Lake Batur: Ein verborgenes Juwel in Balis Hochland
Vom Tempelkomplex Pura Besakih aus führte die Route nordwärts in das balinesische Hochland. Die Vegetation veränderte sich merklich: Tropische Wälder und Palmen wichen kargerem Gelände mit Vulkangestein und vereinzelten Feldern. Die vertraute Kulisse Balis begann zu verblassen.
Allmählich sanken die Temperaturen, die Luft wurde klarer und die Umgebung wirkte ursprünglicher. In der Region Kintamani boten sich uns neue landschaftliche Eindrücke. Sie wurden durch die Nähe zum Gunung Batur und dem gleichnamigen See geprägt. Unser Ziel: der Lake Batur, eindrucksvoll gelegen inmitten der Caldera des aktiven Vulkans Gunung Batur.
Inhalt
Wo liegt der Lake Batur?
Der Lake Batur liegt im nordöstlichen Hochland von Bali. Eingebettet in eine riesige vulkanische Senke, die durch frühere Ausbrüche entstanden ist, breitet sich der See am Fuß des Mount Batur aus. Die Region gehört zum Verwaltungsbezirk Bangli und ist Teil des Distrikts Kintamani.
Von Pura Besakih sind es ungefähr 35 Kilometer durch das bergige Hochland. Die Straßen sind relativ gut ausgebaut, aber kurvig und mit spektakulären Ausblicken auf Reisterrassen und Vulkankegel. Wir benötigten für die Fahrt incl. Fotostopps knapp zwei Stunden.
Unterwegs am Lake Batur
Mit einer Höhe von rund 1.000 Metern über dem Meeresspiegel ist der Lake Batur nicht nur der höchstgelegene, sondern auch der größte Süßwassersee der Insel. Mit einer Länge von über sieben Kilometern und einer Tiefe von bis zu 65 Metern befindet er sich zwischen den Vulkanhängen.
Unsere Fahrt dauerte natürlich etwas länger als geplant, da wir einige spontane Fotostopps einlegten. Einer davon zeigt in einem Dorf eine Familie, die gemeinsam an ihrem Haus eine Mauer reparierten. Kinder reichten Mörtel an, ältere Frauen setzten Steine. Hier packen alle mit an, vom Kind bis zur Großmutter. Diese Tätigkeiten sind Teil des Alltags und kommen noch zu den ohnehin schon anspruchsvollen Hausarbeiten und der Feldarbeit hinzu.
Nach dieser Aufnahme war unser Guide wieder einmal gezwungen, uns sanft zur Weiterfahrt zur drängen. Inzwischen kannte er uns gut genug, um zu wissen: Wenn irgendwo ein Stein verrückt liegt oder jemand lächelt, zückt mindestens einer von uns die Kamera. Geduldig, aber bestimmt erinnerte er uns daran, dass Bali noch mehr zu bieten hat, auch wenn wir am liebsten jedes Detail festgehalten hätten. Wir lächelten, stiegen wieder in den Wagen und packten die Kamera weg. Fürs Erste!
Ein See im Schatten des Vulkans
Was heute für Touristen spektakulär aussieht, ist für die Menschen auf Bali mit einer schmerzhaften Vergangenheit verbunden. Der Danau Batur, wie der See auf Balinesisch heißt, entstand infolge einer der gewaltigsten Eruptionen, die die Insel je erlebt hat. Der Ausbruch des Vulkans Mount Batur, der direkt neben dem See in die Höhe ragt, veränderte die Landschaft nachhaltig. Zurück blieb eine riesige Caldera, ein gewaltiger Krater, entstanden durch den Einsturz eines alten Vulkans.
Es sind jedoch nicht nur die geologischen Dimensionen, die diesen Ort besonders machen. Auch kulturell und landschaftlich gibt es viel zu entdecken. Entlang des Kraterrandes bieten viele Aussichtspunkte grandiose Panoramen auf den See und den Vulkan. Besonders bei klarer Sicht wirkt die Szenerie fast unwirklich.
Wenn du es lieber aktiver magst, kannst du eine geführte Sonnenaufgangstour auf den Gunung Batur unternehmen. Der Aufstieg beginnt meistens um drei Uhr morgens.
Heiße Quellen, heilende Hände und Bestattungsrituale
Rund um den See liegen Dörfer, die stark von traditionellen Lebensweisen geprägt sind. Die Menschen leben vom Fischfang, Gemüseanbau und vom Handwerk. Viele Familien sind in die Tempelpflege eingebunden.
In der Nähe des Dorfes Toya Bungkah und des Sees befinden sich natürliche heiße Quellen. Viele Balinesen glauben, dass das Wasser heilende Kräfte besitzt. Das warme Wasser stammt direkt aus dem vulkanischen Untergrund und bietet einen besonderen Kontrast zur kühlen Höhenluft. Aber Achtung! Die Temperatur des Wassers kann je nach Quelle zwischen angenehm warm und ziemlich heiß schwanken. Einerseits ideal zum Baden, andererseits auch überraschend intensiv.
Für die Balinesen hat die Region rund um den Lake Batur eine spirituelle Bedeutung. Der Vulkan gilt als heilig, weshalb die heißen Quellen hin und wieder auch für rituelle Reinigungen genutzt werden.
Etwas weiter entfernt, am östlichen Seeufer befindet sich das Dorf Trunyan,das für seine ungewöhnlichen Bestattungsrituale bekannt ist. Verstorbene werden hier nicht verbrannt oder begraben, sondern unter einem heiligen Baum auf Bambusgestellen aufgebahrt. Ein spezieller Baum, der Tarunmenyan soll einen Duft verströmen, der den Verwesungsgeruch neutralisiert. Wer dem Dorf einen Besuch abstattet, erlangt einen kulturellen Einblick, der tief in die balinesische Spiritualität führt.
Steinfiguren rund um den Danau Batur
In der Region Kintamani befinden sich mehrere Tempelanlagen, die für ihre kunstvollen Steinfiguren bekannt sind. Eine davon ist der Tempelkomplex Pura Ulun Danu Batur, der der Wassergöttin Dewi Danu gewidmet ist. Die Statuen zeigen oft Figuren mit traditionellen balinesischen Gewändern und auffälligen Gesichtszügen. Manche halten Musikinstrumente in der Hand, wie eine Flöte oder Trommel.
Diese Figuren sind nicht nur dekorativ, sondern haben auch eine symbolische Bedeutung. Sie stellen Schutzgeister, mythologische Wesen oder Musiker dar, die Teil der religiösen und kulturellen Tradition Balis sind. Häufig stehen sie auf steinernen Sockeln oder sind in die Architektur der Tempel integriert.
Während unseres Besuches am Batur-See erklommen wir den steinernen Aufgang zu einem Tempel, der hoch über dem See thront. Die Treppe war flankiert von kunstvoll gearbeiteten Steinfiguren und der Blick von oben war beeindruckend. Der See lag ruhig und weit unter uns, eingebettet in die grüne Hügellandschaft. Auf den Stufen begegneten wir mehreren Menschen, die teils in traditionellen balinesischen Trachten gekleidet waren – bunte Sarongs, kunstvolle Kopfbedeckungen, alles aus feinen Stoffen gefertigt. Ihre Anwesenheit verlieh dem Ort eine authentische kulturelle Tiefe.
Kintamani – Ein Dorf mit Aussicht
Kintamani liegt auf fast 1.500 Metern Höhe am Rand der Caldera des Vulkans Batur. Aufgrund seiner Lage bietet es einen der beeindruckendsten Ausblicke der Insel. Der Lake Batur breitet sich unterhalb des Dorfes aus, flankiert vom gleichnamigen Vulkan und umgeben von kleineren Dörfern, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Entlang der Penolokan Main Road, die am Rand der Caldera verläuft, reihen sich Cafés und Aussichtsterrassen. Diese bieten ideale Bedingungen für eine entspannte Pause mit Blick auf das Panorama.
Bereits ab 5.30 Uhr öffnen einige Cafés ihre Türen. Perfekt, um von den Terrassen den Sonnenaufgang über der Caldera zu beobachten.
Lohnt sich ein Besuch am Lake Batur?
Die Kultur rund um den Lake Batur ist tiefgründig, lebendig und spirituell geprägt. Dieser Ort richtet sich weniger an klassische Touristen, sondern vielmehr an Entdecker, die bereit sind, sich auf das Unbekannte einzulassen. Die Kombination zwischen Naturgewalt, Schönheit und gelebter Spiritualität machte diese Etappe unserer Rundreise zu einem Abenteuer. Wer hierher kommt, sollte nicht nur schauen, sondern zuhören und sich respektvoll auf den Ort einlassen.
Empfehlenswert ist, für den Besuch am See mindestens einen Tag einzuplanen.
Zeremonien und Feste
Bei den Menschen rund um den See ist es anders als in den Städten, die wir bisher auf Bali besucht haben. Sie zelebrieren keine großen Zeremonien, sondern leben ihre Kultur im Alltag. So legen sie täglich Canang Sari an Tempeln, Hauseingängen und sogar Booten nieder.
Besonders eindrucksvoll sind die Melasti-Zeremonien, bei denen Gläubige in festlicher Kleidung zum See ziehen. Dort vollziehen sie eine symbolische Reinigung, waschen heilige Gegenstände, sprechen Gebete und führen traditionelle Tänze auf.
Canang Sari sind kleine Opfergaben, die aus Palmblättern, Blüten und Räucherstäbchen gefertigt werden.
Gunung Batur kurz und knackig
- Typ: aktiver Schichtvulkan
- Höhe: 1.717 Meter über dem Meeresspiegel
- Lage: In der Region Kintamani, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Denpasar.
- Besonderheit: Der Vulkan liegt in einer großen Caldera, die durch zwei gewaltige Eruptionen vor rund 29.000 und 20.000 Jahren entstanden ist.
- Letzte Aktivität: Kleinere Eruptionen und Ascheausstöße im Jahr 2000.
Abschied vom Kraterblick
Nach den intensiven Eindrücken rund um den Lake Batur ging dieser Abschnitt unserer Bali-Rundreise zu Ende. Doch das nächste Kapitel wartete bereits – geheimnisvoll und von Geschichte durchdrungen, ganz anders als alles, was wir bisher erlebt hatten. Unser Weg führte uns zum Goa Gajah Tempel.
Merke dir Lake Batur: Ein verborgenes Juwel in Balis Hochland auf Pinterest:









One Comment
Silvia Commodore
Wenn Bali dann auch Lake Batur. Sehr sehr schön.