Kloster Neophytos Zypern

Kloster des Heiligen Neophytos

Monastiri Neophytos liegt umgeben von Hügeln im Landesinneren von Zypern. Von Paphos aus ist allein die Straße zum Kloster hinauf schon ein Erlebnis, sie ist eng und zudem kurvenreich.

Das Kloster des Heiligen Neophytos zählt zu den interessantesten historischen Klosteranlagen auf Zypern. Neophytos, ein Mönch und Einsiedler hat es im 12. Jahrhundert gegründet, wobei er mehr oder weniger in einer Wohnhöhle gelebt haben soll.

Nachdem Neophytos aus einem Gefängnis entkommen war, verschlug es ihn in die Berge Zyperns. Er saß im Übrigen wegen seines asketischen Lebens hinter Gittern. Hier in der Abgeschiedenheit der Wälder fand er eine Höhle, die er mit der Zeit immer weiter ausgrub, um aus ihr seine Einsiedlerzelle zu erschaffen.

Als Einsiedler lebte er bis sich ihm eine kleine Anhängerschaft anschloss, wodurch das Enkleistra (Höhle im Berg) entstand. Die Anzahl der Mönche war im Kloster Agios Neophytos immer kleiner, als in den anderen Klöstern auf Zypern. Dies hatte seinen Grund darin, dass er sich dem Wunsch des Bischofs von Paphos, einen Schüler in die Klostergemeinschaft aufzunehmen, widersetzte. Fortan wurde er von der Kirche gemieden.

Bekannt ist das Kloster auch für seine beeindruckenden Fresken und seine außergewöhnliche, spirituelle Atmosphäre.

Zypern ist eine Region, die extrem von der christlichen Religion beeinflusst wurde, wodurch die eindrucksvollen Klöster entstanden. Zu finden sind sie an den abgelegensten, häufig aber auch schönsten Orten. Nun, zu einem dieser Klöster gehört das Kloster Agios Neophytos, zu dessen Besichtigung wir uns entschlossen hatten.

Die Klosteranlage, wie sie nunmehr zu besichtigen ist, wurde um 1500 erbaut und ist bis heute bewohnt.

Der Heilige Neophytos errichtete eine Enkleistra, die aus den nachfolgend näher beschriebenen drei Höhlen besteht.

Die erste Höhle diente dem Kirchenraum. An dieser wurde die untere Hälfte mit zwölf langbärtigen Heiligen ausgestattet. Sie stammen aus dem 4. bis 6. Jahrhundert. Mit ihren Weihtüchern raten sie, insbesondere gehorsam zu sein. Darüber hinaus werden die Pilger angehalten zu beten, Sünden zu bereuen und den Glauben an Gott über alles zu stellen.

In der zweiten Höhle entstand der Altarraum, in dem sich immer noch ein kleiner aus Stein bestehender Altar befindet. Auf einem Gemälde wurde der Neophytos dargestellt, wie er zwischen den Erzengeln Gabriel und Michael steht.

Als Wohnzelle von Neophytos fungierte die dritte Höhle, in der er sage und schreibe vier Jahrzehnte seines Lebens verbracht hat. Ausgestattet mit einem Bett, einem Tisch und einem Stuhl. Alles aus Stein gehauen. Er soll sich hier sogar sein eigenes Grab errichtet haben.

Die Wohnzelle war mit vielen Nischen ausgestattet, in denen er seine wenige Habseligkeiten aufbewahrte.

Wenn man es genau nimmt, so befinden sich in der Klosteranlage eigentlich vier Höhlen. Denn mit der Zeit musste wegen des regen Andrangs von Mönchen ein weiterer Raum geschaffen werden. So schlug man diesen kurzerhand in den Felsen. Diese Höhle hatte jedoch die Besonderheit, dass sie nur mit einer Strickleiter erreicht werden konnte.

Von der Einsiedelei hat man einen direkten Blick auf die Klosteranlage.

Während der Besichtigung bekommt man einen Eindruck davon, was für menschliche Leistungen und körperliche Anstrengungen in der Errichtung dieser Höhlen stecken.

Die Hauptkirche des Klosters, das Katholikon, befindet sich außerhalb der Enkleistra.

Der außerordentlich gepflegte Garten wird von einem Kreuzgang umschlossen. Neben Oliven- und Obstbäumen gibt es auch Blumenrabatte. Etwas weiter hinten im Garten entdeckten wir eine Voliere, in der trotz der Temperaturen die Vögel lustig umherflogen. Der Klostergarten ist mit einem Satz beschrieben:

Ein Zufluchtsort für einen Heiligen und den heutigen Touristen

Die Klosterkirche ist eine der am besten erhaltenen Kirchen ihrer Zeit. Im Innern sind wunderschöne Fresken zu sehen. In der Ikonostase befinden sich neben den Ikonen auch Kunstwerke aus dem 16. Jahrhundert.

Neben den biblischen Fresken befinden sich in dem Gotteshaus kirchliche Gegenstände, wie Bücher und Schriften, die viele hundert Jahre alt sind.

Das Kloster ist für Touristen und Pilger gleichermaßen ein beliebtes Ziel, denn alle Besucher dieser Stätte möchten die Geschichte und Kultur der Region erforschen.

Die Gebeine des Heiligen Neophytos befinden sich in der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Klosterkirche. Anderen Quellen zu urteilen war sein Wunsch, in einer der Höhlen beigesetzt zu werden.

Ikonisches Wandbild an der Enkleistra-Wand.

Von dem einstigen Kloster besteht heute lediglich noch eine kleine Kapelle der Enkleistra, die Zelle des Heiligen Neophytos und das Refektorium.

Die ältere der beiden Klausen des Neophytos Klosters ist unserer Meinung nach die schönste, da sie wunderschön mit Fresken ausgeschmückt ist. Aufzeichnungen zufolge stammen diese von dem Maler Theodoros Apsevdis.

Mittlerweile gibt es nur noch wenige ursprüngliche Wandbilder, da im 13. Jahrhundert einige Fresken übermalt wurden.

Nach der Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch des Klostermuseums. Ausgestellt sind in diesem wertvolle Ikonen, Priestergewänder aus verschiedenen Jahrhunderten, aber auch historische Schreibgeräte. Darüber hinaus gibt es Funde aus den Ausgrabungen in der näheren Umgebung zu bestaunen.

Wir waren angenehm überrascht von dieser schönen Klosteranlage. Obwohl es im Gegensatz zu anderen Klöstern recht klein ist, beeindruckt es doch sehr. Für die Besichtigung benötigt man nicht allzu viel Zeit. In knapp einer Stunde hat man alles gesehen. Ob sich der Weg deshalb lohnt, sollte jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ist es ein gutes Etappenziel.

Tipp: Auch wenn das Kloster klein ist, so ist auch hier zu beachten, dass es mit angemessener Kleidung zu betreten ist.

Den Rest des Tages haben wir entspannt am Strand verbracht, denn mit dem Troodos-Gebirge war der kommende Tag programmmäßig gut gefüllt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von Travel-See-Xperience

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Travel-See-Xperience

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen