Zypern Kap Aspro

Natur und Kultur vereint: Kap Aspro – Pissouri – Petra tou Romiou – Paphos

Zypern hat zahlreiche Naturschönheiten. Die Schönste stellt das im Süden der Insel gelegene Kap Aspro dar. Die beeindruckenden Felsformationen sind ein Highlight für sich.

Insbesondere ist das Kap aber auch bei Wanderern sehr beliebt. Für den dort befindlichen Hochwanderweg ist allerdings eine gute Kondition erforderlich, dafür gibt es als Belohnung wahnsinnig schöne Ausblicke. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Bei der Wanderung musst du oft auf der Hut sein, da sich ständig solche Situationen ergeben, dass du plötzlich in unmittelbarer Nähe eines Abgrundes stehst. Die Klippen brechen steil zum Meer herab. Dennoch ist es ein Erlebnis, wenn viele Meter unter dir die Wellen rau an die weiße Klippenwand schlagen. Die Klippen von Kap Aspro sind über 200 Meter hoch.

Ein wenig später entdeckten wir kleine Badebuchten, in denen die Brandung dann eher ruhig war. Diese wunderschönen Buchten laden zum Verweilen ein. Auf der einen Seite der Blick auf das blaue Meer, andererseits aber auch auf die weißen Klippen. Man kann es mit einem Wort beschreiben: traumhaft.

Statt zu baden entschließen wir uns, dass in der Nähe liegende Örtchen Pissouri zu besichtigen. Schließlich ist unser Sonnenbrand von der Mofa-Tour noch nicht ganz abgeklungen.

Etwas über drei Kilometer von Kap Aspro entfernt liegt Pissouri auf einem kleinen Hügel in einer Höhe von ungefähr 215 Metern.

Bei der Frage, woher das Dorf seinen Namen hat, stoßen wir auf eine interessante Erklärung. Danach soll der Name durch den in der byzantinischen Zeit hier produzierten Pinienteer entstanden sein.

Bekannt ist Pissouri darüber hinaus für den Anbau von Trauben. Das Tal zur Bucht hin ist voll mit Sultanina-Trauben, die im Übrigen kernlos sind. Hierneben bietet das Dorf Oliven und Johannisbrot. Das Johannisbrot wurde bereits im Mittelalter, als Pissouri ein kleiner Hafenort war, in die Welt hinaus exportiert.

Bis heute wurden die Johannisbrotlager erhalten. Du wirst dich jetzt fragen, wozu diese Lager noch verwendet werden können. Natürlich dienen sie heute nicht mehr als Lagerräume. Da sie aus Stein bestanden, war es kein Problem, sie in Wohnhäuser und Restaurants umzugestalten.

Letztendlich haben wir uns dann doch gegen eine Besichtigung des Dorfes entschieden, da es uns nicht so zugesagt hatte, wie wir es uns erhofften.

Heute sind das Dorf und die Bucht bei Touristen sehr beliebt und das „Dorf“ ist mittlerweile regelrecht zu einer kleinen Stadt herangewachsen.

Der Tag war im Gegensatz zu unserer sonstigen Planung eng getaktet mit Sehenswürdigkeiten. So zog es uns wieder zum Meer, denn dort befindet sich der Felsen der Aphrodite.

In der Nähe von Paphos, genaugenommen zwischen Limassol und Paphos, liegt der prächtige Petra tou Romiou, der Fels der Aphrodite. Der Ort ist vielen bekannt als der Geburtsort der Aphrodite, Göttin der Liebe und Schönheit.

Der bizarre Felsen ist von weitem sichtbar

Nach einer Legende stieg an dieser Stelle die griechische Göttin der Schönheit aus dem schäumenden Meer, so dass man kurzerhand die Felsen der Romäer, wie sie vorher hießen in die Felsen der Aphrodite umbenannte. Dies ist im Übrigen auch der Grund, warum die Zyprioten Zypern auch die „Insel der Aphrodite“ nennen.

