Schloss Waldeck - Außenterrasse mit Schnee bedeckt

Historisches Schloss Waldeck: Einblick, Rundgang und Geschichte

Rund um den Edersee gibt es viele wunderschöne Aussichtspunkte. Schloss Waldeck allerdings bietet den schönsten Ausblick auf den Edersee.

Das Schloss thront 120 Meter über dem Stausee, zusätzlich hat man einen wunderbaren Blick auf den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Von hier oben werden die wirklichen Ausmaße vom Edersee erst richtig deutlich.

Inhalt

Wo liegt Schloss Waldeck?

Die Schlossanlage befindet sich im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie steht am Rand der Waldecker Kernstadt, im nördlichen Teil des Naturparks Kellerwald-Edersee. Auf einem steilen und felsigen Berg ist sie vom Ortszentrum über eine Straße gut zu erreichen.

Die nächst größeren Städte Bad Wildungen und Fritzlar sind 18 bzw. 21 Kilometer entfernt.

Parken an Schloss Waldeck

Das Schloss ist gut mit dem Pkw zu erreichen. Parkplätze stehen etwas unterhalb der Anlage zur Verfügung. Von dort sind es nur noch wenige Minuten zu laufen. Der Weg besteht zum größten Teil aus Kopfsteinpflaster.

Das Parken auf dem Innenhof des Schlosses ist nicht gestattet, diese Plätze sind ausschließlich Gästen des Hotels vorbehalten.


Die Parkgebühren belaufen sich auf 1,50 Euro für zwei Stunden. Der Parkplatz ist mit zwei Ladegeräten für E-Autos ausgestattet.
(Stand: 2024)

Außergewöhnliche Anreise zum Schloss

Neben der Anreise mit dem Pkw gibt es noch eine weitere interessante Möglichkeit, das Schloss zu erreichen. Die Waldecker Bergbahn. Diese seit 1961 bestehende einzigartige und überaus nostalgische „Bahn“ besteht aus Gondeln, in denen sich lediglich zwei Fahrgäste gegenübersitzen.

Die Seilbahn ist die älteste Hessens. Hübsche kleine Gondeln legen auf einer Strecke von 650 Metern ungefähr 100 Höhenmeter zurück.

In speziellen Gondeln können sogar Kinderwagen transportiert werden. Familien mit Kleinkindern haben somit auch die Möglichkeit, die Bahn zu nutzen.


Die Hin- und Rückfahrt kostet 7.00 Euro/Person (ab 15 Jahren), Kinder (5-14 Jahre) 4,00 Euro/Kind.  (Stand: 2024)

Schloss Waldeck - Blick auf den Edersee
Blick auf den Edersee

Einblick in die Geschichte von Schloss Waldeck

Bei genauer Betrachtung wirkt die Anlage eher wie eine Burg als ein Schloss. So wurde sie seinerzeit auch als Höhenburg errichtet, wobei das genaue Entstehungsdatum nicht bekannt ist.

Vermutlich stammt sie aus dem 12. Jahrhundert, da sie 1120 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Im Laufe der Zeit fanden mehrere Umbauten statt. Dadurch bekam sie einen schlossähnlichen Charakter und wurde fortan als Schloss bezeichnet.

Nach einer überlieferten Sage soll ein Ritter nebst seinem Gefolge ins Edertal gekommen sein, um eine Burg zu errichten. Ein Schäfer zeigte ihm einen geeigneten Platz. Er deutete auf den bewaldeten Berg und sagte: „Dort oben an der Wald-Eck“. Es wird berichtet, dass danach das Schloss und die umliegende Landschaft ihre Bezeichnung erhalten haben.

Einst wurde sie als Festung errichtet. Später diente sie nicht nur als Residenz und Stammsitz den Grafen von Waldeck. Zeitweilig wurde sie auch als Kaserne genutzt.

Nachdem sie 1734 sogar als Landeszuchthaus genutzt wurde, beherbergten die Räumlichkeiten zwischendurch neben dem Landesarchiv auch das Forstamt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Burgen verfiel das jetzige Schloss Waldeck nach dem 30-jährigen Krieg nicht. Viele Burgen verfielen in dieser Periode.

1906 nahm Schloss Waldeck den Hotelbetrieb auf.

Heute beherbergt die frühere Burganlage ein 4-Sterne Superior Hotel.


Die Urgroßmutter der Königin der Niederlande stammt im Übrigen aus Waldeck. Adelheid Emma Wilhelmina Theresia zu Waldeck und Pyrmont war die zweite Ehefrau Wilhelm III. 

Schloss Waldeck - Innenhof mit Gebäuden, Bänken und achteckigem Turm mit Wappen

Schlossrundgang

Schloss Waldeck hat eine einzigartige Vergangenheit. Die verschiedenen Abschnitte dieser Anlage laden zum Erforschen der überaus interessanten Geschichte ein.

Schloss Waldeck - Aufgang zum Schloss, das untere Tor
Schloss Waldeck - Torhaus mit Eingang zum Schloss-Innenhof

Besucher gelangen über einen mit Kopfstein gepflasterten Weg, durch zwei Tore und ein Torhaus in den Innenhof des Schlosses.

Das Obere Tor ist ein Durchgang mit Tonnengewölbe, der dich direkt in den Innenhof führt. Im oberen Bereich findet sich die Jahresangabe 1756, die nicht etwa das Entstehungsdatum ausweist. Vielmehr ist dies der Zeitraum des Umbaus.


Historisch wird das Tor auch heute noch verschlossen. Jeden Abend wird der Eingang durch die beiden Holzflügel abgesperrt. 

Bei eisigen Temperaturen und Schnee nehme ich dich mit auf unsere Erkundungstour. Sei gespannt.

Ein paar Meter vor dem Oberen Tor befindet sich eine Tür. Wenn man auf das Schloss zuläuft, liegt sie auf der linken Seite. Diese Tür führt zum Burgbrunnen.

Die seinerzeit in dem Zuchthaus Inhaftierten hatten eine wichtige Aufgabe. Weil es keinen Brunnen gab, mussten sie Wasserfässer an einem Brunnen in der Stadt befüllen. Diese wurden sodann auf einen Karren geladen und dann die steile Straße zur Burg hinaufgezogen. Da sie Gefangene waren, mussten sie die Arbeit sogar teilweise in schweren Ketten verrichten.

Graf Johann I. ließ den Brunnen im 16. Jahrhundert mit einer Tiefe von 120 Metern bauen. Zum Teil wurde er aus dem Fels geschlagen, der Rest musste gemauert werden. Er diente dazu, die Wassernot während der heißen Sommer ein wenig abzuschwächen. Allerdings war hierzu Schwerstarbeit nötig, denn das Wasser musste in Eimern über ein Räderwerk nach oben gehievt werden.

Trotzig erhebt sich der dreigeschossige aus Naturstein bestehende Bergfried. Der Stein nennt sich Edersee-Grauwacke und stammt aus den Steinbrüchen bei Waldeck.

Schloss Waldeck - Burginnenhof mit Bergfried

Da er im 13. Jahrhundert errichtet wurde, gehört er zu den ältesten erhaltenen Gebäudeteilen des Schlosses. Während einer Unterhaltung mit einem Angestellten der Anlage berichtete uns dieser, dass die Wände über drei Meter dick sein sollen. Somit stellte er in heiklen Zeiten einen sicheren Ort dar.

Allerdings hatte er im Laufe der Jahre mehrere Funktionen. So war in ihm während der Zeit von 1745 bis 1761 das gräfliche Archiv untergebracht. Später wurde er als Wasserturm (1952-1997) genutzt.

Gleich neben dem Bergfried siehst du ein neu gestaltetes Gebäude. Hierin befindet sich neben einem Museum, auch das bekannte Restaurant Altane, welches wir später noch aufsuchen wollten.

Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert verlängert und beherbergt das Amtshaus der Stadt Waldeck. Ursprünglich diente es in der Zeit vom 1734 bis 1868 als Frauengefängnis. Trotz der schönen Lage haben die Insassen diese wohl nicht genießen können.

Schloss Waldeck - Amtshaus mit Wachhäuschen

Heute ist die Altane eine wunderschöne und viel besuchte Aussichtsterrasse. Von dort aus hast du einen traumhaften Blick über das Waldecker Land. Durch einen Abriss des Wohngebäudes, genaugenommen des Eisenbergischen Flügels, ist sie entstanden.

Schloss Waldeck - Aussichtsterrasse mit Geschützen

Der Eisenbergische Flügel stammt aus dem 13. Jahrhundert, womit er wohl zu den ältesten Gebäudeteilen der Burg gehören dürfte. Von ihm sind lediglich die Kellergewölbe, die sich nunmehr unter der Altane befinden, erhalten geblieben.

Die Geschütze, die auf der Terrasse zu sehen sind, sind Beutegeschütze (1862). Sie stammen aus dem deutsch-französischen Krieg (1870/71).


Der Zugang zur Terrasse ist kostenlos. In der Regel ist sie bis in die frühen Abendstunden geöffnet. 

Auf dem Pranger wurden die Straftäter zur Schau gestellt. Allerdings ist der auf der Aussichtsterrasse zu sehende lediglich ein Nachbau. Die Rekonstruktion wurde von Schülern des Lehrbauhofs Korbach hergestellt. Er wird auch als “Kaak” bezeichnet.

Schloss Waldeck - Pranger mit Halseisen auf der Aussichtsterrasse

Die Kanonen auf der Terrasse verdeutlichen noch heute die damalige Wehrhaftigkeit der Anlage.

Üblich ist es wohl, dass Touristen an dieser Stelle ein obligatorisches Foto machen. Hierzu setzt man sich auf die Kanone und lässt sich fotografieren. Naja, abgesehen davon, dass man nicht jeden Trend mitmachen muss, war es dafür eh zu kalt.

Den Blick auf den Edersee, den die Touristen heute hierbei erhaschen, konnten die Grafen nicht genießen. Warum? Zu diesem Zeitpunkt gab es den See noch nicht. Dieser entstand erst 1914 durch den Bau der Staumauer.

