Thessaloniki – Archäologisches Museum

Thessaloniki ist mit reichlich Kultur gesegnet. So hat die Stadt ein Byzantinisches Museum, ein Jüdisches Museum, ein Museum des mazedonischen Kampfes, ein Photographie-Museum, ein Kriegsmuseum, ein Museum für zeitgenössische Kunst, ein Folkloremuseum, ein Museum für Cinema und Cinemateque, ein Eisenbahnmuseum, ein Kindermuseum, ein Olympic Museum, ein Museum für antike Instrumente, ein Radiomuseum und einiges mehr.  

Unser Besuch galt dem Archäologischen Museum. Dieses wurde bereits 1912 gegründet, als die Griechen die Stadt von den Osmanen zurückeroberten. Bis dahin waren viele Fundstücke an verschiedenen Orten verteilt. Das Anliegen der Bürger war es, sie unter einem Dach zu vereinen. Während des zweiten Weltkrieges wurden die meisten Schätze vergraben, um sie vor einem Raub zu bewahren. Nach dem Weltkrieg begann man 1950 mit den Plänen eines Neubaus, der bis 1962 abgeschlossen war.

Da immer mehr Fundstücke hinzukamen, die nicht alle ausgestellt werden konnten, wurde das Museum in den 80ern mit einem Anbau erweitert. Gleichwohl wurden später viele Fundstücke wieder in neu errichteten Museen untergebracht, die an den Ausgrabungsstätten errichtet wurden. Zu den bedeutendsten Exponaten gehören die Funde der Gräber von Sindos, Agia Paraskevi, Nea Filadelfia, Makrygialos, Derveni, Lete, Serres und Evropos.

Zu den wahren Schätzen des Museums gehören zahlreiche goldene Artefakte. Besonders beeindruckend ist die goldene Krone von Philipp II., der von 359 – 336 v. Chr. als König Makedonien regierte und Vater von Alexander dem Großen war.

Diese Krone wurde dem verstorbenen König als Grabbeigabe in sein Grab in der Nähe des modernen Vergina gelegt, wo sie sich bis zur Ausgrabung durch den griechischen Archäologen Manolis Andronikos befand.

Die Blätterkronen wurden jedoch nach 1998 in dem neu erbauten Museum neben den Gräbern in Vergina untergebracht.

Die Blätterkronen verdeutlichen die Hochkultur, die bereits zu dieser Zeit in Makedonien herrschte und die Künstler zu beeindruckenden Schöpfungen führte.

Zu der makedonischen Tischkultur gehörte auch dieses silberne Sieb, das später auch von den Römern für ihren Gebrauch kopiert wurde.

Zahlreiche dieser Frauenfiguren sind im Archäologischen Museum aufgestellt. Sie geben Aufschluss über Kleidung und Haartracht der Antike.

Aus dem Grab Philipps II. stammt auch dieser Kopf eines älteren Mannes, der aus feinem Elfenbein geschnitzt wurde. Es soll sich um eine Darstellung des Königs handeln.

Bei diesem Goldschmuck handelt es sich um ein Paar Ohrringe, die mit Scheiben und Nachbildungen von Booten verziert sind. Das Motiv findet sich in zahlreichen Nachbildungen wieder und wurde auch von Etruskern und Römern später aufgenommen.

Eine goldene Medaille mit Frauenkopf aus dem 3. Jahrhundert vor Christi Geburt. Dieses Portrait soll Olympia abbilden, die Ehefrau Philipp II. und Mutter von Alexander dem Großen.

Diese Vase mit goldener Königskrone war ebenfalls eine Grabbeigabe. Sie befindet sich heute nicht mehr im Archäologischen Museum sondern an der Originalausgrabungsstätte in Vergina.

Eine Grabstele aus Nea Kallikratia (440 v. Chr.) mit der reliefartigen Abbildung eines jungen Mädchens, die eine Taube hält.

Eine goldene Urne, die in Vergina ausgegraben wurde. Diese Urne ist auch abgebildet auf dem Titelbild des Katalogs, den das Museum vor Jahren herausgegeben hatte. Die Schatulle beinhaltete die Gebeine Philipp II., die zusätzlich in einem purpurnen Umhang eingewickelt waren. In der Archäologie wird für diese Graburne der Begriff Larnax verwendet.

Heute befindet sich dieses bedeutende Artefakt mit der Königskrone, die in dieser Urne vorgefunden wurde, in dem Museum von Vergina. Auf dem Deckel der Urne ist der Stern oder auch die Sonne von Vergina dargestellt. Es war das Herrschersymbol der makedonischen Könige und wird daher auch als Argeaden-Stern bzw. Sonne bezeichnet.

Ein mit goldenen Bändern und Schließen verzierter eiserner Brustpanzer, der ebenfalls in Vergina ausgegraben wurde.

Ein Mosaik aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. mit der Darstellung eines Fisches und einer mythologischen Gestalt.

Der Derveni-Krater ist ein bronzener Volutenkrater aus dem 4. Jahrhundert nach Christi. Unter Volutenkrater versteht man ein griechisches Weinmischgefäß. Der Begriff Volute ergibt sich aus den geschwungenen Henkeln, die in einer Volute endeten.

Auf welchem künstlerischem Niveau die Griechen der damaligen Zeit standen, lässt sich nur ermessen, wenn man sich ein Detail des Henkels des Weingefäßes vor Augen führt.


Zu Recht wird der Volutenkrater als der bedeutsamste Fund aus den Gräbern von Derveni nördlich von Thessaloniki angesehen. Zahlreiche Details über dieses Artefakt sind mit wissenschaftlicher Genauigkeit in der Wikipedia aufgeführt.

Schlichter fällt diese bronzene Kleeblattkanne aus dem 4. Jahrhundert v. Christi aus.

Dieses Schild war eine Beigabe im Grab König Philipps II. aus Vergina. Die ursprüngliche Schildplatte war bereits verwittert, so dass das Schild auf einem Träger rekonstruiert wurde. Erhalten sind die Bestandteile aus Gold und Elfenbein.

Das goldene Gorgoneion (Gorgonenkopf) stammt vom Brustpanzer König Philipps II. und befindet sich wie viele andere Grabbeigaben heute im Museum von Vergina.

Das vergoldete silberne Diadem aus dem Grab Philipps II. in Vergina.

Die Figurengruppe aus Elfenbein verdeutlicht die lebensfreudige Kultur der damaligen Antike.

Eines der zahlreichen Bodenmosaiken im Archäologischen Museum von Thessaloniki. Dargestellt sind Dionysos und Ariadne. Dionysos, der Gott des Weines nahm sich Ariadne, die Tochter des Minoischen Königs zur Frau.

Ein weiteres Bodenmosaik von denen wir noch einige an verschiedenen Stätten zu sehen bekommen sollten.

Die Statue eines archaischen Jünglings aus Marmor um 530 v. Chr., der als Kroisos-Kouros, auch Kouros von Anavyssos bezeichnet wird. Es handelt sich um eine Grabstatue eines gefallenen Kriegers. Die Originalstatue befindet sich im Nationalmuseum in Athen.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Thessaloniki besuchten wir ein weiteres Highlight der Stadt, die Kirche Agios Dimitrios.

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