Matale
Eingebettet in einer wunderschönen Landschaft und umgeben von zahlreichen Plantagen, auf denen Tee, Chili, Kautschuk und vieles mehr angebaut wird, liegt Matale in der Zentralprovinz Sri Lankas.
Die Stadt ist wegen ihrer historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten bekannt.
Auf dem Weg nach Matale machten wir noch einen Abstecher zum Sembuwatta Lake, einem künstlich angelegten See.

In unmittelbarer Nähe des Sees schließt sich das Cambell’s Land, ein Waldreservat an, das neben Pinienwäldern auch mit Teegärten aufwartet.
Dann ging es weiter nach Matale. Sehr viel stand dort nicht auf dem Programm, so dass es wohl ein ruhiger Tag werden würde.

Zunächst wurden wir in eine Stofffabrik geführt, in der sehr schöne Wandteppiche hergestellt wurden. Erstaunlich, unter welch erschwerten Bedingungen dies geschieht. Was bei uns durch Maschinen erledigt wird, wird in Matale mit der Hand gefertigt.
Im Anschluss daran haben wir uns eine Schneiderei angesehen, in der wir in die Welt der Herstellung von Saris eingeführt wurden.
Ein Sari ist ein Wickelrock mit Schulterüberwurf, der in Sri Lanka bei Festen als Tracht getragen wird. In der Regel besteht er aus einem fünf bis sechs Meter langen, gewebten Tuch. Wichtig ist, dass dieses Tuch keinerlei Nähte hat.
Die meisten Saris bestehen aus Baumwolle, dies deshalb, da die Baumwolle im Vergleich zu anderen Stoffen am günstigsten und darüber hinaus am einfachsten zu produzieren ist.
Für die besser gestellte Gesellschaft allerdings werden sie aus Seide hergestellt, da sie häufig bei offiziellen Anlässen getragen werden. Selbstverständlich ist die Verarbeitung der Seide sehr viel aufwendiger und kostenträchtiger.

Nach langem Hin und Her habe ich mich dazu überreden lassen, einen Sari anzuziehen. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Diesem Erlebnis folgte sogleich ein weiteres. Wir sollten einen Einblick in die landestypische Küche bekommen.
In einem kleinen Raum, ausgestattet mit einem Tisch, ein paar Stühlen und einer auf dem Boden befindlichen Feuerstelle trafen wir auf weitere Reisende. Wie soll auf einer solch kleinen Feuerstelle für mehrere Menschen gekocht werden? Es ging.
Natürlich gab es auch das typische Gericht Reis mit Curry. Weiter wurden wir mit Rotis (Weizenmehlfladen), Idli (gedämpfte Teigküchlein) und einigen anderen leckeren Dingen versorgt. Eins durfte wegen der Schärfe nicht fehlen, die Kokosflocken. Zum Abschluss gab es für jeden noch etwas Süßes.
Die gemütliche Runde wurde von unserem Reiseführer beendet, da wir noch einen Tempel besichtigen wollten.

Der Hindu-Tempel Sri Muthumariamman Thevasthanam ist bei der Anreise nach Matale bereits von weitem sichtbar, da er insgesamt 33 Meter hoch ist. Somit ist er auch der höchste Hindu-Tempel Sri Lankas. Gewidmet wurde der Tempel Mariamman, der Göttin des Regens und der Fruchtbarkeit. Leider konnten wir den Tempel nur von außen besichtigen.
Der 1874 erbaute Tempel wird sowohl von Hindus als auch von Buddhisten genutzt. Ursprünglich bestand der Tempel lediglich aus einem kleinen Schrein mit einer Statue, die unter einem Baum stand. Auf dem übrigen Gelände befanden sich vor Errichtung des Tempels Reisfelder. Nach und nach wurde der Tempel immer mehr erweitert.
Ein herausragendes Detail ist ein über 32 Meter hoher Raja Koburum, ein reich verzierter Turm. Geschmückt wird der Tempel mit über 1.000 Statuen der hinduistischen Gottheiten.

Speziell an dem Tempel sind die Streitwagen, mit den die Statuen der hinduistischen Götter am Poya-Tag durch die Stadt gezogen werden. Bei den Göttern handelt es sich um Ganeha, Shiva, Murugan, Chandeshvara Nayanar und Mahadevi.
Der Tempel hat aber noch eine Besonderheit für die Hindus, einen großzügigen Hochzeitssaal. Von 1856 bis heute wird dieser für Hochzeiten genutzt.
Nach der Außenbesichtigung des Tempels hieß es für uns: auf nach Kandy. Die Fahrzeit betrug etwas mehr als eine Stunde. In Kandy angekommen wurden wir im Queens-Hotel, einem alten Hotel aus der Kolonialzeit, eingecheckt. Du möchtest wissen, was wir in Kandy erlebt haben? Dann sei auf unseren nächsten Beitrag gespannt.
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