Nafpaktos

In dem malerischen Städtchen Nafpaktos haben wir unseren nächsten Stopp gemacht. Unmittelbar in der Nähe der Einfahrt zum Golf von Korinth gelegen, stellten wir recht schnell fest, dass es sich bei dieser Stadt um einen Geheimtipp handeln muss.

Nafpaktos war früher eine der wichtigsten Hafenstädte. Zur Zeit des Peloponnesischen Krieges haben die Athener in dem Hafen von Nafpaktos ihre Flotten stationiert.

Bei unserer Ankunft hatten wir zunächst den Eindruck, dass es in diesem kleinen Städtchen ganz schön hektisch zuging. In den zum Teil verwinkelten Gässchen herrschte ein buntes Treiben, was uns allerdings eher dazu anspornte, dieses Treiben aus einem der zahlreichen Cafés zunächst erst einmal etwas zu beobachten. Und plötzlich ist man mittendrin und merkt, dass gerade dieses bunte Treiben der Stadt ein ganz besonderes Flair verleiht.

Wer es lieber etwas ruhiger hat, ist am Hafen bei den leicht schaukelnden Fischerbooten mit einem Blick in die Ferne bestens aufgehoben.

Der venezianische Hafen der Stadt gehört mit Sicherheit zu den schönsten Häfen Griechenlands. Die Einheimischen verbringen viel Zeit hier, trinken Kaffee oder sitzen einfach nur im Schatten der Bäume und spielen Tavli, das Lieblingsspiel der Griechen. Tavli ist ein Brettspiel und ähnelt dem Spiel Backgammon.

Auch Nafpaktos wurde am Fuße des Pindos-Gebirges erbaut. Die Burganlage, die bis heute noch sehr gut erhalten ist, legt schützend ihre Mauern um die Stadt. Sie reichen bis zum Kanal von Korinth.

Mit fünf Verteidigungsmauern beschützte die Burg die malerische Stadt. Drei Mauern wurden auf verschiedenen Ebenen auf dem Hügel errichtet und boten somit ausreichend Sicherheit, wenn die Menschen sich während der Belagerungszeiten zum Schutz in die Burg begaben.

Wir machten uns vom Hafen aus auf den Weg zur Burg, was im Mai bei steigenden Temperaturen ein nicht ganz so einfaches Unterfangen war. Nicht nur die Temperaturen stiegen, auch der Weg über die teilweise recht uneben gepflasterten Straßen wurde immer steiler.

Wir passierten ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, den Botsaris-Turm. Mittlerweile befindet sich in dem Gebäude ein Museum.

Nachdem wir die Festungsanlage erreicht hatten, wurden wir mit einem traumhaft schönen Blick bis hinunter zum Meer belohnt.

Erklimmt ihr heute den Hügel zur Burg hinauf, könnt ihr in der Ferne die faszinierende Rio-Andirrio-Brücke aus dem Wasser ragen sehen. Nachzulesen ist, dass sie offenbar mitten in einem Erdbebengebiet errichtet wurde. Sie wurde im Jahr 2004 fertiggestellt.

Der Abstieg führte uns vorbei an wunderschönen Gärten und bald waren wir wieder in Hafennähe. Hier wollte uns unser Reiseleiter die Statue von Anemogiannis zeigen, die sich auf dem westlichen Wall nahe dem Hafen befindet. Giorgos Anemogiannis nahm während des griechischen Unabhängigkeitskrieges an den Verhandlungen teil. 1821 hatte er vor, die Flotte der Türken im Hafen von Nafpaktos zu verbrennen. Dieses Unterfangen scheiterte, die Türken nahmen ihn in Gefangenschaft und folterten ihn zu Tode. Da er mutig sein Leben für sein Land einsetzte, ehrten die Griechen ihn mit einer Statue.

Ganz in der Nähe entdeckten wir eine weitere Statue, die von Miguel de Cervantes, einem spanischen Schriftsteller. Was sollte denn nun die Statue eines spanischen Schriftstellers in der kleinen griechischen Hafenstadt Nafpaktos? Dies wurde uns schnell von Sachos erklärt.

Miguel de Cervantes hat tatsächlich an der im Oktober 1571 stattfindenden Seeschlacht von Nafpaktos teilgenommen, die vielen auch bekannt ist als die Schlacht von Lepanto. Durch diese Seeschlacht wurde die türkische Seeherrschaft beendet. Miguel de Cervantes war zum Zeitpunkt dieser Schlacht gerade mal 23 Jahre alt, er diente der spanischen Infanterie. Während der Schlacht wurde er schwer verletzt, u.a. verlor er seine linke Hand. Don Quijote ist eines seiner bekannten Werke.

Wegen seines Einsatzes in der Schlacht wurde ihm zu Ehren die Statue aufgestellt. Die Inschrift lautet: „Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616), ein spanischer Soldat, ein Genie der Buchstaben, Ehre der Menschheit, der in der Seeschlacht von Nafpaktos heroisch verwundet wurde“.

Uns schien, als wäre die Zeit in diesem beschaulichen Hafenstädtchen stehen geblieben. Über der Stadt trotzt eine Burg, von der wir einen wunderschönen Blick auf das Meer hatten. Gleichzeitig bietet sie der Stadt Schutz.

Abends verwandelte sich der Hafen zu einer regelrechten Flaniermeile. Die Tavernen und Bars wirkten schon fast überlaufen. Überall wuselten Menschen über die Promenade und hielten Ausschau nach freien Plätzen.

Und selbst in dieser kleinen Hafenstadt sind Wanderer zu finden. Denn auch diese kommen in der Landschaft um Nafpaktos herum auf ihre Kosten. So soll man in den Bergen Nafpaktias aufregende Touren machen können, kleine Bergdörfer besichtigen oder aber auch abgelegene Klosteranlagen.

Wir haben die Stimmung am Hafen noch auf uns wirken lassen. Am nächsten Tag war mit Olympia wieder ein recht kultureller Tag eingeplant.

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