Teotihuacán: Azteken-Pyramiden vor den Toren von Mexiko City
Teotihuacán befindet sich etwa 50 Kilometer nordöstlich von Mexiko City. Die imposanten Pyramiden gehören zu einer der zahlreichen archäologischen Stätten Mexikos.
Teotihuacán ist ein äußerst interessantes antikes und religiöses Zentrum, das für seine Pyramiden bekannt ist. Wenn du dich in Mexiko City aufhältst, ist es ein perfektes Ziel für einen Tagesausflug.
In einem wünstenähnlichen Tal der zentralen Hochebene Mexikos entstand um 200 v. Chr. eine der beeindruckendsten antiken Städte.
In der alten Aztekensprache Nahuatl bedeutet Teotihuacán Ort, an dem der Mensch zu Gott wird.
Inhalt
Die Bedeutung von Teotihuacán
Die Ruinen von Teotihuacán waren einst eine heilige Stätte und ein Begräbnisort für Könige. Die Architektur war derart prägend, dass sie sogar von den nachfolgenden Völkern weiter genutzt und noch verfeinert wurde.
Die Bauwerke insgesamt mit ungewöhnlichen Verzierungen und Fresken machen Teotihuacán zu einer sehenswerten Stätte. Jedoch stechen zwei majestätische Pyramiden besonders hervor. Die Sonnen- und die Mondpyramide sind die herausragenden Wahrzeichen dieser historischen Stadt.
Camino de los Muertos / Straße der Toten
Die wichtigste Straße und die Hauptachse von Teotihuacán war die Straße der Toten. An ihr entlang säumten sich die wichtigsten und größten Gebäude. Sie beginnt an der Mondpyramide und endet in einem Bereich, der Ciudadela genannt wird.
Wenn du über diese Straße läufst, kommst du unweigerlich an den beiden großen Pyramiden vorbei. Du passierst den Palast von Quetzalpapálotl. Außerdem siehst du den Palast des Jaguars und viele andere wichtige und sehenswerte Gebäude.
Während unseres Besuches erfuhren wir, dass die Straße ihre Bezeichnung erst im Rahmen der ersten Ausgrabungen erhalten hat. Die Archäologen waren der Annahme, dass es sich bei den Gebäuden, die die Straße säumen, um Gräber früherer Könige handelt.
Pirámide de la Luna / Mondpyramide
Am nördlichen Ende der langen Camino de los Muertos (Straße der Toten) erhebt sich die Mondpyramide. Sie ist nicht ganz so groß wie ihre berühmte Nachbarin. Dennoch hat sie außergewöhnliche Dimensionen. Sie ist 46 Meter hoch. Die Maße des unteren Teils sind 120 x 150 Meter. Durch ihren ansprechenden Stufenbau strahlt sie eine bemerkenswerte Ästhetik aus.
Am nördlichen Ende der Straße der Toten befindet sich die Mondpyramide.
Die Mondpyramide ist ein faszinierendes Relikt der vergangenen Zivilisation. Sie diente beispielsweise dem Zwecke grausamer Rituale, bei denen sowohl Menschen als auch Tiere ihr Leben lassen mussten. Belegt wird dies durch die Entdeckung verschiedener Skelette und menschlicher Schädel, Funde, die rund um die Pyramide ausgegraben wurden.

Teotihuacán wurde nicht, wie angenommen von den Azteken errichtet. Diese besiedelten erst später die Region. Eine eigene, frühere Zivilisation, die Teotihuacános, errichteten die Stadt.
Pirámide del Sol / Sonnenpyramide
Die majestätische Sonnenpyramide ist ein Meisterwerk der antiken Baukunst. Sie erhebt sich stolz über der antiken Stadt Teotihuacán und beeindruckt durch ihre Größe.
Die Pyramide steht im Zentrum von Teotihuacán und hat eine große kulturelle und religiöse Bedeutung. Es wird angenommen, dass sie astronomische und kalendarische Funktionen hatte.
Interessant und durchaus faszinierend ist der Tunnel unter der Pyramide. Durch diesen gelangt man zu einer Kammer. Über den Sinn und Zweck der Kammer herrscht bisher immer noch Uneinigkeit. Die einen glauben, dass es sich um ein königliches Grab handelt. Die anderen sind der Auffassung, dass hier unten geheime Rituale durchgeführt wurden. Ein Rätsel, dass nicht nur Archäologen fasziniert, sondern auch die Touristen. Ob die Lösung immer im Verborgenen bleibt?

