Das Ägyptische Museum und weitere Sehenswürdigkeiten in Kairo

Weltweit gibt es viele Ägyptische Museen. Jedoch ist das Ägyptische Museum in Kairo bei weitem das größte Museum für Altägyptische Kunst.

Es enthält Werke aus verschiedenen Epochen der Altägyptischen Kulturgeschichte: Frühgeschichte, Thinitenzeit, Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich, Dritte Zwischenzeit und Spätzeit sowie Griechisch-Römische Zeit.

Ägyptisches Museum Kairo

Für den Besuch des Museums sollte man einen vollen Tag einplanen, um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen. Wer an der Altägyptischen Kunst interessiert ist, sollte besser zwei Tage veranschlagen. Die Kunstsammlung ist einfach überwältigend.

Den Grundstein für dieses Museum legte der Vizekönig von Ägypten, Mohammed Ali 1835. Allerdings dauerte es bis 1902, bevor das Museum seinen eigentlichen Platz am Tahrirplatz in der Mitte Kairos erhielt. Herzstück des Museum sind die Grabbeigaben des Pharoas Tutenchamun, insbesondere die goldene Totenmaske. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs herrschte in den Museumsräumen ein absolutes Fotoverbot. Seid 2016 kann man ein Fototicket  für 50LE (ungefähr sechs Euro) erwerben.

Etwa 150.000 Objekte drängen sich in der Ausstellung. Weit mehr sind in den Kellergewölben des Museums untergebracht und zum großen Teil noch nicht katalogisiert. Alles ändern soll das neue Grand Egyptian Museum, das wahrscheinlich 2021 eröffnet werden wird und im Rohbau bereits steht. Das neue Museum verfügt über eine Fläche von 50 Hektar, liegt etwa zwei Kilometer von der Nekropole von Gizeh entfernt und ist Teil eines Masterplans für das Gizeh-Plateau.

Aufwendig gestaltet ist dieser Durchgang mit drei Torbögen und zwei Kandelabern. Der Treppenaufgang führt zu der Sultan Hassan Moschee.

Erst im Detailbild wird die Mächtigkeit dieser Moschee deutlich. Sie war zu der Zeit ihrer Errichtung im Jahre 1363 die größte Moschee der Welt.

Der Komplex besteht aus der eigentlichen Freitagsmoschee, dem Mausoleum des Sultans und vier Medresen (Koranschulen). Abgebildet ist der überkuppelte Brunnen (Hanafija) für rituelle Waschungen, der sich in der Mitte des Hofes befindet. Der Boden des Innenhofes ist mit feinstem Marmor bedeckt, der über zahlreiche aufwendige Intarsienarbeiten verfügt.

Die hohen Mauern vermitteln den Eindruck einer Festung. Erbauer war der Mamluken Sultan An-Nasir al-Hassan (geboren 1334, gestorben 1361). Die  Minarette sind reich verziert.

Die ar-Rifa’i-Moschee befindet sich unmittelbar rechts neben der Sultan-Hasan-Moschee. Sie wurde zwischen 1869 und 1912 in zwei Phasen gebaut. Stilistisch wurde diese Moschee der bereits vorhandenen Moschee angepasst.

Der Treppenaufgang des Nordeinganges führt durch ein hohes Portal in eine Eingangshalle mit Kuppel.

In der Halle befindet sich die Gebetsnische (Mihrab) und die Gebetskanzel (Minbar). Sie sind gen Mekka gerichtet, was südöstlich von Ägypten liegt. An langen Ketten hängen Kandelaber von der Decke. Der rote mit Goldbrokat verzierte Teppichboden bestand zum Zeitpunkt unseres Besuches aus einzelnen Teppichen, ist allerdings mittlerweile einem roten Teppichbelag gewichen.

Die Wände sind reich verziert mit eingemeißelten Ornamenten und Schriften, die Suren aus dem Koran entsprechen, sowie zahlreichen Intarsien aus Marmor und anderen hochwertigen Steinarten.

Die aufwendige Gestaltung der Gebetsnische wird erst im Detail erkennbar. Die vier an den Seiten befindlichen Säulen werden in der Rückseite der Gebetsnische künstlerisch wieder aufgenommen.

Rechts im Hintergrund befindet sich die Zitadelle mit der großen Moschee von Mohammed Ali Pascha. Sie überragt auf einer Anhöhe gelegen die Stadt. Die Zitadelle liegt im Südosten der Stadt, zwischen den Stadtvierteln ad-Darb al-Ahmar (el-Darb el-Ahmar) im Norden und el-Chalifa (al-Khalifa) im Süden.

Die Zitadelle teilt sich in drei Hauptfestungsbereiche auf, einer nördlichen Festung, el-Ankischariya genannt, einer unteren Festung, al-Azab / el-Asab und die Südfestung el-Kalaa.

Links im Vordergrund sieht man die Qani Bey-as-Saifi-Moschee (bzw. Kani Bey-Moschee) des Emir Akhor. Sie wurde in der Mamlukenzeit um 1503 vollendet. Sie besteht aus einer Koranschule, Mausoleum und Moschee. Auffällig ist die Fassade aus roten und sandsteinfarbenen Steinreihen.

Moschee von Mohammed Ali Pascha

Die Zitadelle ist aus verschiedenen Festungsanlagen erwachsen. Bereits Sultan Saladin hatte im 12. Jahrhundert eine solche erstellen lassen. Baumaterial auch in späteren Jahren lieferte übrigens die rote Pyramide von Dahschur, die als Steinbruch zweckentfremdet wurde.

Vorbild für die Moschee war unverkennbar die Hagia Sophia in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. In der Zeit von 1830 bis 1857 wurde an ihr gebaut. Im Inneren der Moschee befindet sich das Grabmal aus weißem Marmor von Mohammed Ali Pascha, der noch während der Bauphase starb.

Die zwei spitz zulaufenden Minarette haben eine Höhe von 80 Metern.

Die Hauptkuppel hat eine Höhe von 50 Metern und ist von weiteren Nebenkuppeln umgeben. Wegen ihrer glänzenden Kuppeln oder wegen der Verkleidungen der Wände im Inneren wird diese Moschee häufig auch die Alabastermoschee genannt.

Der Platz für die Moschee wurde dadurch ermöglicht, weil das Pulverlager der Festung 1824 explodierte und Teile der Festung zerstörte.

Die Moschee ist die erste in Ägypten, die im osmanischen Baustil errichtet wurde. Im Innenhof liegt der überdachte Reinigungsbrunnen.

Das innere des Kuppelbaus wird durch die von der Decke hängenden Lampen nur spärlich beleuchtet. Unschwer ist allerdings zu erkennen, dass kostbare Baustoffe für die Verkleidung der Wände genutzt wurden und auch für die Verzierungen reichlich Blattgold verwendet wurde.

Mit der richtigen Belichtung wird die ganze Pracht sichtbar. Die Kuppelbauten sind von innen mit den dominierenden Farben Gold und Grün gestaltet.

Von der Zitadelle hat man einen fantastischen Blick über Kairo und natürlich im Vordergrund die Sultan Hassan Moschee, die ar-Rifa’i-Moschee  und rechts davor die Qani Bey-as-Saifi-Moschee.

Außerhalb der Moschee lädt ein kleiner Park zum Bummeln ein.

Natürlich sollte man bei einem Besuch Kairos nicht versäumen, über die Basare zu schlendern. Manche der Basare, insbesondere in der Nähe von Sehenswürdigkeiten, sind touristisch ausgerichtet. Viele der Basare bieten aber auch von Kostbarkeiten, über Haushaltsgegenstände, Bekleidungen, alles für den täglichen oder den besonderen Gebrauch.

Vieles in den Basaren wird man in deutschen Geschäften nicht finden, denn sie sind stark an dem heimischen Bedarf orientiert. Immerhin besteht die Mehrzahl der Käufer aus der Bevölkerung von Kairo und Umgebung.

Über allem ragen die Minarette der Moscheen.

In dem Altstadtviertel kommt man von den Basaren schnell in die Al-Azhar-Moschee. Al-Muʿizz li-Dīn Allāh, Kalif der Fatimiden, ließ sie in der Zeit von 970-972 erbauen. Sie wurde mehrfach umgebaut und in ihrem Komplex ist auch die berühmte Koranschule und islamtheologische Universität angesiedelt, die als religiöse Autorität über die Grenzen Ägyptens hinaus gilt.

Der Haupthof hat eine Fläche von 48 x 34 Meter und ist von Arkadengängen und Gebetssälen umgeben.

Gebetsnische und Gebetskanzel sind auch Bestandteil der al-Hakim-Moschee.

Die al-Hakim-Moschee ist nach al-Hakim benannt, den 6. Fatimiden-Kalifen und 16. Ismailiten-Imam der Fatimiden. Die Al-Hakim-Moschee ist auch als Al-Jamiʿ al-Anwar bekannt. Der Bau wurde von Al-Aziz Billah im Jahr 990 begonnen und die folgenden Freitagsgebete fanden darin statt. Al-Hakim bi-Amr Allah nahm die Bauarbeiten im Jahr 1003 wieder auf. Die Einweihung fand im Ramadan des Jahres 1013 statt.

Ab 1981 wurde die bislang in Ruinen liegende Moschee als Neubau wieder errichtet, wobei die erhaltenen Teile wie Koraninschriften und Gesimse in den Neubau integriert wurden.

Die Moschee des Sultan Hassan aus einem anderen Blickwinkel. Daneben die ar-Rifa’i-Moschee.

Eine Bushaltestelle am Tahrir-Platz. Die Fahrt vom Zentrum zum 20 Kilometer entfernten Flughafen dauert nachts etwa 15 Minuten, während der normalen Verkehrszeit (Rush-Hour)  kann dieselbe Strecke eher zwei Stunden in Anspruch nehmen. Die Busse des ÖVP sind völlig überlastet.

Ende der 80er ging es auf dem Tahrir-Platz noch relativ gemächlich zu. Heute machen Privatfahrzeuge drei Viertel des Verkehrs aus, sodass der Verkehr in Kairos Straßen kollabiert. Viele besser Situierte siedeln sich in den Vorstädten an, um dem Verkehrschaos zu entfliehen, was die Situation wegen der schlechten Anbindung eher noch verschärft.

Unsere Reise führt uns weiter zu den Tempelanlagen in Karnak.

 

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