Pella – Geburtsstätte Alexander des Großen

Pella ist eine beschauliche Kleinstadt in Makedonien. Die Blütezeit dieser Stadt liegt in der Antike. Einst war sie die Hauptstadt des makedonischen Reiches und wurde im 4. und 5. Jahrhundert v. Christi angelegt.

Gründer der Stadt war der makedonische König Archelaos. Unter Philipp II. wurde sie entsprechend dem Wachstum des Reiches weiter ausgebaut. Ihren Höhepunkt erreichte die Stadt bis ins 2. Jahrhundert. 168 v. Chr. wurde Pella durch die Römer erobert und zu Beginn des 1. Jahrhunderts durch ein Erdbeben zerstört.

Die Ausgrabungen in Pella begannen in den 50er Jahren. Agora (Marktplatz) nebst umliegende Gebäude und auf der Akropolis der Palast wurden freigelegt. Im Jahre 2009 wurde in Pella ein modernes Museum eröffnet, in dem die wertvollsten Mosaike ausgestellt sind.

Die markanteste Stelle der Ausgrabungsstätte ist zweifelsohne der Palast, der im Grabungsgebiet deutlich durch die wieder aufgerichteten Säulen erkennbar ist.

In dem Königspalast wurde Alexander der Große geboren, wuchs dort auf und wurde durch Aristoteles unterrichtet. Der Palast bestand aus aus mehren Gebäudekomplexen, die durch Wege, Loggien und Treppen miteinander über eine Gesamtfläche von 56.000 Quadratmeter verbunden waren.

Zerstört wurde der Palast durch die Römer, Erdbeben und in der byzantinischen Periode durch Bürger, die ihn als Steinbruch missbrauchten. Griechische Archäologen beabsichtigen, den Palast wieder aufzubauen. Ein Unterfangen, das an den fehlenden Bauplänen und erst recht an den Kosten scheitern dürfte.

Zum Zeitpunkt unserer Besichtigung befanden sich noch die Mosaike an den Ausgrabungsstätten, dort wo sie freigelegt worden waren. Auf diesem Mosaik ist eine Hirschjagd abgebildet. Im oberen Feld des inneren Rahmens mit dem eigentlichen Motiv steht „Gnosis epoiesen“. Aus dem Griechischen übersetzt heißt das: „Gnosis hat es gefertigt“. Eine Signatur des Künstlers, der damals das Kieselmosaik gelegt hatte.

Neben dem Hirschen abgebildet sind zwei Jäger. Der eine schwingt eine Axt, der andere ein Schwert. Unterstützt werden sie durch einen Jagdhund. Die Jagd findet auf felsigem Untergrund statt. Die Muskeln der Jäger sind fein herausgearbeitet. Auch die Lockenpracht der jagenden Männer sind perfekt erfasst. Umgeben ist das Motiv von einem floralen Muster, einem Wellenmuster und teilweise einem Blattmuster.

Mit eines der größten Mosaiken ist die Entführung Helenas. Dieses Motiv findet sich heute nicht mehr an seinem alten Platz sondern wird nun in dem Museum ausgestellt. Helena wird durch Theseus und seinem Wagenlenker Phorbas entführt. Die Namen der dargestellten Personen wurden von dem Mosaikkünstler jeweils über den Motiven eingelegt.

Hervorragend herausgearbeitet ist die Muskulatur der Pferde und ihren langen Schweife, die wie die Wagenräder mit gelben Kieseln dargestellt werden.

Diese Luftaufnahme gibt einen Überblick über die Ausgrabungsstätte wie sie sich dem Besucher zur Zeit unserer Besichtigung darstellte.

Dieses Mosaik, welches jetzt auch im Museum zu bewundern ist, zeigt den Gott Dionysos, dem Gott des Weines, auf dem Rücken eines Leoparden oder Geparden. Die beiden Figuren sind mit weißen Steinen ausgelegt. Die Feinzeichnungen der Konturen und Muskeln sind durch graue Steine strukturiert. Weinlaubkranz und Thyrsosstab sind mit braungrünen Steinen dargestellt.

Die Flecken des Reitertieres bestehen aus schwarzen Steinen. Das Maul des Tieres ist mit roten Steinen erfasst. Vermutlich ist der Stein mit dem Auge des Raubtieres abhanden gekommen.

Das besterhaltene Mosaik zeigt den Angriff zweier junger Männer auf einen Löwen. Das Mosaik erzählt die Geschichte eines Jagdausfluges Alexander des Großen, als dieser durch seinen Freund Krateros vor dem Löwen gerettet wurde.

Der linke Mann mit einem Hut, der in der rechten Hand einen Speer hält und in der linken ein Schwert, stellt Alexander den Großen dar.

Der rechte Mann holt mit seinem Schwert zum Schlag aus, während sein Umhang im Wind weht.

Der Löwe hat seine rechte Vordertatze bereits auf den Fuß des linken Kriegers gestellt und wendet seinen Kopf dem angreifenden Schwertträger zu. Der Mosaikkünstler hat bei der Erstellung auffällig viele rotbraune Steine verwendet, die dem Bild mehr Dramatik verleihen.

Die letzte Aufnahme zeigt das Detail eines Mosaiks mit einem Fabelwesen (Drachen oder Sphinx), das einen Hirsch als Beute schlägt. Eine ähnliche Darstellung findet sich etwas rudimentärer auch in Olynthos.

Wieder lag ein Tag mit vielen kulturellen Eindrücken hinter uns. Am nächsten Tag stand mit Edessa die Natur im Mittelpunkt. Lasst euch überraschen, was uns dort erwartet hat.

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