Ähnlich wie in Chichén Itzá ist der Aufstieg auf die Sonnenpyramide eine körperliche Herausforderung. Die Pyramide hat steile Stufen, die es zu erklimmen gilt, um die Spitze zu erreichen.
Der Weg hinauf auf die Pyramide erfordert neben Ausdauer auch Trittsicherheit. Aber die Erfahrung, auf der Spitze der Sonnenpyramide zu stehen und die Blicke über die Landschaft schweifen zu lassen, ist unvergleichlich!
Von oben hatten wir einen Blick auf die antike Stadt. So konnten wir uns ein Bild von ihrer gesamten Größe machen.
Pyramiden, Tempel und Wohngebäude erstrecken sich über das Tal. In der Ferne ist die Mondpyramide zu erkennen, die sich ebenfalls markant hervorhebt.
Palast von Quetzalpapálotl
Der Palast ist im Übrigen auch bekannt als „Palast der gefiederten Schlange“.
Ein Besuch des Palastes von Quetzalpapálotl ist empfehlenswert. Opulente Verzierungen in verschiedenen Farben begeistern.

Die Säulen im Palast sind faszinierend. Sie sind reich verziert mit Darstellungen von Quetzalvögeln und Schmetterlingen. Diese stehen symbolisch für die Mischung aus irdischen und himmlischen Elementen.
Die Reliefs sind außerordentlich meisterhaft gestaltet. Einmal mehr wird hier die künstlerische Fähigkeit herausgestellt.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Säulen eine Kombination aus mythologischen Kreaturen und geometrischen Mustern zeigen. Hierdurch wird noch einmal die spirituelle und kulturelle Bedeutung des Palastes hervorgehoben.
Einige der Säulen sind noch die ursprünglichen, während andere ersetzt oder bearbeitet wurden. Diese erkennt man an den grauen Steinen. Die Originalsteine haben eine rötliche Färbung.
Palast des Jaguars
Der Palast befindet sich im Westen des Vorplatzes der Mondpyramide. Am Eingang befinden sich auf jeder Seite beeindruckende Statuen von Raubkatzen, die mit einem prächtigen Federkopfschmuck ausgestattet sind.
Die Fresken sind reich an Symbolik und Bedeutung und geben Einblicke in die spirituellen und kulturellen Überzeugungen der Teotihuacanos.
Das eindrucksvollste Motiv ist ein Jaguar, der eine konische Muschel bläst, aus der Bluttropfen fließen. Häufig wird es als Symbol für Krieg und Eroberung interpretiert. Denn das Blasen einer konischen Muschel, im übrigen ein uraltes Signal, kündigte einen bevorstehenden Angriff an.
Tempel von Quetzalcóatl
Inmitten der majestätischen Pyramiden an der legendären Straße der Toten verbirgt sich ein geheimnisvoller Tempel, der erst 1920 aufgedeckt wurde. Er befindet sich innerhalb der Zitadelle von Teotihuacán.
Die späte Entdeckung erklärt sich dadurch, dass er von einer Pyramide mit glatten Außenwänden verdeckt war.
Während man die Wände der Pyramide durchbrach, um in das Innere zu gelangen, kam der fantastische Tempel zu Tage.
Erbaut wurde er von dem Herrscher Mitl.

Der Tempel von Quetzalcóatl ist ein faszinierendes Terrassenbauwerk mit sechs Stufen. Seinen Namen erhielt er durch die zahlreichen Darstellungen des Kopfes der gefiederten Schlange, die die Fassade zieren.
Im Inneren des Tempels finden sich mehrere Reliefs des Regengottes Tlaloc. Erstaunlicherweise sind auf einigen von ihnen noch die ursprünglichen Farben vorhanden.
Unter dem Tempel wurden die Gräber von 18 hochrangigen Persönlichkeiten entdeckt, was dessen immense religiöse und kulturelle Bedeutung unterstreicht.

