Elsässer Idylle und echte Gastfreundschaft: Le Manoir de Sens
Manchmal braucht man keinen großen Plan, um eine besondere Reise zu erleben, sondern nur die richtige Entscheidung. Für unseren Aufenthalt im Elsass wollten wir diesmal bewusst etwas anderes ausprobieren: weg vom klassischen Hotel, hin zu einem Ort, der persönlicher, herzlicher und näher am echten Leben ist. Wir suchten eine Unterkunft, die nicht nur ein Bett bietet, sondern Atmosphäre, Charakter und Menschen, die mit Leidenschaft Gastgeber sind. Genau diese Mischung hat uns nach Thannenkirch geführt.
Das Gästehaus wirkte bei unserer Ankunft einladend und irgendwie urig. Schnell war klar, dass es mit viel Sorgfalt und Herzblut geführt wird. Ohne große Erwartungen, aber mit dem Wunsch nach ein paar erholsamen Tagen, sind wir hier angekommen und hatten schnell das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Inhalt
- Warum wir uns für ein Gästehaus entschieden haben
- Entstehung des Le Manoir des Sens
- Die Gastgeber: Herzlichkeit und Philosophie
- Ein Wintergarten mit überraschender Wirkung
- Die tierischen Mitbewohner – Java, Espresso, Vinyl & Mya
- Um die Treppe im Gästehaus kommt niemand herum
- Wanderwege direkt vor der Haustür
- Perfekte Lage für Ausflüge im Elsass
- Unser Fazit
- Le Manoir des Sens erleben
Warum wir uns für ein Gästehaus entschieden haben
Für unseren Juni-Urlaub im Elsass wollten wir eine Unterkunft, die unseren Aufenthalt auf eine unkomplizierte, aber besondere Weise ergänzt. Uns gefiel der Gedanke, in einem Haus zu wohnen, das nicht nur funktional ist, sondern eine eigene Atmosphäre mitbringt. Ein Ort, an dem man merkt, dass Menschen ihn bewusst gestalten und nicht nach einem Standardprinzip führen.
Das Le Manoir des Sens hat genau diesen Eindruck vermittelt. Die Beschreibung versprach ein Haus mit Charakter, eine ruhige Lage und Gastgeber, die ihren Stil klar erkennen lassen. Es wirkt wie ein Ort, an dem man nicht einfach unterkommt, sondern an dem der Aufenthalt selbst ein Teil der Reise wird. Diese Mischung hat letztlich den Ausschlag gegeben und uns neugierig gemacht, das Gästehaus auszuprobieren. Für ein paar Tage durften wir Teil eines liebevoll geführten Hauses sein und wer hier übernachtet, fühlt sich aufgehoben wie bei Freunden.
Entstehung des Le Manoir des Sens
Die Geschichte des heutigen Le Manoir des Sens ist wie eine kleine Reise durch die bewegte Elsass-Region im 20. Jahrhundert. Auf dem Weg vom Tourismus-Pionierort hin zu einer Oase der Ruhe, Achtsamkeit und Naturverbundenheit.
Es begann alles mit einer Familie, die das Hotelwesen im Elsass mitgeprägt hat: die Eheleute Schaeffer-Erbland. Joseph und Barbe Schaeffer errichteten 1890 die ersten Kureinrichtungen in Thannenkirch. Damit nicht genug, setzten sie 1922 noch eins drauf, indem sie die markante Villa Rouge am Ortsrand in Richtung Haut-Koenigsbourg errichteten. Joseph Schaeffer war der Urgroßvater der späteren Besitzer Geneviève und Jean-Marie Stoeckel.
