Galle
Am südlichsten Punkt von Sri Lanka liegt die interessante Küstenstadt Galle. Geprägt ist sie von einer malerischen Altstadt, die sich auf einer kleinen Halbinsel inmitten eines Forts befindet.
Galle bietet neben einem wunderschönen Meerblick eine traumhafte Kulisse mit engen Gassen und alten Kolonialgebäuden.
Die Stadt ist aufgrund ihrer historischen Fakten ein beliebtes Ziel des Inselstaates Sri Lanka, sie ist zu einer richtigen kleinen Perle geworden.
Allgemein wird berichtet, dass es sich bei dem Fort um ein Dutch Fort handelt, ein holländisches Fort. Tatsächlich wurde es ursprünglich 1588 aber von den Portugiesen errichtet.
Nach der Vertreibung der Portugiesen durch die Holländer, haben diese es vervollständigt und ausreichend befestigt.
Die Niederländer errichteten Galle ab 1663. Mit 14 Bastionen und wahnsinnigen Festungswällen stellt die Stadt ein weiteres Highlight dar, das auf keinen Fall bei einer Sri Lanka-Rundreise fehlen darf.
Das Fort und die Altstadt gehören seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Hafen von Galle war bereits vor vielen tausend Jahren ein bedeutender Handelsplatz, an dem vor allem Zimt umgeschlagen worden sein soll. Neben Gewürzen und weiteren Nahrungsmitteln diente er darüber hinaus als Umschlagplatz für Gold und Silber. Somit war der Hafen von Galle über eine sehr lange Zeit Haupthafen der Insel. Erst die Briten sorgten dafür, dass sich dies änderte und fortan der Hafen von Colombo diesen Status einnahm.
Um in das Galle Dutch Fort zu gelangen, stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung. In der Nähe des Cricket-Stadions befindet sich das „Main Gate“, auch das das „British Gate“ genannt.
Die andere Möglichkeit ist das „Old Gate“, das immer noch in einem historischen Glanz erstrahlt. Gleichzeitig findest du in dem Gebäude auch das National Maritime Museum.

Im Vordergrund das Cricket Field, im Hintergrund die Galla Santha Mariya Asana Dewu Maedura, die St. Mary’s Cathedral, ein Wahrzeichen der Stadt. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde der Jungfrau Maria gewidmet. Die Kirche liegt zentral im neueren Teil der Stadt.

Das Dutch Fort, für sich genommen schon eine Sehenswürdigkeit beherbergt die Altstadt, die 1796 an die Briten überging. Das Fort ist für seine gut erhaltene Architektur im Kolonialstil bekannt. Darüber hinaus bietet es interessante aber auch faszinierende Einblicke in die Geschichte.
Es ist empfehlenswert, sich auf einen Spaziergang zu begeben, der entlang der gewaltigen Festungswälle führt. Da das Fort direkt am Meer errichtet wurde, hast du während des Spaziergangs immer einen wunderschönen Blick auf den Indischen Ozean.
Die Altstadt ist recht überschaubar, so dass alle Sehenswürdigkeiten ohne große Anstrengung zu Fuß erreicht werden können.
Mittlerweile dienen heute die 14 Bastionen nicht mehr zur Abwehr von Gefahren, vielmehr ziehen sie die Menschen an, um von diesen die einmaligen Sonnenuntergänge zu bewundern. Hierzu bietet sich Flag Rock am besten an, da dies der südlichste Punkt des Forts ist.
Die Festungsmauern wurden aus Korallen und Granit errichtet.

Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten besitzt das Fort auch einen Uhrturm. Dieser befindet sich etwa 3,5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Errichtet wurde er im 19. Jahrhundert zu Ehren von Dr. Peter Daniel Anthonisz, einem sog. Bürgerarzt. Dies wurde auf einer Gedenktafel niedergeschrieben, die sodann einen Platz am Turm fand.
Der Uhrturm weist eine 400-jährige Geschichte auf.
Mit einer Höhe von 25 Metern erhebt sich der Turm. Wenn man ihn bestiegen hat, so überblickt man sowohl die Bastion als auch das Cricket Stadion.

Ein weiteres beeindruckendes Bauwerk ist der 1848 von den Briten errichtete Leuchtturm, der Pointe de Galle Light. Mit 24,4 Metern ist er ein wenig niedriger als der Uhrturm, dafür aber massiver. Leider ist heute nicht mehr das Original zu bewundern, da der Original-Turm Anfang des 20. Jahrhunderts während eines Brandes zerstört wurde. Der später neu errichtete Leuchtturm versieht bis heute seinen Dienst und ist somit der älteste Leuchtturm auf der Insel.
Er befindet sich am südlichen Ende der Halbinsel, an der Point Utrecht Bastion. Da er höher als das Straßenniveau liegt, bietet er einen tollen Blick auf die in den Hafen einfahrenden Schiffe.
Der Leuchtturm ist für die Öffentlichkeit zugänglich und damit zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Wenn man einmal die Aussichtsplattform erklommen hat, bieten sich von dort oben traumhafte Blicke auf die Festungsanlage.
Durch die verschiedenen Legenden, die sich zu dem Turm erzählt werden, wird er zu einem faszinierenden Besichtigungsdetail. So wird beispielsweise berichtet, dass eine riesige Schlange im Wasser in der Nähe des Leuchtturms lebt. Diese soll ihn vor bösen Geistern schützen. Also, sei bei der Besichtigung auf der Hut.
Die Meeran-Jumma-Moschee ist nur wenige Schritte vom Leuchtturm entfernt. Deren Bauweise ist eher etwas seltener, denn die Moschee ist mit Buntglasfenstern ausgestattet. Diese sind in der Regel nur in Kathedralen zu finden. Im Inneren ist der Boden mit zahlreichen bunt bemalten Keramikfliesen ausgelegt.
Die Moschee soll bereits vor über dreihundert Jahren erbaut worden sein. Wegen des gelungenen Mix aus asiatischen und arabischen Einflüssen gilt sie als ein architektonisches Meisterwerk. Hierbei wurde streng darauf geachtet, dass es verschiedene Bereiche für Frauen und Männer gibt.
Besucher sind in der Moschee willkommen. Beim Betreten der Moschee ist darauf zu achten, dass angemessene Kleidung getragen wird.

Die Bastionen rund um das Fort versprühen kulturellen südasiatischen Charme. Auch nach solch einer langen Zeit ist die Festungsanlage noch sehr gut erhalten. Der berühmteste Teil ist wohl das Nordtor des Schifffahrtsmuseum.
Über dem Haupttor der Stadt weist eine Aufschrift mit dem Jahr 1873 auf den Entstehungszeitpunkt hin.

Auch die Dutch Church (Groote Kerk) befindet sich im historischen Galle Fort. Sie ist eine der ältesten protestantischen Kirchen Sri Lankas. 1755 errichteten die Holländer sie auf dem höchsten Punkt der Festung. Sie diente zunächst nur als Versammlungsort für die niederländischen reformierten Gemeinden.
Ursprünglich soll die erste holländische Kirche dort gestanden haben, wo sich mittlerweile der Uhrturm befindet. Da die Gemeinde immer größer wurde, hat man sich 1682 dazu entschlossen, ein größeres Gebäude zu errichten. Abgeschlossen werden konnte der Bau allerdings erst, nachdem der Kommandeur von Galle eine erhebliche Summe spendete. Dies geschah erst 60 Jahre nach Baubeginn!
In der Dutch Church wird deutlich die niederländische Architektur zum Ausdruck gebracht. Neben der hohen Kuppel besitzt sie einige massive Säulen.
Heute verleiht der teilweise verwitterte Putz in Verbindung mit den alten Fliesen der Kirche einen besonderen Charme.

Nach einer ausgiebigen Besichtigungstour durch Galle Fort schlenderten wir noch zum nahegelegenen idyllischen Fischerhafen. Die Fischer hatten ihre Arbeit weitestgehend beendet und so entschlossen wir uns, noch ein wenig in die Stadt zu gehen und einen Blick auf den Fischmarkt zu werfen. Denn die Fischerei spielte schon immer eine große Rolle in Galle.
Wenn du Galle besuchst, wirst du auf dem Weg dorthin die Stelzenfischer beobachten können. Vorausgesetzt, du bist zur richtigen Zeit in der Region unterwegs.
Bevor wir am Fischmarkt ankamen, machte ich noch Bekanntschaft mit einer Schlange. Schneller als ich reagieren konnte, wurde sie mir auf die Schultern gelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass sich Schlangen kalt und glitschig anfühlen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Und fast noch schneller als die Schlange auf meinen Schultern lag, sprang ein kleines, freches Äffchen, das leider im Foto nicht zu sehen ist, auf meinen Rücken und zog mit wachsender Begeisterung an meinen Haaren.



Eine wirklich beste Reisezeit für Galle gibt es nicht. Denn hier herrscht das ganze Jahr über ein tropisches Klima mit hohen Temperaturen. Die Monate Oktober und November sind häufig mit starken Regengüssen durchsetzt.
Nach unserer Besichtigung von Galle haben wir noch eine weitere Woche das Strandleben bei tollen Temperaturen genießen können. Mit Hikkaduwa-Beach hatten wir eine gute Wahl getroffen.
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