Cochem Mosel - Burg auf einem Weinberg. Der Himmel ist blau mit weißen Wolken.

Cochem: Charmante Altstadt und Reichsburg

Unser Mosel-Kurzurlaub fand mit einem Besuch in Cochem seinen perfekten Ausklang. Das reizvolle Städtchen begeistert mit seinem Charme und seiner Lage an einem der schönsten Flüsse Deutschlands.

Die Stadt ist umgeben von üppigen Weinbergen, die nicht nur die Schönheit der Landschaft prägen. Sie unterstreichen auch die Bedeutung der Stadt als Zentrum des Weinbaus. Insbesondere die Rebsorte Riesling gedeiht unter den hervorragenden Bedingungen der sanften Hügel sehr gut. Somit ist Cochem nicht nur ein beliebtes Ziel der Touristen, sondern auch der Weinliebhaber geworden.

Möglichkeiten, an Weinverkostungen teilzunehmen, gibt es mehr als genug.

Inhalt

Wo liegt Cochem?

Cochem, malerisch an der Mosel gelegen, befindet sich als größter Ort des Landkreises Cochem-Zell im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Stadt wird als kleinste Kreisstadt Deutschlands bezeichnet. Die Entfernung zu Koblenz beträgt ungefähr 50 Kilometer.

Egal, ob du über die A61 oder die A48 anreist, es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Stadt zu erreichen. Aus eigener Erfahrung können wir dir eine Fahrt entlang der Mosel empfehlen!

Wer mit dem Auto anreist, benötigt einen Parkplatz

In Cochem gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten. Allerdings solltest du beachten, dass es während der Hauptsaison (Sommer) ziemlich eng werden kann. Die optimalsten Parkplätze sind auch hier die, die direkt an der Moselpromenade liegen.


Die Kosten für die Nutzung betragen € 1,60/Stunde. Für jede weitere angefangene halbe Stunde fallen zusätzlich € 0,80 an. Die Parkhöchstdauer ist auf 2 Stunden begrenzt.
(Stand: 2024)

Auf der Pinnerstraße befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem das Parken bis zu 2 Stunden kostenfrei ist. Hier stehen im Übrigen für E-Autos Ladesäulen zur Verfügung.


Auf der Pinnerstraße sind unterschiedliche Tarife für die Jahreszeiten zu beachten.
Sommer: Preis pro Stunde € 1,60. Tagesticket (8 Std.) € 12,80.
Winter: Preis pro Stunde € 0,50. Tagesticket (8 Std.) € 3,00.
(Stand: 2024)

Cochem Mosel - Blick von einem Hügel auf die Burg, die Stadt und die Mosel
Anreise nach Cochem

Wissenswertes

Die Ursprünge der interessanten Geschichte reichen bis in die römische Zeit zurück. In der Antike errichteten die Römer ein Straßennetz und förderten den Weinanbau. Durch diese Entwicklung trugen sie dazu bei, dass Cochem zu einem bedeutenden Handelsstandort der Region wurde.

Im Mittelalter profitierte die Stadt nicht nur von ihrer guten Lage an der Mosel. Sie wurde rasch als zentrales Handelszentrum für Wein anerkannt. Die Stadt handelte auch mit vielen anderen Waren.

Die über der Stadt thronende Reichsburg Cochem wurde nicht nur zum Schutz der Stadt, sondern auch als Residenz für den Adel errichtet. Cochem erlebte im Laufe der Zeit verschiedene Herrschaften, die die Entwicklung der Stadt prägten. Im 17. Jahrhundert war sie beispielsweise Teil des Kurfürstentums Trier. Hierdurch wurde neben der politischen auch die wirtschaftliche Lage der Stadt stark beeinflusst. Diese Mitgliedschaft führte dazu, dass Cochem in das Steuersystem des Kurfürstentums integriert wurde. Durch solch eine wirtschaftliche Bindung wurde natürlich die Loyalität zur kurfürstlichen Regierung erheblich gefördert. Dies diente wiederum den Zielen der Trierer Erzbischöfe.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass die Stadt im 17. Jahrhundert während des Pfälzischen Erbfolgekriegs erhebliche Schäden erlitt. Französische Truppen verursachten sowohl an der Burg als auch in der Stadt massive Zerstörungen. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Cochem erlebte eine Blütezeit, die maßgeblich dem aufkommenden Tourismus zuzuschreiben war.

