Schloss Moritzburg: Ein Barockjuwel Sachsens
Schloss Moritzburg, benannt nach Herzog Moritz, zählt zu den schönsten Wasserschlössern Sachsens. Während unseres Aufenthaltes in Dresden haben wir die barocken und landschaftlich so unterschiedlichen Schlossanlagen rund um die Stadt erkundet. Unsere Tour führte uns zunächst nach Moritzburg, dann zum Weingut Schloss Wackerbarth und am Nachmittag weiter zum Schloss Pillnitz.
Diese Reihenfolge erwies sich als ideal, denn gerade für Pillnitz sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden, sofern man die weitläufigen Gartenanlagen nicht nur im Vorbeigehen erleben möchte. Der Besuch im Schloss Moritzburg setzte gleich zu Beginn einen besonderen Akzent. Das heutige Jagdschloss liegt auf einer Insel mitten in einem großen Teich. Die Kombination aus Architektur, Wasserfläche und der ruhigen Umgebung schafft eine Atmosphäre, die neugierig macht, bevor man den Innenhof erreicht.
Inhalt
Wo liegt Schloss Moritzburg?
Schloss Moritzburg liegt in Sachsen, rund 19 Kilometer nordwestlich von Dresden im malerischen Moritzburger Teichgebiet. Genauer gesagt befindet sich der Ort Moritzburg im Landkreis Meißen. Die Anfahrt von Dresden erfolgt entweder über die B170 oder über die Route aus B170 und S81, die direkt nach Moritzburg führt. Über die A4 (Abfahrt Dresden-Wilder Mann) oder die A13 (Abfahrt Radeburg) erreicht man den Ort ebenfalls problemlos. Die Lage im sächsischen Elbtal macht Moritzburg zu einem perfekten Ausflugsziel. Das Schloss thront auf einer künstlich angelegten Insel, umgeben von einem weitläufigen Teich und einer Wald- und Parklandschaft.
Adresse: Schloss Moritzburg, Schloßallee, 01468 Moritzburg
Parken an Schloss Moritzburg
Rund um das Schloss stehen mehrere gut ausgeschilderte Parkplätze zur Verfügung. Der größte befindet sich an der Schlossallee, ist täglich geöffnet und bietet einen kurzen Fußweg zum Schloss. Am Ortseingang liegt ein weiterer Parkplatz, der etwas günstiger ist und einen angenehmen Spaziergang durch den Ort ermöglicht.
Für Wohnmobile gibt es in Moritzburg einen eigenen Stellplatz in der Nähe des Schlossareals. Er bietet ausreichend Platz, einen ebenen Untergrund und die Möglichkeit, Strom zu nutzen. Bezahlt wird direkt am Automaten.
E-Fahrzeuge können ebenfalls auf dem Parkplatz an der Schlossallee geladen werden. Dort stehen entsprechende Ladesäulen zur Verfügung.
In der Hochsaison lohnt sich eine frühe Anreise, da die Parkplätze schnell ausgelastet sind, besonders an Wochenenden und während der beliebten Aschenbrödel-Winterausstellung.
Parkgebühren an Schloss Moritzburg
PKW: Erste Stunde 2,00 Euro. Jede weitere 30 Minuten 0,80 Euro, Tagesmaximum: 9,00 Euro.
Wohnmobile: Übernachtung 12,00 Euro für zwei Erwachsene. Der Strom wird separat abgerechnet.
E-Fahrzeuge: Laden an den vorhandenen Stationen zu den üblichen Tarifen des jeweiligen Anbieters.
(Stand: 2026)
Wissenswertes über Schloss Moritzburg
Die Geschichte von Schloss Moritzburg beginnt im 16. Jahrhundert, als Herzog Moritz von Sachsen hier ein Jagd- und Lustschloss errichten ließ. Die Lage bot ideale Voraussetzungen für die höfische Jagd und gleichzeitig war das Schloss eine eindrucksvolle Kulisse für repräsentative Anlässe. Im 18. Jahrhundert ließ August der Starke es zu einem prachtvollen Barockensemble umgestalten. Der Architekt des Dresdner Zwingers, Matthäus Daniel Pöppelmann, verwandelte die Anlage, indem er Architektur, Landschaft und Inszenierung miteinander verschmelzen ließ.

Auch in den folgenden Jahrhunderten blieb Moritzburg ein bevorzugter Rückzugsort der sächsischen Herrscher. So diente es als Jagdschloss, als Ort für höfische Empfänge und als Schauplatz für Feste.
Heute ist Schloss Moritzburg ein Museum und ein beliebtes Ausflugsziel, das Besucher mit einer Mischung aus Geschichte, Natur und barocker Eleganz empfängt.
Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Schloss Moritzburg eine neue Nutzungsphase. Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen standen im Fokus, um das Denkmal für kommende Generationen zu bewahren. Heute fungiert Moritzburg als öffentlich zugängliches Kulturerlebnis.
Ein Blick ins Innere des Schlosses
Als wir die Auffahrt von Schloss Moritzburg hinaufgingen, entdeckten wir “Piqueur” aus Sandstein, der mit seinem Parforcehorn wirkte, als wolle er gleich wieder auf die Jagd gehen. Zu seinen Füßen sitzt ein Hund, der nur auf das nächste Signal zu warten scheint. Die Figur stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde von Wolf Ernst Brohn geschaffen.
