Bozen

Unsere erste Station in Italien sollte Bozen (Bolzano), die Landeshauptstadt Südtirols sein. Von Kreuth aus sind dies knapp drei Stunden.

Die Route wählten wir von Kreuth über Österreich in Richtung Brenner um dann die Grenze nach Italien zu passieren. In Klausen (Chiusa) legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein.

Chiusa ist eine kleinere Gemeinde im Eisacktal/Südtirol, die vom Säbener Berg überragt wird.

Um Bozen zu erreichen hatten wir nun keine allzu lange Fahrtstrecke mehr vor uns.

Das Stadtgebiet Bozen setzt sich aus den fünf Stadtteilen Zentrum-Bozner Boden-Rentsch, Oberau-Haslach, Gries-Quirein, Europa-Neustift und Don Bosco zusammen. Sie sind um die Flüsse Eisack, Etsch und Talfer gegliedert.

Trotzdem ist Bozen überschaubar. Durch die Lage der Stadt und die Altstadt hat sie einen ganz besonderen Charme. Beim Stadtbummel stellten wir schnell fest, dass sich die Einwohner untereinander aber auch mit den Touristen sowohl in deutscher als auch in italienischer Sprache unterhielten. Und auch hier gab es sie wieder, die kleinen, verwinkelten Gassen, die wir so lieben und in denen wir ein reges Aufeinandertreffen der deutsch-italienischen Kultur beobachten konnten.

Auf keinen Fall sollte man die Bozener Lauben verpassen, sie gelten als Sehenswürdigkeit. Die frühere Handelsstraße ist 300 Meter lang und immer noch eine äußerst beliebte Einkaufsstraße. Die Altstadt ist sowohl für die Einwohner als auch für die Touristen ein beliebter Treffpunkt zum Shoppen, aber auch um einfach nur durch die Lauben zu bummeln.

Hier wuselte es regelrecht von Menschen. Die vorhandenen Geschäfte boten eine nette Mischung aus mittlerweile großen Handelsketten und den alteingesessenen Geschäften. Aber auch viele Cafés haben die Lauben zu bieten, die zu einer Pause einladen.

Nachdem wir gemütlich durch die Lauben geschlendert sind beschlossen wir, einen Abstecher zum Waltherplatz zu machen.

Der Piazza Walther, nach dem Dichter Walther von der Vogelweide benannt, ist im Zentrum der Stadt zu finden. Mittig des Platzes steht ein aus Laaser Marmor errichtetes Denkmal, das Walther-Denkmal. Dieses wurde von Heinrich Natter erschaffen und dem Dichter gewidmet.

Ein markantes und bedeutendes Bauwerk befindet sich ganz in der Nähe des Piazza Walther, der Dom Maria Himmelfahrt.

Neben seinem markanten 65 Meter hohen Turm fällt er durch die grün schimmernden Dachziegel auf. Im Jahr 1180 wurde er als erste Pfarrkirche von Bozen eingeweiht.

Das Innere besticht durch wunderschöne Wandmalereien, verschiedenen mittelalterlichen Reliquien sowie das Herz-Jesu Gemälde.

Sehenswert ist auch der Piazza delle Erbe (der Obstmarkt). Er befindet sich in der Altstadt und ist eher ein schmaler, dafür aber langgezogener Platz.

An dem Platz befindet sich auch das 1895 errichtete Casa Al Torchio Torgglhaus. Dieses wurde 1913 von dem Architekten Albert Netzer im neugotischen Stil aufwendig umgebaut. Mittlerweile steht es unter Denkmalschutz.

Etwas weiter an der Ecke zur Laubengassen fanden wir den Neptunbrunnen. G. Mayr aus Völs hat ihn entworfen, um ihn sodann aus Bronze gießen und 1777 auf dem Platz errichten zu lassen. Die Einheimischen nennen ihn gerne auch „Gabelwirt“.

Neptun steht auf einem Marmorsockel. Zu seinen Füßen befinden sich drei Delphine, von denen das Wasser in die unterhalb des Brunnens befindlichen Muschelwannen fließt.

Ursprünglich wurde der Brunnen zur Versorgung der Einheimischen mit Frischwasser errichtet.

Wir konnten in Erfahrung bringen, dass vor Errichtung des Brunnens ab dem Jahr 1578 an dieser Stelle das „Narrenhäusl“ stand. Hier wurden die Verurteilten und Gefangenen zur öffentlichen Ächtung durch die Bürger an den Pranger gestellt.

Sodann haben wir uns Schloss Maretsch angesehen, welches sich in der Nähe der Stadt befindet und von Weinbergen umgeben ist.

Bei einer Fahrt durch Südtirol werdet ihr zahlreiche Burgen und Schlösser entdecken. Rund um Bozen herum soll es ca. 40 Burganlagen geben. Schloss Maretsch ist nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt. Der Bau wurde im 13. Jahrhundert durch die Burgherren von Maretsch begonnen. Von der Familie Römer, auch adelig, wurde es ab 1477 im Stil der Renaissance erweitert.

Besichtigungen des Schlosses sind möglich aber zeitweilig nur eingeschränkt, da es mittlerweile für Veranstaltungen genutzt wird. Wer es also von innen besichtigen möchte, sollte sich vorher informieren, ob dies für den geplanten Termin möglich ist.

„Bei heiterem Sonnenschein kam ich nach Bozen. Die vielen Kaufmannsgesichter freuten mich beisammen. Auf dem Platze saßen Obstweiber mit runden, flachen Kürben, über vier Fuß im Durchmesser, worin die Pfirschen nebeneinander lagen, daß sie sich nicht drücken sollten. Ebenso die Birnen.“

So beschrieb Goethe Bozen, als er im September 1786 über den Brenner anreiste. Er besuchte die Stadt im Rahmen seiner Italienreise.

Für uns ging die Reise von Bozen nach Sirmione weiter.

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