Beeindruckend ist die kunstvolle Anordnung der Darstellungen. Abwechselnd sind der mächtige Tlaloc links und die Köpfe der gefiederten Schlange rechts zu sehen. Unter jeder Reihe der Köpfe entfaltet sich ein wahres Meisterwerk. Hier wurden die Schlangen in einem wellenförmigen Profil dargestellt.
Diese kunstvollen Details zeugen von einem tiefen symbolischen Gehalt, der die enge Verbindung zwischen den Göttern und der Natur verdeutlicht.
Die Pyramide wurde in der Antike farbenfroh gestaltet, wobei der Hintergrund in einem lebhaften Blau gehalten war. Mit geschnitzten Muscheln wurde sie dekorativ verziert. Wenn man sich die Pyramide heute anschaut, ist dies kaum vorstellbar.
Ein zeremonieller Tanz: Danza del Volador
Nach der Besichtigung entdeckten wir auf einem Platz ein paar „Künstler“. Jahrmarkt an solch einer interessanten Stätte? Was für uns zunächst Kirmescharakter hatte, war die Aufrechterhaltung einer Tradition.
Der zeremonielle Tanz wird von vier Männern und einem „Priester“ durchgeführt. Sie bewegen sich tanzend auf den Stamm zu, begrüßen ihn und umkreisen ihn mehrmals. Danach setzt Musik ein, sie begeben sich an die Seile und klettern auf den fast 25 Meter hohen Stamm. Der Priester erklimmt als letzter den Pfahl und setzt sich auf dessen Spitze.
Die vier Männer werden im Übrigen als „vier Winde“ und der Priester als „Sonne“ bezeichnet.
Während nun die Männer auf dem Pfahl, dem palo volador, die Seile um ihre Hüften befestigen, setzt sich der fünfte auf die Spitze. Er richtet sein Gesicht Richtung Osten.
Die Papantla Flyers sind nicht direkt mit Teotihuacán verbunden. Dennoch wird die Tradition oft in touristischen Bereichen der Region durchgeführt.
2009 wurden die Papantla Flyers von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Sie sind auch als Voladores de Papantla bekannt.
Diese beeindruckende Zeremonie blickt auf eine über 1.000 Jahre alte Tradition zurück. Ihre rituellen Tänze und überaus kunstvolle Akrobatik bieten ein lebendiges Fenster in die Geschichte der indigenen Völker.
Tipps
Teotihuaán ist ein weitläufiges Gelände. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten liegen an der Straße der Toten. So wirst du nicht umhinkommen, diese zu Fuß erkunden. Stell dich auf eine lange Wanderung ein und denke daran, dass die Höhenlage von über 2.000 Meter den Besuch nicht leichter macht.
Die Stufen der Pyramiden sind sehr hoch, uneben und steil, was den Aufstieg ziemlich anstrengend macht. Auch beim Abstieg ist Vorsicht geboten. Scheue dich nicht, die gespannten Ketten als Unterstützung zu nutzen, falls sie vorhanden sind.
Das Gelände ist größtenteils der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, die du nicht unterschätzen solltest. Daher ist es wichtig, Sonnenschutzmittel, einen Sonnenhut, ausreichend Wasser und gutes Schuhwerk dabei zu haben. So wird dein Besuch in Teotihuacán angenehm, sicher und erlebnisreich.
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag / 8.00 Uhr – 17.00 Uhr
Eintrittspreis: 90 Pesos (ca. 4,50 Euro)
(Stand: 2024)
Hinweis
Mittlerweile ist das Besteigen der Sonnen- und Mondpyramide nicht mehr gestattet.
Trotz dieser Einschränkung ist ein Besuch von Teotihuacán immer noch lohnenswert. Das weitläufige Areal und die beeindruckenden Bauwerke bieten ein unvergessliches Erlebnis.
Unsere Meinung zu Teotihuacán
Da Teotihuacán zu den bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes zählt, ist es ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Mexiko-Rundreise.
Durch die majestätischen Pyramiden haben wir beeindruckende Einblicke in die alte Zivilisation erhalten. Kunstvolle Fresken und Reliefs offenbaren die Fülle der mesoamerikanischen Kultur.
Ein Besuch in Teotihuacán bietet dir die Gelegenheit sowohl die spirituellen als auch kulturellen Praktiken der Stadt nachzuvollziehen und die faszinierende Geschichte Mexikos zu entdecken.
Unsere Entdeckungstour geht weiter
Nach einem wunderschönen, aber auch anstrengenden Tag, der von den hohen Temperaturen geprägt war, gönnten wir uns im Hotel eine wohlverdiente Erholung. Am Abend setzten wir unsere Erkundung auf kulinarischen Pfaden fort.
Zu Beginn unserer Mexiko-Reise hatten wir Gelegenheit, das Anthropologische Museum zu besuchen. Diesen faszinierenden Ausflug möchten wir dir nicht vorenthalten. In meinem nächsten Bericht erhältst du einen Überblick über die beeindruckenden Funde, die dort ausgestellt sind.
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