Nachdem Aphrodite aus dem Meer gestiegen ist, wurde ihr von Horae eine goldene Krone aufgesetzt. In Kouklia, wo auch ihr Tempel entdeckt wurde, fand sie ihre letzte Ruhestätte. Da der Tempel mittlerweile nur noch eine Ruine ist, ist er für Besichtigungen nicht mehr freigegeben.

Die Griechen waren in dem Glauben, dass ihnen ein Bad in der Nähe des Felsens nicht nur Glück, sondern auch Fruchtbarkeit bringen würde. So ist es nicht verwunderlich, dass dieser Ort zu einem Wallfahrtsort wurde.

Wenn du auf Zypern bist, ist ein Besuch des Felsens der Aphrodite ein Muss. Gigantische geologische Felsen ragen aus dem blauen Meer empor.

Du bist ein guter Schwimmer? Dann kannst du es den alten Griechen gleichtun und einmal um den Felsen schwimmen. An einem in der Nähe befindlichen Strand kannst du im Anschluss noch etwas die Sonne genießen.

Info:
Seit 2001 ist der Küstenabschnitt mit dem Felsen als Nationalpark ausgewiesen und somit geschützt. 

Noch ein letzter Blick auf diesen tollen Küstenabschnitt und einem Besuch in Paphos stand nichts mehr im Weg.

Die Hafenstadt Paphos (häufig auch Pafos) liegt als viertgrößte Stadtregion im Südwesten von Zypern. Uns wurde die Stadt bereits im Vorfeld unserer Reise wegen ihrer archäologischen Ausgrabungen und des mittelalterlichen Kastells als kulturelles Reiseziel empfohlen.

Kurz vor der Stadt machten wir noch einen Stopp. Nachdem wir unseren Mietwagen abgestellt, uns noch einmal mit Wasser und ausreichend Sonnenschutz versorgt hatten, begannen wir mit der Besichtigung der Königsgräber von Nea Paphos.

Aufgrund der extremen Sonneneinwirkung ist die Landschaft etwas karg. Es ist allerdings leicht vorstellbar, dass sich die Stätte einmal in einer wunderschönen Naturzone befunden haben muss. Das Grab der Könige gehört zu den beeindruckendsten antiken Nekropolen im östlichen Mittelmeerraum. 1980 wurde es zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammenden imposanten unterirdischen Gräber wurden allesamt aus dem Felsen gehauen. Heute sind sie Teil des Archäologischen Parks von Kato Pafos.

Wir konnten die Gräber auf eigene Faust erkunden, hatten aber auch immer die Möglichkeit, uns etwas erklären zu lassen. So erfuhren wir auch, dass es sich nicht wirklich um Königsgräber handeln würde. Vielmehr seien es die Gräber hochrangiger Amtsträger und Aristokraten. Warum dann diese irreführende Bezeichnung? Die Grabstätte hat ihren Namen lediglich aufgrund der Größe und der Ausstattung der Gräber bekommen. Einige von ihnen sind mit dorischen Säulen ausgestattet. Eine Pracht, die im Grunde genommen nur Königen zugedacht wurde. Im Inneren der Gräber erwartet den Besucher eine imposante Architektur aus vielen Säulen und Bögen.

Besonders interessant fanden wir dieses Grab mit den Säulen und Opfernischen, die in den Felsen gehauen waren. Der Innenhof ist von Säulen umgeben und für die Besucher zugänglich. Wir gelangten über eine ausgetretene Steintreppe in diesen Innenhof und staunten nicht schlecht. Hier waren die Grabkammern, die sich um den Hof herum befanden zu besichtigen. Des Weiteren bestand dort unten ein unterirdischer Hohlraum zum Auffangen und Speichern von Regenwasser, eine Zisterne.

In ihrer ursprünglichen Art waren die Gräber komplett geschlossen, mittlerweile sind sie heute nach oben geöffnet. Bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. wurden sie für Bestattungen genutzt.

