Mexiko City - Ein buntes Wandgemälde, dass das Leben in Mexiko darstellt

Museo Nacional de Antropología: Ein Blick in Mexikos Geschichte

Das Museo Nacional de Antropologia ist das größte und meistbesuchte Museum Mexikos.

Eingebettet im malerischen Chapultepec Park zwischen dem Paseo de la Reforma und der Calle Mahatma Gandhi liegt das Nationalmuseum. Diese angesehene Einrichtung hat sich der Erhaltung des wertvollen archäologischen Erbes des präkolumbianischen Mexikos verschrieben.

Inhalt

Wissenswertes über das Museum

Das Museum ist wie ein kultureller Schatz, der die Besucher in die reiche und vielfältige Geschichte Mexikos entführt. Allein seine Architektur ist ein Hingucker.

Uns erwartete eine faszinierende Reise durch die präkolumbianischen Zivilisationen Mexikos.

Mexiko City - Ein großes flaches Gebäude, in dem ein Museum untergebracht ist. Im Vordergrund ein Springbrunnen mit einer Betonplatte auf der der Name des Museum steht. Die Landesflagge steht dahinter. Einige Menschen stehen vor dem Museum.
Eröffnet wurde das Museum 1964

In 23 Ausstellungssälen konnten wir Artefakte aus den verschiedenen Kulturen der Maya, Azteken und Tolteken bewundern. Wobei eine der bekanntesten Attraktionen der Aztekische Sonnenkalender ist.

Von einem der Säle haben wir einen kleinen Ausflug in den Innenhof gemacht, da uns dieser sehr ans Herz gelegt wurde.

Mexiko City - Eine Säule mit einem großen Betonbach. Von diesem läuft Wasser an der Säule herab
Die Säule ist ein Merkmal, welches das Gebäude unverwechselbar macht

Wie ein großer Regenschirm dominiert ein Dach aus Beton den Innenhof. Getragen wird es von nur einer Säule, von der sich eine künstliche Kaskade herabsenkt.

Mexiko City - Große Säule, von der Wasser herabfließt. Die Säule ist mit präkolumbianischen Motiven verziert.

Präkolumbianische Motive und Symbole zieren die Säule. Diese Verzierungen spiegeln die reiche kulturelle und historische Vielfalt der indigenen Völker Mexikos wider.

Ihre Darstellungen zeigen oftmals Götter, Tiere und Pflanzen. Aber auch kulturelle Elemente, die die Spiritualität und das Leben der damaligen Zivilisation hervorheben, sind vorhanden.

Rundgang durch das Museum

Während des Rundgangs erhalten Besucher eine Fülle spannender Informationen.

Mexiko City - Farbenfrohes Wandgemälde im Museum. Auf diesem wird die Besiedlung Mexikos dargestellt. Viele Menschen laufen durch das Museum.
Darstellung der Besiedlung Mexikos

Auf dem Weg von einer Galerie zur nächsten schreitest du unter diesem beeindruckenden Wandgemälde hindurch.

Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die dargestellten Figuren fröhlich unter dem Mais tanzen, während an anderer Stelle der kulturelle Reichtum zu erkennen ist.

Mexiko City - Eine bunte Landkarte, die die Bevölkerungsdichte in der präkolumbianischen Zeit darstellt. Es sind viele Tempel und Pyramiden dargestellt sowie Figuren und Gesichter.
Karte der präkolumbianischen Zivilisation

Auf der Karte ist deutlich zu sehen, dass es durchaus mehr Völker gab als nur die Azteken und Maya. Im gesamten Land lebten zahlreiche andere Kulturen.

Im Museum sind nicht nur Artefakte zu bestaunen. Auch informative Darstellungen beispielsweise der wirtschaftlichen Strukturen werden den Besuchern nahegebracht. 

Mexiko City - In einer Galerie des Museums steht eine überdimensionale Statue der Göttin Chalchiuhtlicue. Im Hintergrund ist eine Pyramide dargestellt. Links neben ihr ein Wandbild. Um sie herum befinden sich kleinere Statuen aus Stein.
Aztekische Göttin des Wassers

Chalchiuhtlicue (ausgesprochen: Chal-chee-weet-lee-kway) ist die aztekische Göttin des Wassers. Aus diesem Grund wird sie häufig mit Flüssen, Seen oder dem Regen in Verbindung gebracht.