Die Statue gehört zu einer Reihe von Figuren, die die Terrassen und die Auffahrt begleiten und dem Schloss schon beim Ankommen diesen Jagd-Charakter geben. Sie passen einfach zu dem, was Moritzburg über Jahrhunderte war – ein Ort, an dem Jagd, Hofleben und Inszenierung eng zusammengehörten.
Im Inneren erwartet die Besucher eine Mischung aus höfischer Eleganz und jagdlicher Tradition mit Ledertapeten, kunstvoll gearbeiteten Möbeln, barocken Räumen und einer der größten Jagdtrophäensammlungen Europas. Das Schloss bietet nicht nur eine atemberaubende Architektur, sondern auch eine Vielzahl von kunstvoll gestalteten Innenräumen. Zunächst wird man von der imposanten Eingangshalle empfangen, die mit ihren hohen Decken und prächtigen Stuckarbeiten deutlich macht, dass Schloss Moritzburg nicht nur als Jagdschloss, sondern auch als repräsentativer Wohnsitz diente.
Im Monströsensaal zeigt sich die barocke Gestaltung des sächsischen Hofes in einem eher zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Rahmen. Der hohe Raum entstand während der Umbauten unter August dem Starken und war Teil jener Ausstattung, die seine Aufenthalte in Moritzburg begleiten sollte. Die großformatigen Ledertapeten mit ihren gemalten Szenen bestimmen das Erscheinungsbild und verleihen dem Saal einen besonderen Charakter.
Der Fayence-Kachelofen setzt mit seinem blau-weißen Dekor einen klaren Akzent und gehört zu den Elementen, die den Raum bis heute prägen. Ergänzt wird die Ausstattung durch barocke Möbel aus der Zeit August des Starken.
Die beiden Kurfürstenzimmer bilden eine kleine barocke Welt für sich. Sie liegen hintereinander und auf Pracht wurde hier keineswegs verzichtet. Auch hier schmücken die Ledertapeten die Wände. Ihre warmen Braun- und Rottöne und die gemalten Ornamente geben den Zimmern eine dichte, ruhige Atmosphäre. Zwischen den Tapeten hängen große Porträts, darunter auch Darstellungen von August dem Starken. Neben dem schweren Mobiliar setzen die blau-weißen Porzellanvasen einen deutlichen Akzent. Sie bilden einen schönen Gegenpol zu den dunklen Materialien.
Die Boulle-Uhr im Kurfürstenzimmer fällt nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Art auf. Das dunkle Gehäuse mit Messing- und Schildpatt-Einlagen zeigt genau den Stil, der am sächsischen Hof Anfang des 18. Jahrhunderts beliebt war.
Solche Uhren waren mehr als praktische Zeitmesser. Sie standen für französische Mode, für technische Präzision und für den Wunsch, auch in kleineren Dingen Qualität zu zeigen. Sie ist eines dieser Stücke, die den Raum nicht dominieren, aber viel über den Geschmack der Zeit verraten.

Die Schlosskapelle gehört zu den Räumen auf Schloss Moritzburg, die sofort zeigen, wie eng höfischer Alltag und religiöse Praxis miteinander verbunden waren. Sie entstand während der barocken Umgestaltung des Schlosses und wurde so errichtet, dass sie sowohl für den Hof als auch für Gäste repräsentativ wirkte. Der Raum ist im Vergleich zum Rest des Schlosses relativ klein, hat aber eine festliche Ausstattung.
Die Empore war für den Hof reserviert und zeigt, wie stark die Kapelle in den Ablauf des Schlosslebens eingebunden war. Von dort aus konnte die kurfürstliche Familie am Gottesdienst teilnehmen, ohne sich unter die übrigen Besucher zu mischen.
Durch die hohen Fenster fällt genug Licht in den Raum, dass die Stuckarbeiten und die Vergoldungen fast schon lebendig wirken.
Schloss Moritzburg als Filmkulisse
Weltbekannt wurde das Schloss durch den Märchenklassiker Drei Haselnüsse für Aschenbrödel aus dem Jahr 1973. Und du wirst es nicht glauben, Schloss Moritzburg diente als Kulisse für ein Hollywood-Remake. 2019 wurden im Schloss für den Film 3 Engel für Charlie Aufnahmen gemacht. Ob es dadurch zu einer internationalen Größe wurde?
August und das Wildschwein
Um Schloss Moritzburg haben sich im Laufe der Zeit viele Geschichten gesammelt. Eine der bekanntesten dreht sich um August den Starken. Seine Feste waren aufwendig, laut, lebendig und sie waren so gestaltet, dass sie Eindruck hinterließen: bei Gästen, Hofbeamten und bei allen, die später darüber berichteten.
In diesem Umfeld entstand auch die berühmte Anekdote, nach der August der Starke während eines Festes ein ganzes Wildschwein mit bloßen Händen auseinandergebrochen haben soll. Ob diese Szene tatsächlich so stattgefunden hat, bleibt unklar. Zeitgenössische Quellen erwähnen seine außergewöhnliche Körperkraft jedoch immer wieder. So wurde die Geschichte gerne weitergegeben und sie hält sich bis heute.
Unser Resümee zu Schloss Moritzburg
Schloss Moritzburg zeigt, wie harmonisch Architektur und Landschaft miteinander wirken können. Die barocken Formen, die ruhigen Wasserflächen und die weiten Waldabschnitte ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Moritzburg verbindet Kultur, Natur und Ruhe und sorgt so für ein angenehmes Besuchserlebnis.
Ob wir Schloss Moritzburg empfehlen können? Auf jeden Fall. Wer in Dresden unterwegs ist, sollte einen Ausflug dorthin einplanen.
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