Athen – Die Wiege des Abendlandes

In Athen begann unsere mehrwöchige Rundreise, hier wird sie auch zu Ende gehen. Während unseres Aufenthaltes in der Stadt konnten wir diese von verschiedenen Seiten kennenlernen.

Gemeinhin wird Athen, die Hauptstadt Griechenlands, als die Wiege der Demokratie bezeichnet. Die Attische Demokratie war die Urform der Volkssouveränität. Sie wird auch die Wiege der Europäischen Kultur genannt, weil in dieser Stadt die Ursprünge unserer kulturellen Entwicklung liegen. Europa, wie wir es heute kennen, nahm hier seinen Anfang.

Das Odeon des Herodes Atticus ist ein antikes Theater, das am Fuße der Akropolis liegt. Das Theater trägt den Namen seines Stifters, der es im Jahre 161 n. Chr. seiner Heimatstadt schenkte.

Das ursprünglich vorhandene Dach wurde im Jahre 267 durch plündernde Germanen zerstört. Es wird noch bis heute zu Musik- und Theaterveranstaltungen genutzt.

Das Gebäude auf der rechten Seite ist die Nationale Sternwarte, die 1842 gegründet wurde. Sie ist nach wie vor in Betrieb und wird durch den griechischen Staat finanziert. Die Teleskope des links gelegenen Observatoriums wie auch der rechten Sternwarte stammen aus Wien.

Hauptanziehungspunkt Athens ist ohne Zweifel die Akropolis. Auf dem 156 m hohen Felsen stehen die berühmtesten Gebäude der Stadt, die zwischen 467 v. Chr. und 406 v. Chr. unter Leitung des Bildhauers Phidias von den Architekten Iktinos, Kallikrates und Mnesikles erbaut wurden.

Im Bild zu sehen ist das Parthenon. Dieser Tempel ist der Göttin Athene geweiht. Er wurde aus pentelischem Marmor errichtet und war bis ins 4 Jahrhundert vollständig erhalten. Nach der Christianisierung wurde der Tempel als Kirche genutzt, unter den Osmanen als Moschee. 1687 wurde das Parthenon, das zu dieser Zeit von den Osmanen als Munitionslager genutzt wurde, unter venezianischem Beschuss schwer beschädigt, als die Pulverkammer explodierte.

Als 1832 die Griechen die Kontrolle über Athen zurückerhielten, wurden alle mittelalterlichen Osmanischen Bauten von der Akropolis entfernt. Die Skulpturen des Parthenons befinden sich in verschiedenen Museen in Großbritannien, Frankreich und Dänemark. Forderungen Griechenlands auf Rücklieferung sind bisher gescheitert.

Seit 1986 versucht man, behutsam die antiken Bauten zu restaurieren. Die Restaurationsarbeiten sind bis heute nicht abgeschlossen. Der Säulenumgang aus dorischen Säulen besteht aus 8 mal 17 Säulen. Der Tempel hatte eine Höhe von 13,72 Metern.

Das Erechtheion ist ein Tempel, der im ionischen Baustil errichtet wurde und mehreren Gottheiten gewidmet war. Er wurde 406 v. Chr. vollendet. Als Baumeister des Tempels gelten die Architekten (Phi)lokles von Archanai und Archilochos von Agryle.

Besonderes Merkmal dieses Tempels sind die sechs Frauenfiguren, die anstelle von Säulen die Vorhalle tragen. Es handelt sich um Nachbildungen. Fünf der Originale befinden sich im Nationalmuseum in Athen, eine im Britischen Museum.

Dies ist der Blick auf den Tempel von Südwesten. Der Tempel diente während der Christianisierung als frühbyzantinische Kirche. Unter den Osmanen wurde er sogar zeitweise als Harem genutzt.

Von Nordosten hat man eine gute Sicht auf die sechs dorischen Säulen, die den verbliebenen Teil des Frieses tragen.

Die Akropolis bietet einen überragenden Blick über die neuzeitliche Stadt, die zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes unter einer starken Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 40° litt. Da wir solche Temperaturen nicht gewohnt waren, wurde uns die Stadtbesichtigung hierdurch nicht gerade einfach gemacht. Zusätzlich zu unserer Fotoausrüstung schleppten wir auch zahlreiche Wasserflaschen mit durch die Stadt.

