Thessaloniki

Als zweitgrößte Stadt Griechenlands ist Thessaloniki auch die Hauptstadt der Region Makedonien. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten wird sie oft als der kulturelle Mittelpunkt Makedoniens bezeichnet.

Darüber hinaus ist diese am Meer liegende, pulsierende Stadt bekannt als die Heimat von Alexander dem Großen. Ursprünglich wurde die Stadt von dem makedonischen König Kasandros nach seiner Frau Thessalonike benannt. Thessalonike wiederum war eine Halbschwester von Alexander dem Großen. Wir haben während unserer Rundreise mehrmals Station in Thessaloniki gemacht und von dort die in der Nähe liegenden Ziele angesteuert.

Bei diesem Aufenthalt waren drei Tage eingeplant, so dass wir neben der Stadtbesichtigung in Ruhe das Museum besuchen und die Kirche Aghios Dimitros besichtigen konnten. Dazu aber mehr in späteren Berichten.

Die Stadt Thessaloniki, von den Griechen liebevoll Saloniki genannt, hat uns mit ihrer Schönheit aber auch mit ihrem historischen Charme in ihren Bann gezogen.

Unsere Besichtigung sollte in der Oberstadt beginnen. Denn hier befindet sich die Akropolis, die Wehranlage. In der Regel wurden diese Wehranlagen meistens nahe der Stadt auf der höchsten Stelle erbaut. Diese ist natürlich nicht mit der Akropolis von Athen zu vergleichen, denn diese ist die bekannteste der Welt.

Nachdem wir bei angenehmen Temperaturen den Weg hinauf in die Oberstadt geschafft hatten, erreichten wir recht schnell die alte Stadtmauer. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer ist auf jeden Fall lohnenswert.

Blick von der Stadtmauer über die Stadt

Am Ende unserer ausgiebigen Inspektion der Stadtmauer trieb es uns aber noch weiter hinauf – oder sollte ich besser schreiben: trieb Sachos uns noch weiter hinauf. Es schien ihm Spaß zu machen, uns anzutreiben. Und wenig später befanden wir uns am höchsten Punkt der Stadt, der alten, aus der byzantinischen Zeit stammenden, Wehranlage.

Ein Teil der Zitadelle wurde im Jahr 1895 so umfunktioniert, dass er als Gefängnis genutzt werden konnte. Im Jahr 1989 wurde es geschlossen und die gesamte Anlage, die im übrigen komplett archäologisch erfasst wurde, ist seither für alle öffentlich zugänglich.

Blick vom Trigonios-Turm

Im Bild oben haben wir den schönen Ausblick vom Trigonios-Turm festgehalten, der über die Dächer der Stadt bis hinunter zum Thermäischen Golf reicht. Der Trigonios-Turm war zur Zeit unserer Reise leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, erkennbar auch durch das bereits oben auf dem Turm wachsende Unkraut.

Diese alte Wehranlage sorgte während der byzantinischen Zeit dafür, dass Thessaloniki trotz häufiger Angriffe erfolgreich verteidigt werden konnte.

Natürlich mussten wir auch wieder hinab in die Altstadt laufen, was ein interessantes Unterfangen war. Es ging durch viele schmale Gässchen, die von kleinen, urigen Häusern umsäumt waren. Ist man hier alleine unterwegs, kann es durchaus passieren, dass man die Orientierung verliert. Die Gassen sind nicht nur schmal und steil, sondern auch extrem verwinkelt, was der Altstadt ein besonderes Flair verleiht.

Unten angekommen stießen wir auf die fünfschiffige Basilika Agios Dimitrios, deren Besuch für einen der nächsten Tage in Thessaloniki geplant war.

Nach einer kleinen Stärkung in einem typisch griechischen Café setzten wir unseren Stadtrundgang an der Uferpromenade fort. Schon bald traf unser Blick auf ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, der ‚Lefkos Pyrgos‘ (der ‚Weiße Turm‘). Dieser ungefähr 33 Meter hohe Turm wurde im 15./16. Jahrhundert erbaut. Mittlerweile beherbergt dieses Baudenkmal ein Museum.

Was wir bis dahin nicht geahnt hatten, wurde uns von unserem Reiseleiter schonungslos berichtet. Der Turm diente nicht nur als Wehrturm, nein, er wurde für eine gewisse Zeit auch als Gefängnis genutzt. In diesem Gefängnis wurden unendlich viele Gefangene gefoltert und hingerichtet, so dass ihm kurzerhand die Bezeichnung ‚Blutturm‘ angedacht wurde.

Dies sollte aber nicht sein einziger Name bleiben. Im Laufe der Zeit bekam der ‚Weiße Turm‘ verschiedene Namen, so hieß er Löwenturm oder auch für eine gewisse Zeit Kalamaria-Festung. Erst im Jahr 1912 wurde der Turm weiß gekalkt und in der ‚Weiße Turm‘ umbenannt. Diese Bezeichnung wurde bis heute beibehalten.

Wie oben beschrieben beherbergt der Weiße Turm heute ein Museum, in der ihr viel Wissenswertes über die Stadt Thessaloniki erfahren könnt. Über eine Wendeltreppe werden die Besucher von Etage zu Etage geleitet. Beim Erreichen der Aussichtsplattform wurden wir mit einem schönen Blick auf die Stadt belohnt.

Weiter ging es ins Zentrum der Stadt zum Agia-Sofia-Platz, hier wollten wir uns eine der ältesten Kirchen, die Hagia Sophia (Αγία Σοφία), auch Kirche der Weisheit genannt, anschauen. Es handelt sich um eine historische orthodoxe Kirche, die mit vielen Statuen, Mosaiken und auch Gemälden ausgestattet ist. Die Kreuzkuppelkirche wurde Ende des 7. Jahrhunderts errichtet.

Diese prachtvolle Kirche befindet sich mitten im Zentrum von Thessaloniki. Von außen hat sie eine kubische Struktur, die am nordwestlichen Ende durch einen – im Verhältnis zum Gebäude – kleinen Turm ihren Abschluss findet.

Im Jahr 1917 wurde die Kirche durch einen Brand hauptsächlich im Innenraum stark beschädigt. Erst im Jahr 1980 entschloss man sich zu einer Renovierung.

Das Innere der Kirche wird von einer 10 Meter großen Kuppel dominiert, in der sich ein Mosaik befindet, welches die Himmelfahrt Christi darstellt. Es stammt aus dem 9. Jahrhundert. Wir waren verwundert darüber, dass in den verschiedenen Mosaiken Sterne, Textpassagen oder Kreuze zu sehen waren. Dies geschah seinerzeit deshalb, weil die künstlerische Darstellung von Gestalten religiöser Art verboten war. 

Bei der Besichtigung des Inneren der Hagia Sophia sollte darauf geachtet werden, dass Kleidung getragen wird, die sowohl die Schultern als auch die Knie bedeckt.

Als atypisch empfanden wir den Rundfunkturm mit einer Höhe von ungefähr 76 Metern, der auf dem Messegelände der Stadt seinen Platz gefunden hat. Die Idee zu diesem Turm hatte Alexandros Anastasiadis, ein griechischer Architekt. Neben seiner Funktionalität als Rundfunkturm beherbergt er darüber hinaus sowohl ein Restaurant als auch eine Aussichtsplattform. Der OTE-Turm ist der zweithöchste Rundfunkturm in Griechenland.

Den Abend verbrachten wir am Hafen, um uns von der Tour durch die Stadt ein wenig zu erholen. Kleine, verwinkelte Gässchen, Tavernen, Cafés, viele und überaus interessante historische Bauten und eine Uferpromenade mit einem besonderen Charme – was gibt es Schöneres, als solch eine Stadt mit diesem ganz besonderen Flair zu Fuß zu erkunden?

Wer in Thessaloniki verweilt, sollte – wie wir – unbedingt auch das Archäologische Museum besichtigen.

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