Die Besichtigung der Königsgräber war überaus interessant. Unserer Meinung nach gehört diese Nekropole aus unterirdischen Gräbern aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Zyperns.

Wenn wir bei dir das Interesse geweckt haben, möchte ich dir noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Da das Gelände teilweise sehr unwegsam ist, solltest du feste und dennoch bequeme Schuhe tragen. Auch bei den Stufen ist Vorsicht geboten, da diese häufig sehr ausgetreten sind. Denke daran, dass es auf dem Gelände nicht viele Möglichkeiten gibt, sich im Schatten aufzuhalten. Also: Sonnencreme, ein Sonnenhut und vor allem Wasser sind unabdingbar. Für die Fotografen unter euch: Das Fotografieren ist erlaubt. Zum Zeitpunkt unserer Reise war es zudem auch kostenfrei.

Hafen von Paphos

In Paphos angekommen, schlenderten wir zunächst am Hafen entlang. Kleine Cafés und Restaurant laden dort zum Verweilen ein. Auch wir haben uns „verführen“ lassen und beobachteten während unserer kleinen Pause das bunte Treiben. Danach ging unsere Besichtigungstour weiter.

Unmittelbar in der Nähe des Hafens befindet sich das Mittelalterliche Kastell bzw. das, was von ihm noch geblieben ist. Als byzantinische Festung diente es zum Schutz des Hafens und der Küste.

Das Kastell entstand im 13. Jahrhundert, erbaut von den Lusignanern. Die Venezianer sprengten es um 1570, im 16. Jahrhundert wurde es neu aufgebaut. Es gibt nur einen einzigen Eingang. Über diesem befindet sich eine Inschrift in arabischer Sprache. Aus dieser ergibt sich der Wiederaufbau im Jahr 1592 durch die Osmanen.

Wir wurden mit einer wilden Geschichte konfrontiert. Häufig ist es so, dass Burgen als Gefängnisse genutzt wurden, so auch das Kastell am Hafen von Paphos. Darüber hinaus diente es bis 1935 auch als Lager für Salz. Dies geschah zur Zeit der britischen Besatzung von 1878 bis 1960. Schließlich wurde es zu einem antiken Denkmal erklärt.

Von der großen Halle im Erdgeschoss zweigen mehrere kleine Räume ab, die als Gefängniszellen dienten. Außer ihnen gab es noch etwas kleinere Zellen, die allerdings unterirdisch gelegen waren. In diesen hielt man die Barbaren gefangen.

Eine Moschee sowie Ruheräume der türkischen Wache befanden sich im ersten Stock.

Insgesamt ist das Kastell ein zweistöckiger Bau, der aus Kalkstein errichtet wurde. Die starken Außenwände wurden mit kleinen Öffnungen versehen. Im oberen Teil endet das Bauwerk mit Zinnen. Hier oben haben sich seinerzeit zwölf Kanonen befunden. Nachdem das Kastell zum Denkmal erklärt worden war, verschwanden diese Kanonen.

Wir haben uns in eine Schießkammer getraut und einen Blick durch eine Schießscharte auf den Hafen geworfen. Die Schießkammern sind sehr dunkel aber geräumig, damit sich der Schütze in ihnen gut bewegen kann.

Das Kastell von Paphos ist unseres Erachtens im Gegensatz zu anderen Hafenfestungen eher schlicht gehalten. Trotzdem besticht das Innere mit einem ganz besonderen Charme.

Auf keinen Fall darf das Kastell verlassen werden, bevor man nicht auf der obersten Etage war. Von hier hat man einen einzigartigen Blick auf den Hafen und die Stadt.

Hier oben musste ich meinen Fotografen ein wenig antreiben, sich von dem Blick zu lösen, denn Paphos hat noch mehr Sehenswertes.

Info:
Mittlerweile ist das Kastell ein Wahrzeichen von Paphos. Es ist ganzjährig geöffnet und für Besucher zugänglich. 

Saranda Kolones ist eine alte Burgruine, die ihren Namen nach 40 monolithischen Säulen erhalten hat.

Vom Hafen aus gibt es mehrere Möglichkeiten zu der alten Burgruine zu gelangen. Mit dem Auto, was wenig Sinn macht, da die Strecke gerade mal 600 Meter beträgt und der Parkplatz zwischen den beiden Sehenswürdigkeiten liegt. Also Fahrrad, zu Fuß oder so …

Ja, dieses Fortbewegungsmittel wurde tatsächlich angeboten!

Die Ruine der Burg befindet sich oberhalb des Hafens. Die beim Wiederaufbau erneut verwendeten Säulen hatten unterschiedliche Funktionen. So dienten sie beispielsweise als Mauerstützen oder Türschwellen.

1222 ereilte Zypern ein schweres Erdbeben, bei dem Saranda Kolones zerstört wurde. Sogenannte „Steinräuber“ verschafften sich Zugang zu der Ruine und entwendeten riesige Quader, um diese an anderen Stellen erneut zu verwenden. Die „Rampen“ der Steinräuber sind im Übrigen heute noch vorhanden.

Interessant ist, dass die Burg offensichtlich gar nicht komplett erbaut war, bevor sie zerstört wurde. Dies wird daran festgemacht, dass zwar die zweigeschossige Kernburg stand, allerdings neben dem Graben noch andere Details fehlten bzw. noch gar nicht fertig waren.

Der Archäologische Park ist riesig, wir schlenderten von einer Station zur nächsten und kamen schließlich am Haus des Dionysos an. Hier erwarteten uns wunderschöne Mosaike, denn die Böden waren damit vollständig ausgestattet.

Dionysos Haus stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und wurde, wie uns bei der Besichtigung erzählt wurde, auf einem Gebäude errichtet, das wesentlich älter war.

Das Mosaik von Phaedra und Hyppolytos ist ein sehr schönes Werk. Es stellt Hyppolytos mit seinem Hund dar, der einen Brief seiner Stiefmutter Phaedra liest.

Auf diesem Mosaik wunderschön dargestellt wie Ikarios dem Gott Dionysos die Gastfreundschaft anbietet, als dieser Athen besuchte. Gleichzeitig ist es ein Bildnis der Weinherstellung, da Ikarios lernte wie Wein angebaut und hergestellt wird.

Einem Mythos zufolge soll Dionysos bei seiner Abreise Ikarios geraten haben, den Wein gut zu verstecken, da ansonsten eine Katastrophe geschehen würde. Ikarios schenkte dieser Aussage jedoch keine Beachtung und verteilte den Wein, was rechts auf dem Mosaik dargestellt ist. Da die Beschenkten zu viel tranken und betrunken wurden, kam bei ihnen der Gedanke auf, vergiftet worden zu sein. Die vorausgesagte Katastrophe war, dass sie Ikarios töteten.

Auf dem Mosaik befindet sich über den Köpfen der Weintrinker eine Inschrift die besagen soll „die ersten Weintrinker“.

Damit die Mosaike nicht beschädigt werden, leitet man die Besucher über entsprechende Plattformen darüber. Das Haus des Dionysos ist über eine Fläche von 556 m2 mit Mosaiken ausgestattet. Es gibt hier viel zu sehen.

Der Leuchtturm ist vom Römischen Theater aus zu sehen.

Die Insel Zypern steht für kristallklares Wasser, Gebirge, Sand- und Kieselstrände, Steilküsten und auch für antike Kultur. Einen Mix von alledem hatten wir an diesem Tag vereint und es war traumhaft schön.

Gespannt darauf, was uns der nächste Tag in Agios Neophytos bringen wird, haben wir es uns am Hafen von Paphos noch ein wenig gemütlich macht und uns die zypriotische Küche schmecken lassen.

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