Azay-le-Rideau

Schloss Azay-le-Rideau liegt in einer Gemeinde gleichen Namens. Das Wasserschloss wurde als Renaissancebau Ende des 11. Jahrhunderts von dem Ritter Ridel d’Azay errichtet.

Dieser war auch der Namensgeber für die Gemeinde, die sich in der Nähe des Schlosses ansiedelte.

Bei den Touristen ist das Schloss sehr beliebt. Der Grund ist, dass diese architektonische Perle in einer sehr ansprechenden Parklandschaft liegt, die zum Flanieren einlädt. Der gut erhaltene Zustand ist auch darauf zurückzuführen, dass die Anlage während der französischen Revolution verschont blieb, weil die damaligen Schlossherren ein gutes Verhältnis zu den Bewohnern des Ortes hatten.

Die ursprüngliche Festung diente als Schutz für die Flussdurchfahrt. Unter Gilles Berthelot, der das Anwesen 1515 von seinem Vater Martin Berthelot, Vorsteher des königlichen Rechnungshofes unter Karl VII und Ludwig XII., erbte, wurden zwei rechtwinkelige Wohnhäuser gebaut, die dem Schloss noch heute sein Gepräge geben.

Das Treppenhaus ist eines der wenigen Gebäudeteile, die ihr ursprüngliches historisches Aussehen behalten haben. Bei der Treppe handelt es sich nicht um eine sich drehende Spindeltreppe, sondern sie verläuft geradlinig mit Umkehrplattformen.

Durch die offenen Fenster sind die Kassetten mit den hängenden Baldachinen zu erkennen. Zahlreiche plastische Figuren zieren das Treppenhaus. Links ist der Salamander von Franz I.  und sein Motto: „Nutrisco and extinguo“ zu sehen.

Besonders reizvoll ist die Ansicht von der Wasserseite. Die Familie Biencourt ließ ab 1810 die Flussauen trocken legen und errichtete die noch heute vorhandenen parkähnlichen Gärten.  Der letzte Bewohner des Schlosses, Charles Marie Christian de Biencourtwar in Vermögensverfall geraten. Aus dem beschlagnahmten Vermögen verkaufte der Erwerber Rechtsanwalt Jean-Achille Arteau 1905 das Schloss an den französischen Staat.

Erster Schlossbewohner aus der Biencourt-Familie war Marquis Charles de Biencourt (1747-1824), der weitgreifende bauliche Änderungen an dem Schloss vornehmen ließ und ihm sein heutiges Aussehen gab. Dies war auch erforderlich, denn zu dem Zeitpunkt des Erwerbes im Jahr 1791 befand sich selbiges in einem desolaten Zustand.

Nach der Übernahme durch den französischen Staat wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Schloss durchgeführt, die ab 1907 begannen. Mittlerweile ist das Schloss als historisches Denkmal eingestuft.

Zwei Rundtürme grenzen das dreistöckige Wohngebäude an den Ecken ab. Das relativ kleine Hauptgebäude besteht aus einem Hauptkörper und einem rechtwinkligen Flügel, der mit horizontalen Bändern quadratisch ist und vom Indre und einem bewaldeten Park umgeben ist.

Der Renaissancebau ist durch seine langen Proportionen und zahlreichen Ornamenten geprägt. Die Bastionsecken mit ihren konischen Türmen, die vertikal gestapelten Dachgauben und das hohe steil abfallende Schieferdach sind weitere stilbildende Merkmale.

Ein architektonisches Highlight, das in einem Park mit altem Baumbestand und großflächigen Wasserspiegeln eingebettet ist, lädt den Besucher zum Verweilen ein.

Das Luftbild vermittelt einen idealen Überblick über die architektonische Gesamtkomposition dieses Renaissancebaus.

Unser nächstes Reiseziel war das Schloss von Ussé.

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