard ist auch gar nicht so weit weg von uns. Vielleicht nehmen wir das mal in Angriff, wenn das Wetter wieder etwas schöner ist. 🙂