Bangkok: Tempel, Traditionen und das Leben am Fluss
Der zweite Tag in Bangkok begann mit dem Besuch einer der bedeutendsten Orte unserer Reise. Am Vortag hatten wir bereits mehrere Tempel besichtigt und einen ersten Eindruck davon gewonnen, wie vielfältig die religiösen Anlagen in der Stadt sind.
Für diesen Tag stand ein Besuch an, den wir bewusst separat eingeplant hatten und der mehr Zeit benötigte als die kleineren Tempel. Wir machten uns daher früh auf den Weg, so entstand kein Zeitdruck und es waren noch nicht sehr viele Touristen unterwegs. Die Anlage ist umfangreich, vielschichtig und in ihrer Bedeutung kaum mit den Tempeln des ersten Tages zu vergleichen.
Inhalt
Grand Palace – Königspalast
Bangkok ist eine Stadt voller Gegensätze. Moderne Hochhäuser treffen auf historische Anlagen und dazwischen pulsiert der Alltag. Mitten in diesem lebendigen Umfeld befindet sich der Grand Palace mit dem Wat Phra Kaeo, ein Highlight, das auf keiner Bangkok-Reise fehlen darf.
Innerhalb der Palastmauern öffnet sich ein Tempelbezirk mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Der Grand Palace gehört zweifellos zu den Orten in Bangkok, an denen man spürt, wie viel Geschichte in dieser Stadt steckt. Die Anlage wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, als König Rama I. die Hauptstadt nach Bangkok verlegte und einen neuen königlichen Sitz brauchte. Auch wenn die Könige heute nicht mehr hier wohnen, bleibt der Ort ein Symbol für die thailändische Monarchie und ihre Traditionen.
Viele stellen sich unter dem Königspalast in Bangkok ein einzelnes großes Gebäude vor. In Wirklichkeit ist es jedoch ein weitläufiges, abgeschirmtes Gelände, das eher wie ein eigener kleiner Stadtteil wirkt. Innerhalb der Mauern liegen über hundert Bauwerke. Die verschiedenen Höfe und Gebäude auf dem Gelände sind so angeordnet, dass sie die Funktionen des Könighofes widerspiegeln. Unter ihnen befinden sich frühere Residenzen der Könige, Zeremonien- und Thronhallen, Verwaltungsgebäude und natürlich der Wat Phra Kaeo.
Ein Besuch am frühen Morgen lohnt sich besonders, da die Wege dann noch ziemlich frei sind und man sich die Gebäude und Verzierungen in Ruhe betrachten kann. Der Grand Palace zeigt auf engem Raum, wie nah Geschichte, Religion und Königshaus in Thailand miteinander verbunden sind.
Wat Phra Kaeo (วัดพระแก้ว) – Tempel des Smaragd Buddha
Ein wichtiger Teil des Palastkomplexes ist Wat Phra Kaeo mit dem Smaragd-Buddha. Er war der spirituelle Mittelpunkt des Königshofes und ist bis heute einer der bedeutendsten religiösen Orte des Landes.
Ein beeindruckender Empfang: Die Wächterfiguren des Wat Phra Kaeo
Wow, das hatten wir so nicht erwartet. Schon bevor man den Tempel überhaupt betritt, stehen sie da. Riesige, farbenfrohe Wächterfiguren scheinen die Besucher erst einmal zu prüfen. Wir waren sofort fasziniert, weil sie in ihrer Größe und Ausstrahlung eine unglaubliche Präsenz haben. Hier muss man einfach stoppen und die Kamera zücken.
Die Figuren gehören zu den Yaksha, in Thailand einfach nur Yak genannt. In der Mythologie gelten sie als mächtige Schutzgeister, die heilige Orte bewahren sollen. Am Wat Phra Kaeo stehen sie für Schutz und Stärke. Zwölf dieser Figuren bewachen die Eingänge der Anlage. Jede hat ihren eigenen Ausdruck, eigene Farben und Muster. Manche wirken streng, andere fast verspielt. Wenn man näher an sie herantritt, sieht man, wie fein sie gearbeitet sind. Sie sind unglaublich detailreich und strahlen im Sonnenlicht.