Sehenswürdigkeiten

Die malerische Altstadt mit ihren engen Gassen und Fachwerkhäusern zieht jährlich zahlreiche Touristen an. Bei einem Besuch wirst du feststellen, dass es gelungen ist, die wunderbare historische Atmosphäre zu bewahren.

Cochem Mosel - Eine  bunte Häuserzeile. Die Häuser haben die Farben gelb, grün und Ocker. Im unteren Bereich sind braune Fenster wie Erker vorgebaut.

Die Kulisse der Stadt, geprägt von einer farbenfrohen Häuserzeile am Ufer der Mosel und der imposanten Reichsburg, ist bemerkenswert. Es ist kaum verwunderlich, dass selbst der Künstler William Turner von Cochem fasziniert war. Dieser bedeutende Maler des 19. Jahrhunderts besuchte die Stadt während seiner Reisen durch Deutschland. Er ließ es sich nicht nehmen, einige Bilder von Cochem zu malen.

Der Markt, umrandet mit Fachwerkhäusern und dem Martinsbrunnen präsentiert sich als Herzstück der Stadt.

Cochem Mosel - Den Marktplatz säumen Fachwerkhäuser. In der Mitte des Platzes steht ein Brunnen. Einige Häuser haben ihre orangen und roten Markisen zum Schutz gegen die Sonne ausgefahren. Es sind nur wenige Menschen auf dem Marktplatz.
Cochem glänzt mit schön verzierten Fachwerkhäusern

Während die Besucher über das Kopfsteinpflaster in den engen Gassen laufen, recken sich die hochgiebeligen Fachwerkhäuser hinauf zum Himmel. Gott sei Dank hatten wir auch hier wieder schönes Wetter.

Die durch Bomben im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Stadt erstrahlt heute wieder in einem wunderschönen Glanz.


Der mittelalterliche Stadtkern ist tagsüber als Fußgängerzone ausgewiesen. 

Der Marktplatz hat neben den Fachwerkhäusern den Martinsbrunnen als Hingucker.

Cochem Mosel - Im Vordergrund ein Brunnen mit der Figur des Hl. Martin. Im Hintergrund ein gelbes Fachwerkhaus und ein Haus, das Blumenschmuck hat.

Mit der Figur des Heiligen Martin versehen, steht der achteckige Brunnen eindrucksvoll im Mittelpunkt. Als Schutzpatron der Stadt thront er auf der Brunnensäule. 1459 war die Stadt im Besitz eines ähnlichen Brunnens, der allerdings wegen erheblicher Schäden 1863 entfernt werden musste. Die alte Figur des Schutzpatrons fand vor dem Martinstor einen neuen Standort. Der nachfolgende Brunnen wurde mit einer neuen Terrakottafigur ausgestattet. Dieser Brunnen fand offensichtlich nicht den erwarteten Anklang bei den Stadtbewohnern. Somit war er in dieser Form nicht lange Bestandteil des Marktplatzes. 1935 ersetzte man die Terrakottafigur durch den Heiligen Martin in Bronze.

An der Nordseite des Marktplatzes wurde 1739 im Auftrag vom Erzbischof von Trier das kurfürstliche Amtshaus errichtet. Die Pläne hierzu erstellte der Architekt Ravensteyn.

Die damalige Bauweise war sehr massiv, denn die Mauern waren bis zu 1,30 Meter dick.

Cochem Mosel - Im Zentrum des Bildes ein rosa farbenes Haus mit einem Turm dahinter. Rechts und links säumen bunte Fachwerkhäuser den Marktplatz. Der Himmel ist blau mit wenigen weißen Wolken.
Das Rathaus ist ein prächtiges Gebäude im Barockstil

Zum Marktplatz hin befindet sich ein eleganter Steinbalkon, der über einem darunterliegenden Pilasterportal thront. Dieses Portal wurde im 1739 erbaut und lässt die damalige architektonische Pracht nur erahnen.  

Im Erdgeschoss erstreckte sich über die gesamte Fläche eine Handelshalle, während im ersten Geschoss die Amtsgeschäfte abgewickelt wurden.

Mittlerweile beherbergt das Rathaus das Stadtarchiv und die Stadtbücherei. Selbstverständlich wird auch ein Raum für standesamtliche Trauungen bereitgehalten.

Der imposante Turm der St. Martin Kirche ist vom Marktplatz aus zu sehen.

Die Frage, ob der Turm im Mittelalter Teil der Stadtbefestigung war, konnten wir nicht klären. Einige Stimmen behaupten, dass er aus Platzgründen mitten auf die Straße gebaut wurde.