Die Statue hat ein Gewicht von über 20 Tonnen, wodurch die Gestalt der Göttin doch etwas fettleibig wirkt. Entdeckt wurde sie in Teotihuacán unter der Mondpyramide.

Mexiko City - Eine Stele vor einem roten Hintergrund. Die Stele hat eine runde Scheibe. Sie wurde als Markierung eines Ballspielplatzes genutzt.
Stele von La Ventillla

Dieses bemerkenswerte, aus vier separaten Komponenten bestehende Kunstwerk diente wahrscheinlich als Markierung an einem Ballspielplatz. Filigrane Verzierungen durchziehen das Objekt bis auf den oberen Teil.

Die aus Teotihuacán stammende Stele stammt aus der Zeit zwischen 250-350 n. Chr., der späten Tlamimilolpa-Phase. Dies war eine Zeit in der Geschichte der Teotihuacán-Zivilisation in Zentralmexiko. Während dieser Zeit erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Viele imposante Bauwerke wurden errichtet, wie die Pyramide des Mondes und die Pyramide der Sonne.

Sie ist aus Stein und Stuck gefertigt und misst 215 cm in der Höhe.

Mexiko City - Eine Nachbildung einer Tempelwand. Der Stein schimmert rötlich. Zu sehen sind Schlangenkörper, Schlangenköpfe und Masken
Achte auf die wellenförmigen Schlangenkörper zwischen und unter den Masken

Eine der faszinierendsten Attraktionen in der Teotihuacán-Galerie ist ohne Zweifel die beeindruckende Nachbildung einer Wand des Tempels von Quetzalcoatl. Durch sie wird die Pracht der damaligen Zeit besonders hervorgehoben. Spätestens jetzt kommt bei den Besuchern der Wunsch auf, diesen Tempel im Original sehen zu wollen.

Mexiko City - Eine riesige Säule mit einem filigran gestalteten Gesicht. Auch die Kleidung und der Kopfschmuck sind sehr gut ausgearbeitet. Die Stele ist aus Stein und stammt von den Tula Giants. Um sie herum stehen Menschen und betrachten sie. Die Säule steht vor einem großen Fenster.
Säule von den Tula Giants

Die Tula-Giants sind vier imposante Kriegerfiguren, die auf einer Pyramidenplattform der Ruinen der antiken Stadt Tula thronen. Ihre Gesichtszüge, insbesondere der durchdringende, fast schon bohrende Blick, deuten auf eine unerschütterliche Entschlossenheit hin.

Sie sind beeindruckende Relikte der Tolteken-Zivilisation. Ihre Köpfe sind mit Federkopfbedeckungen ausgestattet. Die Füße sind lediglich mit Sandalen bekleidet, die allerdings etwas Besonderes sind. Sie sind für Langstreckenläufe geeignet!

Wir sind während unserer Mexiko-Reise nicht in Tula gewesen, wo die berühmten Tula-Giants zu bestaunen sind. Vor einigen Jahren wurde eine dieser Figuren ins Anthropologische Museum verbracht, so dass wir sie uns dort anschauen konnten.

Mexiko City - Stein mit einer Maske in der Mitte und vielen Symbolen um die Maske herum. Er wird Stein der Sonne genannt.
Piedra del Sol (Sonnenstein)
Mexiko City - Eine bunte runde Scheibe, in deren Mitte eine Maske dargestellt ist. Um diese herum befinden sich mehrere kulturelle und religiöse Symbole. Die Scheibe stellt den aztekischen Sonnenkalender dar.
Aztekischer Sonnenkalender
Mexiko City - Ein blauer Federschmuck, der als Kopfschmuck diente. Vorne ist er bestickt in den Farben Gold, Blau, Rot
Moctezumas Kopfschmuck
Mexiko City - Aus Stein wird ein Regengott dargestellt. Filigran sind sein Gesicht und der Kopfschmuck herausgemeißelt worden.
Regengott Quetzalcoatl

Der Piedra del Sol (Sonnenstein) wurde 1497 während der Herrschaft von Axayácatl erschaffen und im Haupttempel von Tenochtitlán aufgestellt. Die Spanier entweihten ihn, indem sie ihn auf den Hauptplatz warfen. Da die Menschen den Stein weiterhin verehrten und ihre Rituale fortsetzten, fassten die Spanier den Entschluss, ihn zu begraben. 1790 wurde er im Rahmen von Ausgrabungen entdeckt und ins Museo Nacional de Antropologia verbracht.

Aus vier Kreisen besteht der Sonnenkalender. Im Zentrum befindet sich das Gesicht des Sonnengottes Tonatiuh. Die heraushängende Zunge ist als Obsidianmesser dargestellt, was einmal mehr seinen Anspruch auf menschliche Opfer verdeutlicht. Der erste Kreis stellt die fünf Sonnen dar, die die verschiedenen Epochen repräsentieren, während der zweite Kreis die vier Erdtöne zeigt. Im äußeren Kreis sind zwei Xiuhcoatls (Feuerschlangen) abgebildet. Die rechte hat den Gott Tezcatlipoca-Xiuhtecutli und die linke den Gott Quetzalcóatl-Tonatiuh im Maul.

Es wird vermutet, dass Moctezumas prächtiger Federschmuck einst dem berühmten Aztekenkaiser Moctezuma II. gehörte. Der durch die kunstvoll drapierten Federn gebildete Halbkreis hat einen Durchmesser von fast einem Meter! Der Kopfschmuck besteht im Übrigen auch aus Pfauenfedern.

Der Regengott Quetzalcoatl ist eine bedeutende Gottheit der mesoamerikanischen Kulturen. Der Name bedeutet „gefiederte Schlange“. Legenden berichten, dass er nach Osten über das Meer ging und zurückkehren würde. Auch er ist tief in der mexikanischen Kultur verwurzelt.

Im Nationalmuseum ist ein faszinierendes maßstabsgetreues Modell der legendären Aztekenhauptstadt ausgestellt. Tenochtitlán, einst auf einer kleinen Insel mitten in einem See gelegen, entwickelte sich über viele Jahrhunderte zu einem architektonischen Meisterwerk. Die Stadt war durch Dämme mit dem Festland verbunden. Durchzogen von Kanälen und mit prächtigen Tempeln ausgestattet war sie nicht nur ein Ort des Handels, sondern auch der Religion und Kunst.

Der See ist lange verschwunden und die moderne Metropole empfängt die Besucher.

Hinter dem Modell hängt ein fesselndes und schön gestaltetes Wandgemälde. Durch dieses wird dem Betrachter noch einmal verdeutlicht, wie malerisch die Landschaft um das majestätische Tenochtitlán gewesen sein muss.

Mexiko City - Darstellung des Marktes in einem Modell mit vielen Figuren

Ein wahres Schmuckstück ist auch das Modell des Aztekenmarktes in Tenochtitlán. Die Detailgenauigkeit der einzelnen Figuren wurde in filigraner Handarbeit gefertigt. Auf den Märkten trafen sich damals die Menschen, um ihre Waren gegeneinander auszutauschen. Der Tlatelolco, wie der Markt genannt wird, war zudem auch das soziale Zentrum. Hier wurden Neuigkeiten geteilt und natürlich auch Feste gefeiert.

Mexiko City - Filigrane Darstellung des Marktgeschehens in einem Modell. Die Figuren sind mit Kleidung ausgestattet.

Auf dem Modell des Marktes wird die Vielfalt der Menschen und Waren dargestellt. Die Figuren wurden so gut gestaltet, dass deutlich erkennbar ist, ob es sich um Händler oder Käufer handelt.

Wir konnten uns durch das gelungene Modell sehr gut in den Ablauf eines Aztekenmarktes hineinversetzen. Es muss damals dort ziemlich wuselig zugegangen sein.

Mexiko City - Ein mit bunten Farben gestaltetes Wandgemälde, dass die Erschaffung des Maya-Menschen darstellt. Im Vordergrund ist eine steinerne Statue zu sehen.
Gemälde „Die Erschaffung des Maya-Menschen“ von Raúl Anguiano

Raúl Anguiano, der letzte lebende Meister der mexikanischen Wandmalerei, erweckt in seinen eindrucksvollen Zeichnungen, Leinwänden und monumentalen Wandbildern das ländliche und indigene Mexiko zum Leben.

Mit einem feinen Gespür für die Farben und Formen seiner Heimat zaubert er nicht nur die pulsierenden Feste, sondern auch die verwurzelten Traditionen in seine Gemälde.

Im Vordergrund ist die Königin von Uxmal zu sehen. Ein aus Kalkstein bestehendes Element (600-900 n. Chr.). Sie stammt von der Hauptfassade der Zauberer-Pyramide in Uxmal. Allerdings verkörpert die Statue tatsächlich das Gesicht eines jungen Mannes.

Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass der menschliche Kopf aus einem aufgerissenen Maul einer Schlange hervorragt. Sein finsterer Blick lässt nur vermuten, dass es sich um einen Herrscher handeln muss.

Mexiko City - Ein kleiner nachgebauter Tempel im Garten des Museums
Maya-Tempel von Hochob

Als wir uns entschlossen haben, dem Nationalmuseum für Anthropologie einen Besuch abzustatten, hatten wir keine Ahnung, dass es so interessant werden würde.

Neben den Ausstellungen haben uns die Gärten mit den Freiluftausstellungen sehr imponiert, die wir nach der Innenbesichtigung des Museums aufsuchten. Plötzlich standen wir mitten im Garten vor der Rekonstruktion des Eingangs zum Hochob-Tempel.

Hochob ist eine bedeutende Stätte, die mit der Maya-Zivilisation in Verbindung steht. Die Rekonstruktion zeigt charakteristische Merkmale der Maya-Architektur. Nicht vergessen wurden die Treppen und die reich verzierten Fassaden.

Führungen im Museum

Selbstverständlich kannst du das Museum auf eigene Faust erkunden. Bei der Vielfalt ist es jedoch sinnvoller, sich einer Führung anzuschließen oder sich der Audio-Guides zu bedienen. Wir waren froh, dass uns unser Reiseleiter begleitet hat. Er hat uns ausführlich einen großen Teil des Museums gezeigt und konnte uns außerdem viele Erklärungen dazu geben.

Nach der Führung hatten wir noch genügend Zeit, um noch ein wenig auf eigene Faust loszuziehen.

Warum ist ein Besuch des Anthropologischen Museums zu empfehlen?

Im Museo Nacional de Antropologia erwartet dich eine beeindruckende Sammlung von Artefakten aus ganz Mexiko. Darunter befindet sich im Übrigen die weltweit größte Ansammlung aztekischer Schätze.

Dieses Museum ist zweifellos ein Highlight in Mexiko City, das du auf keinen Fall verpassen solltest. Plane bei deinem Besuch einen halben Tag ein, um die faszinierende Geschichte und Kultur in Ruhe zu erkunden.  

Zeitplan für Mexiko City und die umliegenden Sehenswürdigkeiten

Um das volle Flair von Mexiko City und den umliegenden Sehenswürdigkeiten zu erleben, sollte man mindestens drei Tage einplanen. So kann man die Stadt und ihre Umgebung vollständig genießen.

Nutze diese Zeit für ausgedehnte Spaziergänge durch die charaktervollen Viertel. Erlebe die einzigartige Atmosphäre und das reiche kulturelle Erbe der Stadt hautnah. Hierneben hast du ausreichend Gelegenheit, die bedeutenden Sehenswürdigkeiten sowohl in der Stadt als auch in der Umgebung zu besichtigen. Genieße die unvergesslichen Eindrücke dieser dynamischen Metropole. Koste ihre verborgenen Schätze in vollen Zügen aus.

Abschluss unserer Mexiko-Reise

Nach einer wunderschönen Rundreise und einem interessanten Aufenthalt in Mexiko City haben wir den Flieger nach Acapulco genommen.

Hier hatten wir die Gelegenheit, die letzten Tage unserer Reise am Strand zu verbringen und die Seele baumeln zu lassen. 


Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von Travel-See-Xperience

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Travel-See-Xperience

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen