San Cristóbal und Chamula: Unvergessliche Erlebnisse im Herzen Chiapas
San Cristóbal de las Casas ist ein kleines Juwel im Herzen des Bundesstaates Chiapas. Mit Stolz trägt die Stadt den Namen des Bischofs Bartolomé des las Casas.
Unermüdlich hat er für die Rechte der indigenen Bevölkerung (17. Jahrhundert) gekämpft und wird bis heute als Volksheiliger verehrt.
Inhalt
Wissenswertes über San Cristóbal de las Casas
Eingebettet im malerischen Hochtal von Jovel liegt die Kolonialstadt. Die majestätischen Berge, teilweise bis zu 3.000 Meter hoch, „umarmen“ sie wie Wächter, als wollten sie das bunte Treiben in ihr bewachen.
San Cristóbal de las Casas ist ein wichtiges Zentrum für die Bevölkerung. Die Nachfahren der Maya sind sehr darauf bedacht, ihre Traditionen lebendig zu halten.
Hier, wo Kunsthandwerk und Kultur aufeinandertreffen, fanden wir nicht nur handgefertigte Schätze. Die Stadt erzählt Geschichten von Generationen. Dies alles spielt sich vor dem Hintergrund der historischen Kulisse der zapatistischen Aufstände ab.
1994 begannen die Zapatisten, eine indigene Gruppe aus Chiapas, einen Aufstand in dieser Region. Sie protestierten sowohl gegen die sozialen als auch gegen die wirtschaftlichen Ungleichheiten. Diese waren seinerzeit durch das nordamerikanische Freihandelsabkommen verschärft worden.
Am 01.01.1994 wurde der Regierungssitz in San Cristóbal de las Casas symbolisch von ihnen besetzt. Nur 27 Stunden später zogen sie wieder ab. Sie wollten mit dieser Aktion auf ihre Forderungen aufmerksam machen.
Mit mittlerweile über 185.000 Einwohnern, bunten Märkten und historischen Gebäuden sollte jeder Mexiko-Reisende San Cristóbal auf dem Plan haben.
Da wir auf dem Weg zu einem kleinen Dorf der Chiapas waren, glich unser Besuch in der Stadt einer Stippvisite.
San Cristóbal de las Casa wurde als Zeichen für ihre Schönheit und kulturelle Bedeutung mit dem Titel „Pueblo Mágico“ ausgezeichnet.
Auf gepflasterten Straßen kannst du die koloniale Architektur bestaunen. Barocke, platereske sowie neoklassizistische Stile sind vorhanden und scheinen ineinander zu verschmelzen.
Die bunten Textilien werden seit vielen Generationen in der Stadt hergestellt. Sie gestatten den Besuchern einen Einblick in die indigene Kultur.
Bereits hier konnten wir die Herzlichkeit der Chiapas erleben. Du wirst staunen, wie schnell sie dich verzaubern und in ihren Bann ziehen.
Klosterkirche Santo Domingo
Die Kathedrale (17. Jahrhundert) der Stadt ist schon ein Meisterwerk für sich. Doch die Klosterkirche Santo Domingo ist mit ihrer kunstvollen Fassade der wahre Glanz der Stadt.
Der Bischof von Guatemala, Francisco Marroquin, führte 1547 die Grundsteinlegung durch. Zunächst handelte es sich um ein Bauwerk aus Lehmziegeln, das 1551 fertiggestellt wurde.
Erst im 17. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre heutige Form.
Nach einem schweren Erdbeben 1902 wurde die Kirche wegen enormer Schäden geschlossen. Restaurierungsarbeiten an der Fassade erfolgten erst 1975.

Die Fassade ist bestückt mit zahlreichen filigranen Ornamenten. Man weiß gar nicht, wohin man die Blicke als erstes schweifen lassen soll. Insgesamt acht Heilige zieren die Fassade. Bei richtigen Lichtverhältnissen erstrahlt die Kirche wunderschön.
Das Kloster wird heute nicht mehr als solches genutzt. Vielmehr beherbergen die Räume nunmehr das Centro Cultural de los Altos de Chiapas.
In einem der Säle werden archäologische Fundstücke und historische Objekte ausgestellt. In einem weiteren Saal bekommst du einen Einblick in die religiöse Kunst der Kolonialzeit.
Mexikos bunte Fiesta-Welt: Ein Fest für jeden Tag!
In Mexiko pulsiert das Leben in leuchtenden Farben. Bei einer Reise durch dieses wunderschöne Land wird der Eindruck erweckt, dass die Feste niemals enden. Insgesamt soll es mehr als 5.000 Feierlichkeiten geben. Wohlgemerkt, offizielle Feste!
Die Menschen finden jeden Monat einen anderen Anlass, um ihre Städte mit Musik und Tanz zum Leben zu erwecken. Dabei spielt es keine Rolle, ob Heilige geehrt werden oder ein anderer Grund vorliegt.
Wir durften während unserer Mexiko-Rundreise an verschiedenen Feierlichkeiten teilnehmen. Ein schönes und unvergessliches Erlebnis, dass man miterlebt haben muss.
Dia de Nuestra Señora de Guadalupe
Am 12. Dezember wird in Mexiko der bedeutendste religiöse Feiertag gefeiert. Das Fest zu Ehren der Virgen de Guadalupe, die eine der wichtigsten Heiligen des Landes ist.
Millionen Pilger strömen nach Villa de Guadalupe, einem Vorort von Mexiko City. Hier nehmen sie an Messen und spirituellen Zeremonien teil. Tänzer in aztekischen Kostümen bringen die Straßen zum Leben.
Ein wichtiger Brauch ist, dass alle Menschen, die sich versündigt haben, die Pilgerreise auf Knien antreten. Dies machen sie, weil sie schwere Schuld mit sich tragen. Ob es tatsächlich häufig vorkommt, bleibt ungewiss.
Wir haben das Fest Dia de Nuestra Señora de Guadalupe in Chamula miterleben dürfen.
Anreise zum Dorf Chamula
Bevor wir das in der Nähe liegende Dorf der Chiapas besuchten, ging es noch einmal kurz in unser Hotel. Für die geplante Tour mussten wir unsere Reisepässe bei uns führen.
Untergebracht waren wir im Hotel Casa Mexicana.
Für die Fahrt nach Chamula haben wir uns mit anderen Touristen zusammengeschlossen, so dass wir eine nette kleine Gruppe waren. Obwohl wir einen Reiseführer hatten, wurde dies aus Sicherheitsgründen vorgeschlagen.
Unser Reiseleiter wies uns bereits vor der Fahrt darauf hin, dass wir unterwegs möglicherweise auf Soldaten treffen könnten. Diese würden hin und wieder Kontrollen durchführen. Die Präsenz der Soldaten war den Aufständen der Chiapas geschuldet.
Mitten im Gebirge wurde der Bus tatsächlich von einem Trupp Soldaten gestoppt. Die meisten von ihnen waren mit Maschinenpistolen ausgestattet. Wir wurden ermahnt, uns ruhig zu verhalten. Ein Soldat betrat den Bus und natürlich hat einer der Touristen die Worte des Reiseleiters nicht beherzigt. Die Folge war, dass der Bus komplett inspiziert wurde. Spätestens jetzt war uns klar, warum wir die Reisepässe mitnehmen mussten. Denn auch unsere Personalien wurden kontrolliert.
Wir waren froh, als die Soldaten den Bus wieder verließen und wir freie Fahrt hatten. Das war wirklich Aufregung pur, gehört aber zu derartigen Abenteuerreisen dazu.

Bei der Ankunft in Chamula war das Fest bereits in vollem Gange. Es dauerte nicht sehr lange, bis wir mitten im Getümmel waren. Im Dauerlauf kam uns eine „Prozession“ entgegen, die von einem Fackelträger angeführt wurde.
Die Religion in Chamula ist eine Mischung aus der der Mayas und dem Christentum.

Gleichzeit wurde vor der kleinen Dorfkirche ein bunter Markt abgehalten. Neben Lebensmitteln finden sich hier Textilien, geflochtene Körbe und natürlich Souvenirs für die Touristen.

Dieser Tag ist eine faszinierende Gelegenheit, etwas über die verwurzelten Traditionen und den Glauben der Menschen zu erfahren. Außerdem bietet er die Möglichkeit, ihre kulturelle Geschichte zu ergründen.

Die Rauchschwaden in der Luft sind nicht etwa von Feuerstellen, auf denen etwas gekocht oder gegrillt wird. Sie stammen schlichtweg von einem Feuerwerk, dass die Menschen während des Festes zünden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es mitten am Tag ist.
In Chamula gibt es eine Tzotzil-Gemeinschaft, deren Männer leicht an ihrer traditionellen schwarzen oder weißen Lammwollkleidung zu erkennen sind.
Die indigene Gemeinschaft von Chamula hat es bis heute geschafft, die Sprache der Tzotzil-Maya lebendig zu halten. Sie haben zudem auch ihr eigenes politisches System bewahrt. Dieses fußt auf jahrhundertealten Traditionen und Bräuchen und steht im Gegensatz zu den Vorgaben des mexikanischen Rechts.
Kirche San Juan Bautista
Die unscheinbare Dorfkirche San Juan Bautista wurde bereits 1524 erbaut. Von außen mag sie unauffällig wirken, doch beim Betreten entfaltete sich uns eine ebenso faszinierende wie mystische Welt.
Inmitten des schummrigen Lichts und der bizarren Kulisse, die sich vor unseren Augen entfaltete, fühlten wir uns wie in einem surrealen Traum. Zunächst standen wir ungläubig in der Nähe des Eingangs und versuchten herauszubekommen, welche Geheimnisse hier verborgen sind und darauf warten, entschlüsselt zu werden.
Fasziniert und auch ein wenig eingeschüchtert wagten wir uns weiter in den Innenraum der Kirche.
Auffallend in der Kirche ist, dass sich in ihr keine Sitzbänke befinden. Die Menschen hockten zwischen brennenden Kerzen auf dem Boden.
Während wir den Klang von Trommeln vernahmen, lagen dicke Schwaden von Weihrauch und Kopal in der Luft.
Schamanen sprachen leise Gebete vor sich hin oder hörten sich die Sünden der Menschen an.
Plötzlich entdeckten wir eine kleine Gruppe. In deren Mitte hielt ein Mann ein lebendiges Huhn in den Händen. Er machte kreisende Bewegungen. Währenddessen sprach er ein Gebet. Das Huhn wurde im Rahmen dieser spirituellen Zeremonie geopfert.
Wir wurden von einer einzigartigen Atmosphäre umhüllt, teilweise unheimlich und dennoch wahnsinnig interessant.
In der Kirche herrscht ein striktes Verbot, Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Nach Auffassung der Menschen nehmen Kameras dem heiligen Ort die Würde. Im Grunde genommen mögen die Menschen es nicht, wenn Touristen diesen heiligen Ort betreten.
Bei Zuwiderhandlungen werden notfalls die Kameras eingezogen. Diskussionen hierüber gibt es nicht. Deshalb: Respektiere das Verbot, achte und respektiere die Menschen.
Für uns war es eine Ehre, zu diesem Fest und insbesondere in die Kirche eingeladen worden zu sein. Es war einzigartig, Teil dieses spirituellen Moments gewesen zu sein.
Der Eintritt für die Kirche kostet mittlerweile 30 Pesos pro Person.
Markt in Chamula
Nach diesem beeindruckenden Erlebnis haben wir noch ein wenig am Markttreiben teilgenommen. Du musst wissen, dass der Markt das Herzstück des Dorfes ist. Das geschäftige Treiben und die farbenfrohen Trachten der Mayas zogen uns magisch an. Hier, außerhalb der Kirche, durften wir auch wieder unsere Kamera zücken. Einige Einheimische kamen sogar auf uns zu und baten darum, fotografiert zu werden. Natürlich wurde eine Gegenleistung verlangt, die wir ihnen auch sehr gerne gaben.
Der Markt in Chamula ist nicht nur ein Ort des Handels. Die Dorfbewohner nutzen ihn zudem als sozialen Treffpunkt, an dem sie Neuigkeiten austauschen können. Als Besucher bekommst du hier einen Einblick in die Kultur und Traditionen der Dorfgemeinschaft.

Die Chamula-Frauen sind mit schwarzen Röcken bekleidet. Tragen die Menschen schwarze Schafsfleece-Kleidung so bedeutet dies, dass es sich um „normale“ Bürger handelt. Wer einen gewissen Status erlangt oder sogar politischen Einfluss hat, ist mit weißer Kleidung ausgestattet.
Auch hier nahmen wir den würzigen Geruch von Kopal wahr. Somit war die spirituelle Atmosphäre auch außerhalb der Kirche zu spüren.
An einer anderen Ecke erlebten wir Musik und Tänze. Hier solltest du beachten, dass diese nicht der Unterhaltung dienen. Vielmehr sind sie Ausdruck der kulturellen Identität der Tztozil-Indianer.
Warum solltest du San Cristóbal de las Casas besuchen?
Die Stadt ist zweifelsohne ein faszinierendes Reiseziel in Mexiko. Sie beeindruckt mit kolonialer Architektur und gut erhaltenen Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert. Die Schönheit der Stadt spiegelt sich in den gepflasterten Straßen und Gassen mit bunten Häusern wider.
San Cristóbal de las Casas ist ein Ort, der eine Bereicherung für Mexiko-Reisende darstellt.
Was macht Chamula so einzigartig?
Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll. Chiapas als Bundesstaat ist schon fantastisch, aber das Dorf Chamula ist ein absolutes Highlight. Besonders, wie wir den Tag erlebt haben.
Chamula hat eine einzigartige indigene Tzotzil-Kultur. Traditionen und Bräuche werden in einer Art und Weise gepflegt, die die Besucher in eine andere Welt versetzen.
Das Dorf ist ein Ort der reich an Geschichte und natürlicher Schönheit ist. Wer in Chiapas unterwegs ist, sollte auf jeden Fall Chamula mit in die Reiseroute aufnehmen.
Aus unserer Tagestour wurde ein Fest mit der indigenen Bevölkerung.
Beschreiben kann man die Stimmung nicht wirklich, man muss sie selbst erlebt haben. Insbesondere beeindruckend war der Kontakt mit der Dorfbevölkerung. Von ihr wussten wir, dass sie eigentlich verschlossen und skeptisch anderen Menschen gegenüber ist. Wir allerdings haben sie anders erlebt.
Fest steht, dass wir so etwas faszinierendes auf unseren Reisen noch nie erlebt haben.
Bist du neugierig, wie unser Abenteuer weitergeht?
Entdecke mit uns die atemberaubenden Cascadas de Agua Azul in Chiapas. Kristallklare Wasserfälle stürzen über mehrere Kaskaden in die Tiefe und präsentieren ein spektakuläres Schauspiel der Natur.
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