Town Hall Colombo Sri Lanka

Colombo

Colombo wird von den meisten Sri Lanka-Reisenden häufig nur bei der An- und Abreise wahrgenommen. Am Ende unserer Rundreise haben wir zwei Tage in der Stadt verbracht.

Während der beiden Tage konnten wir feststellen, dass sich in Colombo so manche Sehenswürdigkeit versteckt und ein längerer Aufenthalt durchaus lohnenswert ist. Schöne Kolonialbauten, Tempel sowie der gelungene Mix aus historischen und modernen Gebäuden sind faszinierend.

Cinnamon Grand Hotel Colombo Sri Lanka

Untergebracht waren wir im Cinnamon Grand Hotel, das recht zentral liegt und sich somit in der Nähe der Sehenswürdigkeiten befindet.

Allgemeines

Das an der Westküste der Insel gelegene ehemalige kleine Fischerdorf hat sich schnell zu einer pulsierenden Hafenstadt und somit auch zur Hauptstadt Sri Lankas entwickelt. Colombo war früher das Zentrum des Gewürzhandels auf der Insel, die vielen noch mit ihrem alten Namen „Ceylon“ bekannt sein dürfte.

Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte, die sich bis in das 5. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen lässt. Sie war geprägt von Händlern aus aller Herren Länder. Vor allem aber waren es muslimische Händler. Und auch heute noch leben viele von ihnen im bekannten Viertel Pettah, das sich hinter dem Hafen befindet.

Der Pettah-Markt sowie zahlreiche Basare haben das Vierteil zu einem beliebten Ziel gemacht.

Auf keinen Fall solltest du versäumen, bei einem Besuch der Stadt auch von den landestypischen Spezialitäten zu probieren. Hierzu bieten sich die Garküchen, die häufig an den Straßenrändern zu finden sind, an.

Colombo ist so quirlig, dass man die Atmosphäre einfach auf sich wirken und sich treiben lassen sollte.

Unterwegs in Colombo

Colombo ist eine fußläufige Stadt. Wer sich dennoch mobil zwischen den Sehenswürdigkeiten bewegen möchte, kann dies beispielsweise mit einem Tuk Tuk machen. Sie sind an jeder Ecke zu bekommen. Es ist sinnvoll, sich vor dem Einsteigen mit dem Fahrer auf einen Festpreis zu einigen, insbesondere dann, wenn mehrere Ziele hintereinander angefahren werden sollen.

Letztendlich gibt es auch die Möglichkeit, die Stadt mit einer Rikscha (Fahrradtaxi) zu erkunden.

Solltest du dich für eine Fahrt mit dem Tuk Tuk entschließen, sind gute Nerven eine Voraussetzung. Der Verkehr in Colombo ist ein reines Abenteuer. Wer am lautesten hupt und am schnellsten fährt ist offensichtlich immer im Recht.

Während der Stadtbesichtigung haben wir es gewagt und uns eine Fahrt mit solch einem Tuk Tuk gegönnt. Was für ein Erlebnis! Wir hatten einen Fahrer, dessen Berufswunsch offensichtlich Rallye-Fahrer war. Mit Schwung legte er sich bei Höchstgeschwindigkeit in die Kurven. Da mussten wir uns schon ordentlich festhalten, um nicht herauszufallen.

So brausten wir durch das kreative Verkehrschaos der Stadt. Kreativ deshalb, weil irgendwie alles am Ende doch funktionierte. Die Fahrt mit dem Tuk Tuk war schön, hatte es aber auch in sich. Hupen, Beschleunigen, Ausweichen und dann wieder Bremsen gehören dazu und sind für die Fahrer nichts Besonderes.

Vielleicht hätten wir vorher eine Lebensversicherung abschließen sollen, denn plötzlich nahm das Tuk Tuk erneut an Geschwindigkeit zu, schwenkte in den Gegenverkehr und begann als Geisterfahrer ein Überholmanöver. Es ist alles gut gegangen. Am Ende sind wir gesund und munter am Ziel angekommen.

Sehenswürdigkeiten

Uferpromenade Colombo Sri Lanka

Die Uferpromenade wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen besucht. Die Galle Face Green wurde von den Niederländern angelegt, so hatten sie genug Raum für ihre Kanonen und diese wiederum „freie Bahn“.

Nachdem Colombo Hauptstadt der englischen Kronkolonie Sri Lanka geworden war, nutzten die Engländer diesen Streifen, um dort Pferderennen stattfinden zu lassen. Mittlerweile werden diese hier nicht mehr ausgetragen. Vielmehr ist die Galle Face Green zu einem Ort geworden, an dem sich die Einheimischen und auch die Touristen gerne aufhalten, abends den Sonnenuntergang beobachten und dabei den Tag ausklingen lassen.

Fort Railway Station Colombo Sri Lana
Fort Railway Station

Fort Railway Station (1908) ist der Hauptbahnhof von Colombo, was von außen nicht unbedingt so zu erkennen ist. Eher wirkt er auf uns wie ein Bahnhof zu Zeiten der guten alten Dampfeisenbahn. Je nachdem, wohin der Zug fährt, kann es vorkommen, dass es auf den Bahnsteigen nur so von Menschen wimmelt. Jeder möchte einen Platz bekommen und häufig sind die Züge völlig überfüllt.

Fort Railway Station Colombo Sri Lanka
Fort Railway Station Colombo

Wir hatten Glück bei unserem Besuch. Der Bahnsteig war nicht überfüllt und so konnten wir uns ein wenig umsehen. Im Bahnhof gibt es neben kleinen Shops auch eine Cafeteria.

Aufgefallen ist uns, dass zum Beispiel die Toiletten für die Einheimischen und Touristen streng getrennt sind. So sind die für die Einheimischen äußerst schlicht und einfach, teilweise nur mit einem Loch im Boden, ausgestattet. Die für die Touristen, sind dem europäischen Standard angeglichen. Diese sind allerdings verschlossen. Bei Bedarf muss der Schlüssel beim Bahnhofsvorsteher geholt werden.

Cargills Colombo Sri Lanka
Cargills

Das ikonische Cargills-Gebäude, ein wunderschönes Bauwerk aus der Kolonialzeit, befindet sich im Zentrum des Colomobo Fort. Die beeindruckende Fassade bietet ein schönes Fotomotiv. Die tollen Säulengänge mit Holzfußböden sowie das Treppenhaus versetzen den Besucher in eine andere Welt. Es ist leicht vorstellbar, wie prunkvoll das Gebäude einst gewesen sein muss.

Während der Kolonialzeit waren in diesem Gebäude die Ausstatter für Offiziere und Beamte untergebracht. Wegen seiner Architektur ist es zu einer reinen Touristenattraktion geworden.

Das ursprüngliche Gebäude diente als Residenz des niederländischen Militärkommandanten, Kapitän Pieter Sluysken, von Galle.

1896 erwarb Cargills das Gebäude und baute es um. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1906.

Old Clock Tower Lighthouse Colombo Sri Lanka
Old Clock Tower Lighthouse

Ein Wahrzeichen der Stadt befindet sich mit dem Old Clock Tower Lighthouse an der Kreuzung Upper Chatham Street/Janadhipathi Mawatha. Er ist sowohl ein Uhrturm als auch ein ehemaliger Leuchtturm. Mittlerweile verdecken die in der Nachbarschaft stehenden futuristischen Neubauten das Leuchtfeuer was zur Folge hat, dass der Turm nur noch die Funktion des Uhrturms innehat.

1860 ließ die Familie Khan den Uhrturm im Zentrum von Colombo errichtet. Im Jahr 1865 wurde das 29 Meter hohe Bauwerk um die Laterne erweitert und konnte sodann den Betrieb als Leuchtturm aufnehmen, da es zu diesem Zeitpunkt das höchste Gebäude der Stadt war.

Die aus dem Jahr 1914 stammende Uhr ist mit einem beleuchtetem Ziffernblatt versehen.

Eingang zum Präsidentenhaus Colombo Sri Lanka
Eingang zum Präsidentenhaus

Auf unserer Tour durch die Stadt kamen wir am gut bewachten Eingang des Präsidentenhauses vorbei, dem Amtssitz des Präsidenten. Seit 1804 wurde von diesem Gebäude aus die Insel verwaltet. Das Präsidentenhaus wurde ursprünglich als Queen’s House bezeichnet. Erst mit der Unabhängigkeit musste auch ein neuer Name her.

Näher an das Gelände heran durften wir nicht. Unser Reiseleiter hatte die Möglichkeit, mit einem der Wachposten zu sprechen und so erfuhren wir, dass der Präsident im Haus verweilte und deshalb alles durch Sicherheitsbeauftragte geschützt wurde.

In den verschiedenen Stadtbezirken von Colombo befinden sich das Präsidentenhaus, das Parlament sowie zahlreiche Banken. Auch Kirchen und Moscheen sind hier angesiedelt, die die Touristen anziehen.

Fort, auch Colombo Fort genannt, ist der älteste Teil der Stadt, der einst von den Portugiesen als befestigte Stadt gegründet wurde. Auch wenn der Teil der Stadt noch als „Fort“ bezeichnet wird, so existiert das eigentliche Fort schon lange nicht mehr.

General Post Office Colombo Sri Lanka
General Post Office

Direkt gegenüber des Präsidentenhauses befindet sich eins der ältesten Gebäude, das General Post Office. Das imposante Gebäude wurde 1895 im viktorianischen Stil von Arasi Marikar Wapchi Marikar errichtet.

Eine Besichtigung des Gebäudes konnten wir nicht durchführen, da es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, so dass uns die unterschiedliche Architektur des Inneren leider verborgen blieb.

Tower Hall Theatre Colombo Sri Lanka
Tower Hall Theatre

Das Tower Hall Theatre wurde als erstes Theater Sri Lankas 1911 von GD Hendrick Seneviratna erbaut. In Anlehnung des „Tower of London“ wurde der Glockenturm neben der Haupthalle platziert, wodurch das Gebäude schließlich auch seinen Namen erhielt.

Dewatagaha Moschee Colombo Sri Lanka
Dewatagaha Moschee

Colombo ist auch bestückt mit Moscheen. Wir besichtigten die Dewatagaha Moschee, die ungefähr 200 Jahre alt sein soll, was sich auch an dem Äußeren des Gebäudes bemerkbar macht. Im Inneren befindet sich der Schrein des Schutzpatrons von Colombo. Er ist in einer speziellen Kammer neben dem Herrengebetsraum untergebracht. Frauen dürfen die Schreinkammer nicht betreten.

Links neben dem Eingang zur Moschee ist in einem zu dieser gehörenden Nebengebäude eine Pharmazie eingerichtet. Auch diesem Gebäude sieht man das Alter an. Die Kuppel des Daches und ein seitlicher Balkon sind mit Grünpflanzen bewachsen, in denen sich eine Vielzahl von Vögeln aufhalten.

Town Hall Colombo Sri Lanka
Town Hall

Die Town Hall von Colombo erinnert ein wenig an das Capitol in Washington (USA). Das Rathaus findest du im Stadtviertel Cinnamon Gardens. Verfehlen kannst du es der Größe wegen nicht. 1924 wurde das Rathaus während der britischen Kolonialzeit erbaut, ein architektonisch sehr schönes Gebäude.

In der Mitte des Rathauses liegt im ersten Stock der Ratssaal. An der Vorderseite, auch mittig, befindet sich der Eingang mit einer großen Treppenhalle. Vom Eingang aus hatten wir einen direkten Blick auf den Viharamahadevi-Park.

Das Personal darf auf keinen Fall den Haupteingang benutzen. An den äußeren Enden der Fassade wurden auf der Rückseite des Gebäudes für die Angestellten gesonderte Eingänge geschaffen.

Das Gebäude wurde in der Vergangenheit mehrfach renoviert, allerdings sind eine Vielzahl der Möbel und Ausstattungsmerkmale noch im Original vorhanden.

Eingang zum Viharamahadevi-Park Colombo Sri Lanka
Eingang zum Viharamahadevi-Park Colombo Sri Lanka

Früher hieß er schlicht und einfach „Victoria Park“, heute ist der Viharamahadevi Park der wohl schönste der Stadt Colombo, die sog. grüne Lunge. Für die Öffentlichkeit ist der Park, dessen Namensgeberin im Übrigen Königin Viharamahadevi, die Mutter von König Dutugamunu war, erst seit 1951 zugänglich.

So prachtvoll wie heute war der Park früher nicht. Hier standen lediglich ein paar Bäume auf einem Stück Land neben einem See, der alles andere als schön war. Sogar ein kleiner Vergnügungspark soll hier beherbergt worden sein.

Nachdem der Park umgestaltet war, bot er ein glanzvolles Bild mit vernünftig angelegten Wegen und großzügigen Palmen neben herrlichen Rasenflächen.

Heute ist er eine viel besuchte Oase der Ruhe.

National Museum of Colombo Sri Lanka
National Museum of Colombo

1877 wurde das National Museum of Colombo von dem britischen Gouverneur von Ceylon, Sir William Henry Gregory, gegründet. Seinerzeit trug es die Bezeichnung „Colombo Museum“.

Beim Betreten des Museums trifft man auf einen Buddha aus dem 4. Jahrhundert.

Mittlerweile werden wichtige und bedeutende Sammlungen des Landes ausgestellt. Zu bewundern sind unter anderem die Insignien der Kandy-Monarchen.

Auch bei dem Museum trifft man wieder auf den Kolonialstil. Verziert ist es mit grandiosen Säulen und einigen Veranden.

Sir William Henry Gregory Statue

Vor dem Museum befindet sich in einem großzügigen Garten die Statue von Sir William Henry Gregory.

Abstecher in die Sea Street – Straße der Hinduistischen Tempel

Sodann hatte unser Reiseführer etwas Besonderes mit uns vor und führte uns in die Sea Street, die für ihre vielen hinduistischen Tempel bekannt ist. Zahlreiche dieser Tempel schlängeln sich entlang der Straße. Zu beachten dabei ist, dass sie verschiedenen Göttern gewidmet sind.


Hindu-Tempel werden in Colombo als Kovil bezeichnet.

Sri Muthu Vinayagar Swamy Kovil Colombo Sri Lanka
Sri Muthu Vinayagar Swamy Kovil

Der Sri Muthu Vinayagar Swamy Kovil ist der erste Tempel, den wir uns anschauten. Er ist einer der ältesten Tempel und dem Gott Ganesha gewidmet.

Old Kathiresan Kovil Colombo Sri Lanka
Old Kathiresan Kovil Colombo

In unmittelbarer Nähe auf der gleichen Straßenseite befindet sich der Old Kathiresan Kovil, der dem Gott Skanda gewidmet wurde. Hierbei handelt es sich um einen Hindu-Tempel, der bei den einheimischen Gläubigen sehr beliebt ist. Auch der Old Kathiresan Kovil gehört zu den ältesten Hindu-Tempeln der Stadt. Seine überaus schöne Architektur zieht magisch die Touristen an.

New Kathiresan Kovil Colombo Sri Lanka
New Kathiresan Kovil

New Kathiresan Kovil liegt direkt neben dem Old Kathiresan Kovil. Die Schnitzereien auf dem Tempeldach, die die Götter der hinduistischen Religion darstellen, sind sehr aufwendig gestaltet. Durch die Sonneneinstrahlung sind diese leider schon extrem ausgeblichen. Man kann nur erahnen, wie farbenreich das Dach ursprünglich gestaltet war.

Hindu-Tempel Colombo Sri Lanka

Jährlich findet in den Monaten Juli/August das hinduistische Fest Adi Vel statt. Ein Streitwagen und der Vel (Lanze) des Gottes Skanda ziehen im Rahmen einer Prozession durch die Stadt.

Was uns erstaunte war, dass die Sea Street einen etwas schmuddeligen Eindruck vermittelte. In der Regel haben wir auf unseren zahlreichen Reisen immer wieder festgestellt, dass Tempel und deren Umgebung liebevoll von den Gläubigen geschmückt und gepflegt werden.

In Colombo gibt es noch sehr viel mehr zu sehen. Es lohnt sich auf jeden Fall, für die Stadt einen längeren Aufenthalt einzuplanen. Leider nehmen sich viele nicht die Zeit, sondern durchlaufen Colombo nur im Rahmen einer Stippvisite. Schade um all die schönen Eindrücke, die man dadurch verpasst.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Colombo

Obwohl wir zwei Tage in der Stadt verbracht haben, konnten auch wir uns nicht alles ansehen.

Die Jami Ul-Alfar Moschee ist ein eindrucksvolles Gebäude, das mit ihrer schlichten rot-weißen Gestaltung sofort in Auge sticht. Sie befindet sich im Pettah-Viertel.

Die St. Antony’s Church ist eine sehr schlicht gehaltene Kirche.

Das Alte Parlament, ein Gebäude im viktorianischen Stil, wurde einst von den Briten errichtet.

Nach dieser sehr eindrucksvollen Stadtbesichtigung war unsere Rundreise beendet, doch der Urlaub ging weiter. Die nächste Zeit verbrachten wir in Hikkaduwa in einem Hotel am Strand und erkundeten Sri Lanka von dort aus auf eigene Faust.

Ein besonders schönes Abenteuer erlebten wir mit der Bootstour über den Mandu-Ganga-Fluss, bei der Schlangen und Krokodile unseren Weg kreuzten.


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