Von der Akropolis deutlich zu erkennen ist das Olympieion. Erbaut im 6. Jahrhundert v. Chr. gehört dieser Tempel zu den größten in Griechenland. Der Tempel wurde jedoch nicht vollendet und Teile des Baumaterials für die Mauer des Themistokles bzw. für den Vorgängerbau des Parthenons verwendet.

Dieses Schicksal teilte nicht der Tempel des Hephaistos. Er wurde in der Zeit von 449 v. Chr. bis 415 v. Chr. erbaut. Geweiht wurde er dem Gott der Schmiede. Dies deshalb, da der Tempel in dem Stadtteil der Schmiede und Metallarbeiter errichtet wurde. Er gehört zu den besterhaltenen Tempeln Griechenlands.

Die Eule ist das Wahrzeichen der Göttin Athene. Sie symbolisierte die Weisheit der Göttin.

Das Dionysostheater stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und liegt am Südhang der Akropolis. Es gilt als erstes Theater der Welt. In diesem Theater wurden die Festspiele zu Ehren des Gottes Dionysos abgehalten.

Der  Philopapposhügel trägt seinen Namen nach dem Philopapposmonument, das von den Athenern 114–119 n. Chr. zu Ehren des syrischen Prinzen Gaius Iulius Antiochus Philopappos errichtet wurde, der während seiner Amtszeit als römischer Konsul sich als Wohltäter Athens erwiesen hatte.

Sie wird die neoklassizistische Trilogie genannt. Dieses Gebäudeensemble besteht aus der Nationalbibliothek, dem Universitätsgebäude und der Athener Akademie (rechts). Die Universität wurde durch den dänischen Architekten Christianos Hansen, die beiden anderen durch seinen Bruder Theofilos Hansen entworfen. Fertiggestellt wurden sie durch den Architekten Ernst Ziller aus Sachsen, Schüler und enger Mitarbeiter von Theofilos Hansen.

Seid 1960 gibt es den neuen Campus Ilissia. Die alten Gebäude werden jedoch noch genutzt.

Die drei Gebäude wurden im 19. Jahrhundert gebaut, wobei der Baustil der Antike nachempfunden wurde.

Die Gebäude weisen einen reichen Skulpturenschmuck auf, der durch die vorgenannten dänischen Architekten entworfen wurde.

Vor dem griechischen Parlamentsgebäude stehen Wachsoldaten in historischen Uniformen vor dem Grab des unbekannten Soldaten, das sich im vorderen Bereich des Parlamentsgebäudes befindet.

Diese Soldaten werden Evzone genannt und dienten früher als Soldaten der königlich-griechischen Leibgarde. Seid 1974 lautet der amtliche Name dieses Eliteregiments Präsidialgarde.

Das Parlamentsgebäude mit dem Grab des unbekannten Soldaten im Vordergrund.

In Athen befindet sich auch die russisch-orthodoxe Kirche Sotira Lykodimou. Sie ist der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet. Ursprünglich stammt sie noch aus der Byzantinischen Zeit.

Bereits im 16. Jahrhundert war sie aufgegeben worden, wurde dann aber von 1850 – 1855 umfassend restauriert.

Der Hadriansbogen ist ein Monument, das von den Athenern zu Ehren Hadrians im Jahre 132 n. Chr. eingeweiht wurde. Hadrian hatte in Athen neue Stadtviertel errichten lassen. Es markiert den Eingang zum Olympieion.

Von dem Olympieion sind heute nur noch einige Säulen übrig. Dieser Tempel, der in seinen Anfängen als Steinbruch missbraucht wurde, erhielt seine Vollendung erst  131/132 n. Chr. unter der Ägide des Kaisers Hadrian.

Im Mittelalter wurde der Tempel durch ein Erdbeben zerstört und danach erneut als Steinbruch genutzt. Von den 17 ursprünglichen korinthischen Säulen stehen heute noch 15 aufrecht.

Blick auf die Akropolis

Im Vordergrund sieht man die Ruinen der Stoa Eumenes. Die Stoa des Eumenes war eine hellenistische Kolonnade, die am Südhang der Akropolis in Athen erbaut wurde und zwischen dem Theater des Dionysos und dem Odeon des Herodes Atticus lag. Die Galerie wurde der Stadt Athen vom König von Pergamon, Eumenes II. ( 197–159 v. Chr.), um 160 v. Chr. gestiftet.

In der Ferne erkennt man den Lykabettoshügel. Mit 277 Metern ist er die höchste Erhebung aus Kalksandstein in Athen. Auf dem Hügel befindet sich die Kirche Agios Georgios. Daneben liegt ein modernes Restaurant mit einer Aussichtsplattform.

Der Hügel ist auch mit einer Seilbahn erreichbar. Ein Ausflug lohnt sich wegen der fantastischen Aussicht über die gesamte Stadt.

Das Lysikratesdenkmal befindet sich in der Nähe des Osthanges der Akropolis. Lysikrates hatte mit einem Knabenchor einen Gesangswettbewerb während der Festspiele zu Ehren des Dionysos im Jahr 335/334 v. Chr. gewonnen und sich selber mit diesem Monument ein Denkmal gesetzt.

Der Turm der Winde ist ein achteckiger Turm am Rande des antiken römischen Marktplatzes. Er besteht aus pentelischem Marmor und hat eine Höhe von 13 Metern. Entworfen von dem Astronomen Andronikos von Kyrrhos im 1. Jahrhundert v. Chr. als Wetterstation und Zeitmesser wurde er im Rahmen der Christianisierung als Glockenturm einer byzantinischen Kirche verwendet, in der Osmanischen Zeit diente er als spiritueller Ruheraum.

Er wurde im 19. Jahrhundert von der Griechischen Archäologischen Gesellschaft vollständig ausgegraben und gilt heute als eines der besterhaltenen antiken Gebäude Athens.


Der  Tempel des Hephaistos ist für Touristen zugänglich. Dieser Tempel, auch Thissio genannt, ist ein er von wenigen sehr gut erhaltenen antiken Tempeln in Griechenland. Er befindet sich auf dem Hügel von Agoraios Kolonos, im westlichen Teil der antiken Agora, in Richtung Ost-West mit Eingang von Osten.

Es handelt sich um einen Pavillon im dorischen Stil mit sechs Säulen, der wahrscheinlich vom Architekten Iktinos aus pentelischem Marmor gebaut wurde. Der Tempel wurde bereits 450 v. Chr. entworfen und wahrscheinlich auch gebaut, sicherlich vor dem Parthenon. Die offizielle Einweihung erfolgte 416 v. Chr..

Im 19. Jahrhundert wurde der Tempel als Begräbnisstätte für nicht-orthodoxe Europäer genutzt. 1834 fand an dieser Stelle der offizielle Empfang des ersten griechischen Königs der Griechen, Otto, statt. Dieser ordnete die Nutzung des Gebäudes als Museum an. Seit 1934 ist es wieder ein antikes Monument.

Die Akropolis aus einer anderen Blickrichtung in ihrer gesamten Länge.

Langsam neigte sich der ereignisreiche Tag mit einer Vielzahl von Besichtigungen dem Ende zu. Die untergehende Sonne tauchte die Umgebung in pastellartige Farbtöne.

Das Rot des Sonnenunterganges ließ die hügeligen Konturen der Umgebung hervortreten.

In den frühen Abendstunden begann die Lightshow mit der Illumination der einzelnen Tempeln der Akropolis. Diese wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also machten wir uns abends, trotz immer noch sehr hoher Temperaturen, erneut auf den Weg, um uns dieses wunderschöne Schauspiel anzusehen.

Das Pantheon in warmweißer Lichtfarbe gibt die Erhabenheit des antiken Tempels gleichwohl am besten wieder.

Man kann sich natürlich über die damalige Farbgebung trefflich streiten, wenn alles in ein tiefes Rotlicht getaucht wird. Seit 2020 hat Athen übrigens eine neue Lightshow.

Athen bietet zu dieser Nachtzeit mit seinen zahlreichen Lichtquellen ein kontrastreiches Alternativprogramm.

Das Gesamtensemble der Tempelanlagen der Akropolis im Scheinwerferlicht zog unsere Aufmerksamkeit erneut auf sich.

Aus nächster Nähe wirken die Tempel natürlich im Scheinwerferlicht noch monumentaler.

Mit einem letzten Blick auf den Pathenon nahmen wir Abschied von Athen. Es sollte nicht beim letzten Besuch dieser Stadt bleiben.

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