Die goldene Phra Si Rattana Chedi
Der glockenförmige Stupa im sri-lankischen Stil steht auf der oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo. Errichtet wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts unter König Rama IV. Die Oberfläche der Phra Si Rattana Chedi ist vollständig mit goldfarbenen Mosaikfliesen aus Italien verkleidet. Je nach Tageszeit verändert sich der Eindruck. Morgens wirkt sie fast sanft, mittags strahlt sie so hell, dass man unwillkürlich die Augen zusammenkneift. Im Inneren werden Reliquien des Buddha aufbewahrt. Von Innen ist die Chedi leider nicht zu besichtigen.
Wenn man sich einmal die Mühe macht und um die Chedi herumgeht, sieht man, wie sorgfältig sie gestaltet ist. Obwohl die goldenen Kacheln wie ein Mosaik übereinanderliegen, wirkt die Oberfläche je nach Blickwinkel fast flüssig. Zwischen den einzelnen Reihen erkennt man feine, kaum wahrnehmbare Übergänge, die zeigen, wie präzise die Handwerker gearbeitet haben. Besonders an den Rundungen der Basis wird deutlich, wie exakt jede einzelne Fliese gesetzt wurde, damit die geschwungene Form ohne Brüche weiterläuft.
Bei genauerem Hinsehen haben wir kleine Reparaturstellen entdeckt, an denen einzelne Fliesen ersetzt wurden. Sie waren so sorgfältig eingepasst, dass sie im bloßen Vorbeischlendern nicht auffallen. Diese Mischung aus jahrzehntelanger Substanz und kontinuierlicher Pflege macht die Chedi zu einem lebendigen Bauwerk.
Ein stiller Moment im Tempelhof
Plötzlich wurde es ruhig im Tempelhof. Zwischen den weiß getünchten Säulen und den rot glänzenden Ziegeldächern haben wir eine besondere Szene beobachten dürfen. Mönche schritten in ihren orangefarbenen Jiwons über die Steinplatten. An diesem eindrucksvollen Moment wirkte nichts gestellt oder touristisch, wir konnten für einen Moment an ihrem Alltag teilnehmen.
Die Mönche bewegten sich mit einer unsagbaren Ruhe und für einen Moment rückte alles andere in den Hintergrund. Solche Szenen sind selten, weil sie sich nicht planen lassen. Die Mönche ließen sich von den Touristen nicht beirren und zogen weiter zum Ordinationsraum, um den Gebeten zu folgen.
Wenn du Mönche fotografieren möchtest, frag vorher kurz nach. Wir haben das ebenfalls so gemacht - ein freundliches Zeichen oder ein kurzer Austausch genügt und meistens bekommst du ein zustimmendes Lächeln zurück.
Bai Sema – die stillen Grenzmarken des Heiligen Raums
Die schlanken, reich verzierten Gehäuse sind nicht zu übersehen, werden häufig aber nur im Vorbeigehen wahrgenommen. Tatsächlich haben diese Elemente einen eigenen Namen und eine klare Aufgabe. Die Bai Sema markieren den heiligen Bereich eines Ubosot, den Tempelbereich, in dem die wichtigsten buddhistischen Zeremonien stattfinden, insbesondere die Ordination neuer Mönche.
Wir sind der Frage, was Bai Sema eigentlich sind, nachgegangen. Ursprünglich waren es einfache Grenzsteine, die in den Boden eingelassen wurden. Sie sollten eindeutig festlegen, wo der “geweihte Raum” beginnt. Mit der Zeit wurden diese Steine immer kunstvoller gestaltet. Aus schlichten Markierungen wurden kleine Kunstwerke, die heute oft wie Miniatur-Schreine wirken.
Der Ubosot gilt im Theravada-Buddhismus als der reinste Ort einer Tempelanlage. Damit dieser Raum eindeutig definiert ist, wird er von acht Bai Sema umgeben, jeweils einer in jeder Himmelsrichtung und einer in jeder Zwischenrichtung. Diese Anordnung ist seit Jahrhunderten festgelegt und gehört zu den ältesten architektonischen Traditionen des thailändischen Buddhismus.
Im Wat Phra Kaeo sind die Bai Sema besonders prachtvoll ausgeführt. Statt einfacher Steine stehen hier goldene Gehäuse, die mit grünen und blauen Mosaiken besetzt sind. Ähnlich wie die Wächterfiguren umrahmen sie den Ubosot und betonen seinen Status als heiligen Kern der gesamten Anlage.
Der Phra Ubosot – das zeremonielle Zentrum des Wat Phra Kaeo
Zwischen den glänzenden Chedis und farbigen Mosaiken liegt der Phra Ubosot. Er entstand in den ersten Jahren der neuen Hauptstadt Bangkok, als König Rama I. Ende des 18. Jahrhunderts die Grundlagen des heutigen Rattanakosin-Reiches schuf. Von Beginn an war der Ubosot als königliche Kapelle vorgesehen.
Die Außenfassade ist ein dichtes Geflecht aus Gold, farbigem Glas und feinen Porzellanornamenten. Alles glitzert wunderschön im Sonnenlicht. Das Dach mit seinen gestaffelten Ebenen und den grünen und roten Ziegeln ist typisch für die Architektur dieser Epoche.
Im Inneren kommen wir unserem eigentlichen Ziel näher, hier befindet sich die Statue, die dem Tempel seinen Namen gegeben hat. Der Smaragd-Buddha ist nur 66 Zentimenter hoch und aus einem einzigen Stück grüner Jade gearbeitet. Seine Geschichte führt durch mehrere Königreiche Nordthailands und durch Laos, bevor er unter Rama I. nach Bangkok gelangte. Sein offizieller Name ist Phra Phuttha Maha Mani Rattana Patimakon.
Die Buddha-Statue sitzt auf einem fast elf Meter hohen, vergoldeten Altar. Dreimal im Jahr erhält sie ein neues Gewand! Dies ist ein Ritual, das ausschließlich der König vollzieht und das den Wechsel der Jahreszeiten markiert. Die Zeremonie findet ohne Öffentlichkeit statt, bleibt aber eines der bedeutendsten Rituale des thailändischen Hofes.

Da es in Thailand traditionell und vom Klima her nur drei statt der bei uns üblichen vier Jahreszeiten gibt, wechselt man auch die Robe des Smaragd-Buddhas nur dreimal jährlich.
Nach Erzählungen hat der Weg des Buddha durch verschiedene Reiche geführt, bevor er seinen festen Platz im Grand Palais erhielt. Trotz des tatsächlichen Materials hat sich die Bezeichnung “Smaragd-Buddha” fest verankert, weil die Oberfläche wie ein kostbarer Stein wirkt.
Ein Raum, der besondere Rücksicht verlangt
Der Ubosot ist nicht nur architektonisch beeindruckend, sondern auch ein Ort, an dem bestimmte Regeln gelten. Die Schuhe müssen draußen ausgezogen werden, und zwar so, dass man nicht in Richtung des Buddha steht. Schultern und Beine müssen bedeckt sein. Zwar ist das Fotografieren im Ubosot selbst verboten, doch von der Tür aus darf man in den Raum hinein fotografieren und auch den Smaragd-Buddha aufnehmen. Und hier hat sich mal wieder gezeigt, dass es gut ist, eine vernünftige Fotoausrüstung dabei zu haben. Auch wenn es viel Schlepperei bedeutet. Mein Mann zog im Handumdrehen ein gutes Teleobjektiv heraus – als hätte er nur auf diesen Moment gewartet. Bei der Distanz zur Statue war das auch dringend nötig, sonst wäre auf dem Bild vermutlich nur ein grüner Punkt zu sehen.
Phra Mondop – die funkelnde Schatzkammer der heiligen Schriften
Für uns gehört der Phra Mondop zu den auffälligsten Gebäuden auf der oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo. Schon aus der Entfernung wirkte er auf uns wie ein kostbarer, goldener Bau. Tatsächlich täuschte uns unser Eindruck nicht: Der Mondop ist die königliche Bibliothek, in dem die heiligsten Schriften des Landes aufbewahrt werden.
Der Bau geht auf die Zeit von König Rama I. zurück, der den Mondop errichten ließ, um das Tripitaka aufzubewahren. Dies sind die grundlegenden Schriften des Theravada-Buddhismus. Da diese Texte als sehr heilig gelten, ist das Innere des Gebäudes für Besucher nicht zugänglich. Schade fanden wir das schon, denn wenn der Mondop von außen bereits so grandios ist, wie prachtvoll wird er dann im Inneren aussehen.
Die Fassaden sind mit goldenen Mosaiken und winzigen Spiegelplättchen bedeckt, die mal funkeln und dann wieder schimmern. Das Dach des Phra Mondop ist ein markantes Element. Die spitz zulaufende, siebenstufige Konstruktion ragt wie eine Pyramide in den Himmel.
Von unserem Guide erfuhren wir, dass hier früher eine Bibliothek stand, die auf dem Wasser errichtet war. Offenbar haben wir so ungläubig geschaut, dass er lachen musste und gleich den Grund nachschob: Die Manuskripte sollten vor Insekten geschützt werden! Klingt ungewöhnlich, aber es scheint funktioniert zu haben. Das Gebäude selbst wurde später durch ein Feuer, das durch ein Feuerwerk ausgelöst wurde, zerstört.

Auch der Eingang zum Mondop ist ein Kunstwerk für sich. Die Treppenaufgänge werden von Yakshas flankiert – Wächterfiguren mit markanten Gesichtern und reich verzierten Rüstungen. Sie sollen alles Böse fernhalten!
Die Treppengeländer sind als siebenköpfige Nagas gestaltet. Diese Schlangenwesen stellen im Buddhismus Beschützer der Lehre dar.
Die Türen sind mit Perlmuttarbeiten verziert, die Szenen aus dem Ramakien zeigen. Diese feinen Einlegearbeiten gehören zu den kunstvollsten Details des gesamten Tempelkomplexes.
Ramakien ist das thailändische Nationalepos und eine eigene Version des indischen Ramayana. Es erzählt die Geschichte von Rama, Sita und dem Kampf gegen den Dämonenkönig Tosakan.
Phra Viharn Yod
Plötzlich zogen dunkle Wolken über den Himmel. Sollte es das jetzt gewesen sein mit unserer Besichtigung des Grand Palais oder würde es nur ein für Thailand typischer Regenschauer werden? Wir ließen uns aber nicht beeindrucken und setzten unsere Tour fort, schließlich gehört ein bisschen Wetterdrama hier fast schon dazu.
Der Phra Viharn Yod gehört zu den kleineren, aber besonders fein gearbeiteten Tempel im Palastareal. Sobald man näherkommt, zeigen sich die vielen kleinen Detail, die ihn so besonders machen. Die goldenen Verzierungen fangen selbst an grauen Tagen das Licht ein und lassen den Tempel ein wenig leuchten.
Im Inneren wird eine Buddha-Statue verehrt, die für wichtige Zeremonien genutzt wird. Auch hier gilt wieder: Kein Zutritt für Besucher – nur ein Blick durch die geöffneten Türen!
Wettermäßig hatten wir Glück, es war tatsächlich nur ein kleiner Schauer. Danach strahlte die Sonne wieder mit dem Gold des Grand Palais um die Wette.
Phra Suwara Chedi: Glänzende Stupas auf der oberen Terrasse
Was für Bauwerke! Wenn man näherkommt, merkt man sofort, dass es nicht nur der goldene Glanz ist, der einen in den Bann zieht. Die kunstvoll gestalteten Figuren am Sockel der Chedis wirken, als würden sie das Gewicht der Stupas mit einer Mischung aus Stolz und Anstrengung tragen. Manche zeigen die typischen Wächtergestalten, andere erinnern an die Affenhelden aus dem Ramakien. Sie stehen auf der oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo, etwas abseits der großen Besucherströme und dennoch prominent genug, um sofort ins Auge zu fallen. Durch das im Sonnenlicht strahlende Gold bleibt man fast automatisch stehen.
Klicke auf ein Foto und du wirst zur Lightbox geleitet
Errichtet wurden die beiden Chedis zu Ehren der Eltern von König Rama I. Trotz ihrer Größe bilden sie einen schönen Kontrast zu den farbenfrohen Mosaiken der Tempeldächer um sie herum. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um die feinen Strukturen und Details an den Oberflächen wahrzunehmen. So erschließt sich erst nach und nach, wie viel handwerkliche Präzision in diesen goldenen Stupas steckt.
Phra Maha Monthien-Gruppe
Diese Gebäudegruppe liegt im zentralen Bereich des Großen Palastes und umfasst mehrere Hallen, die früher den ersten Königen der Chakri-Dynastie als Wohn- und Regierungsräume dienten. Hier fanden sowohl der königliche Alltag als auch offizielle Empfänge und Thronzeremonien statt. Typisch für diese Epoche ist die Architektur. Mehrstufige Dächer in Grün und Orange sowie an den Fassaden viele dekorative Elemente.
Einige Bereiche werden bis heute für besondere Anlässe genutzt, so auch seltene und bedeutende Zeremonien wie Krönungsfeierlichkeiten. Zwischen den Gebäuden liegen gepflegte Gartenbereiche, die einen angenehmen Kontrast zu den reich verzierten Hallen bieten.
Die Dusit Maha Prasat Thronhalle
Die Dusit Maha Prasat Thronhalle liegt im westlichen Teil des Großen Palastes und gehört zu den historischen Gebäuden, die eng mit der früheren Chakri-Dynastie verbunden sind. Sie steht in unmittelbarer Nähe zum Tempelbezirk des Wat Phra Kaeo, bildet aber einen eigenen Bereich innerhalb des weitläufigen Palastareals.
Der Bau folgt der traditionellen thailändischen Palastarchitektur: ein klar gegliederter Hallenraum, darüber die typischen, mit Gold verzierten Dachstufen und ein hoher Turm, der das Gebäude nach oben abschließt.
Die Thronhalle wurde für weltliche Zeremonien genutzt und gehört bis heute zu den repräsentativen Räumen des Palastes. Auch hier dürfen die Besucher nicht in das Innere – wer Glück hat, kann einen Blick durch die Türen werfen.
Phra Thinang Chakri Maha Prasat
Dieses Gebäude gehört zu den markantesten im Großen Palast von Bangkok. Es fällt deshalb auf, weil es die europäische Repräsentationsarchitektur mit den traditionellen thailändischen Dachformen verbindet. Für die Palastanlage ist der Phra Thinang Chakri Maha Prasat eher ein ungewöhnliches Bauwerk. Das Gebäude wurde unter König Rama V. (Chulalongkorn) begonnen und im Jahr des 100-jährigen Jubiliäms der Chakri-Dynastie (1882) vervollständigt. Rama V. wollte das Gebäude komplett europäisch gestalten, jedoch bestanden Mitglieder des Hofes darauf, sichtbare thailändische Elemente einzusetzen. So bekam der Bau einen europäischen Körper mit einem thailändischen Dach.
Du fragst dich, warum der Phra Thinang Chakri Maha Prasat so besonders ist? Weil er auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie Siam im 19. Jahrhundert zwischen Tradition und Modernisierung schwankte. Gleichzeitig steht er im Herzen des Großen Palastes und übernimmt damit eine zentrale Rolle in der Selbstdarstellung der thailändischen Monarchie.
Praktische Tipps für den Besuch des Wat Phra Kaeo & Grand Palace
Bevor du dich auf den Weg zum Wat Phra Kaeo und dem Grand Palace machst, lohnt es sich, ein paar Dinge zu wissen.
Öffnungszeiten
Die Anlage ist täglich in der Regel von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr/16.00 Uhr geöffnet. Die Zeiten können sich gelegentlich ändern, daher lohnt sich ein kurzer Blick auf die offizielle Webseite.
