Mexiko Oaxaca - Portal einer Kirche mit zwei Türmen

Oaxaca de Juárez: Koloniale Pracht und indigene Einflüsse

Oaxaca de Juárez befindet sich auf einer Höhe von 1.550 Metern. Die Hauptstadt mit ihrem historischen Zentrum gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im gleichnamigen Bundesstaat gelegen war sie eine weitere Station auf unserer großen Mexiko-Rundreise. Sowohl aus historischer als auch aus kultureller Sicht hat sie uns überzeugt.

Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von Monte Albán entfernt in einem Hochtal der Sierra Madre del Sur. Diese Lage hat den Vorteil, dass die Menschen hier fast das ganze Jahr über angenehme Temperaturen genießen. Man kann sogar schon von einem frühlingshaften Klima sprechen. Mit 311 Sonnentagen im Jahr zeichnet sich Oaxaca de Juárez als die “Königin der herrlichen Temperaturen” aus.

Das Zentrum, erbaut im spanischen Kolonialstil, bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, Parks und Museen. Liebevoll restaurierte Häuser und Paläste erzählen Geschichten längst vergangener Zeiten.

Oaxaca de Juárez gilt als eine der schönsten Kolonialstädte des Landes.

Tauche mit uns ein in die faszinierende Welt einer Stadt, in der die indigenen Einflüsse allgegenwärtig sind. Dies liegt daran, dass ein großer Teil der Einwohner indigene Wurzeln hat. Sie sind Nachfahren der Zapoteken und Mixteken.

Bei jedem Schritt wirst du von der kolonialen Pracht beeindruckt sein. Tradition und Moderne verschmelzen auf eine bezaubernde Weise.

Inhalt

Sehenswürdigkeiten

Wie in vielen Städten Mexikos bildet auch in Oaxaca der Zócalo den Lebensmittelpunkt der Stadt.

Die wunderschöne Architektur lädt ein, durch die Stadt zu schlendern und die weitläufigen Plätze aufzusuchen. In Oaxaca sollte man sich ein wenig mehr Zeit nehmen. Man kann durch die Kopfsteinpflasterstraßen laufen und das Treiben der Stadt auf sich wirken lassen.

Die Sehenswürdigkeiten sind überwiegend fußläufig erreichbar. 

Wahrscheinlich besuchen die meisten Touristen als erstes das Wahrzeichen von Oaxaca, die ikonische Kirche Santo Domingo. Ihr Bau begann einige Jahrzehnte, nachdem Cortes zum ersten Mal in Mexiko ankam. 

Mexiko Oaxaca - Portal einer Kirche mit zwei Kirchtürmen, davor ein Blumenbeet.

Das imposante Bauwerk ist eine ehemalige Kloster- und Missionskirche, die 1979 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde.

Mexiko Oaxaca - Decke einer Kirche, die mit reichlich Gold und Gemälden verziert ist

Auf jeden Fall solltest du den Blick auch einmal nach oben zur Decke schweifen lassen. Diese ist reich mit Gold und religiösen Gemälden verziert.

Mexiko Oaxaca - Großer Altar, der vergoldet ist und religiöse Gemälde aufweist

Das Innere der Kirche entfaltet eine überwältigende Schönheit, die den Besucher sofort in ihren Bann zieht.

Der prachtvolle Schnitzaltar, geschmückt mit filigranen Figuren aus Gold und kunstvollen Gemälden dominiert die Apsis. Dies verleiht dem Raum eine majestätische Atmosphäre.

Hier erzählt jedes Detail nicht nur von der außergewöhnlichen kunsthandwerklichen Meisterschaft, sondern auch der spirituellen Bedeutung dieses heiligen Ortes.

Mexiko Oaxaca - Vergoldeter Altar in einer Nebenkapelle.

Ursprünglich wurde die Kapelle Nuestra Señora del Rosario errichtet, die durch eine Tür mit der Hauptkirche verbunden war. Auch hier ist vieles vergoldet und die Schönheit strahlt einen großen Reichtum aus. Die Seitenkapelle wird heute noch täglich genutzt.

Wenn man die Kirche von außen betrachtet, so ist die Fassade doch sehr einfach gestaltet. Beim Betreten kommen die Besucher aus dem Staunen über das kunstvoll verzierte Interieur nicht mehr heraus.

Der größte Teil der Kirche, einschließlich der Pfeiler, der Decke oder der Bögen, ist mit Blattgold verziert. Hierfür wurden ungefähr 60.000 Blatt à 23,5 Karat verwendet.


1866 wurde die Kirche geschlossen. Das Kloster diente als Militärkaserne. Dies änderte sich erst 1938 wieder. 

Mexiko Oaxaca - Deckenmedaillon mit den Abbildern von Priestern und der Heiligen Jungfrau

Santo Domingo hat ein wunderschönes Deckenbild, das die Heilige Jungfrau Maria mit dem Jesuskind darstellt. Einige Priester und die Schar von Cherubim umgeben sie.

Mexiko Oaxaca - Gebäude mit vielen Balkon, einem Brunnen im Vordergrund und zwei Türmen im Hintergrund

Das in dem beeindruckenden Kloster untergebrachte Museum der Kulturen ist ein wahres Juwel.

Die prachtvolle Kolonialarchitektur verzaubert dich bereits beim Betreten.

Mexiko Oaxaca - Darstellung eines Priesters aus Stein

Die Ausstellung ist eine wahre Freude.

Wenn du, wie wir, vorher Monte Albán besichtigt hast, wirst du hier einige der dort geborgenen Schätze bewundern können. Wir haben eine Fülle von faszinierenden Exponaten anschauen dürfen.

Auf dem zentralen Hauptplatz, dem Zócalo, ist täglich ein buntes Treiben zu beobachten.

Der Platz, umsäumt von Kolonialbauten und Arkaden, ist ein wahres Highlight. Manche bezeichnen ihn sogar als das Herz von Oaxaca. Egal, wann du herkommst, es ist immer viel los.

Händler verkaufen ihre Waren und Straßenkünstler locken die Touristen mit verschiedenen Shows an. Besonders sind uns Verkäufer von Luftballons aufgefallen, die sich in allen Gassen der Stadt aufhielten.

Mexiko Oaxaca - Mädchen auf einem Platz, dass bunte Bänder in der Hand hält. Das Mädchen ist barfuß und schaut zur Seite.

Diese kleine „Händlerin“ hat versucht, ihre bunten Bändchen zu verkaufen. Selbstverständlich haben wir ihr zwei abgekauft. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie dankbar dieses Kind war.

Das Geschehen auf dem Platz kannst du auch von Bänken aus beobachten, die idyllisch zwischen den Blumenbeeten platziert sind. Gönn dir eine Pause, lass die Atmosphäre dieses zauberhaften Ortes auf dich wirken und genieße den Moment.

Auch in Oaxaca auf dem Zócalo befindet sich ein überdachter Pavillon, auf dem fast täglich Konzerte stattfinden. Abends spielen hier Marimba-Bands und du wirst staunen, was dann passiert. Der riesige Kirchenvorplatz verwandelt sich innerhalb weniger Minuten zu einer Tanzfläche. Es scheint, als wäre die ganze Stadt hier, um das Tanzbein zu schwingen. Das sollte man auf jeden Fall einmal erlebt haben.

Die Band ist ein Ensemble, das sich ausschließlich auf die Aufführung traditioneller Volksmusik spezialisiert hat. Sie besteht aus einem Kontrabass, Trommeln und der Marimba. Dieses Balkenxylophon ist ein Schlaginstrument, das aus Holzstäben besteht und mit Schlägeln gespielt wird.

Ein sehr bekanntes Beispiel für diese traditionelle Musikart ist das Stück „La Bamba“.

In der Nähe des Zócala befindet sich eine weitere sehr sehenswerte Kathedrale. Sie gehört zu den bedeutendsten Kirchen des gesamten Bundesstaates.

Im Gegensatz zur Kirche Santo Domingo de Guzmán ist sie von innen bei Weitem nicht so reichlich ausgestattet. Sie wirkt eher so schlicht, wie sich ihre barocke Außenfassade darstellt. Lediglich der Teil des Eingangsportals wurde mit Säulen, Verzierungen und einige Skulpturen versehen.

Mexiko Oaxaca - Kirche mit zwei Türmen. Im Vordergrund auf dem Platz Luftballon-Verkäufer.

Für dieses schlichte Aussehen gibt es einen Grund. Seit der Erbauung der Kirche (1535) wurde sie mehrfach durch Erdbeben beschädigt. Regelmäßige Instandsetzungen erfolgten. Offensichtlich hat man aufgrund dieser Schäden darauf verzichtet, sie mit dem gleichen überbordenden Prunk zu versehen wie die Kathedrale Santo Domingo de Guzmán.

Bei der Besichtigung des Inneren entdeckten wir lediglich ein paar Skulpturen und einige wenige Gemälde. Dennoch ist sie sehenswert.

Sehenswertes in der Nähe von Oaxaca de Juárez

Einige Kilometer östlich der Hauptstadt liegt die charmante kleine Stadt Santa Maria de Tule. Im Prinzip bietet die Stadt nicht wirklich viel. Sie ist durch einen beeindruckenden Baum zu einem beliebten Ziel für Reisende geworden. Wer Freude an der Natur hat, sollte hier unbedingt einen Zwischenstopp einlegen. Bäume solcher Art wirst du bei uns nicht finden.

Mexiko Oaxaca - Eine große Zypresse, die über mehrere Jahrzehnte alt ist. Im Vordergrund stehen Menschen und bewundern den Baum.

Eigentlich ist es kein Wunder, dass dieser riesige Baum vor einer Kirche steht. Einer faszinierenden Zapoteken-Legende zufolge wurde dieser vor 1.400 Jahren von Pechocha, einem Priester des aztekischen Gottes Ehecatl, gepflanzt.

Der Árbol del Tule ist einer der breitesten und ältesten Bäume der Welt.

Mexiko Oaxaca - Großer alter Baum mit vielen Stämmen.

Der „Tule-Baum“ ist ein wahres Naturwunder. Mit seiner grandiosen Erscheinung scheint er die Grenzen des ihn umgebenden Platzes sprengen zu wollen. Der majestätische Riese zählt zu den ältesten Lebewesen der Welt und verbirgt Geschichten und Mythen aus einer längst vergangenen Zeit. Im Übrigen schätzten ihn die Azteken nicht nur als Zierbaum, sondern auch als wertvolle Medizinquelle. Sie waren der Auffassung, dass er heilende Kräfte besitzt.

Ein Baum mit Spitznamen. Aufgrund der zahlreichen Wucherungen und der dicken, knorrigen Rinde wurden dem Baum tatsächlich Spitznamen verliehen. Teilweise muss man sehr viel Fantasie haben, um zum Beispiel den Teil des Baumes zu erspähen, der liebevoll „der Elefant“ genannt wird.

Mexiko Oaxaca - Ein Nasenbär sitzt im Baum
In dem Baum gibt es nicht nur Fantasie-Tiere

Die Einwohner von Santa Maria de Tule haben sich dem Besuch der Reisenden angepasst. Auf dem Platz um den Baum herum richteten sie Souvenirläden und Stände ein. An diesen kann man auch landestypisches Essen zu sich nehmen. So wurde über die Jahre der Platz zu einem belebten Ort. Hier kommen sich Einwohner und Reisende näher und tauschen sich über die reiche Kultur und Geschichte Mexikos aus.

  • Art: Mexikanische Sumpfzypresse
  • Botanische Bezeichnung: taxodium mucronatum
  • Umfang: 58 Meter
  • Höhe: 42 Meter
  • Durchmesser: 14 Meter

Die Reise geht weiter nach …

Der weitere Weg führte uns durch die „Wüste“ mit zahlreichen Phänomenen der Natur. Gigantisch, wie hoch die Pflanzen dort sind.

Mexiko Oaxaca - Große Säulenkakteen in der Wüste. Im Vordergrund zwei Menschen, wodurch deutlich wird, wie groß die Pflanzen sind.

Die Säulenkakteen (Pachycereus weberi) können sich zu fast schon baumartigen Gewächsen entwickeln. Teilweise erreichen sie eine Höhe von bis zu elf Metern. Sobald die Zwei-Meter-Grenze erreicht ist, zweigen vom Hauptstamm zahlreiche Äste ab. Hierdurch erlangt die Pflanze ihre besondere Form. Das Erscheinungsbild wird dadurch noch imposanter.

Lange haben wir uns nicht in dieser Region aufgehalten, denn wir hatten noch etwas Fantastisches vor uns.

Ein atemberaubendes Erlebnis wartete auf uns. Es erstreckt sich mit gigantischen Felswänden über eine Länge von 32 Kilometern: der Cañón del Sumidero.


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