Auch wenn der Aufenthalt auf der Terrasse noch so schön ist, verließen wir diese und schauten uns noch ein wenig im Innenhof um.

Im spätgotischen Stil wurde nach 1500 der Uhrturm erbaut. Ursprünglich diente er als Aufgang zum ersten Stockwerk eines Gebäudes.

Schloss Waldeck - Uhrturm

Die Besonderheit des Turms liegt darin, dass er außen achteckig, innen jedoch rund gebaut wurde. Darüber hinaus existiert er als einziges Bauwerk des ehemaligen Südflügels, der im 18. Jahrhundert abgetragen wurde.

Etwas weiter westlich befindet sich der ehemalige Pferdestall (1611). In dem Gebäude, auch Marstall genannt, waren die Pferde und Kutschen der Fürsten untergebracht.

Das Gebäude konnte bis heute im Wesentlichen erhalten bleiben.

Schloss Waldeck - Marstall früherer Pferdestall. Der obere Teil ist im Fachwerkstil erbaut.

Mittlerweile wurde der Eingang zugemauert. Interessant ist, dass sich gleich links neben dem Marstall der Eingang zum Trauzimmer befindet. Gibt es etwas Schöneres, als auf einem Schloss oder einer Burg zu heiraten?

Namensgeber dieses Gebäudeteils ist der Familienteil der Grafen von Waldeck, die dem Wildunger Zweig angehörten. Wahrscheinlich aber auch nur deshalb, weil sie ungefähr 77 Jahre den ersten Stock des Gebäudes bewohnten (1500-1577). Seit 1665 wird das Gebäude nicht mehr bewohnt, sondern nur noch als Veste genutzt.


Veste ist die ältere Bezeichnung für Burg. Der Begriff wurde von dem Wort vast abgeleitet.

Auch wenn das Gebäude zum Innenhof „nur“ zwei Geschosse aufweist, so sind es zum Hang hin drei.

Schloss Waldeck - Wildunger Flügel, okerbeigefarbener Gebäudeteil
Die Fenster wurden mit steinernen Pfostenkreuzen ausgestattet.

Später beherbergte es ein Arbeitshaus. Das Dachgeschoss wurde dergestalt umgebaut, dass Arbeitssäle entstanden.

In den gewölbeartigen Kellerräumen waren eine Ölmühle und einige Backöfen untergebracht.

Damals gelangte man über einen achteckigen Turm in das Haus, der mit Wappen der Waldecker Linien versehen wurde.

In dem Mauerwerk befinden sich drei Wappen. Sie wurden aus Sandstein hergestellt.

Links oben findet sich das Wappen von Waldeck und Runkel.

Rechts oben Wappen von Waldeck und Ostfriesland.

Rechts unten Wappen von Waldeck und Hessen.

Das unter dem Wappen (rechts unten) befindliche Monogramm wurde 1577 von Andreas Herber erschaffen.

Wenn du noch mehr mittelalterlichen Charme erleben möchtest, solltest du dir das Innere des Schlosses ansehen. Da das Schloss mittlerweile als ein Vier-Sterne-Hotel genutzt wird, sind Führungen nur in den Kellergewölben möglich. Es sei denn, du planst eine Übernachtung und hast dadurch die Möglichkeit, mehr als die Besucher zu sehen.

  • Schloss Waldeck - Sitzecke in der Nähe der Rezeption
  • Schloss Waldeck - Sitzecke - Aufgang zum Burghof
  • Schloss Waldeck - Gemäuer im Eingangsbereich
  • Schloss Waldeck - Spinnrad

Die Lobby verdeutlicht, dass es möglich ist, Geschichte und Moderne perfekt aufeinander abzustimmen. Du kannst die alte, bläulich leuchtende Zisterne von einer Sitzgruppe aus anschauen. In einer anderen Nische befindet sich ein altes Spinnrad.

Besuche im Burgmuseum die Ausstellung „Hinter Schloss und Riegel“. Sie befindet sich in den Kellergewölben und dokumentiert recht eindrucksvoll, was sich hier alles zugetragen hat.


Wann die Ausstellung „Hinter Schloss und Riegel“ geöffnet hat, erfährst du hier.

Schloss Waldeck - Streuselkuchen mit Apfel und Sahne

Im Restaurant Altane ließen wir uns im Anschluss an unsere Außenbesichtigung mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Hierbei genossen wir einen fantastischen Blick auf den Edersee.

Unsere Meinung zu Schloss Waldeck

Die trutzigen Mauern des Wahrzeichens des Waldecker Landes thronen weithin sichtbar auf einem Berg über dem Edersee. Durch diese malerische Lage bietet sich ein Blick über den See und das umliegende Gelände des Naturparks.

Neben einem Aufenthalt in dem tollen Hotel oder einer ausgedehnten Außenbesichtigung der Schlossanlage gibt es vieles zu entdecken. Zahlreiche Wanderwege rund um das Schloss laden dazu ein.

Die atemberaubende Aussicht über die einzigartig schöne Landschaft ist auf jeden Fall beeindruckend.

Ein Besuch von Schloss Waldeck, vielleicht sogar als Hotelaufenthalt, ist auf jeden Fall empfehlenswert.


2 Comments

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