St. Lucia – Die Insel der zwei Vulkane

Die Karibikinsel St. Lucia hat ihren Namen von französischen Seeleuten erhalten, die am 13. Dezember 1502, dem Fest der heiligen Jungfrau und Märtyrin Lucia von Syrakus, auf der Insel strandeten.

Die Ureinwohner gaben ihr den Namen Iouanalao. Im Jahr 1663 wurde sie an Barbados verkauft und heute zählt die Insel, die zu den kleinen Antillen gehört, zum Commonwealth of Nations.

In unmittelbarer Nähe des Landungsstegs befindet sich ein Gebäude, in dem aus dem letzten Karnevalsumzug Figuren aufbewahrt werden.

Nach einer kurzen Stippvisite haben wir uns einem Taxifahrer anvertraut, der uns über die Insel fahren sollte, damit wir uns einen Überblick verschaffen konnten. Bisher haben wir auf unserer Kreuzfahrt mit dieser Art die Inseln zu erkunden, keine schlechte Erfahrungen gemacht. Im Übrigen besteht so auch eine Unabhängigkeit, die man bei den vom Schiff durchgeführten Landausflügen nicht hat. So konnten wir individuell entscheiden, wie lange wir an einem bestimmten Ort bleiben möchten, wo wir Fotostopps oder aber auch Pausen machen wollten.

Diese Tour über die Insel unternahmen wir nicht alleine. Kurz vor der Abfahrt kam noch ein Paar vom Schiff auf uns zu, das ebenso wie wir auf diesem die Flitterwochen verbrachte und gesellte sich spontan zu uns. Gut, dass der Fahrer ein Großraumtaxi hatte, so war genügend Platz für alle incl. Foto- und Videoausrüstung.

In der Ferne können wir die beiden Vulkankegel sehen, den Gros Piton und den Petit Piton (auch Twin Pitons genannt). 

Der Gros Piton ist 770 Meter, der Petit Piton 743 Meter hoch. Die Landschaft um den Vulkan besteht überwiegend aus tropischem Regenwald, der 27,9% der Insel bedeckt.

Die beiden Vulkankegel sind nicht mehr im Sinne von Vulkanausbrüchen aktiv. Anders sieht es mit den Fumarolen aus. Eine Fumarole ist eine vulkanische Dampfaustrittsstelle im Bereich von vulkanisch aktiven Gebieten. Ausgestoßen werden meist Wasserdampf und zum Teil vulkanische Gase. Es stinkt fürchterlich nach Schwefel.

Überall brodelt es, wenn die Gase die Wasseroberfläche durchbrechen. Das Gas ist mehrere hundert Grad heiß. Neben Wasserdampf werden chemische Substanzen wie Chloride, Alkalien, Eisen, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff ausgestoßen.

Die Fumarolen befinden sich am Fuße der beiden Vulkankegel.

Diese sind mit einer dichten Vegetation fast bist zur Kuppenspitze bewachsen.

Früher war Hauptexportprodukt der Insel Zuckerrohr, das durch die britischen Kolonialherren mit Hilfe von afrikanischen Sklaven angebaut wurde. Mit Ende der Sklaverei lief der Zuckerrohranbau aus und wurde später durch den Anbau von Bananen ersetzt.

Dieser Küstenstreifen besteht jedoch aus Regenwald, davon überwiegend aus Palmen.

Darunter sind natürlich auch Kokospalmen wie an dieser Küstenlinie.

Die größte Ansiedlung auf der Insel ist die Hauptstadt Castries. Die Stadt liegt inmitten einer Bucht, die vom Berg Morne Fortune und dem Vorgebirge der Vigie-Halbinsel eingerahmt wird. Historische Gebäude sind so gut wie nicht vorhanden. Dies liegt an den Feuern und Erdbeben, die viel der Bausubstanz gekostet haben.

Castries befindet sich an der Nordwestküste der Insel in einer schönen geschützten Bucht. Die Stadt selbst bietet nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten, diese kann man nach einem ausgedehnten Landausflug noch in aller Ruhe ansehen. So befindet sich im Zentrum der Stadt der Derek Walcott Square. Dieser Platz wurde nach dem Dichter und Schriftsteller Walcott benannt, der auf der Insel geboren wurde und wohl auch hier verstorben ist.

Auch der Central Market ist ein interessanter Ort und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Zahlreiche Händler preisen hier ihre Waren zum Verkauf an, Touristen sind gerne gesehen.

Zu empfehlen ist der etwas weiter entfernte (ca. 1,5 km) Morne Fortune. Dieser kann problemlos zu Fuß „erobert“ werden, da er nur ca. 250 Meter hoch ist. Oben wird man mit einem schönen Ausblick auf Castries, den nördlichen Teil der Insel und den Hafen belohnt.

Wie schon aus der einfachen Bebauung zu erkennen ist, besteht eine große Armut unter der überwiegend schwarzafrikanischen Bevölkerung. Der Inselstaat ist hochverschuldet und lebt auf Pump.

Dementsprechend sind auch die Kirchen auf der Insel nicht besonders repräsentativ. Über 67% der Bevölkerung sind Christen. Lediglich die katholische Kathedrale lockt mit ihren schönen Wand- und Deckenmalereien.

Der Hafen von Castries hat sich über die Jahre nicht groß verändert. Lediglich die Kreuzfahrtschiffe sind heutzutage erheblich größer. Der Tourismus ist mittlerweile die bedeutendste Einnahmequelle.

Unser Kreuzfahrtschiff liegt wieder in unserem Blickfeld. Höchste Zeit wieder an Bord zu gehen. Was man sich nicht wünscht, als Passagier auf der Insel zurückzubleiben.

Noch ein letzter Blick auf die Karnevalsdekoration des letzten Umzuges und dann drängte wirklich die Zeit.


Was du wissen solltest!

Der Passagier ist bei Landausflügen selbst dafür verantwortlich, rechtzeitig wieder an Bord zu sein. Hierbei ist zu beachten, dass man nicht die Abfahrtszeit des Schiffes im Auge behält. Viel wichtiger ist die „Back-on-Board-Time“, die in der Regel an der Gangway auf einer Tafel abzulesen ist. Auch auf den Informationsblättern, die in den Kabinen ausgelegt sind, ist diese vermerkt. In der Regel hat man vom Ablauf der Back-on-Board-Time bis zum Ablegen des Schiffes mindestens noch eine halbe Stunde. Allerdings wird diese halbe Stunde zum Einholen der Gangway und Lösen der Leinen genutzt. Ist die Gangway einmal eingeholt, hat man keine Chance mehr und kann nur noch das Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen beobachten.


Wir erreichten das Schiff innerhalb der Back-on-Board-Time und haben uns einen Platz an Deck gesucht, um die „Zeremonie“ des Auslaufens zu beobachten. Dies sind immer wieder wunderschöne und zum Teil sehr bewegende Momente.

Das Schiff legte ab zur nächsten Insel Antigua.

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