Schon bald wurde das Haus in La Sapinière umbenannt, was so viel wie Tannenwald bedeutet. Die 1920er und 1930er-Jahre brachten Thannenkirch einen echten Boom als Höhen- und Luftkurort. Die Villa zählte zu den ersten Hotel-Pensionen im Dorf und bot schon zu dieser Zeit komfortable Unterkünfte an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, der auch im Elsass seine Spuren hinterließ, startete das Haus wieder neu durch. Es wurde sorgfältig renoviert, man wollte den modernen Ansprüchen der Urlauber gerecht werden, die durch die Vogesen und die nahegelegene Weinstraße angelockt wurden. Bis es allerdings soweit war, vergingen zehn Jahre, in denen sehr viel Arbeit und Kraft in das Haus gesteckt wurden.
Jahrzehntelang blieb das Herrenhaus ein schöner Anlaufpunkt für Reisende am Fuße des geheimnisvollen Taennchel-Massivs.
Von 2019 bis 2022 wurde das Gästehaus von dem deutschen Ehepaar Vith geführt. Mit Nadège und Jérôme, die sich in den geschichtsträchtigen Altbau-Charme und die tolle Lage am Waldrand verliebt hatten, begann das nächste große Kapitel des Herrenhauses. Sie fackelten nicht lange und verwandelten das Anwesen in ihr Wohlfühl-Paradies, es entstand das Le Manoir des Sens. Heute verbindet das Haus fast hundert Jahre Geschichte mit zeitgenössischer Spiritualität. Wer hier eincheckt, findet mehr als eine warme Gastgeberstube. Es ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann!
Adresse: 21 Route du Haut Koenigsbourg, 68750 Annex Thannenkirch-Bergheim
Die Gastgeber: Herzlichkeit und Philosophie
Nadège und Jérôme haben wir als außergewöhnlich aufmerksame, herzliche und nahbare Gastgeber erlebt. Verständigungsprobleme gab es praktisch keine. Sie sprechen Französisch, Englisch, Deutsch und wenn doch einmal ein Wort fehlte, halfen Hände, Mimik oder eine Übersetzungs-App auf dem Handy weiter. Die beiden stehen ihren Gästen jederzeit mit individuellen Wandertipps für die Vogesen oder Ausflugsmöglichkeiten zur Seite. Gute Tipps, wo man zu einem gemütlichen Mittagessen einkehren kann, fehlen natürlich auch nicht. So haben wir Holger alias Helmut von der Winstub de Rorschwihr kennengelernt.
Das kulinarische Konzept
Jérôme bereitet jeden Morgen frische Spezialitäten für das Frühstück zu. Auf dem Tisch landen hausgemachte, außergewöhnliche Marmeladen, Säfte sowie Produkte von Erzeugern aus der Region. Die Zutaten für die Kräutertees oder Pfannkuchen mit Holunderblüten werden mit Pflanzen aus dem hauseigenen Garten zubereitet. Der Joghurt war eine Eigenkreation und hatte jeden Morgen eine andere Geschmacksrichtung. Gefrühstückt wird übrigens im “Wohnzimmer” der Gastgeber.
Wer abends hungrig von einem Ausflug heimkehrt, kann sich an einer speziell hergerichteten kalten Platte erfreuen, bei der das Auge definitiv mitisst. Als wir uns einmal sehr kurzfristig wegen einer solchen Platte gemeldet haben, war das absolut kein Problem. Nur zwanzig Minuten später wurde sie uns auf das Zimmer gebracht.
Ein toller Service und hier nochmal ein großes Dankeschön dafür!
Wellness und asiatische Einflüsse
Ein echtes Highlight ist die persönliche Note: Nadège teilt ihre Begeisterung für die asiatische Philosophie mit ihren Gästen und bietet nach Absprache tibetische Klangschalenmassagen an. Hier geht es den Gastgebern vor allem um eins: Ankommen, die Natur mit allen Sinnen genießen und einfach mal komplett abschalten.