Eintritt & Ticket
Der Eintritt für ausländische Besucher liegt bei rund 500 THB (13-14 Euro) pro Person. Tipp: Bei organisierten Touren ist das Ticket häufig schon enthalten. Vor Ort kannst du ebenfalls Guides engagieren, die dir spannende Hintergründe erklären – meist allerdings auf Englisch.
Gelände & Zeitplanung
Das Areal ist groß und besteht aus vielen Gebäuden, Höfen und Tempeln. Plane mindestens drei bis vier Stunden ein, besonders wenn du dir die Details in Ruhe anschauen oder fotografieren möchtest.
Kleidung & Verhalten
Der Wat Phra Kaeo ist ein hochheiliger Ort. Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Falls du nicht passend gekleidet bist, kannst du am Eingang etwas ausleihen. Wer das nicht möchte, muss draußen bleiben. Da man auf dem Gelände viel laufen muss, sollte man keine Flip-Flops tragen, da diese eher unpraktisch sind. Ansonsten heißt es, sich respektvoll und ruhig zu verhalten.
Sonstiges
Für den Umgang mit Mönchen gelten ein paar einfache Regeln: Man hält respektvollen Abstand und vermeidet körperlichen Kontakt. Für Frauen ist das besonders wichtig, da Mönche aus traditionellen Gründen keine Berührungen annehmen dürfen.
Fotografieren ist in vielen Bereichen erlaubt, aber eben nicht überall. Ein kurzer Blick auf die Hinweisschilder sorgt schnell für Klarheit. Wer sich ruhig verhält und die Abläufe respektiert, zeigt automatisch die Rücksicht, die an diesem Ort erwartet wird.
Sonnencreme, Wasser und eine Kopfbedeckung sind fast Pflicht, denn die Sonne brennt hier. Und dieser Hinweis ist leider nötig, du glaubst nicht, was wir alles schon erlebt haben: Die Kopfbedeckung ist nur für den Außenbereich! Ein leichter Regenschutz kann je nach Jahreszeit ebenfalls sinnvoll sein.
Adresse: Wat Phra Kaeo, Na Phra Lan Road,Phra Borom Maha Ratchawang, Phra Nakhon, Bangkok 10200
Leben am Wasser in Bangkok
Bangkok entfaltet seinen besonderen Rhythmus dort, wo die Stadt das Wasser berührt. Der Chao Phraya, breit und ständig in Bewegung, ist weit mehr als ein Fluss. Er ist Verkehrsweg und Orientierungspunkt. Wer mit einem Expressboot oder einem schmalen Longtailboot unterwegs ist, erlebt die Stadt aus einer Perspektive, die vom Straßenlärm weit entfernt scheint. Tempel, moderne Hochhäuser und einfache Stelzenhäuser ziehen in ruhigem Tempo vorbei, während das Leben am Ufer ununterbrochen weiterfließt.
Abseits des großen Stroms verzweigt sich Bangkok in ein Netz aus Khlongs, das sind schmale Kanäle, die in die Wohnviertel hineinführen. Hier zeigt sich ein anderes Gesicht der Metropole: Gärten, kleine Holzstege und Händler in Booten. Die Khlongs erzählen von einer Zeit, in der Wasserwege die Hauptverbindungen der Stadt waren. Wir können dir auf jeden Fall eine Fahrt durch diese Kanäle empfehlen.
Fortbewegung in Bangkok
Der Verkehr in Bangkok ist ein echtes Abenteuer für sich: chaotisch, lebhaft und manchmal ein bisschen verrückt! Mit ein wenig Planung wird es dir jedoch gelingen, deine Ziele zu erreichen.
Für alle, die das Abenteuer unter der Erde suchen, ist die MRT U-Bahn genau das Richtige. Tickets werden am Automaten gekauft, hierbei müssen Farben und Endziele beachtet werden.
Der BTS Skytrain ist der schwebende Held unter den Verkehrsmitteln. Für die Rabbit Cards oder Einzeltickets gibt es Automaten. Du musst nur noch dein Ziel wählen und schon geht’s los. Der Skytrain schwebt sicher über den Verkehr hinweg.
Die Tuk-Tuks sind die rasanten Renner im Straßenverkehr von Bangkok. Die Fahrer der kleinen, bunten Flitzer jagen dich mit einem breiten Grinsen durch die Stadt.
Bevor du einsteigst, solltest du unbedingt den Preis verhandeln. Diese schnellen Gefährte sind zwar etwas teurer, aber hey, wo sonst außer in Bangkok oder Sri Lanka erlebt man den Verkehr so ungefiltert und hautnah.
Egal, für welches Verkehrsmittel du dich entscheidest, in Bangkok wird es nie langweilig.
Feste und Zeremonien in Bangkok
Bangkok hat über das Jahr verteilt eine ganze Reihe von Festen, die immer wiederkehren – manche mit festen Daten, andere abhängig vom Mondkalender. Viele davon prägen das Stadtleben spürbar und geben einen tiefen Einblick in die Kultur und Tradition.
Im Februar beginnt das Jahr häufig mit Magha Puja, einem wichtigen buddhistischen Feiertag. In vielen Tempeln ziehen Gläubige mit Kerzen um die Hauptgebäude, während die Atmosphäre ruhig, feierlich und sehr spirituell ist.
Der März bietet mit dem Flugdrachen-Festival eine farbenfrohe Veranstaltung. Kunstvolle Drachen steigen in den Himmel, es ist eine Mischung aus Wettbewerb und Veranstaltung.
Songkran, das thailändische Neujahr findet im April statt. Ursprünglich war es ein Reinigungsritual, mittlerweile ist es ein Mix aus Tradition und ausgelassenen Straßenfesten.
Das Navaratri-Fest findet im Oktober statt. Es ist ein hinduistisches Fest zu Ehren der Göttin Durga, das rund um den Sri-Mariamman-Tempel mit Musik, Opfergaben und Prozessionen gefeiert wird.
Beim Blumenfestival im November zeigt sich Bangkok von einer ganz anderen Seite. Parks und Plätze verwandeln sich in farbenprächtige Orte.
Das chinesische Neujahr richtet sich nach dem Mondkalender und fällt je nach Jahr in den Januar oder Februar. In Chinatown ist dann richtig was los: Löwentänze, rote Laternen, Straßenstände und viele Menschen, die essen, lachen und feiern.
Unser Eindruck von Bangkok
Bangkok kann auf den ersten Blick überwältigend wirken, doch mit etwas Zeit zeigt sich, wie vielseitig und spannend die Stadt ist. Eine Aufenthaltsdauer von drei bis vier Tagen ist aus unserer Sicht eine gute Orientierung. In diesem Zeitraum lässt sich viel entdecken: große Tempelanlagen, kleinere Schreine in Seitenstraßen, unterschiedliche Viertel mit ganz eigener Atmosphäre und Märkte, die tagsüber und abends ein völlig anderes Gesicht haben. Wer länger bleibt, findet ohne Mühe weitere Orte, die neugierig machen und den Blick auf die Stadt erweitern.
Uns hat Bangkok sehr gut gefallen. Mit jedem Tag kamen neue Eindrücke hinzu, die das Gesamtbild runder machten. Zwischen dem Trubel gibt es immer wieder ruhige Momente, sei es in einer schmalen Gasse oder bei einer Bootsfahrt auf den Khlongs. Für alle, die in Thailand unterwegs sind, lohnt sich ein Stopp in Bangkok auf jeden Fall. Die Stadt bietet genug, um mehrere Tage sinnvoll zu füllen, ohne dass man das Gefühl hat, nur Programmpunkte abzuhaken.
Bangkok hat uns einen starken Auftakt beschert, doch unsere Reise nahm von hier aus noch an Spannung zu. Nach den intensiven Tagen in der Hauptstadt ging es weiter zu einem Ort, der eine ganz andere Stimmung hatte und uns auf eine besondere Weise beeindruckte. Na, gespannt, wohin es nach Bangkok ging? Mit Ayutthaya besichtigten wir das nächste Highlight unserer Thailand-Reise.
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