Mit dem Mofa zum Kap Greco
Kap Greco (Κάβο Γκρέκο) ist der östlichste Punkt von Zypern, den jeder Zypern-Urlauber einmal gesehen haben muss. Karge Felsen ragen empor und das Wasser ist leuchtend blau.
Wir mieteten uns Mofas und stürzten uns ins Abenteuer. Da das Kap noch zum Stadtgebiet von Ayia Napa gehört, war es uns möglich, es mit dem Zweirad zu erreichen und Mitte April waren die Temperaturen auch noch sehr angenehm. Doch die Kombination Sonne und Wind sollte nicht unterschätzt werden. Eins kann ich vorwegnehmen, die Fahrt war unheimlich schön und beeindruckend.
Kap Greco ist ein über 385 Hektar großer Nationalpark und befindet sich auf einer Landzunge, die wiederum dem Tafelberg des Kaps vorgelagert ist. Dieser Teil der Insel hat eine lange Geschichte, die bis ins Neolithikum (Jungsteinzeit) zurückreichen soll. Zunächst war die Region von Griechen und Römern besiedelt, sodann von Byzantinern und Venezianern.
Mittlerweile ist Kap Greco ein beliebtes Ausflugsziel für die Touristen auf Zypern.

Zum Zeitpunkt unserer Reise befanden sich am Kap Greco Sendemasten, mittlerweile sollen diese demontiert worden sein. Darüber hinaus boten uns die aus Kalkstein bestehenden Klippen spektakuläre Ausblicke, so dass es sich lohnte hier ein wenig zu verweilen.

Wir waren erstaunt, als wir mitten auf den Klippen eine verlassene, aber noch funktionsfähige Bank, entdeckten. Natürlich wurde sie von mir sofort in Beschlag genommen. Einfach traumhaft. Spätestens an dieser Stelle wird einem klar, dass der Naturpark Kap Greco zu den schönsten Highlights auf Zypern gehört.
Von diesem Aussichtspunkt hast du einen wunderschönen Blick über die Küste bis nach Ayia Napa und es lohnt sich wirklich hier ein wenig innezuhalten und die Ruhe zu genießen.
Um an diesen Ort zu kommen, musst du vom Parkplatz aus nur wenige Meter zu Fuß laufen. Wir hatten Glück, es war keine Menschenseele hier, was das Ganze noch schöner machte.
Hinweis: Die Asphaltstraße, die zur Spitze des Kaps führt, verläuft durch militärisches Sperrgebiet und darf somit nicht befahren werden. Es muss der etwas weiter gelegene Schotterweg genommen werden, der direkt zum Parkplatz führt.
Neben wunderschönen Lagunen gibt es einige Seehöhlen zu entdecken. Und selbstverständlich kommen auch Wanderer hier auf ihre Kosten.
Ob am Kap Greco tatsächlich ein Aphrodite-Tempel gestanden hat, konnten wir leider nicht aufklären. Einige Quellen bejahen dies, in anderen wird ein Tempel gar nicht erwähnt.
Tipp: Wer gerne schnorchelt, sollte sich zu den Seehöhlen begeben. Auch Klippenspringer werden hier oft gesichtet. Bei Ebbe besteht die Möglichkeit, an den Felsen herabzuklettern und sich die Höhlen aus der Nähe anzuschauen.
Interessant ist auch die Hochzeitskapelle. Die malerische kleine Kapelle Agioi Argyroi befindet sich ganz in der Nähe auf einem Hügel. Sie ist ein beliebtes Wallfahrtsziel. Durch das leuchtende Blau ist sie bereits aus einiger Entfernung zu sehen. Über eine in den Felsen geschlagene Treppe gelangt man hinab zur Agioi Argyroi Höhle. Du kraxelst gerne? Dann musst du auf den glitschigen Felsen besonders aufpassen, sonst bist du schneller im Wasser als dir lieb ist!

Nachdem wir das Kap verlassen hatten, kamen wir wieder in die etwas farbenfrohere Landschaft und pesten mit unseren Mofas weiter. Wir haben den Tipp bekommen, uns den Waldnationalpark Kap Greco anzuschauen. 1993 wurde der Nationalpark Kap Greco zum geschützten Gebiet erklärt. In ihm erstreckt sich eine wunderschöne Fauna und Flora. Vor den 20iger Jahren befand sich in diesem Gebiet ein einmaliger Wacholderwald.

Wanderer werden in dem Nationalpark glücklich sein, denn der Park beherbergt zahlreiche naturbelassene Pfade und Wanderwege. Einer dieser tollen Naturpfade ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs (E4). Dieser führt auf verschiedenen Etappen von Zypern bis nach Gibraltar.

Diesen Gebetsbaum entdeckten wir auf dem Weg zurück nach Ayia Napa. Gebetsbäume werden oft auch als Votivbäume bezeichnet, es ist ein religiöser Brauch. Sie werden an besonders ausgewählten Orten gepflanzt. An ihm befestigt sind Anfragen oder Gebets-/Glaubenswünsche.
Das solltest du auf jeden Fall beachten, wenn du zum Kap Greco fährst:
Du findest eine schroffe Felsküste vor. Die grandiosen Ausblicke verleiten oft zur Unachtsamkeit. Der Zugang zum Wasser gestaltet sich an manchen Stellen etwas schwierig, da die Felsen glitschig sind. Am besten nimmst du entsprechendes Schuhwerk mit. Des Weiteren ist es unabdingbar, Wasser und Sonnenschutzmittel mitzunehmen, da die Landschaft fast keine Möglichkeiten bietet, den Schatten aufzusuchen. Auch gibt es keine Gelegenheit, Wasser oder sonstige Getränke zu kaufen.
Am Ende des Tages kamen wir nicht nur mit wunderschönen Eindrücken zurück ins Hotel. Natürlich hatten wir auch den herrlichsten Sonnenbrand. Dieser hielt uns aber nicht davon ab, die Insel in den nächsten Tagen weiter mit dem Auto zu erkunden. Wir stiegen auch deshalb auf ein Auto um, da die geplanten Touren für Mofas zu weit und zeitraubend gewesen wären.
Für den nächsten Tag war ein Besuch im Kloster Kykkos geplant.



One Comment
Markus Krenn
Hallo Ulrike, deine Mofa-Tour zum Kap Greco klingt fantastisch! Die spektakulären Fotos vermitteln die atemberaubende Schönheit dieses Ortes so intensiv, dass ich direkt Fernweh bekomme. Viele Grüße, Markus