Ein Wintergarten mit überraschender Wirkung
Der Aufenthaltsraum im Le Manoir des Sens ist ein Ort, der von den Gästen angenommen wird. Er wirkt wie eine Mischung aus Wintergarten und Rückzugsraum, hell, warm und durch große Fenster eng mit der Natur verbunden. Die Hängematte, die bequemen Sessel und nicht zuletzt der Blick ins Grüne machen den Raum zu einem Platz, an dem man schnell zur Ruhe kommt. Obwohl es ein Gemeinschaftsraum ist, wirkt er dennoch privat und spiegelt den Charakter des Hauses perfekt wider.
Kaffee gibt es hier nicht, stattdessen steht eine Minibar zur Verfügung, aus der sich jeder Gast etwas nehmen kann, es auf einen Zettel notiert und beim Ausschecken bezahlt. Hier zeigt sich wieder das Vertrauen, dass die Gastgeber in ihre Gäste haben. Der Aufenthaltsraum bleibt dabei ein Ort, der durch seine ruhige Atmosphäre und die sorgfältig ausgewählten Elemente zum Verweilen einlädt. Die Mischung aus Licht, natürlichen Materialien und gemütlichen Sitzgelegenheiten schafft eine Umgebung, die man intuitiv respektvoll nutzt und die den Stil des Hauses konsequent fortführt.
Die tierischen Mitbewohner – Java, Espresso, Vinyl & Mya
Zum Gästehaus gehören vier tierische Persönlichkeiten, die man unmöglich nicht ins Herz schließen kann.
Für das Highlight im Garten sorgen die beiden zutraulichen Esel Java und Espresso, die hier ihr Zuhause haben. Sie bringen eine wunderbare Gelassenheit in die Naturkulisse und lieben den Kontakt zum Menschen. Sobald du dich dem Gehege näherst, kommen die beiden direkt auf dich zu, um sich streicheln zu lassen.
Die Katze Vinyl, die mal neugierig, mal majestätisch durchs Haus oder Gelände streift und Mya, der freundliche Hund, der immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dabei wedelt er so überschwänglich mit dem Schwänzchen, dass sein ganzer Körper in Bewegung gerät – ein wogendes, fröhliches Gesamtpaket, das kaum stillstehen kann. Auch er liebt Streicheleinheiten und holt sie sich gerne bei den Gästen ab.
Besonders deutlich wurde das, als ich versuchte, ihn zu fotografieren: Kaum war ich in die Hocke gegangen, sah Mya seine Chance. Mit einem Tempo, das man diesem gemütlichen Hund gar nicht zutrauen würde, kam er auf mich zugeschossen – so begeistert, dass ich mich schnell wieder aufrichten musste, sonst hätte er mich glatt umgelaufen. Danach tänzelte er fröhlich um mich herum, immer dicht an mir dran, als wollte er sagen: „Foto später, Streicheleinheiten jetzt!“ Erst mit der Hilfe von Jérôme gelang es schließlich, ein Bild von ihm zu machen. Diese kleinen, fröhlichen Momente machen den Aufenthalt im Le Manoir des Sens noch persönlicher.
Um die Treppe im Gästehaus kommt niemand herum
Das Manoir ist nicht barrierefrei. Die Zimmer sind ausschließlich über eine Treppe erreichbar – ein Detail, das man wissen sollte und das auch auf der Internetseite klar kommuniziert wird. Für uns war das kein Problem, wir haben die Treppe eher als eine Art integriertes Tagesfitness-Programm gesehen. Nach einem guten Frühstück tut ein wenig Bewegung gut und bringt den Körper in Schwung.😊 Und ganz ehrlich: Die Treppe gehört irgendwie zum Charme des Hauses. Sie verleiht dem Gästehaus eine authentische, wohltuende Charakternote und erinnert an eine Zeit, in der Hotel- und Gästezimmer noch ohne Aufzüge auskamen.
Wer im Le Manoir des Sens übernachtet, sollte sich darauf einstellen, dass der Blick vom Frühstücksbereich oder aus dem Zimmer mit dem Gang über eine Treppe verbunden ist.