Cochem Mosel - Im Hintergrund ein heller großer Kirchturm mit einer dunklen Kuppel. Rechts und links säumen ocker und rosafarbene Häuser die Straße

Durch seine Höhe, die schlanken Proportionen und den charakteristischen Helm ist der Kirchturm besonders auffällig.

Eines steht fest: Der einzige Zugang von der Altstadt zur anderen Seite der Stadt – und natürlich auch zurück – führt durch das imposante Tor im Turm.

Sowohl der Turm als auch die Kirche erlitten im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen. Der Wiederaufbau der Kirche war nicht einfach. Er zog sich bis ins Jahr 1964. Bei der Restaurierung wurde darauf geachtet, dass der Turm seine ursprüngliche Form erhielt.

Der Turm gewährt außerdem einen atemberaubenden Blick auf die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen. Die alten Gebäude erstrecken sich unter den Ziegeldächern. Wer die Blicke schweifen lässt, wird mit schönen Panoramabildern der Landschaft belohnt.

Nach der Stadtbesichtigung ging es natürlich hinauf zur Reichsburg, das Wahrzeichen der Stadt Cochem. Die imposante mittelalterliche Burg (11. Jahrhundert) thront über der Stadt und bietet weiträumige Ausblicke auf die Mosellandschaft.

Cochem Mosel - Im Zentrum des Bildes ist die Reichsburg Cochem zu sehen. Sie befindet sich auf einem Hügel und ist von Weinbergen umgeben.
Die Reichsburg Cochem ist die größte Höhenburg an der Mosel

Hoch über den Dächern der Stadt auf einem Bergkegel thront majestätisch die Burg. Sie befindet sich mehr als 100 Meter über dem Tal. Wegen ihrer guten Lage ist sie bereits aus großer Entfernung sichtbar. Ursprünglich um 1056 erbaut, durchlebte sie viele Besitzerwechsel und Zerstörungen. Im Mittelalter diente sie als Zollburg, was vor allem ihrer strategisch überaus günstigen Lage geschuldet war. Denn von ihr aus konnte die umliegende Landschaft hervorragend beobachtet werden.

Nach dem Wiederaufbau wurde der Hauptturm mit einem großen Mosaikbild des Heiligen Christophorus versehen. Der italienische Künstler Antonio Salviati verlangte für die Erstellung 20.000 Goldmark. 1942 wurde die Burg an das Deutsche Reich verkauft, die das Mosaik wegen seines religiösen Inhalts abschlagen ließ. Diese Arbeit wurde von Strafgefangenen durchgeführt. Über viele Jahre befand sich an dieser Stelle lediglich ein großer Fleck, da das ursprüngliche Mosaik nicht sofort ersetzt wurde. Erst 1960 ließ die Bevölkerung durch Spenden finanziert ein neues Mosaik anbringen.

Cochem Mosel - Im Vordergrund ein Baum, dahinter etwas seitlich eine Burg die vor dem blauen Himmel mit weißen Wolken emporragt.
Die Reichsburg thront seit mehr als 1.000 Jahren über Cochem

Louis Ravené ließ die Burg 1868 nach ihrer Zerstörung wieder aufbauen. Seine Leidenschaft für historische Architektur und sein Gespür für das Potenzial der Ruine motivierten ihn, diesen ehrgeizigen Plan in die Tat umzusetzen. Hierzu bedient er sich der Originalpläne. Es ist ihm gelungen, durch seinen Einsatz eine prächtige Burg errichten zu lassen, die den Charme des Mittelalters widerspiegelt. Ohne ihn würde wahrscheinlich heute in Cochem eine beliebte Sehenswürdigkeit fehlen.


Louis Ravené (1819-1890) war ein wohlhabender Kaufmann und Bankier des 19. Jahrhunderts. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Ihm zu Ehren wurde eine Straße nach ihm benannt. 

Mittlerweile ist die Reichsburg ein begehrtes Touristenziel, das Besucher aus aller Welt anzieht. Die faszinierende Mischung aus Geschichte und Romantik gepaart mit der wunderschönen Landschaft, die sie umgibt, verleiht ihr einen einzigartigen Charme.

Bei der grandiosen Aussicht von der Burg auf die Stadt wird ein besonderes Wahrzeichen der Burg fast übersehen.

Die Statue wird auf den ersten Blick von vielen Besuchern als Frosch wahrgenommen. In Wirklichkeit stellt sie den Pfälzer Löwen dar, das Wappentier von Rheinland-Pfalz.

In einer aus Stein filigran dargestellten Ritterrüstung thront er seit dem 19. Jahrhundert auf einem Steinsockel hoch über dem Moseltal, als würde er es bewachen. Durch seine Rüstung symbolisiert er Stärke und Schutz.

Cochem Mosel - Statue auf einem Stein, die einen Löwen in Rüstung darstellt. Unten im Hintergrund ist die Mosel zu sehen. Rechts und in der Ferne säumen die Weinberge den Fluss.

Öffnungszeiten: Täglich 10.00 Uhr - 18.00 Uhr 
Eintritt: Die Besichtigung des Außengeländes ist frei. Preise für die Burgführungen gibt es hier.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Burg zu erreichen.

Du kannst von der Stadt aus zu Fuß zur Reichsburg hinauf wandern. Eine Strecke ist ungefähr 2,5 Kilometer lang. Obwohl du stetig bergauf laufen musst, ist der Weg als “einfach” eingestuft. Genieße während dieser kleinen Wanderung auf jeden Fall die tolle Aussicht.

Für alle, die es lieber bequemer mögen, gibt es einen Shuttlebus (Reichsburg Shuttlebus). Die einfache Fahrt kostet 2,50 Euro, Hin- und Rückfahrt 4,00 Euro (Stand: 2024).

Was du sonst noch in Cochem besichtigen kannst

Neben der Reichsburg und der Altstadt gibt es weitere Sehenswürdigkeiten in Cochem zu besichtigen.

Entdecke die Historische Senfmühle, sie ist eine der ältesten in Europa. Gegründet wurde sie 1810. Während einer interessanten Führung wird dir die Senfproduktion nahegebracht. Vielleicht ergatterst du auch eins von den geheimnisvollen Rezepten und versuchst selbst einmal, einen Senf herzustellen.

Wenn du dich für alte Senfmühlen interessierst, mache unbedingt einen Ausflug nach Monschau und besichtige dort die Senfmühle.

Der Bundesbankbunker Cochem ist seit 2016 ein Museum. Ursprünglich wurde er in den 1970er Jahren erbaut und diente als geheime Aufbewahrungsstätte für die Bundesbank. Heute kannst du die beeindruckende Anlage im Rahmen einer Führung besichtigen. Du erhältst wichtige Informationen über die Hintergründe und die Funktion des Bunkers.

Aber aufgepasst, hier ist es mit 12 Grad nicht gerade warm. Also solltest du entsprechende Kleidung tragen.  

Das Pinnerkreuz thront natürlich auf dem Pinnerberg, den du mit der Sesselbahn hinauffahren kannst. Hinter dem Namen verbirgt sich eine bewegende Geschichte, die von einem Schafhirten handelt, der eins seiner Schafe retten wollte. Bei diesem Rettungsversuch verlor er sein Leben. Zum Gedenken wurde das Pinnerkreuz errichtet.


Auch der amerikanische Schriftsteller Mark Twain bereiste einst Europa. In seinen Schriften erwähnte er die Schönheit der Moselregion, einschließlich der zauberhaften Stadt Cochem. 

Cochemer Stückelchen

Hinter den “Cochemer Stückelchen” verbergen sich amüsante Anekdoten, die häufig während der Stadtführungen lebhaft erzählt werden. Entstanden sind sie in urigen Kneipen, auf den malerischen Weinbergen oder auch bei feucht-fröhlichen Weinfesten. Die Einheimischen trafen sich und gaben ihre Erlebnisse auf unterhaltsame Weise zum Besten.

Cochem Mosel - Blick über einen kleinen Platz mit angrenzendem Parkplatz. Rechts und links stehen Bäume. Im Hintergrund ist auf einem Berg eine Burg zu sehen
Blick auf die Reichsburg Cochem

Unsere Meinung zu Cochem

Cochem ist ein malerisches und idyllisches Reiseziel für einen Kurzurlaub in Deutschland. Neben der schön gestalteten Altstadt mit historischen Fachwerkhäusern punktet die Stadt natürlich mit ihrer Burg.

Die Region bietet Wander- und Radwege sowie zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Bei den regelmäßig stattfindenden Weinfesten wird die Tradition der Region aufrechterhalten.

Bei einem Besuch in Cochem wirst du eine gelungene Mischung aus Geschichte, Tradition und Genuss erleben.

Habe ich dein Interesse an der bezaubernden Moselregion und ihren historischen Burgen geweckt? Dann schnapp dir deine sieben Sachen und mach dich auf den Weg.


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