Bei der Anreise mit großem Gepäck lohnt es sich, dies im Vorfeld direkt mit den Gastgebern zu klären. So entsteht schnell eine unkomplizierte Unterstützung und man kann im Vorfeld schon beim Packen entspannter planen und vielleicht mehrere kleinere Gepäckstücke mitnehmen.
Die Anstrengung war schnell vergessen, sobald wir in unserer Laurines Luxussuite standen, in der wir neben einem separaten Wohn- und Schlafbereich außerdem drei Balkone zur Verfügung hatten, um den tollen Blick in die Landschaft zu genießen. Eins ist zu beachten: Die Zimmer sind nicht mit einer Minibar ausgestattet, was kein Problem ist. Denn Nadège und Jérôme haben den Flur zu den Zimmern mit einem Kühlschrank ausgestattet, der den Gästen zur Verfügung steht. So bleibt alles angenehm unkompliziert.
Wanderwege direkt vor der Haustür
Wer Wanderungen liebt, muss nicht erst irgendwo hinfahren. Rund um das Le Manoir des Sens befinden sich Wanderwege. Die Natur in der Umgebung von Thannenkirch ist unglaublich abwechslungsreich. Das Château du Haut-Koenigsbourg beispielsweise befindet sich in der Nähe. Der Weg dorthin ist gut zu schaffen und führt durch schöne Waldabschnitte. Oben angekommen, steht man vor einer mächtigen Höhenburg, die hoch über der Rheinebene thront.
Perfekte Lage für Ausflüge im Elsass
Das Le Manoir des Sens liegt in Thannenkirch, einem kleinen Bergdorf, das wie ein ruhiger Rückzugsort wirkt. Morgens hört man statt Autolärm nur Vogelgezwitscher, abends zirpen die Grillen und dazwischen liegt ein Tag voller Möglichkeiten.
Von hier aus erreicht man viele Highlights des Elsass in kurzer Zeit:
• Ribeauvillé – perfekt für Weinliebhaber
• Riquewihr – eines der schönsten Dörfer Frankreichs
• Bergheim – charmant, ruhig, authentisch
• Kaysersberg – malerisch und lebendig
• Colmar – ein Klassiker, den man einfach gesehen haben muss
• Eguisheim – unser persönliches Highlight
• Turckheim – mit spürbarer Geschichte
• Barr – entspannt, ursprünglich
• Sélestat – lebendig, vielseitig und mit einer schönen Mischung aus Altstadt und Alltag
• Châtenois – ideal für kleine Entdeckungen
• Mont Sainte Odile – mystisch und geheimnisvoll.
Ob Fachwerkstädtchen, Burgruinen, Weinrouten oder Natur, alles liegt quasi vor der Haustür. Für uns war die Lage optimal: ruhig zum Abschalten und zentral genug für spontane Ausflüge.
Unser Fazit
Das Le Manoir des Sens ist mehr als nur eine Unterkunft. Es ist ein Ort, an dem man sich gesehen, willkommen und gut aufgehoben fühlt. Hier ist die Gastfreundschaft echt und wird gelebt. Menschen, Tiere und die Natur bilden eine harmonische Einheit, die man sofort spürt. Wir können wirklich jedem empfehlen, sich einmal auf dieses Erlebnis einzulassen. Du fährst mit Sicherheit mit dem Gedanken nach Hause: Ich komme wieder!
Le Manoir des Sens erleben
Na, neugierig geworden? Wenn dich das Manoir beim Lesen angesprochen hat, dann gönn dir dort einfach mal eine Auszeit und sammle deine eigenen Erfahrungen. Manche Orte entfalten ihre Wirkung erst, wenn man sie selbst betritt – mit ihren Stimmungen und kleinen Momenten, die sich nicht vollständig in Worte fassen lassen.
Merke dir Elsässer Idylle und echte Gastfreundschaft: Le Manoir de Sens auf Pinterest:











